Mittwoch, 30. September 2015

September

Hey ihr Lieben!

Wir nähern uns langsam aber sicher meinen Lieblingsmonaten. Morgen beginnt der Oktober, ein Monat, auf den ich mich schon sehr freue. Aber zunächst noch ein paar Worte zu meinem September:

Bücher, Bücher, Bücher

Buchtechnisch war der September wieder ein wenig durchwachsen. Ich hatte zwar einige gute Bücher dabei, aber leider auch einige Enttäuschungen. Und dann habe ich mich selbst noch in eine Sackgasse manövriert, weil ich englischsprachige Bücher gekauft habe, obwohl ich momentan keine Lust habe, solche zu lesen. Der Oktober kann jetzt eigentlich nur besser werden… Ich überlege nur gerade, ob ich meine gesamte Planung nicht noch einmal umschmeiße. Ich habe hier einige Bücher, die ich noch lesen muss und dann wäre es vielleicht sinnvoller, keine mächtigen Wälzer noch dazu zu kaufen… Na mal sehen.

Rund um den Blog

Was den Blog anbelangt, bin ich im September eigentlich zufrieden. Es gab wieder ein Interview und mit den Rezensionen lief auch alles glatt. Zugegeben, es haben sich ein paar BDSM-Romane in den Monat geschlichen. Weiß auch nicht, wie das passieren konnte, dass es so viele Rezensionen zu diesem Thema gab – na ja gut, eigentlich weiß ich es schon: Ich habe neulich nicht viel anderes gelesen… Aber ich fand das jetzt nicht sonderlich schlimm – dafür kommen dann so schnell keine mehr. Genießt es also! :D

Mein Leben und Ich

Der September war so wunderbar nichts sagend. Wisst ihr, was ich meine? Mal keine großen Katastrophen – das ist Entspannung pur. Leider ist auch nicht viel schönes passiert, der Monat ist einfach so vor sich hingeplätschert. Aber ich finde das okay so.
Auf Arbeit habe ich momentan so viel zu tun, dass ich permanent müde bin. Meine Freizeit verbringe ich deshalb momentan größtenteils mit schlafen. Das ist jetzt nicht ideal, aber besser, als sich ständig wegen irgendetwas Gedanken zu machen.
Dann habe ich im September tatsächlich eine Diät angefangen. Nicht, dass ich jetzt dick wäre und es irgendwie nötig hätte – aber mein Bauchansatz nervt mich. Und ich mache zwar bereits Sport, aber ich fürchte, solange ich meine Ernährung nicht umstelle, nützt mir der Sport auch nicht viel.
Deshalb gibt es jetzt bei mir nur noch Low Carb. Viel kann ich noch nicht dazu sagen, aber ich habe schon das Gefühl, es bringt etwas. Angeblich soll man sich ja da auch fitter fühlen, weil Kohlenhydrate dem Körper Energie kosten und träge machen. Ich fühle mich tatsächlich ein wenig fitter – aber ob das jetzt daran liegt, möchte ich nicht versprechen.
Fakt ist aber, dass ich dachte, es wird schlimmer. Aber tatsächlich kann ich wunderbar auf Kohlenhydrate verzichten und vermisse sie nicht.
Natürlich ist das für meinen Körper eine ziemliche Umstellung. Ich habe eigentlich ständig Hunger. Also nicht Heißhunger, sondern richtigen Hunger. So ein bisschen Eiweiß und Vitamine und Fett hält den Körper wohl nicht lange beschäftigt. Aber gut – ich mache das ja nicht aus Spaß, sondern um dieses Geschwabbel an meinem Bauch weg zu bekommen.

