Mittwoch, 30. Juli 2014

Bücherreihen, Fortsetzungen, Nebenstorys [K]

Hallo ihr Lieben!

Ich bin gerade dabei, eine Trilogie zu lesen, was mich auf die Idee gebracht hat, sich in dem heutigen Kolumnenpost mit eben solchen Dingen zu beschäftigen. Sprich, es geht – wie der Titel es ja schon verraten hat – um Bücherreihen, Fortsetzungen und Nebenstorys.
Ich muss sagen, die Trilogie gefällt mir eigentlich recht gut (genaueres erfahrt ihr dann in den jeweiligen Rezensionen), aber dennoch scheue ich mich immer sehr, Bücherreihen zu lesen. Das liegt vor allem daran, dass es manche Autoren einfach übertreiben. Ich weiß nicht, wer nach dem 10. Band noch Lust auf eine Reihe hat, aber ich denke, das sind die wenigstens. Eingefleischte Fans sozusagen. Ich finde das schon bei Mangas doof – ja, manchmal lese ich auch Mangas -, wenn eine Reihe schon fast 30 Bände hat, und noch blöder ist es bei Büchern. Immerhin ist das mit einem hohen Kostenaufwand verbunden. 30 Bücher kosten eine große Stange Geld! Und wenn man erst einsteigen möchte, wenn schon eine große Anzahl an Bänden herausgekommen ist, dann ist das schon wahnsinnig nervig, sich alle Bände nachzukaufen. Und wahnsinnig teuer.
Ich frage mich echt, was das soll? Mir kommt das immer so vor, als wäre es nur Geldmacherei. Kein Mensch braucht 30 Bände! Was soll das denn? Hat der jeweilige Autor noch nie davon gehört, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist?
Selbst „Harry Potter“ umfasst nur 7 Bänden – auch wenn sich die halbe Menschheit 70 gewünscht hätte.
Und was bringt es überhaupt dem Leser? Offenbar nicht wirklich viel, wenn man dann schon in den entsprechenden Rezensionen liest, dass der aktuelle Band nicht gut ist, dem Autoren wohl schon lange nichts Neues mehr einfällt und es überhaupt von Mal zu Mal langweiliger zu scheinen wird. Ich habe dieses Phänomen auch schon bei einer Mangareihe erlebt. Die Geschichte ist schon lange nicht mehr prickelnd, aber immer mehr Bände kommen dazu heraus. Und erst im letzten hat die Autorin gedroht, sie habe vor, noch viele weitere dazu zu zeichnen. Horror!
Und das schlimme ist: Man kann einfach nicht aufhören. So langweilig die einzelnen Bände auch sein mögen, so sehr interessiert man sich ja doch dafür, wie die Geschichte insgesamt ausgeht. Die dazwischen nicht mehr zu kaufen und nur noch den letzten Band zu lesen, kann man aber auch nicht, weil man dann keine Ahnung mehr hat, um was es eigentlich geht. Wie ich es schon gesagt habe: Für mich ist das reine Geldmacherei.
Jedoch rede ich hier von solch langen Reihen. Gegen Trilogien oder allgemein Bänden, sagen wir mal unter eine Zahl von 10, muss nicht unbedingt etwas einzuwenden sein. Man bekommt immerhin eine sehr ausführliche Story geliefert, in die man gut abtauchen kann und freut sich einfach, wenn sie nicht schon nach einem Buch zu Ende ist. So lange alles mit Maß und Ziel umgesetzt wird, finde ich die Sache also wirklich gut.
Ähnlich verhält es sich mit Büchern, die an die Geschichte anknüpfen. Seien es nun Nebengeschichten oder Fortsetzungen.
Ich denke, man kann einem Leser bzw. Fan kein größeres Geschenk machen, als eine Fortsetzung zu einem wirklich guten Roman zu schreiben. Es gibt so viele Bücher, die ich gelesen habe und bei denen ich den Autoren gerne auf Knien anflehen möchte, doch noch eine Fortsetzung zu schreiben. Da freut man sich einfach wahnsinnig, wenn dies dann tatsächlich geschieht. Doch auch hier gilt die oben genannte Regel: Maß und Ziel.
Leider gibt es nämlich auch Fortsetzungen, die einfach nicht gut gemacht sind, bei denen man sich wünscht, man hätte sie nie gelesen. Hier frage ich mich, was schief gelaufen ist: War der Autor vielleicht gar nicht mit Herzblut bei der Sache, sondern hat gehofft, noch ein wenig auf der Erfolgswelle seines ersten Buchs mit zu schwimmen? Oder wollte er seinen Lesern einen Gefallen tun, hat aber übersehen, dass er sich selbst damit keinen tut? Man weiß es nicht. Man weiß nur, es wäre besser gewesen, er hätte es gelassen!
Ich sage ganz klar: Vorsicht bei Fortsetzungen! Diese können total toll sein – aber genauso schnell können sie einfach nach hinten losgehen.
Ähnlich verhält es sich mit Nebengeschichten. Reden wir nun von kurzen Storys, in denen auf wenigen Seiten noch einmal eine kurze Anecktode zu den Haupt- oder Nebencharakteren erzählt wird, oder von ganzen Romanen, die z. B. die Geschichte einer der Nebenfiguren schildern. All das gibt es. Und ich finde, gerade letzteres ist meistens eine gute Sache. Man muss hier nicht zwingend an den ersten Roman anknüpfen, kann einfach unabhängig eine neue Geschichte erzählen – und meist kommt dann auch etwas sehr sinnvolles dabei heraus.
Bei kurzen Anecktoden hingen bin ich eher skeptisch. Es ist manchmal ganz schön, zu wissen, wie es mit den Nebencharakteren weitergegangen ist oder eine kurze Geschichte über seine Helden lesen zu können – aber manchmal ist es auch einfach nur unnötig oder gar langweilig. Hier bin ich ja immer der Meinung, Vorsicht ist besser als Nachsicht. Also Augen auf beim Kauf!
Aber natürlich hat jeder einen anderen Geschmack und wie es so oft bei meinen Posts der Fall ist, kann ich nicht für die Allgemeinheit sprechen. Aber wer möchte, kann gerne in einem Kommentar seine Meinung hinterlassen. Ich freue mich darüber, auch wenn sie sich nicht unbedingt mit meiner deckt.

