Dienstag, 31. März 2015

März

Hallo ihr Lieben!

Der März ist zu Ende und es steht wieder eine neue Monatszusammenfassung an. Irgendwie habe ich diesen Monat gar nicht sooo viel zu erzählen, aber das macht ja nichts. Irgendwas ist dann ja doch immer.

Rund um den Blog

Ich traue mich ja schon gar nicht mehr, es überhaupt zu sagen, aber ich überlege noch immer, ob ich mehr Rezensionen posten soll. Diesmal bin ich aber in meiner Überlegung schon einen Schritt weiter. Ich weiß, dass ich mehr Rezensionen posten kann, weil ich mich endlich mal hingesetzt habe und vorgeplant habe. Ich habe dank dem bücherreichen März schon bis Juni Rezensionen vorbereiten können und alles, was nun dazu kommt, ist im Prinzip überflüssig und könnte erstmal zusätzlich hochgeladen werden. Nun ist nur die Frage, ob ich dies auch tue. Im Prinzip spricht nicht viel dagegen, bis darauf, dass ich Angst habe, mich zu verschätzen. Ich möchte nicht irgendwann merken, dass ich gar nicht mehr genug Rezensionen hier habe, um überhaupt noch regelmäßig hochladen zu können. Deshalb werde ich vermutlich auch nicht regelmäßig zusätzliche Rezensionen posten, sondern immer dann, wenn es sich gerade anbietet.
Außerdem habe ich noch ein anderes Problem. Im Moment gehen mir wieder Ideen für die Kolumne aus. Das kann sich zwar jederzeit ändern, aber vom aktuellen Stand aus, ist im Juni erstmal Schluss damit. Ich möchte es auch nicht krampfhaft weiterführen und da ist mir die Idee gekommen, dass ich ja statt einer Kolumne dann eine weitere Rezension hochladen könnte. Also vielleicht mache ich es so, das erscheint mir nämlich eine super Lösung für alle Probleme.
Ihr seht also, ich bin schon am Planen, nur ist noch nichts wirklich bei rausgekommen. Aber irgendwann muss ich mich entscheiden und wenn es soweit ist, erfahrt ihr es natürlich als erstes.
Dann hatte ich ja für März ja angedeutet, dass ich etwas Neues bringen möchte. Falls ihr euch fragt, was daraus geworden ist: ich habe es nicht verworfen, es kommt nur erst jetzt im April. Genauer gesagt an Ostern. Wenn ihr mein Twitter verfolgt, dann habt ihr davon auch schon gelesen. Mehr dazu erzähle ich nachher, bei der Vorschau auf den April.
Ansonsten hatte ich noch etwas anderes geplant, dass ich nun leider erstmal verwerfen musste. Ich finde die Idee zwar super, weiß aber noch nicht genau, wie ich sie umsetzen werde. Deshalb stelle ich diese Sache erstmal zurück. Tut euch aber nicht weh, ihr wisst ja nicht mal, um was es geht. :D

Bücher, Bücher, Bücher

Jetzt aber erstmal zu den Büchern! Ihr habt es sicher mitbekommen, ich habe mich im März ja überschlagen habe mit Büchern und besitze jetzt sogar einen zwei Bücher großen SuB, weil ich gar nicht nachgekommen bin. Der April wird wahrscheinlich nicht so bücherreich, obwohl… es ist ja Ostern… :D
Überraschend – im positiven Sinne – war dabei, dass ich eigentlich alle Bücher für mehr oder weniger gut befinden konnte. Es war zumindest nichts dabei, dass ich in der Rezension zerreißen musste. Und das bei dieser Menge!
Ähnlich verhielt es sich mit den Rezensionen. So viele verschiedene Arten von Büchern habe ich diesen Monat rezensiert und kein einziges hat eine schlechte Bewertung verdient. So könnte es doch immer sein, oder?

Was mich bewegt

Was auch immer sein könnte, ist die Leipziger Buchmesse. Die war diesen Monat ja in aller Munde und jeder hat von ihr geschwärmt und ja… ICH WAR NICHT DABEI!
Was habe ich mich darüber geärgert. Wie traurig bin ich noch immer deshalb. Es war ja schon im Vorfeld klar, dass es gerade auch im Gay-Bereich wahnsinnig spannend auf der Messe werden wird. Und so war es dann auch. UND ICH WAR NICHT DABEI!
Am schlimmsten ist noch, dass mich alle damit aufheitern wollen, dass ich ja auf die Frankfurter Buchmesse kann. Ich mag die Messe aber nicht! Die ist mir zu unübersichtlich, zu weit weg und vor allem zu ernst. Irgendwie habe ich das Gefühl, auf der LBM wird einem einfach mehr geboten – und alles ist locker und schön, wohingegen auf der FBM soviel Fachpublikum rum rennt, dass den ganzen Tag gestresst und böse aus der Wäsche guckt. (Erzählt mir bloß nichts Gegenteiliges, ich will es gar nicht hören!)
Vielleicht gehe ich trotzdem hin, aus Gruppenzwang oder um mich zu trösten, auch wenn ich weiß, dass es mich doch nicht trösten wird.