Was mich bewegt

Wahrscheinlich das, was jeden bewegt: Flüchtlinge. Aber aus einem anderen Grund, als die meisten anderen. Mich nervt dieses Thema nämlich einfach nur noch. Mich nervt, dass die Politik dabei so versagt und dass es jeder besser zu wissen scheint, aber trotzdem keine einzige Lösung funktioniert. Mich nerven die Leute, die herumschreien, das alle Flüchtlinge scheiße sind und weg sollen, weil diese armen Menschen nun wirklich nichts dafür können, dass bei ihnen Krieg ist und man ihnen einfach helfen sollte. Gleichzeitig nerven mich aber auch alle Leute, die herumposaunen, wir müssen alle Flüchtlinge aufnehmen. Denn Überraschung: Wir KÖNNEN nicht alle Flüchtlinge aufnehmen und es gibt auch noch genug andere Länder, die ebenso gut Flüchtlinge aufnehmen können. Was ist das für bescheuertes Gelaber, dass Flüchtlinge nur in Deutschland gut aufgehoben sind? Klar müssen wir welche nehmen – haben wir ja auch. Aber jetzt reicht es doch mal. Wir wissen doch gar nicht, wohin mit ihnen. Vielleicht sollten wir erstmal die, die schon da sind, richtig unterkriegen, ehe wir noch mehr dazu holen. Denen hilft es nämlich auch nicht, in irgendwelchen Zeltstädten zu Hausen und dann im Winter dort zu erfrieren.
Und was diese ganzen Wirtschaftsflüchtlinge in diesem Land sollen, weiß ich auch nicht. Haben jetzt nicht erst mal die Priorität, denen Bomben um die Ohren fliegen? Und überhaupt: Gibt es nicht genug Deutsche, die keine Arbeit haben? Bevor wir also irgendwelchen Wirtschaftsflüchtlingen Arbeit verschaffen, sind ja wohl erst mal die Deutschen selbst dran. Und nein, ich meine das nicht rassistisch. Andere Länder halten das genauso: Erst die eigenen Leute und dann sehr gerne auch noch Ausländer. Aber eben nicht anders herum. Und ja, ich weiß schon, dass die Wirtschaftsflüchtlinge wieder gehen sollen. Daran glaube ich aber erst, wenn sie alle weg sind.
Wie gesagt, ich bin wirklich nicht rassistisch und ich habe auch nichts gegen diese Leute, aber ich finde trotzdem, da muss man in der Politik mal ein wenig besser durchgreifen, mal einen konkreten Plan entwickeln, mit denen man dann auch jedem helfen kann. Weil so, wie es gerade läuft, ist das ganze ja bloß ein großer Witz und bringt überhaupt niemanden irgendetwas. Letztlich ist es nämlich diese Planlosigkeit in der Politik, die den Menschen Angst macht und dann irgendwelche Idioten dazu bringt, Flüchtlingsheime anzuzünden.
Jetzt steinigt mich bitte nicht, falls ihr eine andere Meinung habt… meine sieht halt so aus und ich finde sie eigentlich recht neutral und deshalb ganz akzeptabel. (Das denkt nur wahrscheinlich jeder von seiner Meinung, aber gut…)

Vorschau auf den Oktober

Der Oktober wird bunt! Es wird ganz viele Rezensionen geben – teilweise zu Büchern, die mich an den Rande der Verzweiflung getrieben haben und teilweise zu Büchern, die mich begeistert habe. Dazwischen kommt eigentlich nicht viel.
Dann ist auch noch Halloween. Wer es noch nicht weiß: Ich liebe Halloween! Und deshalb gibt es auch ein kleines Special. Ihr könnt mir übrigens, auch wenn das Special schon fertig ist, noch Bücher empfehlen, die irgendwie zu Halloween passen. Ich weiß schon, Gay Romance und Horror unter einen Hut, ist eher nicht so häufig der Fall, aber vielleicht findet sich ja doch noch ein Buch, in dem zumindest Gay und Horror zusammen kommt. Wenn nicht, sollte ich vielleicht mal selbst eins schreiben, weil das einfach ne verdammt tolle Sache wäre…
Dann kommt auch noch eine andere Überraschung auf euch zu und dann… ist schon wieder November. Und oh mein Gott!!! – Dann beginnt endlich, endlich, endlich die Adventszeit!