Jules :)

Samstag, 26. Juli 2014

Click for love (Abbi W. Reed)

Hallo ihr Lieben!

Heute gibt es mal wieder eine Rezension zu einem von Abbi W. Reeds Werken. "Click vor love" ist frei publiziert und ihr könnt es als eBook bei Amazon kaufen. Es umfasst 113 Seiten und handelt von Adam, der herausfindet, dass sein bester Freund Keith schwul ist, und diesen nun aus der Reserve locken möchte.


Beschreibung:

Seit der Highschool sind Adam und Keith Freunde und bisher konnte Keith vor Adam geheim halten, dass er schwul ist. Doch dann bemerkt Adeam zufällig, dass Keith bei einer schwulen Datingseite angemeldet ist und meldet sich ebenfalls an, um der Sache auf den Grund zu gehen. Keith - im Internet ein großer Verführer -, beginnt sofort einen Flirt mit Adam und dieser muss sich eingestehen, dass er sich immer mehr zu Keith hingezogen fühlt. Er versucht, diesem auch im realen Leben näher zu kommen, aber das blockt Keith ab.

Meine Meinung:

Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, musste ich denken: Was war das?!
Ich bin es gewohnt, dass Abbi W. Reeds Geschichten immer spannend, ausführlich und schön geschrieben sind, aber ich muss euch sagen, dass diese Geschichte die mit Abstand beste von ihr ist!
Ich war nur am lachen, weil das Buch wirklich voller witziger Szenen und Gedanken ist, so dass es einfach Spaß gemacht hat, es zu lesen. Außerdem ist der Schreibstil wirklich klasse und die Idee der Geschichte mal etwas ganz anderes. Mir gefällt, dass die Story genau die richtige Portion Drama und Spannung enthält, dabei aber niemals übertrieben oder kitschig dargestellt wird.
Die Dialoge sind frech gestaltet und ich finde es gut, dass man bei Adam eine gewisse Wandlung seiner Persönlichkeit und seiner Gedankengänge mit erleben kann.
Obwohl das Buch nur 113 Seiten, hat man nicht das Gefühl, die Geschichte wäre an irgendeinem Ende nicht ausführlich genug oder durchgehetzt. Und auch das Ende ist unglaublich gut gelungen. Unspektakulär und doch einfach nur schön.
Die Sexszenen sind übrigens - wie gewohnt - sehr heiß! ;) Auch der Cybersex.  (Ich hätte ja nie gedacht, dass sowas so anregend sein kann. :D)

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Das Buch ist für alle etwas, die es gerne romantisch - aber nicht kitschtig - mögen, die auf humorvolle Dialoge stehen und sich für das Thema "Onlinedating" begeistern können.
Wer Fan von der Autorin ist, sollte es sowieso lesen - außerdem ist es echt gelungen, also sollte sowieso jeder zugreifen!
Ansonsten muss man natürlich bedenken, dass es einige Sexszenen enthält, also würde ich es vielleicht erst ab 16 Jahren empfehlen.