Mein Leben und Ich

Tatsächlich ist gar nichts passiert diesen Monat. Auch schön!
Obwohl man es gar nicht so sagen kann, denn ich hatte das Gefühl, der Monat ist total stressig gewesen, weil ich so viel zu tun hatte. (Blog, Privatleben, Job…) Irgendwie sind die Tage wie im Fluge vergangen und jetzt muss man sich mal bewusst machen, dass schon ein Vierteljahr um ist. Wo ist die Zeit hin???
Außerdem war diesen Monat Frühlingsanfang und ich finde, man hat es auch gemerkt. Das Wetter war doch traumhaft, oder? Zumindest teilweise. Meiner Meinung nach könnte ja das ganze Jahr Frühling sein. Ich liebe diese angenehmen Temperaturen, kein Vergleich zu der ekligen Nässe im Herbst, der grausamen Kälte im Winter oder der fürchterlichen Hitze im Sommer. Zusammen mit dem Wetter ist auch meine Laune wieder besser geworden. Ich frage mich manchmal echt, ob das schon richtige Winterdepressionen sind. Aber so schlimm wie Depressionen sind meine Melancholieanfälle dann eigentlich auch nicht, also weiß ich echt nicht, wie ich es nennen soll. Vielleicht sollte ich mir dieses Jahr im Herbst tatsächlich mal etwas Stimmungsaufhellendes verschreiben lassen? (Ich rücke mich selbst immer in ein schlechtes Licht, ihr merkt das schon… Euer Bild von mir ist wahrscheinlich: klein, schwul und schwer gestört)
Anfang des Monats musste ich auf eine harte Art und Weise lernen, dass man mit den Dingen, die man sich wünscht, wirklich vorsichtig sein sollte. Noch aufgrund meiner schlechten Gemütsverfassung, habe ich mich permanent bei Familie und Freunden über meinen Job beschwert und gefühlte 100x gesagt, dass ich froh wäre, ihn los zu sein. Dann sah es kurz so aus, als ob man mich tatsächlich feuern würde und ich war im Panikmodus, bis ich gemerkt habe, dass ich etwas missverstanden habe. In dem Moment ist mir klar geworden, selbst wenn es auf der Arbeit mal superstressig ist, bin ich doch froh, dass ich sie habe und mag nicht mittellos vor mich hin vegetieren, bis ich irgendwann mal irgendwo etwas Neues finde. Jetzt wird mir klar, dass mein unüberlegt hinausposaunter Wunsch fast wahr geworden wäre – und dass es das Dümmste gewesen wäre, was mir hätte passieren können. Gut, dass es anders gekommen ist. Aber ich habe jetzt zumindest gelernt, dass ich mir vorher die Konsequenzen ausmale, ehe ich wieder so etwas sage. Haben wir nicht schon in der Grundschule gelernt: „Erst denken, dann reden“?!

Vorschau auf den April

Ich habe es oben ja schon angesprochen, im April kommt nun endlich, was ich schon für den März geplant hatte. Ich habe nämlich im März ein englischssprachiges Buch gelesen und möchte Rezensionen zu eben solchen Büchern nun als Reihe einführen. Allerdings kann ich euch schon mal vorwarnen: Regelmäßig werde ich dazu nichts hochladen. Ich habe vor, mehr englische Romane zu lesen und wann immer ich das tue, lasse ich euch gerne daran teilhaben. Aber es wird nicht regelmäßig einmal im Monat oder so kommen, sondern immer nur gelegentlich. Ostern kommt nun aber das erste Buch dieser Reihe und dazu gibt es auch noch viel anderes Blabla und Tamtam, immerhin möchte ich euch Ostern ja auch was Besonderes bieten.

Famous last words

Abrundend zu dem, was ich diesen Monat Lehrreiches erleben durfte, habe ich ein Zitat gewählt, dass tatsächlich passt, wie Arsch auf Eimer:

„Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.“
Unbekannt

Jules :)

Samstag, 28. März 2015

Gefühlscocktail (C. Griethe)

Na ihr Lieben,

Eine neue Rezension steht an: Es geht heute um "Gefühlscocktail" von C. Griethe. Dieses wird frei publiziert, umfasst 229 Seiten und handeln von Rick, der sich in die angebliche Affäre seiner Freundin verliebt.


Beschreibung:

Seit Eric - von allen Rick genannt - mit seiner Freundin Leonie zusammenwohnt, ist diese wie ausgewechselt und die Beziehung am Ende. Als wäre das nicht schlimm genug, muss Rick auch noch an ihrer Treue zweifeln, nachdem er eine fragwürdige SMS auf ihrem Handy entdeckt. Zufällig trifft er Übeltäter Fabio auch noch in dem Club, in dem er an der Bar arbeitet und hofft nun, etwas über die mußmaßliche Affäre herauszubekommen, wenn er sich mit diesem anfreundet. Bald wird ihnen aber klar, dass Fabio und Rick eher aneinander, als an Leonie interessiert sind.

Meine Meinung:

Tja, meine Meinung ist nicht gut, so viel gleich vorweg. Im Prinzip ist das wieder der gleiche Fall, wie damals schon bei "lovely toyboy". Ich dachte ja, das Buch war ein Fehltritt, weil mir die anderen Geschichten recht gut gefallen haben, aber dieses hier ist wieder genauso - sorry - schlecht wie eben schon "lovely toyboy".
Dabei fängt es recht vielversprechend an. Die ganze Geschichte mit Leonie und dem Kennenlernen von Rick und Fabio ist interessant und spannend und macht einfach Lust auf mehr. Und auch, als sich die Jungs dann näher kommen und Leonie Geschichte ist, ist es anfangs noch putzig. Es geht auch alles ohne großes Drama oder viel Kitsch voran, also wirklich so, wie ich es mag.
Aber ab der Mitte ist es einfach nur noch nervig. Ich hatte das Gefühl, es gibt überhaupt keine Handlung mehr, weil es nur noch um Sex geht. Es ist wirklich so, dass zwischen den Sexszenen kaum Atempausen sind. Im Prinzip ist das Buch ein halber Porno. Die Szenen sind nicht mal sonderlich schlecht, sondern sehr ausführlich und sinnlich, aber es sind einfach zu viele. Ich habe sogar zwei übersprungen - ausgerechnet ich Verfechter von Sexszenen!
Aber der Mitte gibt es einfach kaum mehr Handlung und die wenigen Problematiken, die es noch zu überwinden gibt, werden eher angerissen und übergangen - Hauptsache es wird zwischendrin richtig viel gevögelt.
Was ich schon bei "lovely toyboy" gehasst habe, war, dass man das Gefühl hat, die Charaktere denken nur noch mit ihrem Schwanz. Es gab eigentlich keinen Satz, indem nicht drin stand, dass sie gerne Sex hätten oder wie heiß der andere ist, etc... Nicht mal - und das muss man sich mal klar vor Augen führen -, als Rick sich vor seinen Eltern geoutet hat, hat er die Finger bei sich lassen können. Stattdessen hat er beim Outing nur an Sex gedacht und sich dann in Form eines willigen Kusses seinen Eltern offenbar. Also ganz ehrlich, egal wie tolerant die Eltern sind, man ist trotzdem nervös. Da denkt man nicht an Sex. Und man outet sich auch nicht, indem man seinen Auserwählten halb vor den Eltern flachlegt. Da könnt ich mich echt aufregen. Sowas macht mich ärgerlich! Wirklich! In welcher Welt leben die denn?
Mich haben auch die Charaktere genervt. Am meisten Fabio. Auf der einen Seite wurde er als total schüchtern hingestellt, als jemand, der schon bei der Erwähnung von Sex rot wird... und auf der anderen Seite fängt er in einem Club vor allen Leuen das strippen an. Hat sein erstes Mal noch nicht hinter sich, aber strippt vor fremnden Leuten. Tut mir Leid, aber geht's noch? Und wie widersprüchlich sein Charakter dadurch wird, liegt ja auf der Hand.
Eigentlich ist das wirklich traurig. Die Geschichte hat Potential, die Unterhaltungen sind witzig und frech (wenn auch oft anzüglich) und der Stil ist auch okay. Man hätte da echt eine gute Geschichte draus machen können. Stattdessen handelt das Buch nur davon, dass sie immer und überall, ganz egal, wer gerade zuschaut, übereinander herfallen.
Also ich bereue, es gekauft zu haben. Ich sag das echt nicht gerne und es tut mir auch irgendwo leid, das hier jetzt so offen sagen und so viel kritisieren zu müssen, aber ich weiß nicht, was ich Positives mir aus den Fingern saugen soll - bis auf die wenigen genannten Punkte, die in Ordnung waren. Es ist auch echt schade, weil ich von C. Griethe schon anderes gelesen habe. Sowohl "Plötzlich anders" als auch "Wenigstens für eine Nacht" mochte ich sehr gerne. Keine Ahnung, warum so unterschiedliche Ergebnisse heraus kommen. Seltsam, echt seltsam.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Also, wenn ihr wirkliche Handlung wollt, seid ihr hier falsch. Aber wer auf viele ausführliche Sexszenen Lust hat, dem kann ich es nur empfehlen. Ich meine das nicht mal sarkastisch, die Sexszenen sind ja echt gut und manchmal hat man einfach Bock auf solche Geschichten - also warum nicht? Ansonsten würde ich das Buch ab 15/16 Jahren empfehlen.