Famous last words

In Anbetracht dessen, dass ich vielleicht dafür dankbar sein sollte, dass mal nicht alles mies läuft, wenn auch nicht perfekt:

"Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das Große vergebens warten."
Pearl S. Buck 
 

Jules :)

Ungeplant + Ungebeten: Schloss Falkenhorst (Adora Belle)

Hallo meine Lieben!

Die heutige Rezension dreht sich um Adora Belles "Ungeplant + Ungebeten: Schloss Falkenhorst". Wunder eucht nicht über den Titel, das sind nämlich zwei Bände in einem. Erschienen sind diese bei BookRix und zusammen umfassen sie 288 Seiten. Man kann es als eBook erwerben.
Handeln tut sie von Jannis, der neu auf das Internat kommt und gleich Startschwierigkeiten mit seinem mürrischen Mitbewohner Gregor bekommt.
Es gibt noch einen dritten Teil, der sich dann aber mit der Geschichte von Ludger (s. Rezension) befasst.


Beschreibung:

Ungeplant:
Jannis muss mittem im Schuljahr auf das Internat Schloss Falkenhorst wechseln. Dort trifft er auch gleich auf seinen Mitbewohner Gregor, der sich ihm gegenüber äußerst feindselig verhält. Und auch sonst scheint sich der Junge von den restlichen Schülern zu distanzieren. Auch wenn Jannis von ihm genervt ist, kommt er nicht umhin, sich so seine Gedanken um Gregor zu machen. Es muss doch einen Grund für sein Verhalten geben!
Hinzu kommen noch einige seltsame Umstände, die an der Schule vor sich gehen, und die die beiden Jungen einander näher bringen.

Ungebeten:
Endlich zusammen, genießen Jannis und Gregor ihren ersten gemeinsamen Urlaub. Doch das kurze Glück währt nicht lange. Wieder im Internat, trefffen sie auf einen neuen Schüler - Ludger - der eindeutig Interesse an Jannis zeigt. Während Gregor noch mit seiner Eifersucht kämpft, spitzt sich die Lage zu. Denn plötztlich ist Jannis spurlos verschwunden.

Meine Meinung:

