Sonntag, 31. Mai 2015

Mai

Hey ihr Lieben!

Der Monat ist schon wieder um und wie immer gibt es eine Monatszusammenfassung. Viel Spaß damit.

Rund um den Blog

Ich muss euch etwas gestehen, aber haltet mich nicht für wahnsinnig: Ich habe gestern meine Wunschliste durchgeplant und danach gleich eingetragen, wann dann welcher Blogpost on kommen würde. Nun, wie soll ich sagen… Das Jahr ist durch. XD Ich habe in der Tat das ganz Jahre durchstrukturiert. Mir fehlt nur noch ein Buch für Dezember und dann habe ich alle Rezensionen beisammen. Also jetzt noch nicht, aber wenn ich meine Wunschliste, wie geplant, abgearbeitet habe, dann schon. Das ist irgendwie cool, irgendwie aber auch dämlich, weil ja auch immer wieder Neuerscheinungen und Rezensionsexemplare dazu stoßen. Aber so grob habe ich alles beisammen. Das beruhigt mich ein wenig, denn ich denke ja jetzt schon über Weihnachten nach und mein Blog hält dem Weihnachtsdruck stand. Soll heißen, ich plane ja für Weihnachten wieder einige zusätzliche Rezensionen ein und natürlich brauche ich dann genug Vorlauf, um die auch wirklich zusätzlich und nicht als Ersatz zu bringen. (Und ja, ich denke jetzt schon an Weihnachten. Ich denke eigentlich seit letzen Weihnachten an Weihnachten…)
Und dabei ist mir noch etwas Erfreuliches aufgefallen: Wahrscheinlich wird es ab November wieder Kolumnenposts geben. Meine geplante Überbrückung geht dann nur von Juli bis Oktober – ich denke, das kann man verschmerzen.
Aber okay, hören wir mal auf von Ende des Jahres zu reden und kommen wir zum Jetzt und Hier. Ich habe wieder einige Ideen, die nur darauf warten, umgesetzt zu werden. Leider ist – wie das oft mein Problem ist – keine ausgereift und damit spruchreif. Ich denke z.B. über einen Blogsale nach, aber so viele Bücher habe ich dann auch nicht und ich fürchte auch, dass die wenigsten mit dem Blogmotto zu tun haben werden. Aber wenn ihr Interesse habt (sagt es mir bitte), dann werde ich es vielleicht trotzdem machen.

Bücher, Bücher, Bücher

Diesen Monat war ich kaufsüchtig. Ich habe wieder mehr Bücher gekauft, als ich eigentlich gebraucht hätte. Wobei man das so nicht sagen kann: Ich habe schon für den Juni vorgekauft, weil ich gleich in der ersten Juniwoche in Urlaub fahre und da natürlich Reiselektüre brauche. Aber unterm Strich habe ich einfach zu viel Geld für Bücher ausgegeben.
Natürlich wieder ganz viel BDSM. Ich bin so süchtig danach. Das einzig wahre Genre! xD
Englisches war auch wieder dabei – könnt ihr euch also darauf freuen, dass meine noch recht magere Rubrik wieder gefüttert wird. Im Moment macht es mir echt Spaß, auf Englisch zu lesen. Ich merk manchmal schon gar nicht mehr, dass es kein Deutsch ist. XD
Auch sonst war es – buchtechnisch – ein guter Monat. Keine Vollkatastrophen, weder bei den Rezensionen noch bei den neu gelesenen Büchern. Das ist immer ganz schön, auch wenn so eine Vollkatastrophe zumindest das Rezensieren leicht gestaltet.
Ich freue mich auch auf den Juni, denn ich habe das Gefühl, der wird ähnlich positiv verlaufen, was Bücher anbelangt.

Mein Leben und ich

Privat freue ich mich auch auf den Juni, weil ich – wie schon erwähnt – in Urlaub fahre. Wenn ihr mir auf Twitter folgt, bekommt ihr da sicher auch was von mit. Ich werde bestimmt ab und an mal was posten. Vielleicht blogge ich auch darüber, mal sehen. Ist natürlich immer schwierig, so einen Urlaub mit einem Bücherblog zu vereinbaren, ohne dass der Urlaubsbericht komplett aus dem Thema herausfällt. Aber notfalls erzähle ich euch ausführlich in meiner Juni-Zusammenfassung davon.
Aber kommen wir erstmal zum Mai: Dieser war gespickt mit einem Auf und Ab der Gefühle. Ich glaube, ich bin wirklich einfach urlaubsreif, denn bei mir ist komplett die Luft raus. Und das macht mich zum einen motzig, zum anderen depressiv. Ständig habe ich zwischen „Mein Leben ist super und ich kann alles schaffen“ und „alles ist scheiße, ich werde nie glücklich sein“ geschwankt.
Leider war der Mai auch ein wenig stressig. Viele Feiertage, viele Geburtstage… Und dazu noch das Wetter, das mir immer sehr zusetzt. Ich bin wirklich extrem wetterfühlig (war ich früher nicht, das kam mit einem mal) und dieses ständige Sonne – Regen – warm – kalt – windig – Gewitter – Hitze hat mir echt zu schaffen gemacht. Ich weiß auch echt nicht, was das für beschissenes Wetter war – ich meine, wir haben Mai, nicht April!

Was mich bewegt

Vielleicht habt ihr es mitbekommen, am 17.05. war „Internationaler Tag gegen Homophobie“. Leider hatte ich keine wirkliche Aktion dazu auf den Blog – ich engagiere mich viel zu wenig, denke ich manchmal, aber da bin ich ja wohl echt nicht der einzige! –, das hat mir im Nachhinein ein wenig leid getan. Sowas ist nämlich einfach megawichtig. Ich weiß nicht, wie es sein kann, dass es immer noch so viele homophobe Menschen gibt. Ich meine, wenn man es schon nicht toll finden kann, kann man es dann nicht wenigstens stillschweigend akzeptieren? Muss man denn so einen Hass gegen etwas schieben, dass einen doch eigentlich gar nicht tangiert? Was geht es die Leute an, in wen sich wildfremde Menschen verlieben? Und wenn sie jemanden kennen, der schwul/lesbisch ist, wie können sie den- oder diejenige dann plötzlich nicht mehr mögen und respektieren, nur weil sie dessen/deren Sexualität erfahren? Das geht echt nicht in meinen Kopf. Jeder hat doch das Recht, er selbst zu sein – ganz egal, wen er liebt. Aber dazu brauch ich wohl nichts weiter zu sagen – ihr kennt das und ihr werdet wohl ähnlich fassungslos sein wie ich.

Famous last words

Nun habe ich mich wieder aufgeregt. Merkt ihr, ich rege mich immer nur auf. Aber wenigstens weiß ich jetzt, welches Zitat heute meine Monatszusammenfassung abrunden darf. Diese hier:

„Don’t you ever let a soul in the world tell you that you can’t be exactly who you are.“
Lady Gaga

Bis zum nächsten Mal!
Jules :)

Samstag, 30. Mai 2015

Zerrspiegel (Raik Thorstad)

Hey meine Lieben!

Es gibt wieder eine neue Rezension. Diesmal zu "Zerrspiegel" von Raik Thorstad. Das Buch umfasst 538 Seiten und erschien im Cursed Verlag.
Handeln tut es von Rockstar Steve, welcher durch den Bibliothekar Alex merkt, dass er dabei ist, sein Leben für seine Karriere an die Wand zu fahren.


Beschreibung:

Rockstar Steve führt ein Leben in der Öffentlichkeit. Obwohl nichts mehr so läuft, wie ursprünglich geplant, kann er seinen Traum vom Musikerleben einfach nicht aufgeben und klammert sich an jeden Strohhalm, der ihm gereicht wird. Als er auf Bibliothekar Alex trifft, öffnet sich damit die Tür in ein normales Leben für ihn, welches ihn mehr anlockt, als zunächst erwartet. Aber seinen Traum aufzugeben kommt für ihn nicht in Frage, selbst dann nicht, wenn er alles andere zu verlieren droht.