Ich fühle mich jetzt schon schlecht, weil ich so eine negative Rezension geschrieben habe. Aber ich ärgere mich wirklich, dafür Geld ausgegeben zu haben. Und das muss man ja sagen dürfen. Trotzdem tut es mir irgendwie weh, weil ja auch Arbeit und Herzblut in dem Werk steckt. Nur dann hätte man vielleicht lieber gleich ein Erotikwerk draus gemacht, dann wäre das alles völlig legitim gewesen...
Jules :)

Mittwoch, 25. März 2015

Von Muskeln und Makellosigkeiten [K]

Hallo meine Lieben!

Heute geht es mir etwas, was mir in letzter Zeit immer wieder begegnet ist und wovon ich schlicht und einfach begeistert bin. Wie ihr dem Titel ja schon entnehmen könnt, geht es um die Äußerlichkeiten von Protagonisten. Nicht nur im Gay Romance Genre, auch wenn ich mich natürlich für den Blog allein darauf beziehen werde. Aber natürlich gilt was ich sage ebenso für andere Bücher.
Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich selbst es auch mag, wenn mir ein bildhübscher, vielleicht noch athletischer Protagonist vor die Nase gesetzt wird. Ich muss mir oder euch da nicht viel vor machen, so was erfreut mein Kopfkino einfach und wahrscheinlich seid ihr da nicht besser wie ich. Aber manchmal frage ich mich, ob das wirklich nötig ist. Man kann eine Geschichte doch auch fabelhaft finden, wenn der Charakter nicht supersexy ist, oder? Ich meine, wer ist denn schon perfekt? In der Realität gibt es solche Leute doch auch nicht und das ist ja auch nur gut so. Wenn wir ehrlich zu uns sind, macht doch genau das den Zauber aus. Wir lieben einen Menschen doch nicht wegen seiner Perfektion, sondern wegen seiner kleinen (und großen) Fehler. Ist es nicht vielleicht gerade der niedliche Bauchansatz oder die kleine Zahnlücke, die jemanden attraktiv machen? Und warum überhaupt all die Oberflächlichkeit – ist der Charakter, die Persönlichkeit nicht wesentlich bedeutungsvoller?
Und warum sollte wir in Büchern nicht auch mal ganz normale Menschen und keine Halbgötter vor die Nase gesetzt bekommen. Was macht es denn aus, wenn der Protagonist ein paar Pickel hat, oder zu dick oder zu dünn ist. Das macht das Ganze doch nur realistischer. Und es tut der Sache keinen Abbruch. Im Gegenteil. Man kann sich vielleicht eher mit der Figur identifizieren. Und nicht nur das: Es stärkt ja unser Selbstbewusstsein viel mehr, wenn da einer ist, der aussieht wie wir und der trotzdem sein Liebesglück findet. Viele zweifeln gerade wegen ihrem Äußeren und schließen sich deshalb selbst von der Welt aus, da ist es doch umso wichtiger, ihnen zu zeigen, dass man auch trotz seiner Makel – oder vielleicht auch genau wegen seiner Makel – geliebt und akzeptiert wird.
Ich finde das gerade in Jugendbüchern wichtig. So ein Buch soll schließlich dazu dienen, Jugendliche durch ihre „schwierige Phase“ zu begleiten. Aber auch in „normalen“ Romanen sollten solche Figuren viel mehr Platz bekommen.
Und wenn man sich einmal hinsetzt und eine solche Geschichte lies, dann wird man merken, dass all die Oberflächlichkeit gar nicht wichtig ist und weiterhin nur der Inhalt und der Stil der Story eine Bedeutung haben. Davon ab, dass ein Buch, dass von Menschen handelt, die aus irgendwelchen Gründen sich selbst für nicht liebenswert halten, oft sehr viel tiefsinniger ist. Darin punktet niemand zuerst mit seinen Muskeln und erst später mit seinem Charakter – darin geht es von Anfang an um den Menschen selbst.
Ich finde, wir sollten solchen Geschichten gegenüber viel offener sein und es sollte viel mehr Autoren geben, die sich an solche Protagonisten heran wagen. Niemals kann es eine Geschichte kaputt machen, sich dafür zu entscheiden. Ich persönlich finde ja sogar, dass das Buch wertvoller macht. Tiefgründiger. Echter. Es ist dann nicht einfach nur eine Geschichte, es ist ein Stück weit das wahre Leben. Und wenn das keine schöne Abwechslung zum Großteil der Romane in diesem Genre ist, dann weiß ich auch nicht.
Ich möchte jetzt aber wirklich nicht sagen, dass alle anderen Geschichten nur oberflächlich oder erfunden sind. Und schon gar nicht, dass sie schlechter sind. Ich lese sie ja auch weiterhin mit Begeisterung. Ich möchte nur sagen, dass man auch Geschichten, in denen Makellosigkeit nicht vorkommt, offen gegenüber treten sollte. Dabei kann man nur gewinnen.
Rezensionen zu Büchern, die Protagonisten, die von der Norm abweichen, thematisieren, findet ihr hier unter dem Label Makel.