Ich suche noch immer nach neuen Kurzgeschichten, die ich für meine Quickie-Reihe nutzen kann. (Also Geschichten mit weniger als 100 Seiten.) Und auch so freue ich mich natürlich immer über Buchtipps aller Art. Wer mir also irgendetwas empfehlen kann, bitte, bitte als Kommi oder Nachricht bei Lovelybooks schreiben! :3
lg Jules :)



Mittwoch, 23. Juli 2014

Gekauftes Glück (Sam Singer) [Q]

Hallo! :3

Bei dem heutigen Quickie handelt es sich um "Gekauftes Glück" von Sam Singer. Es besitzt 70 Seiten und erschien beim Cursed Verlag. Die Geschichte ist nur als eBook erhältlich.
Handeln tut sie von Escort Craig, der sich in seinen Auftraggeber verliebt.


Beschreibung:

Der neue Auftraggeber Dee von Escort Craig ist anders, als seine bisherigen. Er ist sehr schüchtern und zurückhaltend und erlaubt Craig noch nicht einmal, seine Gesicht zu sehen. Auch Sex möchte er keinen, sondern nur jemanden, der sich mit ihm unterhält.
Anfangs ist Craig ein wenig skeptisch, doch nach und nach baut sich eine Freundschaft zwischen den beiden auf, die jedoch bald ins Schwangen gerät, weil Craig sich verliebt. Dee hingegen geht immer sofort auf Abstand, weil er einfach nicht glaubt, Craig vertrauen zu können.

Meine Meinung:

Obwohl die Geschichte recht kurz ist, ist sie dennoch sehr ausführlich und detailliert beschrieben, was ich sehr angenehm fand, weil es einem nicht so vorgekommen ist, als würde durch die Story durchgehetzt werden.
Die Geschichte der beiden Männer ist an sich gut gelungen, auch wenn Dees dramatisches Geheimnis ein wenig sehr krass wirkt. Allerdings muss das nicht unbedingt ein Manko sein, sondern zeigt einfach sehr schön, das wahre Liebe alles akzeptieren kann.
Das Ende kam für mich ein wenig abrupt und ist meiner Meinung nach noch Ausbaufähiger. Sei es das Ende selbst oder das, was danach noch kommen könnte. Ich bezweifel allerdings, dass sich hier noch eine Fortsetzung anschließen wird.
Leider wurden die Sexszenen nicht all zu ausführlich beschrieben, was schade ist, weil das, was beschrieben wurde, eigentlich recht heiß ist.
Zusammengefasst hat die Geschichte zwar die ein oder andere Schwachstelle, ist aber trotzdem gut gelungen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

An sich finde ich die Sexszenen nicht all zu dramatisch, aber immerhin geht es ja im weitesten Sinne um Prostitution, weshalb ich das Alter vielleicht ab 15 Jahren ansetzen würde.
In irgendeiner anderen Rezension habe ich gelesen, dass das Buch als Mischung aus "Pretty Woman" und "Die Schöne und das Biest" beschrieben wurde. Wer sich also für soetwas begeistern kann, sollte zuschlagen. Allen anderen kann ich versichern, dass es wirklich ein schönes, kurzweiliges Leseerlebnis ist, wenn man auf romantische Geschichten steht.

Wenn noch irgendjemand schöne kurze Geschichten kennt, kann er sie mir gerne empfehlen. Ich such aktuell nach neuen Storys für meine Quckie-Reihe!
Jules :)

Sonntag, 20. Juli 2014

Einjähriges Blogjubiläum

Hallo ihr Lieben! :)

Ein Jahr lang gibt es meinen Blog nun schon und ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber freue, meine Erfahrungen hier an euch weitergeben zu dürfen. Als ich angefangen habe, hätte ich nie gedacht, dass sich so viele Leute für meine Rezensionen interessieren. Gerade, weil dieses Genre vielleicht nicht jeden anspricht. Umso glücklicher bin ich, dass mein Blog so auf Zuspruch stößt und ich weiter mein Hobby mit euch teilen darf. Ich danke euch allen dafür, dass ihr meine Seite besucht, meine Rezis lest und mir hier oder auf Lovelybooks eure Meinung schreibt.
Auf ein weiteres schönes Jahr mit euch,

euer Jules :)

Samstag, 19. Juli 2014

Arnies Kosmos: Eine ziemlich unperfekte Gay-BDSM-Liebe (Violet Mascarpone)

Hey Leute! :)

Das heutige Buch nennt sich "Arnies Kosmos: Eine ziemlich unperfekte Gay-BDSM-Liebe" und stammt von Violet Mascarpone. Es wird frei publiziert. Ihr könnt es auf Amazon als eBook und  als Printversion erwerben.
Das Buch umfasst 476 Seiten und handelt von Arnie und Lui, die eine etwas andere BDSM-Beziehung führen, als man sie sonst in Büchern vorfindet.