Meine Meinung:

Zunächst mal muss ich einfach anmerken, wie gut der Stil ist. Ich glaube, ich werde es noch mehrmals betonen müssen, aber das ist gleich das erste, was mir aufgefallen ist.
Allgemein hat mich das Buch eigentlich durchweg begeistert. So spontan fällt mir zumindest kein Kritikpunkt ein und ich glaube auch nicht, dass das im Laufe der Rezension noch was dazu kommen wird.
Es fängt schon beider Geschichte an. Sie ist so vielschichtig und doch hat man nie das Gefühl, es wäre zu viel Thematik, so dass man nicht mehr mitkommt oder ähnliches.
Ich mag vor allem, wie sie das Rockstarleben mit dem normalen Alltag verknüpft. Ich finde es schön, dass es nicht nur so dargestellt wird, als wäre das Leben als Star das Ultimative, sondern dass es für Stars einfach nur nötig ist, auch etwas zu haben, was sie erdet. Ich denke, das wird jetzt nicht nur bei denen so sein, welche die Schattenseiten des Ruhms erleben durften, sondern bei allen. Jeder braucht doch eine Konstante in seinem Leben, nicht?
Und in dem Buch wird das Showbiz eben von seiner harten Seite dargestellt. Vielleicht ist es ein wenig ein extremer Fall – wird so glaube ich auch im Buch gesagt –, aber trotzdem wirkt es nicht übertrieben. Es macht eher klar, dass nicht immer alles nur toll ist, was mit diesem Leben zu tun hat, sondern dass es auch viel harte Arbeit und viel Stress bedeutet. Letztlich macht es klar, dass einen zu viel davon einfach zerstören kann. Dass man das in dem Buch so gut nachvollziehen, ja fast schon nachfühlen konnte, zeugt nur wieder von dem guten Stil, den ich ja schon erwähnt habe. Man kann sich einfach völlig hineindenken und mitleiden und versteht es, obwohl man selbst so ein Leben nun wirklich nicht kennt.
Gut gefallen hat mir dabei auch noch der „Wendepunkt“. Das Buch hat mich dadurch beeindruckt, dass es einfach zeigt, dass manche Erfahrungen eben jeder für sich machen muss und dass man sich manche Entscheidungen nicht aufzwingen oder abnehmen lassen kann, sondern ganz für sich alleine treffen muss. Manchmal kann man eben nicht auf andere hören, sondern muss es selbst lernen. Und solche Erfahrungen machen doch auch das Leben aus. Das hat schon etwas lehrreiches, sehr konkret dargestellt.
Aber ich schweife ab.
Um beim Showbiz zu bleiben: Es wird auch gut gezeigt, dass man eben nicht immer alles glauben kann, was in den Medien erzählt wird. Das ist jetzt vielleicht nichts Neues, wird hier aber noch mal klar. Und auch klar wird eben, dass viele Realitäten unglaublich verzerrt werden, so dass man vielleicht nicht allzu schnell über jemanden urteilen sollte.
Ich glaube, dass Buch macht uns wieder einmal bewusst, dass hinter jedem Star einfach nur ein Mensch steckt, der Wünsche, Sehnsüchte und auch Geheimnisse hat.
Außerdem zeigt es, wie der Druck von Medien, Öffentlichkeit und Plattenfirma jemanden zerbrechen können.
Auch wenn, wie im Buch, eine Beziehung geheim halten muss. Jetzt nicht nur auf das Starsein bezogen, sondern auch, wenn z.B. ein „normaler“ Partner nicht geoutet ist. Es belastet den anderen einfach und man selbst, sowie die Beziehung, leidet einfach darunter. Darauf wird in dem Buch echt gut eingegangen.
Meine Güte, merkt ihr, wie viel ich zu dem Buch zu sagen habe? Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich euch nicht klar machen kann, wie viel eigentlich in diesem Buch steckt. Es behandelt so viele Themen und keines davon nur oberflächlich, dass ich euch jetzt noch seitenweise damit voll schwärmen könnte. Aber ich höre hier mal auf. Ich will ja auch nicht zu viel vorweg nehmen.
Nur eines will ich dazu noch sagen: Ob es die Liebe zu Büchern oder die Liebe zur Musik ist. Die Leidenschaft für Beides kann man hier einfach in den Zeilen fühlen und das finde ich einfach nur wunderschön.
Ansonsten ist das Buch nicht nur vom Thema „Rockstar“ her toll, sondern auch in den vielen kleineren Punkten, die es noch zu bieten hat. Sei es der Umfang mit einer Trennung oder mit der Krankheit Alzheimer. Was immer in dem Buch auftaucht, wird so beschrieben, dass man etwas darauf mitnehmen kann. Und oft auch so, dass einen berührt. Ich musste sogar einmal weinen.
Das Buch wird aus zwei Sichtweisen geschildert. Das ist gut, weil man so zum einen in Steves Welt und zum anderen auch in Alex’ Welt eintauchen kann. Und weil man so beide versteht. Man hat einfach einen besseren Überblick über die Situation und erkennt viel leichter, in welcher Zwickmühle die Jungs teilweise stecken.
Das wird auch noch mal durch die Zitate am Kapitelanfang unterstrichen. Beziehungsweise sind es ja nicht nur Zitate, sondern auch Pressemitteilungen und ähnliches – aber egal, was es ist: Es hat den Inhalt noch mal hervorgehoben.
Und der Sex war – zu guter letzt – auch nicht zu verachten.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ihr habt schon gemerkt, ich kann das Buch nur loben. Aber man kann es einfach nicht so wirklich nachvollziehen, wenn man es nicht selbst gelesen hat. Ich glaube zumindest nicht, dass ihr aus meinem Geplapper schlau komplett schlau geworden seid. Aber ich hoffe, es hat Lust auf das Buch gemacht und ihr habt gemerkt, wie viel eben in diesem steckt, dass es lesenswert macht. Es ist jedenfalls mal wieder so ein Buch, dass ich einfach nur jedem empfehlen kann.

Ach, es tut gut, mal wieder einen dicken Wälzer in Händen zu halten. Ich hatte jetzt einige Zeit nur Kurzgeschichten oder so 200-seitige Bücher – da ist so ein längeres Leseerlebnis schon mal wieder ganz wohltuend.
Jules :)

Mittwoch, 27. Mai 2015

Dumm, dümmer, verliebt (Pinco Pallino) [Q]

So ihr Lieben,

heute wieder ein Quickie. Die Geschichte nennt sich "Dumm, dümmer, verliebt" von Pinco Pallino und erschien bei BookRix. Auf knappen 32 Seiten geht es um Florian, der versucht zu verstehen, was an der Liebe so toll sein soll.


Beschreibung:

Florian findet nichts an der Liebe und kann folglich auch nicht verstehen, wie sein Kumpel Killian sich in Torsten verlieben konnte. Er versucht dieses Gefühl zu erforschen, während er Killian bei einem Flirtversuch mit Torsten zu unterstützen versucht, und kann dabei nicht verhindern, dass er Killian dabei immer näher kommt.