Jules :)

Samstag, 21. März 2015

Prüfungen in Sachen Liebe (Jill J. Jenkins)

Hallo ihr Lieben!

Heute geht es weiter mit Jaysen und Leeroy. "Prüfungen in Sachen Liebe"* nennt sich der dritte Band. Auf 224 Seiten dürfen wir wieder in den Alltag der beiden schnüffeln, welcher diesmal von einem Freund aus Jaysens Vergangenheit aufgewühlt wird. Das Buch erhaltet ihr übrigens auf Amazon. Es wird frei publiziert.


Beschreibung:

Nach einem Outing könnte es für Jaysen und Leeroy super laufen, wäre da nicht die Angst von Leeroy, er wäre nicht gut genug für Jaysen. Und als wäre das nicht schon deprimierend genug, tritt auch noch ein enger Freund aus der Vergangenheit in Jaysens Leben und schürt in Leeroy brennende Eifersucht. Nach und nach scheint ihre Beziehung wirklich gefährdet.

Meine Meinung:

Auch in Band 3 musste ich wieder feststellen, dass die Handlung schons ehr schnell voran schreitet. An manchen Stellen hätte man es durchaus noch ein wenig ausführlicher gestalten können. Gerade am Ende ist es mir aufgefallen, weil da wirklich erst der große Schock kommt und im nächsten Kapitel schon alles geklärt ist. Der Spannung wegen hätte man diesen Moment vielleicht noch ein wenig herauszögern können. Lieber ein bisschen mehr ausschmücken, ehe es dann durchgehetzt wirkt.
Nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte gut gefallen. Ich mag es ja eh, wenn eine dritte Person die Beziehung ein wenig ins Schwanken bringt und das Ganze dadurch an Dramatik zunimmt. Irgendwie gefällt mir das immer sehr gut. Er bringt halt auch so ein bisschen Pepp in die Sache, was ja immer gut ist.(Auch sonst gibt es noch eine kleine Intrige, die das ganze noch ein wenig aufheizt.) Moch ich wirklich sehr. Und das nicht nur, weil ich Adrian so sympathisch finde. Ehrlich gesagt hoffe ich ja so ein wenig darauf, dass seine Geschichte vielleicht auch irgendwann mal erzählt wird, weil ich ihn von Anfang an irgendwie mochte. :D
Aber nicht nur Adrian, sondern auch alle anderen Charaktere sind mir noch immer sympathisch, auch wenn mir Leeroys Verhalten manchmal ein Rätsel ist. Er wollte ja jetzt offener zu Jaysen sein, ist es dann aber doch nicht. Irgendwie kann er einfach nicht aus seiner Haut. Ich finde das aber positiv für das Buch, weil man daran sieht, dass sich die Charakterzüge durch die Bücher durchziehen und nicht schwanken, wie Fähnchen im Wind. Das ist übrigens nicht nur bei Leeroy, sondern auch bei allen anderen der Fall. Sie haben ihren eigenen Charakter, bringen diesen immer mit in die Geschichte ein und das ändert sich auch nicht. Finde ich gut.
Die Sexszenen wurden eher nur angeschnitten, was ein wenig schade ist, weil ich natürlich sehr auf ausführliche Sexszenen stehe. Allerdings muss man auch sagen, dass es hier anders fehlt am Platz gewirkt hätte. Wären diese Szene jetzt das längste gewesen, obwohl sie ja eigentlich am unwichtigsten sind, hätte es einfach überhaupt nicht ins Buch gepasst.
Nun gibt es in dem Buch ja auch noch eine Leseprobe zu Band 4. Irgendwie freue ich mich schon darauf, weil es schon wirlich interessant klingt. Und ich fand ja schon in Teil 2 gut, dass man jetzt ein wenig vom Alltag der beiden erfährt. Das denke ich auch jetzt noch.
Allerdings hoffe ich trotzdem, dass dies in keiner Endlosreihe endet, weil es einfach schwer ist, das Niveau kontinuierlich durch alle Bände hinweg zu halten. Irgendwann wird es langweilig und deswegen finde ich alle Reihen mit mehr als 5 Bänden schon heikel. Hier ist das aber natürlich noch nicht der Fall und wenn es ja so weit kommt, dann wird man ja sehen, wie es sich hier verhält. Band 4 jedenfalls klingt - wie schon gesagt - noch sehr interessant und deshalb habe ich da noch keine Bedenken.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ebenso wei Teil 1 und Teil 2 empfehle ich dieses Buch Gay Romance Fans, die auf schlichte, kurzweile aber gleichzeitig unterhaltende, süße Geschichten stehen.

Rezensionen zu Reihen fallen mir immer schwer. Irgendwann hat man vieles schon gesagt und wiederholt sich nur noch. Oder man rezensiert nur noch den Inhalt und dann ist die Rezi so kurz. Ihr seht, ich sehe mich vor eine Herausforderung gestellt - und ich werde natürlich mein Bestes geben, sie zu meistern.
Jules :)

* Diese Geschichte wurde mir von Jill J. Jenkins zu Rezensionszwecken überlassen. Noch einmal ein herzliches Dankeschön dafür!

Mittwoch, 18. März 2015

Lustsplitter (Dani Merati) [Q]

Hey ihr!

Auf die heutige Kurzgeschichte freue ich mich ja ganz besonders, weil sie aus meinem Lieblingsgenre kommt: Es geht um "Lustsplitter" von Dani Merati, welches 51 Seiten umfasst, als eBook erhältlich ist und frei publiziert wird. Darin wird eine BDSM-Szene von beiden Seiten beschrieben.



Beschreibung:

Nachdem sie mehrmals im Club zusammen gespielt haben, lädt Gregor den gehemmten Sub Leon zu sich nach Hause ein, um ihn dort in entspannterer Atmosphäre in ihr Spiel zu verwickeln. Die darauffolgende BDSM-Szene wird daraufhin sowohl aus Gregors als auch aus Leons Sicht geschildert.

Meine Meinung:

Bevor jetzt alle denken, dass das Buch einfach nur plumpe Erotik ist, muss ich sofort intervenieren. Zwar steht wirklich nur die BDSM/Sex-Szene im Vordergrund, aber auf eine Art und Weise, dass es eben nicht einfach nur eine pornoartige Geschichte ist, sondern etwas, dass versucht, beide Sichtweisen darin auf eher ästhetische Art und Weise zu beleuchten
Ich finde jetzt nicht, dass es eine supermitreißende Szene ist. Vielleicht auch nicht total distanziert, aber man merkt, dass es nicht rein um den Sex geht, sondern um das dahinter.