Beschreibung:

Arnie ist ziemlich eigen, was seine Lebensweise angeht. Vor Dreck hat er Angst und prüde ist er ebenfalls. Als Lui in sein Leben tritt, wird dieses ziemlich auf den Kopf gestellt und die beiden Männer finden sich in einer BDSM-Beziehung wieder, in der jedoch nicht wirklich etwas klar geregelt ist. Deshalb kommt es immer wieder zu Missverständnissen, Konflikten und Lügen, die ihrer Beziehung mehr und mehr schaden. Es stellt sich die Frage, was man alles ausdiskutieren kann und ab wann eine Beziehung einfach keinen Sinn mehr macht.

Meine Meinung:

Selten habe ich so lachen müssen, wie bei diesem Buch. Die Geschichte wird aus Arnies Sicht geschrieben und durch dessen Eigenheiten und Ausdrucksweise bekommt das Buch einen sehr humorvollen Touch. Allgemein muss ich sagen, dass Violet Mascarpone durch einen sehr intelligenten, flüssigen, charmanten Schreibstil verfügt, der mich absolut fasziniert hat. Ich konnte gar nicht aufhören, zu lesen, so süchtig war ich nach dieser Geschichte und der Art, wie sie geschildert wurde.
Zudem ist die Story wahnsinnig spannend. Man weiß bis zum Ende nicht, ob die Beziehung Bestand haben kann oder nicht. Und es ist einfach toll, eine BDSM-Beziehung mal von einer etwas anderen Seite - um nicht 'verkorksten Seiten' zu sagen - lesen zu können. Die Geschichte zeigt, was in so einer Beziehung alles schief laufen und wie man Probleme beheben oder an ihnen kaputt gehen kann. Überhaupt das. Es wird geschildert, dass zu viel Liebe und zu wenig Vertrauen zerstörend wirken kann, das perfekte Dinge irgendwann unperfekt werden können und dass man manchmal ein paar Jahre warten muss, ehe man sich ganz aufeinander einlassen kann.
Ohne zu übertreiben, kann ich versichern, dass sich in dem Buch wahrer Schmerz findet (und ich rede nicht vom BDSM-Aspekt, sonder von psychischem Schmerz), der so nah an der Person beschrieben wird, dass man selbst mitfühlt und mitleidet.
Ich weiß gar nicht, wie ich dieses Buch beschrieben soll. Aber durch die geschilderte destruktive Beziehung bekommt man einen ganz anderen Einblick, der aber gar nicht mal abschreckt, sondern nur die Schattenseiten aufzeigt, die in anderen Büchern gerne verschönt oder verschwiegen werden.
Ein weiter Pluspunkt ist die Länge. Man hat eine ganze Weile was von dem Buch und ist nicht nach wenigen Seiten schon fertig.
Und um zu einem Ende zu kommen, sind die Sexszenen heiß und umfassend beschrieben und das BDSM-Element kommt sicher auch nicht zu kurz.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich weiß nicht, wem ich das Buch empfehlen soll. Ich würde es ja jeden in die Hand drücken und sagen: "Lies!" Aber natürlich enthält das Buch BDSM und überhaupt sollte es wohl erst ab vielleicht 16 Jahren gelesen werden.
Ansonsten muss man einfach sagen, dass das Buch perfekt ist. Es zeigt die positiven und die negativen Aspekte einer BDSM-Beziehung und jeder, der sich auch nur annähernd für das Thema und für Beziehungen überhaupt erwärmen kann, sollte das Buch lesen! Punkt!

Ich möchte darauf hinweisen, dass es dieses Buch auch als Hetero-Version gibt, welches die Autorin unter dem Pseudonym Vio Carpone herausgebracht hat. Es erschien bei Cupido Books und nennt sich "Schmerzherz: BDSM Liebesgeschichte".

Jules :)

Donnerstag, 17. Juli 2014

Mut zum Happy End [K]

Hallo Leute!