Meine Meinung:

Die Geschichte hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Ich fand auch, dass sie für die wenigen Seiten sehr ausführlich war. Der Stil wirkte nicht gehetzt und auch wenn es an manchen Stellen vielleicht noch detaillierter hätte sein können, so hatte ich dennoch nicht das Gefühl, dass etwas fehlen würde.
Im Übrigen fand ich auch den Humor darin spitze. Ich musste öfter mal schmunzeln oder gar lachen, weil die Art und Weise, wie Florian seine Geschichte erzählt, einfach zu schön ist. Ich mag seine Art einfach so gerne, das ist wirklich genau mein Humor und ich bin sicher, ihr würdet das auch lustig finden.
Die Idee der Story ist einfach super und ich fand es einfach schön mitzuverfolgen, wie die beiden zusammenkommen. Am Anfang gibt es ein paar Missverständnisse, was ich irgendwie immer ganz gut finde und am Ende wird es einfach geklärt und ist schön unkompliziert. Das mochte ich am meisten, dass es mal nicht so dramatisch oder kitschig oder sonst was ist, sondern einfach lässig. Warum muss es denn immer gleich die große Liebe und alles sein, wenn man auch eine ganz alltägliche, ungeschönte Beziehung beschreiben kann. Das hat mich wirklich überzeugt.
Und auch der Charakter von Florian war super. Er ist halt einfach locker und ein wenig distanziert von der Liebe und ich fand es ganz klasse, dass seine Gefühle für Killian ihn da nicht um 180° gedreht haben und er plötzlich die rosarote Brille aufhatte, sondern das er dann doch noch eine relativ kühle, wenn auch verliebte Sichtweise hatte.
Im Prinzip ist mir die Geschichte wirklich zu kurz. Also nicht im Sinne von „es hätte ausführlicher sein müssen“, sondern im Sinne von „ich hätte gerne noch viel mehr dazu gelesen“. Das war auch der Grund, warum ich erst mal ein paar andere Geschichten von Pinco Pallino auf meine Wunschliste setzen musste, weil es mich eben sehr überzeugt hat.
Das einzige, was man sagen muss: Der Sex kam ein wenig sehr überraschend und auch der Grund, warum Florian plötzlich Sex möchte, ist ein wenig… verwaschen. Ich weiß kein wirkliches Wort dafür, aber es ging mir an der Stelle schon ein wenig zu schnell.
Aber das ist auch so das einzige, das ich kritisieren würde.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wenn ihr es eher ein wenig alltäglich, als superromantisch und was weiß ich was alles mögt, dann seid ihr hier definitiv richtig. Ich finde, das ist einfach mal eine sehr erfrischende Geschichte zu all den gefühlsgeladenen Geschichten, die sonst in diesem Genre grassieren. Versteht mich nicht falsch, ich lese solche emotionalen Sachen auch gerne, aber mit dieser Art von Liebesgeschichte, wie sie hier vorliegt, kann ich mich einfach selbst besser identifizieren und deshalb finde ich sie auch so gut gelungen. Lest es! Wirklich!

Ich hasse es so sehr, wenn mir eine Geschichte gut gefällt und sie dann zu Ende ist. Das macht mich traurig. Manchmal möchte man einfach nicht, dass es vorbei ist, oder findet ihr nicht?
Jules :)

Montag, 25. Mai 2015

Choices and Changes (K. L. Belanger) [E]

Hi ihr!

Heute mal wieder eine Rezension zu einem englischsprachigen Buch. Ich weiß auch nicht warum, aber im Moment stehe ich total darauf, auf Englisch zu lesen.
Es geht also diesmal um „Choices and Changes“ von K. L. Belanger. Das Buch umfasst 235 Seiten, erschien bei Dreamspinner Press und handelt von Bo, welcher sich auf einer Party in ein Mädchen verliebt, das leider gar keines ist.
Ich bin der Meinung, dass Buch gibt es noch nicht auf Deutsch, aber ich kann mich auch irren.


Beschreibung:


Kurz vor seinem 25. Geburtstag muss Bo feststellen, dass er mit seinem Leben nicht mehr zufrieden ist. Jedes Wochenende stumpfsinnge Partys zu besuchen und unter der Woche für seinen Vater zu schuften reicht ihm nicht mehr.
Als sein bester Freund Mac ihn trotzseiner Proteste auf eine weitere Party mitschleift, findet Bo dort das Mädchen seiner Träume. Das einzige Problem an ihr ist, dass sie kein Mädchen ist.
Trotz allem möchte Bo es wagen und trifft sich weiterhin mit Erick. Dieser zeigt ihm, dass er sein Leben selbst n die Hand nehmen muss und das, obwohl Erick selbst einige Probleme zu bewältigen hat.

Meine Meinung:


Auch von diesem Buch bin ich eigentlich recht begeistert. Ich finde es irgendwie schön, wie Bo und Erick zueinander finden, auch wenn das, was man in der Beschreibung auch lesen kann, eigentlich erst der Anfang ist. Gerade den finde ich aber so unglaublich schön, weil es so langsam voran geht, was ich hier aber wirklich gut finde. Bo weiß ja vorher nicht, dass er auf Jungs steht und ich finde, da ist das Tempo, dass in der Geschichte herrscht, einfach perfekt. Und obwohl es eigentlich weder sonderlich romantisch ist, hat dieses Kennlernen etwas wirklich Zauberhaftes an sich. Ja, zauberhaft im Sinne von: Man spürt dieses gewissen Zauber, der herrscht, wenn zwei Personen merken, sie sind füreinander bestimmt, einfach irgendwie durch die Art, wie dieses Aufeinandertreffen erzählt wird.
Schön fand ich dabei auch, dass es zwar neu für ihn ist, auch auf Jungs zu stehen, dass er da aber für sich selbst keine große Sache daraus macht. Klar hat er Angst vor der Reaktion des Umfelds, aber eben nicht vor sich selbst. Er akzeptiert es einfach, nimmt hin, dass es wohl nicht nur eine Phase ist und versucht einfach, damit jetzt zu leben.
Wenn sie dann zusammen sind, dann wird es eigentlich erst richtig spannend oder vielleicht eher kompliziert. Bo muss sich mit einigen Veränderungen in seinem Leben arrangieren und einiges meistern, was das Buch einfach noch mal richtig interessant macht. Sehr schön finde ich, dass er dabei oft einige recht tiefsinnige Gespräche führt. Ich mag es, wenn etwas auch mal ein wenig nachdenklicher oder ernster angesprochen wird und nicht immer alles so Friede, Freude, Eierkuchen und super leicht zu lösen ist, etc. Ein bisschen finde ich auch, enthält das Buch eine Message, die man ruhig in sein eigenes Leben übertragen kann.
Allerdings muss ich hier zugeben, dass es mir an mancher Stelle fast schon zu viel Gerede war. Klar, die Gespräche haben mir gut gefallen, aber manchmal bin ich der Meinung, muss man nicht alles ausdiskutieren, sondern einfach machen. Dadurch hat sich die Geschichte auch ein wenig in die Länge gezogen, was jetzt noch nicht schlimm war, aber auch hätte vermieden werden können.
Das ist allerdings so ziemlich meine einzige Kritik. Obwohl, eines muss ich noch ansprechen. Etwas, was mich immer ein wenig stört. Es ist nämlich so, dass Bos einer Bruder dann irgendwie auch schwul ist und das hat mich echt genervt. Wisst ihr… das ist eben etwas, das kritisiere ich so oft. Reicht es nicht, wenn einer schwul ist? Müssen denn immer gleich alle schwul sein? Das ist so unrealistisch. Ich meine klar, es gibt ja nichts, was es nicht gibt, aber meistens ist es halt nicht so und dann nervt es mich einfach total, wenn es in den Büchern immer so kommt. Es ist halt auch nicht so, als hätte es in der Geschichte jetzt unbedingt so sein müssen und wenn es dann nicht mal einen Grund hat, dass man das so gestaltet hat, dann finde ich es echt unnötig.
Gleichzeitig muss ich an der Stelle aber auch noch etwas seeeehr, seeeehr positiv hervorheben: Bo spricht von sich selbst als bisexuell und das ist einfach nur großartig. Ich finde es so affig, wenn es immer so dargestellt wird, als wäre jemand von jetzt auf gleich schwul, obwohl er vorher mit einer Frau glücklich war. Man kann auch einfach bisexuell sein und es tut so gut, endlich mal ein vernünftiges Buch zu lesen, in dem der Protagonist nicht von total hetero zu total schwul wechselt. 