Es beginnt mit Gregor und das hat mich schon gut gefallen. Es wird recht schlüssig erklärt, was Gregor mit Leon vor hat und wie dies ihm Befriedigung verschafft. Gleichzeitig erkennt der Leser aber auch, dass es ihm wichtig ist, dass Leon auf seine Kosten kommt und entspannen kann. Überhaupt mochte ich, wie dargestellt wird, was Gregor eben alles tut, um Leon ein gutes Gefühl zu geben. Der ist ja doch sehr gehemmt und aufgeregt und so, wie Gregor mit ihm umgeht, gelingt es ihm dann, sich wirklich fallen zu lassen. Es ist schön, wenn gezeigt wird, dass ein Dom auch dazu da ist, seinen Sub zu beruhigen und zu unterstützen und auch irgendwo zu motivieren.
Das wird noch schön durch die Hintergrundgeschichte unterstrichen. Diese finde ich überhaupt sehr gut, weil es so nicht nur reiner Sex ist und es den Charakteren auch ein wenig mehr Persönlichkeit verschafft.
Auch aus Leons Sicht fand ich die Geschichte gut, wenn nicht sogar noch besser. Es wird einfach schön beschrieben, wie viel der Sex auch dem Sub bringt. Es gibt ja noch immer Leute, die nicht glauben können, dass einen auch die Qual Lust verschaffen kann und hier liest man dies aber sehr schön. Und es zeigt, was dahinter steckt. Dieser Wunsch, zum einen seinem Dom, zum anderen aber auch sich selbst zu genügen, quasi sich und dem Dom etwas zu beweisen und über sich selbst hinauszuwachsen. Das macht ja oft den Reiz aus und das ist es ja dann auch, was dem Sub ein gutes (Selbstwert-)gefühl gibt.
Vielleicht schwärme ich jetzt auch nur so, weil ich die Idee hinter der Geschichte einfach so unglaublich gut finde, aber es ist auch wirklich gut gelungen.


Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Für Neueinsteiger in dieses Genre dürfte das Buch super sein, um erst mal einen guten Überblick über die Sache zu bekommen und sich in diese Gedankenwelt einzufinden. Aber auch, wenn man im BDSM-Bereich bewandert ist, lohnt es sich sicher, diese Kurzgeschichte zu lesen.
Natürlich empfehle ich es trotzdem erst ab 18 Jahren.

Ich sitze schon wieder viel zu lange am PC und schreibe Rezensionen. Manchmal frage ich mich, ob ich überhaupt noch ein Leben habe, oder ob meine ganze Freizeit nur für Bücher und den Blog drauf geht. Es ist ja nicht mal traurig oder nervig, weil es mir ja auch noch Spaß macht. :D
Jules :)

Samstag, 14. März 2015

Das späte Geständnis des Tristan Sadler (John Boyne)

Hallo!

Heute gibt es mal ein wenig ein ernsteres Buch. Und zwar nennt es sich "Das späte Geständnis des Tristan Sadlers", wurde von John Boyne verfasst, erschien bei Piper und umfasst 336 Seiten.
Handeln tut es von Tristan Sadler, welcher der Schwester seines toten Kameraden Will ein Schuldgeständnis machen möchte.



Beschreibung:

Tristan Sadler war im Krieg und wieder zurück, macht er es sich zur Aufgabe, Marian, die Schwester seines toten Kameraden Will - und seiner großen Liebe - zu besuchen. Ihr möchte er die Brief zurückgeben, die sie in der Zeit an der Front an Will geschrieben hat und Tristan nach dessen Tod aufbewahrt hat. Doch das ist nicht alles: Er will Marian erklären, wie mutig Will war, dass er zu seiner folgenschweren Entscheidung stand, die ihn das Leben und seiner Familie ihr Ansehen kostete. Am wichtigsten jedoch ist, dass Marian die Wahrheit erfährt, über die große Schuld, die Tristan seit Wills Tod mit sich trägt.

Meine Meinung:

Puh, ich weiß nicht, was ich eigentlich sagen soll, so viele Gedanken schießen mir bei diesem Buch durch den Kopf. Ich kann euch versichern, dass es mich, wie selten ein anderes, tief berührt hat. Ganz abgesehen davon, dass es ein großartiger Schreibstil ist, welcher das Buch vom ersten bis zum letzten Wort spannend und fesselnd macht, ist auch der Inhalt unglaublich interessant und vor allem ergreifend.
Wenn man mich fragen würde, um was es in dem Buch geht, könnte ich es gar nicht in einem Satz zusammen fassen. Vorrangig geht es wohl um Schuld und - wie es auch auf dem Buchrücken heißt - um das Leben mit der Schuld. Tristan hat eine Bürde mit sich zu tragen, die ihm keiner abnehmen kann und die er sich niemals verzeihen wird. In dem Buch wird schnell klar, wie ihm die Schuld zerfrisst und bis zur letzten Seite spürt man als Leser den Selbsthass, den er in sich selbst trägt. Er zeigt sich in jeder seiner Handlungen und darin, dass er sich sein ganzes Leben lang selbst mit seinen Erinnerungen bestraft.
Aber natürlich wird auch viel aus der Zeit des Krieges erzählt und man bekommt eine Vorstellung dessen, was der Krieg aus Menschen macht. Es handelt von der Angst, während und nach dem Kampf und der Frage, ob Kämpfen überhaupt je einen Sinn haben kann. Überhaupt wird oft die Frage nach dem richtig und falsch in dem Buch diskutiert, ohne aber je zu einer Antwort kommen zu können. Die ganzen Kriegsszenarien und die Selbstschutzmechanismen, die Soldaten teilweise entwickeln, haben mich stark beeindruckt - und damit auch Wills Entscheidung, die einfach nur mutig war.
Klar handelt das Buch aber auch von Liebe zwischen Männern, die zu der damligen Zeit undenkbar war. Ich finde es unglaublich intensiv, wie hier die Liebe und die Verzweiflung, nicht lieben zu dürfen, ineinander spielen und letztlich zu dem tragischen Ende führen, von dem das Buch handelt. Es ist erstaunlich, wie schnell Liebe in Hass umschlagen kann, wenn der eigene Stolz angekratzt ist - aber wirklich eindrucksvoll ist, dass gezeigt wird, dass man keinerlei Befriedigung dadurch erfährt, seinem Hass nachzugeben. Im Gegenteil.
Außerdem zeigt es, wie stark damals noch der gesellschaftliche Druck war und wie unmöglich es für ein gleichgeschlechtliches Paar war, zu ihrer Liebe zu stehen.  Die Zeitung "Die Welt" spricht von gesellschaftlicher Borniertheit und ich finde, das trifft es tatsächlich am besten.
Ich versuche gerade, euch zu vermitteln, wie tiefsinnig dieses Buch ist und werde ihm doch nicht gerechet. Deshalb kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen, es selbst zu lesen. Man kann es nicht bereuen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Vielleicht ist das Buch aufgrund seiner Tiefsinnigkeit und Thematik nichts für Jugendliche, aber ich bin dennoch der Meinung, dass es jeder Lesen sollte. Und für höhere Klassen eignet es sich meiner Meinung nach auch großartig als Schullektüre - das hatten wir auch schon lange nicht mehr!
Ansosnten hoffe ich einfach, dass ihr zu diesem Buch greift. Es ist keine klassiche Liebesgeschichte mit Happy End, aber es ist so viel mehr, dass man es gelesen haben muss.