Ich habe es neulich schon in einer Rezension erwähnt, aber heute würde ich gerne noch einmal etwas dazu schreiben. Ich habe in letzter Zeit vermehrt Bücher und Filme gesehen, die einfach kein Happy End besitzen und auch wenn ich weiß, dass nicht jedes Buch und jeder Film unbedingt ein Happy End haben müssen, frage ich mich, warum das vermehrt bei solchen über Homosexualität der Fall ist.
Es scheint mir fast, als wenn Schwule und Lesben im Gegensatz zu Heteros in der Literatur nicht glücklich sein dürfen. Wie viele Liebesgeschichten gehen damit aus, dass Mann und Frau zueinander finden – würde man die gleiche Geschichte mit zwei Männern oder zwei Frauen schreiben, dann könnte man sich fast schon sicher sein, dass dies nicht der Fall sein wird.
Natürlich gibt es auch genug Bücher über Heterosexuelle, in denen es Sad Ends oder Offene Enden gibt. Aber ich habe schon sehr viele Bücher gelesen – in beide Richtungen – und mir ist eben aufgefallen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hetero-Buch gut ausgeht, einfach höher ist.
Gut, ich lasse mir eingehen, dass bei einem Drama kein gutes Ende herauskommen kann. Aber bei dem letzten Film, den ich gesehen habe, hat der Protagonist nicht nur seine Familie, sondern auch seinen Freund verloren und da frage ich mich schon, ob nicht eine Katastrophe gereicht hätte. Es muss doch nicht immer alles den Bach runtergehen, es kann doch auch mal nur teilweise schlecht laufen.
Und wenn man es schon Dramen zugesteht, ein Sad End zu haben, dann leuchtet mir das ja auch ein. Aber es gibt eben oft Bücher, die nicht mal als Drama gekennzeichnet sind und dann doch schlecht ausgehen. Gerade, weil es oft einfach nicht angebracht ist. Nehme man sich ein Jugendbuch, das Jugendlichen helfen soll, zu sich selbst zu stehen und ihnen vielleicht Mut machen soll, dass auch sie – trotz ihrer anderen Sexualität – glücklich werden können. Und dann ist das Buch zu Ende und der Protagonist hat seine erste Liebe verloren, steht wieder alleine da und vielleicht bastelt man sich noch ein Pseudo-Happy-End zusammen, in dem man z.B. sagt, wenigstens hat er sich mit seiner besten Freundin wieder vertragen. Das kann doch nicht wahr sein! Kann man nicht wenigstens den Jugendlichen noch ein wenig heile Welt lassen? Sie werden noch früh genug erfahren, dass nicht immer alles gut ausgeht, da kann man doch wenigstens ihren fiktiven Charakteren ein wenig Glück gönnen. Muss man schon 14-Jährigen die Illusion rauben, dass die Liebe alle Probleme überwinden kann – vor allem, wenn sich die Probleme in Jugendbüchern noch auf eine Lüge oder ein wenig Fremdknutschen beziehen.
Ich kann das einfach nicht verstehen. Vor allem dann nicht, wenn man Autoren fragt, warum sie kein Happy End geschrieben haben und sie dann sagen, es hätte einfach nicht gepasst. Das ist doch nun wirklich die dümmste Ausrede, die einem Einfallen kann. Es ist ihre eigene Geschichte, die sie so verändern können, wie es ihnen passt. Und wenn man es will, dann gibt es auch einen Weg. Also scheinen sie sich gar kein Happy End zu wünschen, sonst hätten sie ihr Buch in die Richtung hin schreiben können. Und man braucht mir auch nicht damit kommen, dass der Schreibfluss sich irgendwie verselbstständig hat. Keiner schreibt, ohne sich nicht wenigstens ein bisschen Gedanken darüber zu machen, was er da gerade zu Papier bringt.
Mir ist klar, dass es von vielen Autoren die Intention ist, Probleme aufzuzeigen, die noch immer – obwohl wir mittlerweile ja eigentlich im 21. Jahrhundert leben -, mit dem Thema Homosexualität aufkommen können. Mir ist auch klar, dass im wahren Leben manchmal die tragischsten Schicksale herauskommen. Aber mir ist nicht klar, warum man nicht Betroffenen ein wenig Mut machen kann, in dem man das Buch oder den Film dann nicht trotzdem einigermaßen gut ausgehen lässt, um ihnen die Hoffnung zu geben, dass auch sie es schaffen könnten, wieder glücklich zu werden, egal wie ausweglos die Situation gerade ist?
Selbst wenn man schocken und damit wachrütteln will, kann man das doch durch das ganze Buch oder den ganzen Film – ob sich die Message einprägt, liegt ja nicht alleine am Ende.
Oft versucht man auch, einem Ende die Dramatik zu nehmen, in dem man einfach offen lässt, wie es ausgeht. Das lass ich mir ja immer noch eingehen, obwohl ich mich auch hier Frage, warum das letzte Fünkchen Mut gefehlt hat, es einfach mal gut ausgehen zu lassen.
Ich glaube mittlerweile echt, es gehört in der heutigen Zeit mehr Mut dazu, etwas gut ausgehen zu lassen, als schlecht. Keiner scheint sich mehr zu trauen, seinem homosexuellen Pärchen eine Chance zu geben. Das finde ich schade und ich kann nur an alle Autoren da draußen appellieren, bitte, bitte habt doch ein wenig mehr Mut zum Happy End. Ich – und sicher auch viele andere – wären euch sehr dankbar!