Verständlichkeit:

Dieses Buch ist kein Jugendbuch, sondern ein ganz normales, folglich finde ich die Sprache auch ein wenig anspruchsvoller. (Man hat mich übrigens darauf aufmerksam gemacht, dass ein Jugendbuch auch schwer zu lesen sein kann, weil es ja Jugendsprache enthalten könnte. Daran habe ich gar nicht gedacht und darauf werde ich künftig auch achten, wenn ich euch mal wieder ein Jugendbuch auf Englisch vorstellen sollte.)
Ich habe gemerkt, dass ich mich gerade am Anfang ein weniger schwerer in die Geschichte eingefunden habe, weil es doch einige Vokabeln enthielt, die ich gar nicht kannte. Vieles konnte man zwar wieder aus dem Zusammenhang erkennen, aber oft musste ich auch einfach nachschlagen. Das gibt sich aber nach einer Weile, zum einen, weil man gewisse Wörter dann kennt, zum anderen, weil man dann im Thema ist und den Satz auch ohne Nachschlagen eher versteht. Wenn man diesen Punkt erreicht hat, ist es meiner Meinung nach auch wieder möglich, sind komplett in die Geschichte fallen zu lassen. Soll heißen, man liest sie dann ganz flüssig, als würde man seine Muttersprache lesen.
Es ist jetzt auch wirklich nicht so, dass das Englisch sehr anspruchsvoll wäre oder so. Ich glaube, wenn man einen gewissen Wortschatz hat, dann kann man damit nichts falsch machen.
Mir ist aufgefallen, dass es oft ein wenig Umgangssprache enthielt. Das ist natürlich nichts, was man in der Schule lernt, aber vielleicht habt ihr gewisse Kenntnisse darin (Spiele? Youtuber? Filme?), so dass es euch nicht schwer fällt, es zu verstehen. Ich hatte diese Kenntnisse jetzt nicht, aber ich konnte es mir trotzdem denken und fand es jetzt nicht so schlimm, dass Umgangssprache darin aufgetaucht ist. Viele dieser… nennen wir es mal Redewendungen, gibt es ja auch im Deutschen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Also erstmal zur Geschichte selbst: ich finde, es ist eine schöne Gay Romance Geschichte, die aber auch ein wenig etwas tiefgründiges hat und in der sich nicht nur alles um Liebe und Sex dreht. Wer solche etwas ernsteren Bücher mag, wird hier sicher begeistert sein.
Was die Sprache angeht, finde ich es schwierig, wenn man das Buch jetzt lesen will, um Englisch zu lernen. Hier bin ich der Meinung, dass man schon einen gewissen Wortschatz braucht, um gut durchzukommen. Wer jetzt, wie ich, der Meinung ist, ein gutes Vokabular zu besitzen und einfach nur aus Spaß ein englischsprachiges Buch lesen will, der sollte hier eher zugreifen.

Bei englischsprachigen Büchern bin ich irgendwie kritischer, was die Auswahl angeht. Das ist echt ganz schlimm, weil ich es mir so echt schwer mache, welche zu finden. Ich habe zwar noch eine kleine Wunschliste, aber eben nur eine kleine. Wenn ihr noch ein gutes kennt, könnt ihr es mir gerne empfehlen. Vielleicht ist da ja noch was für mich dabei.
Jules :)

Samstag, 23. Mai 2015

L ... wie Linus (Kay Monroe)

Hallo ihr!

Eine neue Rezension, diesmal über Kay Monroes "L ... wie Linus", welches 233 Seiten umfasst und frei publiziert wird. In dem Buch geht es um Linus, der seine Gefühle für seinen besten Freund Mika vor diesem verstecken muss.


Beschreibung:

Linus ist in seinen besten Freund Mika verliebt und muss diese Gefühle, aus Angst vor Ablehnung, vor diesem geheim halten. Er ahnt nicht, dass es Mika ähnlich geht. Als sie kurz davor sind, sich gegenseitig ihre Gefühle zu gestehen, kommt allerdings Lilli dazwischen. Die ist ein Groupie von Mika, der in einer Band singt, und will diesen für sich haben - koste es, was es wolle.

Meine Meinung:

Zunächst kann man sagen, dass dieses Buch doch recht niedlich ist. Ich mag es sehr, wie Mika und Linus sich ihre Gefühle so offensichtlich präsentieren, ohne dass der andere es wahr haben möchte. Das zeigt sehr schön die Unsicherheit und Angst, die in einer solch schwierigen Sitaution vorherrscht - nicht nur bezogen darauf, es sich gegenseitig zu sagen, sondern auch darauf, es sich überhaupt erstmal selbst einzugestehen. Es wird nämlich auch sehr schön geschildert, wie Mika vor seinen Gefühlen davon läuft und wie Linus diese zu Unterdücken versucht.
Allgemein fand ich, dass die Gefühle und Gedanken gut rübergebracht werden und man sich gut in die Charaktere einfühlen kann. Nicht zu letzt, weil die beiden Hauptcharaktere auch abwechselnd eine Stimme bekommen. So kann man die Geschichte sowohl aus Linus', als auch aus Mikas Sicht mitverfolgen und nachvollziehen.
Außerdem sind die Protagonisten - auch die Nebenfiguren - sehr liebenswert und bestizen zu meist ihren ganz eigenen Charakter, was Leben in die Geschichte bringt. Ich mag auch, dass sie sehr putzig in ihrer Beziehung miteinander umgehen, ohne dass es jetzt in Kitsch ertränkt wird. Dementsprechend niedlich sind auch die Sexszenen.
Ansonsten muss man aber leider zugeben, dass in der Geschichte schon ein wenig viel Drama vorkommt. Diese Stalkingsache mit Lilli macht zwar einerseits die halbe Story aus und ist nicht wegzudenken, aber ich finde es schon krass, wie das eskaliert. Ein wenig too much für mich, aber man kann damit leben.
Mehr gestört hat mich, dass manches ein wenig unbedacht ist. So finde ich es sehr erstaunlich, dass Linus Mika so leicht versteht. Ich meine, anhand von Gestik und Mimik kann man ja viel erahnen, was der andere sagen will, aber dass er angeblich von jetzt auf gleich perfekt Lippenlesen kann, finde ich ein wenig unrealistisch.
Zum Stil kann man sagen, dass er im Prinzip schon ganz schön ist. Flüssig und - so weit ich mitbekommen habe - fehlerfrei, so dass man sich gut in die Geschichte hineinversetzen kann. Jedoch finde ich, dass ein wenig sehr viel Blabla außen rum gemacht wird. Es wird also sehr viel unnötiges erzählt und bei Dingen in die Tiefe gegangen, die eigentlich nur eine Info am Rande darstellen sollen. Dadurch wird es ein wenig langatmig, wenn auch noch nicht langweilig.
All das sind eher kleinere Kritikpunkte, aber was mcih wirklich richtig gestört hat, war das Ende. Ich fand es ja noch okay, dass es sehr stark zusammengefasst wird, weil davor alles Wichtige gesagt und geklärt worden ist, aber ich finde es sehr scheiße, dass Rajkos (ein Nebencharatkere) Geschichte nicht zu Ende gebracht wird. Die ganze Zeit wird total darauf rumgeritten, dass er irgendetwas schreckliches erlebt haben muss und es ihm scheiße geht und Linus und Mika rausfinden wollen, warum - und dann heißt es nur, er hat es ihnen erzählt, aber der Leser selbst erfährt die Geschichte nicht. Zum Ende hin, als die Sache mit Mika und Linus halbwegs geklärt ist, ist Rajko nämlich fast interessanter. Und dann so ein unbefriedigendes Ende hin zu rotzen, finde ich einfach unmöglich.
Selbst wenn es vielleicht Absicht war, weil so eine Fortsetzung geschrieben werden kann, finde ich, hätte man es zumindest ein wenig anreißen können. Mal ehrlich: 1. wirkt die Geschichte so unfertig und 2. würde es auch einer Fortsetzung keinen Abbruch tun, wenn man grob wüsste, was mit Rajko geschehen ist. Im Gegenteil - vielleicht wäre man dann noch interessierter daran, es so schnell wie möglich ausführlich lesen zu können. So ist es wie ein fehlendes Puzzelteil und das nervt einfach.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Obwohl ich einiges kritsiert habe, ist es keine schlechte Story, auch wenn man natürlich noch ein paar Dinge besser machen kann. Ich empfehle sie als "etwas niedliches für Zwischendurch" und kann euch versichern, dass man sie gut schon als Jugendlicher lesen kann, aber sicher auch Erwachsene Freude daran finden werden.