Der erste Teil, „Ungeplant“, hat mir wirklich schon sehr gut gefallen. Ich habe ja immer ein wenig Angst vor Internatsgeschichten. Das erinnert mich so schnell an so mittelprächtige Fanfictions und das braucht nun wirklich niemand. Hier allerdings wurde ich positiv überrascht. Dieses ganze Internatsleben wurde hier wirklich überzeugend dargestellt. Und ich fand die Kulisse für die Geschichte dann auch echt passend. Schön ist, dass sich das Buch nicht nur auf Jannis und Gregor konzentriert, sondern auch viele Nebencharaktere eingebaut werden, die schon auch eine Rolle spielen. So wurde dann auch das Thema Freundschaft mit angeschnitten und das hat mir sehr gut gefallen.
Dann: Gregor und Jannis. Ich mag einfach, wie sich die Zwei annähern. Gregor ist anfangs ja sehr giftig und ich finde es einfach schön, wie Jannis es schafft, nach und nach diese Barriere zwischen ihnen zu durchstoßen. Das ganze endet dann ja noch in Liebe und ich finde das einfach total süß. Vor allem, weil es zwar was Romantisches hat, aber so komplett ohne Kitsch und ähnlichem auskommt. Echt süß.
Auch schön ist diese Coming-out-Geschichte: beide Jungs müssen ihren Eltern ja noch beibringen, auf Männer zu stehen und ich mag einfach, wie das in dem Buch dargestellt wird.
Einziger Kritikpunkt ist eigentlich, dass es ein wenig was von einer Soap hat. Es geht schon so ein bisschen um Intrigen und teilweise ist es mir ein wenig zu viel Drama – aber irgendwie hat mich das gar nicht so gestört, weil der Rest einfach sehr passend ist.
Der zweite Teil, „Ungeben“, hat eigentlich gut an den ersten anknüpfen können. Nun wird halt ein wenig mehr von der Beziehung der beiden erzählt, z.B. davon, wie eifersüchtig Gregor ist und wie sich das auf ihr Miteinander auswirkt.
Auch hier geht es wieder um Coming-out und Freundschaft, weil jetzt auch ihre Leute im Internat wissen sollen, dass sie schwul und zusammen sind. Ich mag einfach, wie das dargestellt wird. Es ist, als würde es genau so wirklich auf irgendeinem Internat ablaufen. Hat mir sehr gut gefallen.
Das Problem im zweiten Teil ist der neue Schüler, Ludger, der so ein bisschen Chaos in die Beziehung der beiden Jungs bringt. Im Zusammenhang damit steht natürlich auch wieder eine neue Intrige und viel Drama, was ich – im Gegensatz zum ersten Teil – jetzt nicht noch mal gebraucht hätte. Andererseits muss ich zugeben, dass es die Geschichte schon auch spannend macht.
Zu guter Letzt: Die Sexszenen. Die gibt es in dem Buch und ich finde sie sehr passend für die Geschichte. Es sind ja doch noch Jugendliche, die jetzt nicht sonst was für spektakulären Sex habe. Trotzdem wird es anregend und detailliert beschrieben. Echt gut gemacht.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Im Prinzip finde ich das Buch eigentich sehr empfehlenswert und würde jetzt auch niemanden davon ausklammern. Natürlich ist es ein gefundenes Fresschen für Leute, die gerne Bücher mit Internatsthematik lesen. Und dann ist es ja auch noch eine Coming-out-Geschichte.
Wer allerdings nicht so viel mit Intrigen und solchen Sachen anfangen kann, sollte hiervon lieber die Finger lassen.

Wie oben schon gesagt, gibt es noch einen dritten Teil: "Ungewollt"
Ich werde ihn wahrscheinlich eher nicht lesen, weil ich Ludger einfach unglaublich unsympathisch finde und mich seine Geschichte deshalb schlichtweg nicht interessiert. Man soll ja aber nie nie sagen. Richtet euch aber mal darauf ein, dass es dafür eher keine Rezension von mir geben wird.

Da hatte ich Angst davor, etwas über ein Internat zu lesen und jetzt gefällt es mir. Folglich müsst ihr mir jetzt Internatsgeschichte empfehlen, wenn ihr mich glücklich machen wollt! 
Jules :)

Samstag, 26. September 2015

Mr. Benson (John Preston)

Hallo!

Dieses Buch nennt sich "Mr. Benson", stammt von John Preston und umfasst 192 Seiten. Es erschien bei Bruno Gmünder und handelt von Jamie, einen Aufreißer, der sich plötzlich danach sehnt, sich Mr. Benson zu unterwerfen.


Beschreibung:

Jamie ist ein Aufreißer und nutzt sein gutes Aussehen, um jede Nacht einen anderen rumzukriegen. Als er auf Mr. Benson trifft, scheint er sich an diesem jedoch die Zähne auszubeißen. Denn dieser möchte niemanden wie Jamie, sondern einen richtigen Sklaven, der bereit ist, sich völlig zu unterwerfen. Obwohl Jamie es härter mag, ist er sich anfangs nicht sicher, ob er das wirklich kann. Aber für Mr. Benson ist er bereits, seine Grenzen zu überschreiten.