Jules :)

PS: Ich möchte darauf hinweisen, dass dies meine persönliche Meinung ist. Ich lehne Sad Ends auch nicht gänzlich ab, da sie manchmal durchaus passend sind, aber ich finde dennoch, es gibt zu wenig gute Ausgänge in der homosexuellen Literatur (gerade bei ernsteren Büchern oder Jugendbüchern). Ich diskutiere gerne mit euch über das Thema, falls da Interesse bestehen sollte, aber ich brauch sicher niemanden, der mich von seiner gegenteiligen Meinung überzeugen möchte. (Und ja, es gibt einen Unterschied zwischen nett diskutieren und anderen seine Meinung aufzwingen wollen. Lasst mir einfach meine – und ich lass euch eure.)

Samstag, 12. Juli 2014

Offen hetero (Bill Konigsberg)

Hallo Leute!

Das heutige Buch ist ein Jugendroman und nennt sich "Offen hetero" von Bill Kongisberg. Erschienen ist es bei Gmünder und es besitzt 336 Seiten.
Handeln tut das Buch von Rafe, der an seiner neuen Schule versucht, seine Homosexualität zu verbergen.


Beschreibung:

Rafes Coming-out verlief ohne Probleme, aber dennoch ist er ziemlich unzufrieden an seiner alten Schule. Ständig wird er nur als "der Schwule" angesehen und nicht als wirkliche Persönlichkeit. Um das zu ändern, wechselt er in ein fernes Internat, wo er versucht, sein Schwulsein zu verbergen. Tatsächlich findet er Anschluss und kann er selbst sein, aber dann verliebt er sich und weiß plötzlich nicht, wie lange er mit der Lüge noch leben kann.

Meine Meinung:

Ich fand es ziemlich interessant, dieses Thema mal aus der Sichtweise zu sehen, dass man seine Homosexualität nicht aus Angst versteckt, sondern aus dem Wunsch heraus, mehr als nur homosexuell zu sein. Es stimmt, dass viele einen darauf reduzieren und gerade in der Pubertät, wenn man sich eigentlich selbst finden möchte, kann einen das ganz schon nerven.
Deshalb erschien mir der Inhalt des Buch zum einen nachvollziehbar, zum anderen auch gut erklärt. Man konnte verstehen, warum Rafe so gehandelt hat.
DIe C haraktere in dem Buch sind alle sehr individuell und interessant gestaltet. Man schließt eigentlich alle ins Herz - ob nun Haupt- oder Nebencharaktere.
Schade ist nur, dass Rafe sehr lange braucht um zu erkennen, dass er langsam zu sich stehen sollte und das es kaum jemanden in dem Buch gab, der ihn verstanden hat. Teilweise war natürlich nachvollziehbar, warum es so war, teilweise aber auch nicht.
Der Schreibstil ist nah am Protagonisten und somit an der Zielgruppe, flüssig und gut zu lesen. Überhaupt hat das Buch Spaß gemacht und man wollte es kaum weglegen, weil bis zum Ende viele Dinge ungeklärt und damit spannend geblieben sind.
Ansonsten freue ich mich natürlich immer, wenn Jugendbücher zum Thema Homosexualität erscheinen. Meist wird dies dann nicht so klischeehaft verarbeitet und macht einfach Spaß zu lesen. Auch hier, finde ich, ist das so. Man kann wohl nicht immer alle Klischees vermeiden, aber ich denke, dass dieses Buch wirklich ein Glücksgriff ist.
Leider fand ich das Ende ein wenig unbefriedigen, auch, wenn es im Grunde positiv ausgeht.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wie gesagt, das Buch ist ein Jugendbuch und kann demzufolge auch schon von Jugendlichen gelesenwerden. Natürlich kann es auch für Erwachsene interessant sein, weil es mal eine etwas andere Thematik als die ständige Coming-out-Geschichte beinhaltet.