EDIT: Mittlerweile gibt es tatsächlich eine Fortsetzung, die Rajkos Geschichte erzählt. Ich habe sie auch schon gelesen und werde bald die Rezension dazu posten. Auch wenn mich das ein wenig milde stimmt, finde ich es immer noch nervend, dass es in diesem Buch nicht wenigstens kurz angerissen wird. So ist es wie ein offenes Ende, das einfach nicht hätte sein müssen.
Jules :)

Mittwoch, 20. Mai 2015

Geschichten aus dem wahren Leben [K]

Hallo!

Das heutige Thema liegt mir wirklich am Herzen, weil ich es einfach so unglaublich schön finde. Mit Sicherheit habt ihr auch schon mal eine Geschichte gelesen, die auf tatsächlichen Gegebenheiten beruht. Und wenn nicht, dann solltet ihr das schnell nachholen, denn es lohnt sich wirklich. Denn wie heißt es so schön: Die schönsten Geschichte schreibt noch immer das Leben selbst.
Ich fand es ja schon immer spannend, mich in ein Café zu setzen, die Menschen zu beobachten und mir zu überlegen, was für ein Leben sie führen und welche Geschichte hinter ihnen steht. Denn auch wenn man meint, sein eigenes Leben sei noch so banal, bin ich davon überzeugt, dass jeder einzelne von uns seine ganze eigene Geschichte hat, die es sich zu erzählen lohnen würde. Umso schöner ist es für mich, wenn das dann wirklich passiert und jemand die Realität zu Papier bringt. Es ist einfach wahnsinnig spannend, über etwas zu lesen, von dem man genau weiß, dass es tatsächlich so geschehen ist. Das gibt dem Buch doch gleich mehr Tiefe, weil man genau weiß, dass ist echten Menschen passiert. Mich berührt so was dann immer sehr und ich erlebe die Emotionen beim Lesen dann gleich um ein Vielfaches intensiver.
Es hat auch etwas Romantisches an sich, wenn man sieht, welch verschlungene Wege das Schicksal manchmal geht und vor allem, wie es sich diesen Weg sucht. Manchmal kann man gar nicht glauben, dass das wirklich passiert sein soll. Das ist dann das allerschönste. Wenn einen das wahre Leben zum Staunen bringt, und nicht irgendeine fantastische Geschichte.
Natürlich macht es die Story dann schwerer zu rezensieren. Denn mit all ihren Zufällen und in all ihrem Kitsch ist sie dennoch wahr – man kann gar nichts kritisieren, höchstens den Stil.
Aber darum geht es ja bei solchen Geschichten auch nicht. Es geht darum, dass wir das Privileg haben, einen Teil von jemandes Leben zu erfahren, welcher diesen sehr berührt hat. Das gibt dem Buch einen ganz besonderen Zauber – vor allem, weil man sich dann plötzlich Menschen nahe fühlt, die man eigentlich gar nicht kennt.
Und egal was es für eine Geschichte ist, ob eine romantische oder traurige oder lustige – derjenige kann sich sicher sein, dass seine Geschichte der Nachwelt immer in Erinnerung bleiben wird. So lebt quasi ein Teil von einem immer weiter – mehr ihr, wie philosophisch das ist?
Aber nicht nur das: Manchmal werden solche Geschichte auch erzählt, damit derjenige seine Gedanken ordnen kann. Gerade nach Schicksalsschlägen kann das sehr hilfreich sein. Nehmen tut es der Sache aber nichts – spannend bleibt sie so oder so.
Ich hab schon einige solcher Geschichten gelesen und bin immer wieder aufs Neue tief bewegt. Diejenigen davon, die aus dem Gay Romance Genre stammen, habe ich euch unten auch verlinkt.
Der Grund, warum ich aber heute darüber schreibe ist aber nicht nur, dass ich euch solche Geschichte unbedingt ans Herz legen will, auch wenn das zweifelsohne auch der Fall ist, sondern viel eher, dass ich gerne Empfehlungen von euch hätte. (Natürlich wieder im Boys Love Bereich, in anderen Genres habe ich eigentlich genug Titel im Auge.) Vielleicht kennt ihr ja noch eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht? Dann nennt sie mir doch bitte!
Wenn ihr noch gar keine solche gelesen habt, dann tut es doch unbedingt mal. Ihr werdet merken, dass es sich durchaus auf das Leseerlebnis auswirkt, wenn man im Hinterkopf hat, dass dies wirklich passier ist. Und außerdem finde ich, dass solche Geschichten immer Gehör verdienen, weil sie so besonders sind.

Jules :)


Bücher aus dem wahren Leben:

Samstag, 16. Mai 2015

Cryptal City: Vier Jugendliche gegen eine Stadt (Denny van Heynen)

Hey ihr!

Das heutige Buch nennt sich "Cryptal City: Vier Jugendliche gegen eine Stadt"* und stammt von Denny van Heynen. Es wird frei publiziert und umfasst 153 Seiten. Handeln tut es von den vier Jugendlichen Jake, Noah, Brenda und Linda, die endlich herausfinden wollen, wie ihre Eltern gestorben sind.


Beschreibung:

Am 31. Juli 2000 starben die Eltern von Jake, Noah, Brenda und Linda auf mysteriöse Weise und niemand in der Stadt schein den vier Jugendlichen erzählen zu wollen, was damals wirklich geschah. Irgendwann beschließen sie, auf eigene Faust zu ermitteln und stoßen bei ihrer Rechereche schnell auf die ominöse Geschichte der Gründung von Cryptal City. Als sie auch noch Tarotkarten finden, die damit in Zusammenhang stehen, wird es für sie gefährlich. Denn die Stadt versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass die die vier herausfinden, was wirklich geschah.

Meine Meinung:

Wieder mal ein Genre, das jetzt nicht so typisch für mich ist. Dafür hat es mir aber wirklich gut gefallen. Die Geschichte geht auch wirklich mehr in Richtung Mysterie als Fantasy und sowas mag ich dann doch ganz gerne.  Irgendwie erscheinen mir solche Dinge glaubwürdiger und dann kann ich sie auch eher akzeptieren. Aber das tut jetzt ja nichts zu Sache.
Obwohl... eigentlich schon, denn dadurch hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen. Es war nicht wirklich gruselig, aber durchaus spannend und ich habe das Buch eigentlich an einem Stück durchgelesen. Gut fand ich vor allem, dass man nicht alles schon erahnen konnte. Zwar hat man sich schon einiges denken können, aber vieles war dann doch auch verworren und hat einen überrascht, wenn es dann aufgedeckt wurde.
Ich mochte auch, dass der Fokus wirklich auf dieser Geschichte lag und nicht auf der Homosexualität der Protagonisten. Wer auf Liebe nicht verzichten will, braucht aber keine Angst haben. Es geht schon auch um die Beziehung zwischen Jake und Noah, die sich so langsam in der Geschichte mitentwickelt, aber sie steht eben nicht im Vordergrund. Sowas mag ich, weil ich dann immer die leise Hoffnung habe, dass sich so ein Buch völlig in seinem eigentlichen Genre etablieren kann. Ich meine... selbst wenn man nicht auf Gay Romance steht, würde ich es einfach schön finden, wenn mal so jemand zu dem Buch greift und sich einfach an der Geschichte erfreut und es dabei total egal findet, ob die Protagonsiten nun homo-, hetero- oder asexuell sind. Versteht ihr?
Einen Kritikpunkt habe ich leider auch. Ich finde, der Stil ist noch nicht gänzlich ausgereift. Man könnte z.B. noch ein wenig mehr ins Detail gehen. Man hat so ein bisschen das Gefühl, dass Jake es einfach nacherzählt. Irgendwie wird aber nur das Wesentliche erzählt und manches auch ein wenig schnell abgehandelt. Zum Beispiel gibt es auch viele Zeitsprünge. Daran könnte man jetzt noch arbeiten. Trotzdem finde ich aber, dass man es gut lesen kann. Flüssig, ohne Fehler und schon auch mitreißend.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ja gut, das Buch ist halt mehr etwas für Mysterie-Fans. Klar, es beinhaltet auch eine schwule Liebesgeschichte (und genaugenommen auch eine lesbische), aber der Fokus liegt halt nicht darauf. Wer es also nur wegen diesem Gay Romance Faktor kauft, ist hier eher falsch. Wenn es aber nicht unbedingt eine große Lovestory sein muss, dann lohnt sich das Buch definitiv.