Meine Meinung:

Ich muss sagen, bei dieser Geschichte bin ich wieder geteilter Meinung. Grundsätzlich hat sie mir eigentlich schon richtig gut gefallen. Ich lege ja immer darauf wert, dass im Zusammenhang mit BDSM erkennbar ist, dass eine gewisse Verantwortung getragen wird und man nicht einfach gedankenlos drauf los spielen kann. Dies war hier erkennbar, weil wirklich auf das Vertrauen zwischen Dom und Sub eingegangen wurde. Gleichzeitig wurde auch dargestellt, in was für eine Hilflosigkeit sich ein Sklave eigentlich begibt und dass es jemanden braucht, der damit umgehen kann, damit das nicht zu einem Problem wird. Allgemeint ist das ein Buch, das sich mit dem tieferen Wesen von BDSM befasst hat und nicht einfach nur diverse Sexszenen beschreibt.
Was mir auch gut gefallen hat, ist, dass man doch die Gefühle erkennt, die Mr. Benson und Jamie für einander haben, obwohl doch durchweg eigentlich ein sehr derber Ton angeschlagen wird. Und genau das macht für mich aber ein gutes BDSM-Buch aus. Das diese Szene ungeschönt und ungekitscht dargestellt wird und man aber dennoch erkennt, dass da mehr Gefühl dahintersteckt, als man glaubt.
Allerdings ist das Buch wohl echt nicht für jeden etwas. Es behandelt schon auch gewisse Spielarten, die nicht jedermanns Geschmack sind. Ich sag nur: Natursekt, Fisting, Brandings. Für mich persönlich ist das jetzt nichts, dass ich wollen würde, aber ich fand es jetzt beim Lesen nicht unbedingt dramatisch, dass es darin vorkam. Allerdings schätze ich, das manch anderer das vielleicht anders sieht.
Was für mich auch schwierig war: Es wird nie etwas von einem Safeword erwähnt und er wird z.B. auch vieles getan, ohne zunächst Jamies Einwilligung zu holen. Mag gut sein, dass einige das so betreiben und Jamie hat es in dem Buch ja auch gefallen, was das ganze legitim macht, aber trotzdem… Für mich ist ein Safeword einfach wichtig und deswegen wünsche ich es mir auch immer in Romanen. Es sollen ja auch „Uneingeweihte“ erkenne können, dass alles safe ist.
Ich habe schon gesagt, in dem Buch wird ein derber Ton angeschlagen. Auch das muss man mögen. Manchen mag das zu krass sein, andere finden es genau so richtig – aber so oder so passt es einfach zur Handlung des Buchs und deshalb finde ich es vollkommen richtig so, wie es darin vorkommt.
Was in der Beschreibung so gar nicht angesprochen wird: In dem Buch geht es noch um richtige Sklaverei und gerade dadurch erkennt man noch einmal den Unterschied zwischen freiwilliger Unterwerfung und Verbrechen. Ich glaube, das macht das Buch auch zu dem Klassiker, der es ist. Mag man von BDSM halten was man will, aber wenn man das Buch gelesen hat, sollte man schon verstehen, dass es nichts mit roher Gewalt, Vergewaltigung oder ähnlichem zu tun hat. Und gerade deshalb finde ich es so lesenwert.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Natürlich nur etwas für Fans von BDSM und natürlich auch erst ab 18 Jahren zu empfehlen. Ansonsten sollte man mögen, dass hier ein etwas härterer Ton angeschlagen wird, dann wird man sicher mit der Geschichte viel Freunde haben.

Momentan fallen meine Rezensionen immer so kurz aus. Bin ich froh, dass diese hier wieder etwas länger ist. Aber manche Geschichte sind auch einfach nichtssagend oder man kann nur loben/kritisieren, dann ist man auch so schnell fertig. :D Auch nicht so ideal.
Jules :)

Mittwoch, 23. September 2015

Nachhilfe in Liebe (Melanie Elberfeld) [Q]

Hey ihr!

Dieser Quickie behandelt die Kurzgeschichte "Nachhilfe in Liebe" von Melanie Elberfeld. Diese umfasst 46 Seiten, wird frei publiziert und ist als eBook erhältlich. Sie handelt von Marc, der von seinem Nachbarn mehr als genervt ist.