Wisst ihr, was mich an Jugendbüchern häufig stört? Das es kein wirkliches Happy End gibt. Zwar sind alle glücklich, aber irgendetwas ist dann doch immer gescheitert und ich frage mich, warum das so sein muss. Kann man nicht einfach mal alles toll ausgehen lassen und nicht so offen? Mich nervt das. Man lernt sicher auch aus dem Buch, wenn das Ende ein wenig freundlicher gestaltet wird. >o<
Jules :)

Mittwoch, 9. Juli 2014

Bücherwurm zum verlieben (Shia Mc Clair) [Q]

Hallo! :)

Die heutige Geschichte nennt sich "Bücherwurm zum verlieben" von Shia Mc Clair und erschien bei BookRix. Ihr könnt sie nur als eBook erwerben.
Die Geschichte hat 12 Seiten und handelt von Fritz, der seine Menschenangst überwinden muss.


Beschreibung:

Als kleiner Junge wurde Fritz gehänselt, nun lebt er zurückgezogen und vergräbt sich in seinen Bücher. Als sein Lieblingsautor in die Stadt kommt, versucht er seine Angst vor Menschen zu überwinden, um sich ein Autogramm holen zu können.
Leider gerät er dort in Panik und trifft dabei auf Nico. Nun stellt sich die Frage, ob Nico ihm helfen kann.

Meine Meinung:

Ja, okay, das ist eine kurzweilige Geschichte für Zwischendurch, aber trotzdem ist sie mir viel zu kurz. Man hätte es an der ein oder anderen Stelle dann dennoch ausbauen können, um der Geschichte ein wenig mehr Volumen zu geben.
Auch ist die Idee der Story eigentlich interessant, aber für mich hat sich die Beschreibung viel besser angehört, als es dann letztlich war.
Natürlich gibt es aber auch positives an dem Werk zu vermerken: Der Schreibstil ist nah am Leser und dem Protagonisten, man bekommt also einen guten Einblick in seine Gedankenwelt. Außerdem ist die Geschichte recht romantisch, auch wenn einige Dinge für mich ein wenig weit hergeholt oder zu schnell abgehandelt werden.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich bin nicht wirklich Fan der Geschichte, aber ich denke, dass man sie für den Preis dann trotzdem lesen kann. Außerdem ist sie sicher was für Leute, die immer nur wenig Zeit zum Lesen finden und deshalb gerne auf kurze Geschichten zurückgreifen.

Darf ich ganz ehrlich sein? Ich bin ja eigentlich ein Fan von frei publizierten Werken und solchen Seiten wie BookRix, die jedem Autor eine Chance geben. Aber bei manchen Büchern hätte es dann doch ganz gut getan, wenn mal ein Lektor drüber gelesen und seinen Senf dazu gegeben hätte. Ich habe das Gefühl, muss man bei solchen Werken immer genau aufpassen, was man da eigentlich kauft. Und jetzt könnt ihr mir gerne sagen, ich soll toleranter sein. :D
Jules :)

Samstag, 5. Juli 2014

Positiv verliebt (Karo Stein)

Hi! :)

Heute geht es um das frei publizierte Werk von Karo Stein mit dem Titel "Positiv verliebt". Ihr könnt es als eBook, aber auch als Printversion auf Amazon erhalten. Es besitzt 210 Seiten und handelt von Jakob, der sich in den HIV positiven Fabian verliebt.


Beschreibung:

Obwohl es aussichtslos aussieht, hat sich Jakob in Fabian verliebt. Wann immer er ihn tanzen sieht, sehnt er sich danach ihm Nahe zu sein und ihn besser kennenzulernen. Doch Fabian lässt keinen an sich heran, denn Fabian ist HIV positiv und ha diesen Zustand selbst noch nicht akzeptiert.
Als es Jakob gelingt, Fabians Mauer zu durchbrechen, muss er schnell feststellen, dass es mit Fabian alles andere als einfach ist, vor allem, weil Fabian ihn immer wieder von sich stößt.

Meine Meinung:

Das Buch ist deshalb schon lesenswert, weil es sich mit einer Thematik befasst, die viele Leute eher abschreckt. Und Karo Stein gelingt es sehr gut, die verzwickten Gefühle von sowohl Fabian als auch Jakob dazustellen, die sich mit Fabians HIV-Infektion kaum vermeiden lassen.
Davon abgesehen, dass das leichte Annähern und die niedlichen Momente der Beiden jedes Romantikerherz höher schlagen lassen werden, ist dieses Buch auch noch informativ bis aufklärend.
Viele Aspekte der Infektion werden erläutert, nichts wird verschönt und man bekommt einen guten Einblick in den Alltag Betroffener.
Obwohl die ganze Geschichte nur aus Jakobs Sicht geschriebne ist, kann man sich dennoch auch in Fabian hinein versetzen und überhaupt besitzt die Autorin einen guten Schreibstil, der den Roman zu einem schönen Lesevergnügen macht.
Ich finde es auch schön, dass der Roman doch sehr lebensbejahend gestaltet ist, auch wenn die Figuren bis dorthin einen langen Weg vor sich haben.
Obwohl die Sexszenen nicht all zu ausführlich sind, haben sie mir irgendwie sehr gefallen und ich hätte gerne noch viele weitere gelesen. Überhaupt hätte ich gerne noch mehr gelesen und wäre an einer Fortsetzung sehr interessiert. (Oder gibt es schon eine? Dann sagt mir das bitte!!!)
Zudem wüsste ich gerne was aus den Nebencharakteren geworden ist, das bleibt im Buch nämlich offen und das ist auch mein einziger Kritikpunkt. Ich hasse es, wenn manche Fragen einfach nicht geklärt werden.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich würde sage, man kann das Buch ab 16 Jahren gut lesen, obwohl es kein Jugendbuch ist. Am liebsten würde ich es auch jedem Menschen auf der Welt in die Hand drücken, weil man durch das Buch sehr viel über HIV und Aids erfährt und das vielen Leuten echt gut tun würde.
Wer sich also zum einen informieren, zum anderen aber einfach eine süße Liebesgeschichte lesen will, ist hier goldrichtig.

Obwohl es blöd klingt, so mag ich doch das Thema HIV irgendwie sehr gerne in Romanen. Es ist irgendwie naiv, wenn man sich nicht mit dem Thema auseinander setzt - ob man nun schwul, lesbisch oder hetero ist -, weil man der Meinung ist, es betrifft einen nicht. Es kann einen immer irgendwann selbst betreffen, oder die Familie, Freunde, Kollegen... Sich ein wenig aufzuklären schadet sicher keinem. Denkt mal drüber nach!
Jules :)

Mittwoch, 2. Juli 2014

Lesbische Romane [K]

Hey ihr!

Für alle, die auch mal ein paar Romane aus dieser Richtung lesen wollen, dachte ich mir, mach ich einen extra Post in meiner Kolumne, um euch einige Bücher dazu vorzustellen.
Ehrlich gesagt lese ich solche Romane nicht, weshalb ich mir erst mal ein bisschen Hintergrundinformation von einer guten Freundin besorgen musste, die mich nun schon öfters bei diesem Blog unterstützt hat. Sie konnte mir zwar nur wenige Jugendbücher nennen, aber immerhin habe ich jetzt eine kleine Auswahl für euch zusammenstellen können.
Leider kann ich keine richtige Rezension dazu abgeben, weil ich die Bücher dazu natürlich erst mal selbst lesen müsste. Dennoch möchte ich euch zumindest nicht gänzlich ohne Einschätzung zurück lassen, weshalb ich euch zu jedem Buch eine kurze Zusammenfassung der Meinung meiner Freundin schreibe.
Falls ihr mehr Bücher über lesbische Liebe rezensiert haben wollt, kann ich sie gerne einmal fragen, ob sie das nicht machen könnte, indem sie hier vielleicht mal eine Gast-Rezi schreibt, aber an und für sich habe ich nicht vor, meinen Blog in diese Richtung hin zu erweitern.
Wer weitere gute lesbische Bücher kennt, kann sie ja gerne hier in einem Kommentar nennen, damit Interessierte noch eine größere Auswahl vorfinden können. Ansonsten folgt jetzt eine kleine Zusammenstellung meinerseits:

„Verliebt sein ist eine Katastrophe“ von Caja Cazemier (Klopp)

   „Mir hat die Geschichte eigentlich gut gefallen, aber leider ist die Geschichte nicht durchdacht genug. An der einen oder anderen Stelle wünscht man sich dann doch eine detailliertere Beschreibung der Handlung oder Person. Das ist schade, weil die Liebe der beiden Mädchen eigentlich eine schöne Basis bildet.“




 
„Einfach nur Liebe: Sandra liebt Meike“ von Marliese Arold (Loewe)
„Ein sehr fesselndes Buch, welches sich mit vielen wichtigen Fragen beschäftigt, die lesbischen Mädchen kommen, wenn sie anfangen, ihre Sexualität zu entdecken. Ein wirklich gutes Jugendbuch, dass ‚verwirten’ Mädchen, die sich noch selbst finden müssen, sicher sehr hilfreich sein kann.“



„Pias Labyrinth“ von Adriana Stern (ariadne)
„Ein wahnsinnig tolles, spannendes Buch mit einem komplexen, gut durchdachten Plot. Es geht um Selbstfindung und beschreibt diesen Prozess aber als alles andere als eindeutig. An manchen Stellen hätte das Buch noch ausführlicher sein können, aber ansonsten ist es eine etwas andere Geschichte als die typischen Coming-out-Storys und das macht es interessant.“



Liebe Grüße,
Jules :)