Im Moment ist alles so stressig, weiß auch nicht. Irgendwie komm ich mit meinem Blog gar nicht hinterher. Das Wochenende ist schon wieder so gut wie um und ich habe mal wieder nichts geschafft... x.x
Jules :)



* Diese Geschichte wurde mir von Denny van Heynen zu Rezensionszwecken überlassen. Noch einmal ein herzliches Dankeschön dafür!

Mittwoch, 13. Mai 2015

531 Tage (Gabriele Oscuro) [Q]

Hey!

Eine neue Rezension steht an. Diesmal zu "531 Tage" von Gabriele Oscuro. Die Kurzgeschichte umfasst 88 Seiten, erschient bei BookRix und handelt von Martin, der die Trauer um seinen verstorbenen Mann verarbeiten muss.


Beschreibung:

Martin muss damit klar kommen, dass Levi tot ist. Er ist sich sicher, dass er nie wieder jemanden so lieben kann wie diesen und ist von sich selbst überrascht, als er für den seltsamen Konny Gefühle entwickelt. Unsicher, ob er diese wirklich zu lassen kann, verliert er Konny fast.

Meine Meinung:

Die Geschichte würde ich ganz klassisch als kurzweilige, süße Liebesgeschichte bezeichnen, weil sie eben genau das darstellt. Dennoch hat sie einen eher ernsten Hintergrund und in der Kombination hat mir das sehr gut gefallen.
Es geht quasi nicht nur um das Zusammenfinden der beiden, sondern auch um die Bewältigung der Trauer um einen geliebten Menschen. Ich finde schön, wie in der Geschichte dargestellt wird, dass man auch nach vorne sehen muss und sich auf eine neue Liebe einlassen kann, ohne den toten Partner damit zu betrügen. Gleichzeitig wird aber auch geschildert, dass es eben ein schwerer Weg ist und Loslassen nicht einfach von Jetzt auf Gleich geschieht, sondern es einfach seine Zeit braucht.
Man muss auch sagen, dass es einfach sehr einfühlsam geschrieben ist und man sich wirklich in den Charakter einfühlen kann, so dass es einen auch einfach berührt.
Die Geschichte um Konny fand ich ein wenig seltsam. Es ist schon ein wenig ominös, was da mit seiner Oma passiert, auch wenn es irgendwo ja erklärt wird. Trotzdem fand ich es ein wenig krass und irgendwie hätte das auch alleine eine Geschichte abgeben können, ohne dass Martins Probleme dann auch noch ausgeführt werden.
Also vielleicht ein wenig viel Stoff für eine so kurze Geschichte, obwohl man sagen muss, dass es – wie schon bei „Ohne dich“ – sehr ausführlich ist und man nicht das Gefühl hat, dass etwas in der Geschichte nicht ausführlicher erzählt wird.
Jetzt habe ich „Ohne dich“ schon erwähnt, also mache ich damit gleich weiter: Diese Geschichte ist ja die Fortsetzung dazu, es wird aber betont, dass man sie auch unabhängig voneinander lesen kann. Das kann ich nur unterschreiben, weil ich nämlich tatsächlich mit dieser hier angefangen habe. Die wichtigsten Punkte aus „Ohne dich“ werden hier noch mal erwähnt, so dass man nicht das Gefühl hat, man hätte zu wenig Information oder so. Allerdings muss ich aber sagen, dass man mit dem Hintergrund von „Ohne dich“ trotzdem einen besseren Überblick hat. Zum Beispiel die Sache um Hannah wird in „Ohne dich“ viel besser erklärt, in „531 Tage“ aber nur kurz angeschnitten. Da es für diese Geschichte aber nicht wirklich wichtig ist, macht das jetzt nicht so viel aus.
Was ich noch sagen möchte: Die Sexszene hat mir gut gefallen. Für Konny ist es ja das erste Mal und ich finde, es ist auch genau als solches geschildert. Sehr einfühlsam und romantisch und nicht so herzlos und ruckzuck, wie es in anderen Geschichten manchmal der Fall ist.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wie schon bei „Ohne dich“ empfehle ich es allen Fans von Gay Romance, die eine emotionale, etwas tiefsinnigere Geschichte lesen möchte, die einfach Spaß macht und wirklich großartig geschrieben ist.

Es freut mich immer, wenn eine Kurzgeschichte vom Inhalt her sehr ausführlich ist. Ich bin ja der Meinung, das man eine klasse Geschichte auch auf wenigen Seiten erzählen kann, wenn man es nur richtig angeht. So fahrig geschriebene Sachen enttäuscht mich deshalb immer sehr und sind wohl auch der Grund, warum viele keine Kurzgeschichten mögen. Es sollte mehr von dieser Art hier geben, dass würden sich vielleicht mehr auf dieses Genre, wenn man es so nennen will, einlassen.
Jules :)

Montag, 11. Mai 2015

Neuzugänge #2

Hey ihr Lieben!

Ein neuer Monat hat begonnen und damit habe ich auch wieder ein paar Neuzugänge vorzustellen. Leider sind es diesen Monat nur zwei Mangas geworden, deshalb dachte ich mir, dass ich euch einfach zusätzlich noch eine meiner liebsten Reihen vorstelle. Los geht’s:


Love Monster – Junta Mio:

Diesen One-Shot fand ich jetzt leider nicht so gelungen. Mir ging schon alleine alles viel zu schnell. Das hat man ja sehr häufig in Mangas, aber hier ist es mir extrem unangenehm aufgefallen. Auch, weil es keine wirkliche Hintergrundstory gab, die das ganze ein wenig ausgeschmückt hätte. Man hat gar nicht gemerkt, dass die Charaktere irgendwie anbandeln und dann haben sie sich schon ihre Liebe gestanden. Und auch die Charaktere selbst waren mir irgendwie nicht richtig sympathisch. Einen zweiten Manga werde ich mir von Junta Mio eher nicht zulegen.

Ten Count – Rihito Takarai:

Dieser Manga war das komplette Gegenteil. Ich finde die Idee der Geschichte schon sehr schön. Definitiv etwas, dass es noch nicht so häufig in Mangas gab und deswegen sehr interessant. Leider geht es ein wenig langsam voran. Das wird auch im Nachwort selbst erwähnt – mit Vorschau darauf, dass es in den Folgebänden nicht mehr so sein wird. Ich hoffe es sehr. :D
Der Zeichenstil hat mir auch sehr gut gefallen. Irgendwie ist der so süß, aber ohne dieses superkitschig süße, dass es oft in Mangas zu finden gibt. Hat mich sehr angesprochen und ich freue mich deshalb auch auf Band 2.

Only the flower knows – Rihito Takarai:

Dies ist meine absolute Lieblingsreihe und ich dachte mir, das bietet sich ja an, nachdem ich euch heute auch „Ten Count“ vorstelle. Hier hat wirklich alles gestimmt. Der Zeichenstil von Rihito Takarai gefällt mir eh sehr gut und er passt ganz wunderbar zu dieser seichten, romantischen und zierlichen Geschichte. Ich finde, die Charaktere sind unglaublich liebevoll gestaltet und es geht auch in einem Tempo voran, das genau richtig ist. Außerdem hat die Geschichte zwar etwas banales, ist aber irgendwie doch so gestaltet, dass man sie mit keiner anderen vergleichen kann. Wirkliche Kritik kann ich hier wirklich überhaupt nicht anbringen und würde es einfach jedem empfehlen.