Beschreibung:

Marcs Leben ist Stress pur: Überstunden, kaum Zeit zum Lernen oder für Sport und dann auch noch sein Nachbar, der ihn mit seiner lauten Musik zudröhnt. Zu guter letzt schleicht auch noch eine zwielichtige Gestalt ums Haus. Klar, dass irgendwann mit Marc die Nerven durchgehen. Seinen Frust lässt er natürlich an seinem Nachbarn aus - immerhin muss diesem ja mal gesagt werden, dass er seinen Krach abstellen soll. Allerdings hätte Marc wohl nicht damit gerechnet, dass er sich von diesem angezogen fühlen könnte.

Meine Meinung:


Von der Geschichte bin ich ziemlich enttäuscht. Es beginnt schon damit, dass die Sexszene übersprungen wird. Das nervt mich schon, aber das schlimmste ist, dass nicht mal der Moment kurz davor wirklich beschrieben wird. Sie befinden sich auf gefühlsneutralem Terrain, dann gibt es einen Zeitsprung und dann wird plötzlich gesagt, es gab einen Moment voller Leidenschaft und deshalb sind sie im Bett gelandet. Sorry, aber das ist doch echt scheiße. Ich liebe ja Sexszenen, aber ich könnte noch darauf verzichten, wenn zumindest das Drumherum gut beschrieben wird. Jetzt wird das aber auch schon übersprungen und im Prinzip bleibt dann doch gar nichts mehr übrig.
Allgemein gibt es in der Geschichte einige Zeitsprünge und mich nervt so was einfach. Vor allem, wenn dann immer erzählt wird, was in der Zwischenzeit passiert ist. Warum kann man das nicht einfach erzählen? Warum muss man das so zusammengefasst hinklatschen?
Vor allem, weil es eigentlich immer wichtige Dinge sind: Das erste Mal zusammen Sex, die Entscheidung, aus Sex eine Beziehung werden zu lassen, etc.
Ich fand auch Marcs Charakter nicht wirklich gut. Er ist so negativ. Regt sich über alles auf, verhält sich aber selbst wie ein Elefant im Porzellanladen. Dann diese ganzen Vorurteile, die er mit sich herum schleppt und dann noch die Art und Weise, wie er von sich selbst redet. Er wird 30, jammert aber über altersbedingte Probleme, dass man meinen könnte, er wäre schon 80. Was soll das denn?
Zuletzt noch: Ich weiß jetzt nicht genau, wie die Autorin zur Musikrichtung Metal steht, aber in dem Buch wird dieses Genre schon recht negativ dargestellt. Teilweise fand ich das gut, weil es einfach Marcs Art entspricht und seinen Charakter somit sehr authentisch erscheinen lässt, aber auf der anderen Seite hat es mich dann doch wieder ein wenig gestört. Ich liebe Metal! Ich mag keine klischeebeladenen negativen Äußerungen darüber lesen. Das ist eine echt unterschätzte Kunst.
Sorry, aber die Geschichte hat mir überhaupt nicht gefallen, was mich überrascht hat, weil ich die anderen, die ich bisher von Melanie Elberfeld gelesen habe, eigentlich mochte.
Aber wisst ihr, was ich wirklich mal positiv hervorheben möchte: Die Covergestaltung. Ich mag sie genau so: Ein wenig verspielt, trotzdem schlicht und immer zur Geschichte passend. Echt schön. 

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Na gut, im Prinzip ist das wieder etwas für jeden, der dieses Genre mag. Allerdings war ich eben nicht so überzeugt und wenn ihr auch kein Fan von Zeitsprüngen und ähnlichem seid, dann solltet ihr hiervon vielleicht doch lieber die Finger lassen.
Wenn ihr aber was Kurzes für Zwischendruch sucht und euch an sowas nicht stört, dann lohnt sich die Geschichte doch.