Mich beeindrucken Bücher ja selten so stark, aber das hier war eine Punktlandung. Ich würde euch gerne fragen, ob ihr ein Buch aus dem Gay Romance Genre kennt, dass vielleicht ähnlich tiefgründig ist, aber ich fürchte fast, manche Bücher sind einfach einmalig.
Jules :)

Mittwoch, 11. März 2015

Let's have a quickie [K]

Hallo ihr Lieben!

Die Quickie-Reihe gibt es ja nun schon recht lange und irgendwie habe ich es bisher versäumt, mal ein wenig mehr darauf einzugehen. Das wollte ich jetzt endlich mal nachholen, weil sie mir so gut gefällt und ich vorhabe, sie noch länger weiter zu führen.
Ich weiß, ich habe es schon hunderte Male gesagt, aber für alle, die sich zum ersten Mal auf diesen Blog verirren: In der Reihe stelle ich regelmäßig Geschichten vor, die einen Umfang von weniger als 100 Seiten haben und meist nur frei publiziert als eBooks erhältlich sind.
Ich persönlich finde solche Geschichten eigentlich richtig klasse. Sie bieten Platz für Geschichten, die zu wenig Inhalt für ein ganzes Buch haben, sich aber dennoch zu erzählen lohnen. Oft gibt es zum Beispiel einfach Ausschnitte aus dem wahren Leben zu lesen, die man in keinen Roman packen kann, die aber trotzdem spannend sind. Warum sollten diese dann nicht auch irgendwo niedergeschrieben werden dürfen?
Zudem bietet es Autoren natürlich eine größere Plattform, um auf sich Aufmerksam zu machen. Jemand mit einem richtig guten Stil kann dadurch Fans gewinnen und schafft dann vielleicht eher den Sprung, irgendwann mal einen richtigen Roman auf den Markt zu bringen.
Ich finde auch immer wieder ganz toll, wenn eine kurze Nebenstory zu einer Geschichte erzählt wird, in der ein kleiner Ausschnitt aus dem Miteinander der Protagonisten oder dem Leben einiger Nebencharaktere erzählt wird. Für so etwas braucht es nicht immer ein ganzes Buch, man kann den Lesern auch so schon eine Freude machen.
Natürlich muss man auch einfach sagen, dass sie billig sind. Klar kriegt man dementsprechend auch weniger geboten, aber für jemanden, der knapp bei Kasse ist, besteht immerhin die Möglichkeit, überhaupt etwas zu lesen, ohne gleich Geld zusammenkratzen zu müssen.
Überhaupt ist eine kurze Geschichte oft ideal für Leute, die nicht viel Zeit haben oder eigentlich ziemliche Lesemuffel sind, weil sie durch ihre Kürze auch wenig Zeit in Anspruch nehmen. Die paar Seiten sollten für jedermann drin sein. Manchmal biete es sich auch an, so eine Geschichte in der Mittagspause oder auf einer nicht all zu langen Zugfahrt zu lesen. Dann ist man durch, wenn es weitergeht und hat sich in der Zeit trotzdem optimal unterhalten. (Ich spreche da aus Erfahrung! ;D) Ihr seht, es gibt einige Punkte, die dafür sprechen, solchen Quickies eine Chance zu geben.
Aber natürlich haben solche kurze Geschichten auch oft einige Mankos und die möchte ich hier auch nicht unter den Tisch fallen lassen. Es ist nun mal leider häufig so, dass diese Geschichten keinen guten Stil oder viele Fehler enthalten. Das kommt meist davon, dass sie eben keinen Verlag über sich haben, aber eigentlich ist es nicht zu entschuldigen. (Wenn ihr mehr zu dieser Sache lesen wollt, dann klickt vielleicht mal auf meiner Kolumne über frei publizierte Werke, da lasse ich mich noch ein wenig darüber aus.)
Hinzu kommt, dass kurze Geschichten selbstverständlich nicht so detailliert ausgeführt sind, wie richtige Romane. Es gibt auch Ausnahmen, aber oft kommt nicht wirklich Spannung rein oder das Ende kommt sehr schnell und eher abgehackt. Hinzu kommt noch, dass man mitten ins Geschehen versetzt wird, eine Vorgeschichte oder viele Erklärungen findet man da eher selten. In gewisser Weise ist das einfach nur ärgerlich, andererseits kann man eben auf so wenigen Seiten nicht sehr viel mehr erwarten. Man muss sich eben darüber klar sein, dass es keine „richtigen“ Bücher sind und nicht für einen langen Leseabend taugen, bei dem man möglichst viel geboten bekommen möchte. Und auch, dass diese Geschichten nicht lang genug sind, um den teuren Druck zu finanzieren, weshalb es sie eigentlich (fast?) nur als eBooks gibt. Wer also keinen Reader hat, hat in dem Fall einfach Pech.
Bevor ich euch jetzt aber abschrecke, sollte ich vielleicht noch mal klar stellen, dass es durchaus kurze Geschichten gibt, die sich von gewissen „Fehlkäufen“ abzeichnen und die auch auf 80 Seiten ein befriedigendes Leseerlebnis bieten. Ich mache es immer so, dass ich sie mir als Bonus kaufe. Aber ich würde nie auf die Idee kommen, meine gesamte Lesezeit mit Quickies zu füllen. Denn auch wenn sie manchmal ein kurzes, wirklich schönes Leseerlebnis darstellen können, sind sie mir auf Dauer zu unbefriedigend.
Eine Chance kann man ihnen aber auf jeden Fall geben, man muss sich nur klar machen, dass man nicht immer all zu viel erwarten darf. Aber genau genommen kann man das bei keinem Buch, denn es gibt auch lange Geschichten, die ihr Geld einfach nicht wert sind. Von daher geht einfach frei von Vorurteilen an solche Kurzgeschichten ran und vielleicht entdeckt ihr ja auch das eine oder andere Schätzchen unter ihnen.