Samstag, 9. Mai 2015

Hilfe, Engel im Haus! (Jill J. Jenkins)

Hey!

Das heutige Buch nennt sich "Hilfe, Engel im Haus!"* von Jill J. Jenkins. Das Buch wird frei publiziert und umfasst 442 Seiten. Handeln tut es von den Vampirjägern Tim und Daniel, die ihr Haus mit Engel Marty teilen müssen.


Beschreibung:

Daniel und Tim sind ehemalige Vampirjäger, die beschlossen haben, ihren Job an den Nagel zu hängen und endlich sesshaft zu werden. Ihr Leben könnte recht idyllisch sein, wäre da nicht Engel Marty. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen zu verstehen und sich deshalb mehr oder weniger bei den beiden eingenistet. Gänzlich unwissend, was die menschliche Kultur betrifft, sorgt er allerdings für sehr viel Chaos.

Meine Meinung:

Als erstes muss ich euch erzählen, wie witzig ich die Geschichte einfach nur fand. Ich bin ja jetzt nicht so für das Genre Komödie, weil es schnell mal affig werden kann, aber das war hier glücklicherweise der Fall. Marty besitzt einfach eine ziemliche Situationskomik, die einen einfach zum Lachen bringen muss. Und wenn darauf hin noch frustriert-verzweifelte Reaktionen der anderen Protagonisten folgen, ist das einfach amüsant.
Ich muss ja sagen, dass ich – wie so häufig – skeptisch war, weil ein Engel und Vampirjäger und all solches natürlich im Genre Fantasy zu Hause ist und ich das ja bekanntlich so überhaupt nicht mag. Umso überraschter war ich, dass ich mich eigentlich kaum daran gestört habe. Hier wurde es auch irgendwie dieser Spagat geschafft, es als alltäglich hinzustellen, ohne schon wieder so zu tun, als wären es nur ein paar dumme Ungläubige, die es noch nicht wüssten. Das mochte ich irgendwie. Und das hat es mir auch leichter gemacht, es einfach jetzt mal so zu akzeptieren und mich in die Story fallen zu lassen.
Wenn man mal von Marty absieht, dann spielt die Geschichte auch die meiste Zeit wirklich im ganz normalen Alltag, was mich immer sehr begeistert kann. Ich mag es, von den ganz normalen Beziehungsproblemen und Missverständnissen zu lesen, ohne Intrigen und all zu großes Drama. Ich bin auch eh der Meinung, dass dies Jill J. Jenkins bisher in all ihren Romane sehr gut gelungen ist, eben genau diese Art von ganz normalen Wahnsinn zu beschreiben, die wir alle doch irgendwie im Alltag schon miterlebt haben. Und das noch auf eine sehr witzige Art und Weise. Beim Lesen kommt es einen auch einfach so vor, als würde man daneben stehen und zusehen und das mag ich besonders.
Hauptsächlich schafft sie das auch dadurch, dass sie viel wörtliche Rede einfließen lässt und mittlerweile finde ich, hat sie das auch besser drauf. Bei einem ihrer ersten Romane habe ich noch kritisiert, dass man manchmal nicht so ganz überblicken kann, wer redet und so – hier hat sich das meiner Meinung nach schon echt gebessert und man kann es jetzt viel leichter nachvollziehen.
Die Sexszenen haben mir auch wieder gut gefallen, nicht zu ausführlich, aber dennoch detailreich. Nichts spektakuläres, aber das muss ja auch gar nicht sein. Es war sehr passend für den Rest der Geschichte.
Natürlich habe ich trotz all des Lobs auch etwas zu kritisieren. Eigentlich wiederhole ich mich nur, weil ich das schon bei früheren Rezensionen gesagt habe, aber auch hier ist es mir wieder aufgefallen: Das erste ist, dass manche Sachen einfach zu oft erklärt werden. Das typische Beispiel ist, dass mehrmals erläutert wird, dass Marty als Engel nicht essen muss. Das wird mehrmals in dem Buch erläutert, aber eigentlich reicht es ja, wenn es einmal gesagt wird. Danach weiß es der Leser ja und hat es hingenommen, da muss man es nicht immer wieder anmerken. Manches ergibt sich auch einfach wieder aus dem Kontext und muss deshalb nicht noch mal als Erklärung angefügt werden.
Das zweite ist, dass viele Probleme kaum gekommen sind, sind sie schon wieder gelöst. Gerade, wenn es in der Beziehung mal kriselt, ist das letzte böse Wort noch nicht ganz gefallen, feiert man schon wieder Versöhnung. Ich würde es schön finden, wenn so etwas ein wenig ausgebaut werden würde, so dass wirklich mal eine Zeit lang dicke Luft herrscht oder so. Es klärt sich einfach alles immer so schnell und um Spannung zu erzeugen, wäre es vielleicht sinnvoller, auch mal ein, zwei Kapitel mehr in den Streit oder was auch immer zu investieren, es einfach ein bisschen auszubauen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wer mal wieder etwas lesen möchte, dass zum Schmunzeln anregt, ist hier sicher richtig. Wenn man Fantasy nicht so mag, dann muss man davon nicht abgeschreckt sein, weil eigentlich gar nicht sooo viel davon vorkommt. Wenn man natürlich total auf Fantasy steht, ist das hier wiederum wohl etwas zu wenig.
Ansonsten ist es eben eine hübsche Geschichte über den Alltag eines schwulen Pärchens, aufgelockert durch himmlische Kräfte, um es poetisch auszudrücken.

Ich habe Ostern so viel für den Blog gemacht, dass ich mich jetzt gar nicht richtig ausgeruht fühle. Echt super, oder? Ich brauche Urlaub vom Urlaub.
Jules :)


*Diese Geschichte wurde mir von Jill J. Jenkins zu Rezensionszwecken überlassen. Noch einmal ein herzliches Dankeschön dafür!

Mittwoch, 6. Mai 2015

1 Story - 2 Sichtweisen [K]

Hey meine Lieben!