Irgendwie bin ich traurig, das mich diese Geschichte enttäuscht hat. Ich habe gedacht, Melanie Elberfeld ist eine zuverlässige Quelle für Quickies und jetzt frage ich mich immer, wenn mir etwas von ihr vorgeschlagen wird, ob ich es wirklich lesen will. Echt doof gelaufen. x.x
Jules :)

Samstag, 19. September 2015

Mucksmäuschenstill (Coco Zinva)

Huhu!

Der heutige Roman stammt von Coco Zinva, nennt sich "Mucksmäuschenstill" und wird frei publziert. Auf 340 Seiten wird die Geschichte von Valentin erzählt, der stumm ist und sich deshalb mit sozialen Kontakten sehr schwer tut.


Beschreibung:

Valentin ist stumm und deshalb fällt es ihm schwer, auf neue Leute zuzugehen. Oft hat er das Gefühl, wegen seiner Behinderung abgelehnt zu werden, weshalb er lieber gleich alleine bleibt.
Nur der allseits beliebte Leon scheint kein Problem damit zu haben und geht offen auf ihn zu. Obwohl er sich anfangs dagegen wehrt, verguckt sich Valentin in ihn - aber Leon scheint einfach nicht der Typ für eine Beziehung zu sein.

Meine Meinung:

Ein sehr schönes Buch! Die Probleme, die Valentin schon mit seiner Stummheit hat, werden wirklich richtig gut dargestellt. Man denkt immer, besser stumm als taub oder blind, aber das man auch dann im Alltag eingeschränkt ist, wenn man einfach nicht Sprechen kann, darüber denkt man häufig gar nicht nach. Deswegen finde ich es so schön, dass da auf viele Kleinigkeiten eingegangen wird, die verdeutlichen, dass auch das ein ganz schönes Hindernis sein kann. Gleichzeitig wird aber auch darauf eingegangen, dass Valentin sich das Leben teilweise selbst schwer macht und manche Dinge nur anders anpacken müsste, um sie bewältigen zu können. Er verändert sich auch innerhalb des Buchs, was seine Einstellung betrifft, wird offener und versteckt sich nicht mehr hinter seinem Leiden, was wirklich als sehr schöne Entwicklung dargestellt wird.
Auch schön entwickelt sich die Beziehung zwischen ihm und Leon. Es geht wirklich ganz langsam, beide halten noch an ihren Überzeugungen fest und lösen sich nur langsam davon – und das wird so nachvollziehbar und realistisch erzählt, dass man einfach nur begeistert sein kann.
Ich steh ja auf Drama, so lange es nicht zu viel wird. Und deswegen mochte ich auch die großen und kleinen Missverständnisse in dem Buch. Zugegeben, an mancher Stelle ist es vorhersehbar, weil man solche Dinge einfach ständig zu lesen bekommt, aber ich finde, das tut dem Buch keinen wirklichen Abbruch. Am Ende kann man dann auch noch ein Tränchen verdrücken – da schlägt mein Herz ja gleich höher.
Die Charaktere haben mir allesamt sehr gut gefallen, seien es nun die Hauptfiguren oder die Nebenfiguren. Sie alle hatten ihren Platz in der Geschichte und haben sie ausgeschmückt. Wirklich klasse.
Ich bin wirklich immer wieder begeistert von den Geschichten von Coco Zinva. Auch diese wieder ein echtes Must-Read!

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich empfehle es JEDEM!!! Ich liebe Coco Zinvas Geschichten eh so sehr und auch diese finde ich wieder wahnsinnig schön. Selbst Schuld, wenn man sie nicht liest, finde ich.

Da vereint sich wieder dieses "anders als andere" mit einer absolut süßen Liebesgeschichte - genau das, was ich so unheimlich gerne lese. Ich will mehr davon. Wenn ihr noch andere solcher Geschichten kennt, dann empfehlt sie mir doch bitte.
Jules :)

Mittwoch, 16. September 2015

Versteckspiel (Natalie Elter) [Q]

Hi Leute!