Jules :)

Sonntag, 8. März 2015

Leipziger Buchmesse (LBM) 2015



So ihr Lieben,

wie versprochen habe ich euch eine kleine Auswahl der Dinge zusammengestellt, die ich unbedingt auf der Buchmesse besuchen möchte und euch ebenso nur empfehlen kann. Gut möglich, dass sich die Liste bis dahin noch erweitert, aber ich wollte sie schon mal on stellen.
Ich habe mich jetzt auf den Samstag beschränkt, aber wenn ich Zeit finde, kommen vielleicht auch noch ein paar Events vom Freitag und/oder Sonntag dazu. Ich denke aber, dass die meisten wohl den Samstag auf der Messe verbringen werden – also erschien mir der erstmal am wichtigsten. Ich selbst werde, wenn ich fahre, auch Samstag dort sein – vielleicht sehen wir uns also bei einem dieser Punkte.

Jules :)

 
Veranstaltungen:

Signierstunde: Karo Stein
14.03.15 | 13:00-14:00 Uhr
Tisch 1, Halle 1, Stand F601

Signierstunde: A. C. Lelis
14.03.15 | 14:00-15:00 Uhr
Tisch 2, Halle 1, Stand F601

Signierstunde: Rona Cole
14.03.15 | 16:00-17:00 Uhr
Tisch 2, Halle 1, Stand F601

European Cosplay Gathering
14.03.15 | 15:30-17:00 Uhr
Große Bühne, Halle 1, Stand B601
Mit anschließender Siegerehrung um 17:30-18:00 Uhr

Preisverleihung – Indie-Autor-Preis die Dritte
14.03.15 |12:00-13:00 Uhr
autoren@leipzig, Halle 5, Stand B600

Basics für Selfpublisher: ISBN und VLB
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Samstag, 7. März 2015

Sekundensache (Alexej Winter)

Hallo meine Lieben!

Das heutige Buch nennt sich "Sekundensache", stammt von Alexej Winter und erschien bei HOMO Littera. Auf 409 Seiten geht es um Luca, der sich Hals über Kopf in seinen Teamkollegen Bela verknallt.


Beschreibung:

Luca soll als Ersatzspieler einer relativ schlechten Mannschaft herhalten. Kaum dort angekommen, steht er Teamkollege Bela gegenüber, in den er sich fast augenblicklich verknallt. Aber Bela ist noch nichtvor dem Team geoutet und nach einem unschönene Vorfall vor einigen Jahren in Spanien hat er daran auch nicht viel Interesse. Wegen eines Fußballspiels scheint ihn dann aber seine Vergangenheit einzuholen und plötzlich versucht man, sich an ihm zu rächen. Von der Sitaution überfordert, haut Bela ab und lässt Luca alleine zurück. Ziemlich enttäuscht davon, weiß dieser nicht was tun - immerhin schlägt sein Herz trotz allem für Bela.

Meine Meinung:

Also im Prinzip habe ich an der Geschichte nicht viel auszusetzen. Im Gegenteil, ich fand sie einfach sehr schön. Die Idee gefällt mir sehr gut, nicht nur, weil ich eh auf Sport in Romanen stehe, sondern auch, weil die Handlung so verzwickt ist, dass es einfach nicht langweilig wird. Es ist sozusagen keine 0-8-15-Story, sondern wirklich durchdacht und mit viel Drama, ohne dabei übertrieben zu wirken. Es hat einfach Spaß gemacht, das Buch zu lesen, vor allem, weil die Art und Weise, wie sie zueinander finden, einfach schön mitzuverfolgen ist und es nicht alles so schnell geht, sondern sich langsam entwickelt.
Zu der guten Umsetzung trägt natürlich auch bei, dass der Stil sehr schön ist. Vor allem dafür, dass dies auch noch ein Debut ist. Es ist sehr flüssig und anschaulich geschrieben, ohne dass man beim Lesen über irgendetnwas stolpert. Man könnte höchstens anmerken, dass an manchen Stellen noch ein wenig zu detailliert geschrieben ist. (z.B. wenn es um die Beschreibung der Einrichtung geht.) Aber das ist echt nur eine Kleinigkeit.
Die Handlung der Geschichte ist, wie schon gesagt, sehr durchdacht und spannend. Mir gefällt, dass so viel passiert, man aber trotzdem nicht den Überblick verliert. Und ich mag es, dass so viele Dinge angesprochen werden, ohne das es Überladen wirkt. Mit "vielen Dingen" meine ich, dass es nicht nur eine Liebesgeschichte ist, sondern dass auch gerade Familie, Freundschaft und Homophobie (und damit verbunden: Die Angst vor einem Outing) eine große Rolle spielen. Die Themen werden wirklich behandelt und laufen nicht nur am Rande mit.
Interessant wird es auch dadurch, dass Rache und Vergeltung in dem Buch vorkommen, auch wenn diese dann nicht so ausführlich behandelt werden, wie man das am Anfang erwartet. Aber das fand ich jetzt nicht schlimm.
Die Charaktere haben mir auch sehr gut gefallen. Gut ist, dass auch die Nebencharaktere ihre Persönlihckeit haben und in die Geschichte mit eingebunden werde. Es ist immer schade, wenn sie nur als Randfiguren fungieren. Allgemein sind die Charaktere gut ausgearbeitet. Sie alle haben ihre eigene Persönlichkeit und diese schwankt auch nicht irgendwie, sondern wird gut umgesetzt und in die Story integriert. 
Im Übrigen war das mal wieder eine schöne, romantische Geschichte, die es geschafft hat, an keiner einzigen Stelle kitschig zu wirken. Das hat mich noch am meisten mit erfreut. Es ist also doch möglich, romantisch zu sein, ohne weit über das Ziel hinaus zu schießen. Das gilt auch für die Sexszenen. Ich mochte sie wirklich. Nicht zu süß, nicht zu wild. Einfach gut.
Fairer Weise muss man sagen, dass das Auftauchen der spanischen Mannschaft schon ein großer Zufall ist, aber anderersetis wird es im Buch auch logisch erklärt. 
Schade war, dass es nur eine wirkliche Fußballszene gab. Die hat mir zwar gut gefallen, aber immer wenn es um Sport geht, erhoffe ich mich viel mehr Szenen. Das ist so das einzige, was ich wirklich kritisieren würde. Alles ander sind Lappalien. Aber hier sollte man anmerken, dass es zwar nur eine wirkliche Sportszene gibt, aber Sport selbst und auch das Training dann schon öfter angesprochen werden.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Weil es mir so gut gefallen hat, empfehle ich es mal spontan jedem. Aber man braucht es auch nicht in eine Altersklasse stopfen, ob Teenager oder Erwachsener, ich glaube, jeder findet etwas daran, was ihn erfreut.
Aufgrund der Sexszenen empfehle ich es mal ab 14 Jahren.