Neulich habe ich eine Geschichte gelesen, zu der es noch ein Gegenstück gibt und war sofort skeptisch. Brauch man das wirklich – eine Geschichte aus zwei verschiedenen Blickwinkeln? Immerhin kennt man dann ja schon den Storyverlauf und auch den Ausgang davon, wozu sollte man es also noch ein zweites Mal lesen, nur mit anderem Hauptcharakter? Ich habe also gezögert, das zweite Buch zu kaufen und habe mich auf eines davon beschränkt. Dann aber ist mir das gleiche Phänomen ein zweites Mal über den Weg gelaufen und weil die Geschichten diesmal kostenlos waren, dachte ich mir, les ich diesmal wirklich beide.
Teilweise habe ich mich in meiner Vermutung bestätigt gefühlt. Die zweite Geschichte war schwächer als die erste. Man weiß schon, was passiert und wie es ausgehen wird – wirklich neu ist einem nichts und demnach büßt es auch seine Spannung etwas ein. Aber gleichzeitig ist mir aufgefallen, dass es nicht komplett langweilig ist, sondern immer noch interessant. Und mehr und mehr habe ich verstanden, dass es darum geht, wie man seine zweite Geschichte aufbaut. Letztlich besteht ein gutes Buch ja nicht allein aus einem guten Ende – ich bin sogar überzeugt, dass alles Zwischendrin viel wichtiger ist. Wenn man nun dieses „Zwischendrin“ anders gestaltet, mit Szenen ausbaut, die in der ersten Geschichte nicht vorgekommen sind, weil sie eben der jetzige Protagonist alleine erlebt hat, dann kann man auch das zweite Buch spannend gestalten und dann funktioniert dieses Konzept auch. Nicht nur das, es macht die Geschichte sogar noch realistischer und greifbarer, weil man nun zwei Protagonisten hat, von denen man die Handlungsabsichten und Gedanken wunderbar nachvollziehen kann. Plötzlich hat man zwei unterschiedliche Geschichten, die sich zu einer ergänzen und so das Leseerlebnis noch intensivieren können. Wenn dies dem Autor dann auch wirklich so gelingt, ergibt sich am Ende ein harmonisches Gesamtbild. Das lässt doch sicher jedes Leserherz höher schlagen!
Dazu muss aber natürlich auch die Geschichte passen. Wenn man schon in der ersten Story Schwierigkeiten hat, die Handlung auszubauen, dann braucht man mit der zweiten gar nicht erst anfangen. Aber wenn es passt, man genug Ideen hat und die gleiche Geschichte noch mal als eine ganz andere erscheinen lassen kann, dann lohnt sich auch der Sichtwechsel. Ansonsten sollte man sich wohl darauf beschränken, im Buch selbst beide Protagonisten zu Worten kommen zu lassen oder nur eine kleine, kurze Nebengeschichte zur eigentlich schreiben. Aber das Ganze noch mal neu erzählt – das braucht dann keiner.
Ich will jetzt auch gar nicht so viel Werbung dafür machen. Ich bin nämlich der Meinung, dass es in 98% der Fälle reicht, die Geschichte nur aus einer Perspektive zu erzählen. Niemand muss von jedem Buch mindestens zwei Sichtweisen vorgelegt bekommen. Aber wenn es passt und wenn es gut gemacht ist, dann ist eine wunderbare Ergänzung und mal ein wenig Abwechslung zu einer einfachen Geschichte. Ich habe auf jeden Fall Blut geleckt und werde mir nun noch das Pendant zu dem oben genannten Buch kaufen. Vielleicht erwartet mich darin dann das, was ich gerade so beschrieben habe. Noch kommt mir das aber alles zu theoretisch vor, ich kann das nicht wirklich komplett glauben. Falls ich erneut eines Besseren belehrt werde, könnt ihr das dann in der zugehörigen Rezension lesen. Bis jetzt bleibt mir eine gewisse Skepsis zumindest erhalten.
Wie sieht es denn bei euch aus? Hattet ihr schon mal so einen Fall? Wie hat euch das 2. Buch gefallen? Hat es euch begeistert, oder würdet ihr auch eher sagen, dass es an das erste nicht heranreicht? Vielleicht habt ihr euch einen Lesetipp hierzu für mich – dann schreibt mir den bitte, ich würde mich freuen.

Jules :)


Bücher aus zwei verschiedenen Sichtweisen:

Samstag, 2. Mai 2015

Schatten und Liebe (Karo Stein)

Hallo ihr!

Eine neue Rezension steht an. Dieses mal geht es um Karo Steins "Schatten und Liebe". Die Geschichte wird frei publiziert, ist als eBook erhältlich und umfasst 100 Seiten. Handeln tut sie von Ansgar, der heimlich eine Beziehung mit David führt und einfach nicht traut, sich zu outen.


Beschreibung:

Nach der Trennung von seiner Freundin trifft Ansgar auf David und muss sich nun mit seiner sexuellen Orientierung auseinandersetzen. Er hält die Beziehung geheim, aber weiß auch, dass er David nicht ewig verstecken kann und will. Deshalb soll sein 30. Geburtstag herhalten, um sich endlich zu outen. Das ist aber gar nicht so leicht, weil die Angst davor sehr tief sitzt.

Meine Meinung:

Ich muss sagen, das Buch hat mich eigentlich hauptäschlich begeistert. Es gab nur wenig, das ich kritisieren würde.
Obwohl mitten in der Geschichte gestartet wird, kommt man sehr schnell rein und die Rückblicke machen es einen auch einfach, die Situation komplett zu erfassen. Ich finde auch schön, dass man so nicht nur mit der Outing-Frage konfrontiert wird, sondern auch noch das Kennenlernen der beiden Männer mitverfolgen kann.
Ihr wisst ja, ich mag Coming-out Geschichten sehr gerne und diese hier hat es mir wieder mal sehr angetan. Karo Stein schafft es, diese gesamte Problematik in ganz verschiedenen Facetten darzustellen, so dass wirklich klar wird, dass diese Situation für alle Beteiligten nicht leicht ist.
So fand ich zum Beispiel sehr schön, wie immer wieder klar wurde, dass David darunter leidet, geheim gehaltet zu werden. Streit und Angst inklusive. Aber immer, wenn man Mitleid mit ihm bekommt und sich denkt, Ansgar muss endlich in die Gänge kommen, wird auch wieder klar gemacht, warum es für diesen nicht so leicht ist, sich zu outen. Seine Zweifel werden gut dargestellt. Ich finde auch gut, dass er immer wieder versucht, einfach alles zu "beichten" und dann doch wieder zögert. Und dass rüber gebracht wird, wie er gegen sich selbst kämpft, weil ein Teil es einfach herausschreien will, während ein anderer ihn gleichzeitig davon abhält. Ganz toll beschrieben.
Ich mochte auch die Reaktion der Mutter. Ich glaube, manchen ist oft nicht klar, dass es für Eltern nicht immer einfach ist, ein homoexuelles Kind zu haben. Gerade hier wird deutlich, dass sie sich eben für sich selbst etwas anderes gewünscht hat - sprich Enkelkinder, eine Schwiegertochter zum quatschen. Aber nur, weil man vielleicht seine eigenen Träume verändern muss, heißt das ja noch lange nicht, dass man sein Kind nicht akzeptiert oder gar homophob ist. Ich denke, dass wurde hier gut klargemacht und ich finde, es ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass man manchmal einfach ein wenig Zeit zum verarbeiten braucht, ehe alles wieder gut sein kann. Und warum auch nicht? Oft strauchelt man ja selbst mit seiner wahren Identität, warum sollen dann im Umfeld alle sofort damit klar kommen?
Um es mal auf den Punkt zu bringen: Obwohl die Geschichte sich um Ansgar dreht, bekommt man doch die Gefühle der anderen Personen mit, ohne dass diese sie gleich konkret aussprechen müssen. Das ist sehr gut gelungen und zeugt auch von einem guten Stil. Aber den hat Karo Stein eh, das habe ich ja schon in anderen Rezensionen festgestellt.
Müsste ich etwas kritisieren, würde ich sagen, dass das Coming-out fast schon zu gut gelaufen ist. Es war ja doch eine große Menschenmenge anwesend und dann sol ler druchweg positive Reaktionen bekommen haben (von der Mutter mal abgesehen)?
Und auch die Sexszenen waren ein wenig mager. Aber es müssen ja nicht immer zahlreiche, ausführliche Sexszenen vorkommen.
Mehr zu kritisieren habe ich nicht. Die Charaktere sind liebenswert, spannend ist es auch und ich habe ja schon gesagt, dass ich die Art und Weise, wie an das Thema ran gegangen wurde, sehr mag. Ich würde es fast schon feinfühlig bezeichnen, weil man sich eben in jeden einzelnen Charakter hineinversetzen kann.
Ach ja, fast vergessen. Es gibt auch noch eine Bonusgeschichte ("Morgen ist ein guter Tag"), die sich ebenfalls um das Thema Coming-out dreht. Diese war ebenfalls sehr schön. Ehrlichgesagt hätte ich dazu gerne noch mehr gelesen, weil ich die Charaktere darin so knuffig fand. :D

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Die Geschichte ist spritzig und irgendwie auch romantisch, behandelt aber trotzdem ein ernstes Thema. Ich mag diese Mischung und ich mag allgemein, wie die Geschichte gestaltet wurde. Deshalb ist das wieder so ein Buch, von dem ich finde, dass es einfach jeder lesen sollte.

Ich sprühe im Moment vor Kreativiät, das ist echt schön. Ich hoffe nur, dass bleibt auch noch ein wenig so. Ich will ja auch immer mal was anderes testen.
Jules :)