Immer, wenn ich eine Altersempfehlung abgebe, sagt eine leise Stimme in meinem Hinterkopf, dass sich 12-Jährige wahrscheinlich schon besser mit Sex auskennen, als ich. Ist das nicht traurig? Ich empfehle es trotzdem ab 14, wenn Sex Thema wird. Punkt.
Jules :)

Mittwoch, 4. März 2015

Denkt positiv! [K]

Hallo ihr Lieben!

Heute geht es mal um ein etwas ernsteres Thema, welches mir wirklich am Herzen liegt. Mir ist das neulich bei einem Buch aufgefallen, was ich bisher leider nicht in allen Büchern aus dem Genre Gay Romance entdeckt habe. Und zwar geht es um HIV.
Ich weiß nicht, wie viele Bücher ich schon gelesen habe, die das Thema einfach übergehen, in welchen die Charaktere einfach Sex haben, ohne dass auch nur einmal angesprochen wird, dass sie dabei ein Kondom verwenden oder sich irgendwie anders abgesichert haben, dass beide Sexpartner gesund sind. Das ist eigentlich ziemlich traurig, denn gerade in diesem Genre – und auch wenn das teilweise ein Vorurteil der Gesellschaft ist, so ist trotzdem etwas Wahres dran –, ist es einfach wichtig, HIV nicht tot zu schweigen.
Wenn man in Büchern ständig zu lesen bekommt, dass es ganz normal und okay ist, solch grob fahrlässigen Sex zu haben, dann suggeriert das eine falsche Wahrheit, die für viele im wahrsten Sinne des Wortes tödlich enden kann.
Ich weiß gar nicht, warum es viel zu oft vorkommt, dass die Protagonisten ohne irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen Sex haben. Ich meine, natürlich sind das nur imaginäre Figuren, denen nichts passieren kann, aber leider gibt es viel zu viele Leute, die solch fahrlässiges Verhalten dann auf die Realität übertragen. Gerade, wenn vielleicht die Leser noch in einem Alter sind, in denen sie sich über die Tragweite der Gefahr und deren Konsequenzen noch nicht so viele Gedanken gemacht haben.
Ich bin wirklich der Meinung, dass man es zumindest ansprechen sollte. Man muss es nicht großartig thematisieren und ein großes Drama drum rum machen, aber ein Satz, in dem von einem negativen Test oder von der Verwendung eines Kondoms die Sprache ist, tut doch keinem weh und damit ist die ganze Sache dann auch abgedeckt. Es verlangt ja niemand von den Autoren, dass sie gleich ein halbes Kapitel an die Problematik von HIV „verschwenden“. Es reicht ja schon, es einfach kurz auf den Punkt zu bringen und dann abzuhaken.
Und wenn man wirklich der Meinung ist, dass es das Leseerlebnis beeinträchtigen könnte, von solchen Dingen zu sprechen, dann kann man doch zumindest im Vor- oder Nachwort noch einmal betonen, dass dies keine reellen Figuren sind und in der Realität selbstverständlich nicht so einfach auf ein Kondom verzichtet werden kann, wie in dem Buch.
Übrigens bin ich der Meinung, dass so eine Ausrede irgendwie blödsinnig ist. Warum kann man es nicht einfach kurz erwähnen? Ist es den Autoren zu lästig? Oder glauben sie wirklich daran, dass so ein Kondom die Stimmung in einer Sexszene zerstören könnte? Ich habe noch nie eine solche Szene gelesen, in der ein Kondom vorkam und von der ich dann dachte: „Oh nein, jetzt finde ich das gar nicht mehr erotisch!“ Das stört doch die Szene nicht. Im wahren Leben macht ein Kondom doch auch nicht gleich die ganze Stimmung kaputt.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass dieses Thema nicht nur ins Gay Romance Genre gehört. Ich finde, bei Heterosexuellen Protagonisten sollte genauso darauf eingegangen werden, denn das ist das Risiko ebenso vorhanden. Aber darüber brauchen wir jetzt nicht reden, weil das hier nichts zu suchen hat.
Was aber hier etwas zu suchen hat, ist die Tatsache, dass wir in diesem Genre viel mehr Kondome brauchen. Klingt jetzt lustig, ist aber so. Wenn schon in der Realität so viele Leute ungeschützten Sex haben, dann sollten doch zumindest die Protagonisten mit gutem Beispiel voran gehen und so gleich beweisen, dass Sex mit Kondom genauso schön sein kann, wie ohne. Oder dass man, ehe man ohne Kondom miteinander schläft, einen Test machen kann. Vielleicht dringe ich ja mit dieser Kolumne zu dem einen oder anderen durch – und wenn nicht, dann habe wenigstens ich es einmal gesagt. Also denkt wenigstens ihr daran, immer geschützten Sex zu haben – damit tut ihr euch selbst den größten Gefallen!

Jules :)

PS: Unter dem Label "HIV" findet ihr Bücher, die sich explizit mit dem Thema beschäftigen. 


Sonntag, 1. März 2015

Ankündigung #17

Hallo ihr!

Vielleicht habt ihr es mitbekommen, aber ich habe ja lange mit mir gerungen, wieder mehr Rezensionen zu bringen. Ich bin immer noch nicht ganz schlüssig, ob ich nicht noch einen Blogpost mehr in der Woche bringen soll, aber was sich jetzt schon mal gut ergeben hat, ist folgendes:
Ich habe wieder genug Kurzgeschichten "gesammelt", um in den nächsten Monaten wieder jeden Mittwoch einen Blogpost onstellen zu können. Es gibt weiterhin abwechselnd eine Kolumne und einen Quickie - letzteren jetzt auch wieder regelmäßig.
Mal sehen, was sich noch ergibt, aber das hier erfreut mich schon mal sehr. Ihr wisst ja, dass ich die Reihe sehr mag

Jules :)