Die heutige Kurzgeschichte stammt von Natalie Elter, wurde frei publiziert und umfasst 9 Seiten. Sie nennt sich "Versteckspiel" und handelt von zwei Männenr, die ihrer Sehnscuht in einem Hotelzimmer nachgehen.
Dieses eBook behandelt das Thema BDSM.


Beschreibung:

Zwei Männer treffen sich anonym immer wieder in einem Hotelzimmer, um dort ihren tiefsten Gelüsten und Sehnsüchten nachzugehen. Es geht dabei nicht um Liebe, sondern nur um Lust, die sie woanders nicht bekommen können.

Meine Meinung:

Genau genommen handelt es sich bei der Geschichte rein um eine ausführlich beschriebene BDSM-Sexszene, die mir allerdings sehr gut gefallen hat. (Deswegen ist die Beschreibung auch so kurz ausgefallen. Ich hoffe, ihr seht es mir nach, aber was soll man da noch groß schreiben?) Trotz der Kürze erkennt man darin noch immer das Wesen der Szene und wird mitgerissen. Es ist auch sehr niveauvoll geschrieben, nicht auf eine ordinäre Art und Weise, sondern sehr anregend.
Obwohl eigentlich nicht viel dazu gesagt, wird, sagt die Geschichte zusammen mit dem Titel dann doch wieder viel aus. Es geht darum, seine Neigungen nur heimlich ausleben zu dürfen, sich vor der Öffentlichkeit verstecken zu müssen, weil Familie, Ansehen oder was auch immer sonst darunter leiden würde. Eigentlich ist es traurig, dass es dies heutzutage noch gibt, aber darum geht es jetzt nicht. Fakt ist: Es wird hier wirklich großartig mit eingebaut, ohne so richtig im Vordergrund zu stehen. Das macht das ganze nur noch bedeutungsvoller und hat mich wirklich positiv überrascht.
Viel mehr kann ich leider nicht sagen. Ich möchte nicht, dass die Geschichte den Eindruck erweckt, sie sei nichts sagend, nur weil ich nichts weiter zu erzählen weiß. Sie ist wirklich sehr lesenwert, nur eben hauptsächlich auf die Sexszene beschränkt. Und – wie oben schon gesagt – ist diese ansprechend und stilvoll geschrieben und absolut etwas für Fans dieses Subgenres. Dass sie zusätzlich noch einen ersten Hintergrund behandelt, macht die Geschichte nur noch besser. Am besten ihr lest sie einfach selbst, dann werdet ihr es selbst merken.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Natürlich empfehle ich die Geschichte erst ab 18 und nur an Fans von BDSM. Wer da aber eine gute Sexszene mit Hintergrund lesen will, ist hier goldrichtig.

Ob ihr es glaubt, oder nicht: Ich habe momentan weder Lust zum Lesen noch zum Bloggen. Rezensionen schreiben hält mich immer so auf - nervt. Und zum Lesen kann ich mich wieder so schwer aufraffen. Lieber schlafe ich. Keine Angst, das ist nur so eine Phase, die ich schon lange nicht mehr hatte, aber gerade merke ich es wieder ganz deutlich. Ich sollte mir selbst mal einen Arschtritt verpassen.
Jules :)

Montag, 14. September 2015

Interview mit Jill J. Jenkins [K]

Hallo meine Lieben!

Ich freue mich, euch heute wieder ein Interview präsentieren zu könne. Diesmal war Jill J. Jenkins bereit, mir ein paar Fragen zu beantworten. Ich danke ihr ganz sehr, dass sie sich dafür Zeit genommen hat und wünsche euch viel Spaß beim Lesen!



Liebe Jill,

1. es wäre schön, wenn du uns kurz verraten könntest, wer eigentlich hinter dem Namen Jill J. Jenkins steckt. Erzähl doch bitte ein klein wenig von dir.

Wer steckt hinter Jill? Eine ganz normale Frau aus der Mitte von Deutschland. Ich bin verheiratet und habe einen Sohn von 17 Jahren. Ich lebe mit meiner Familie am linken Niederrhein in der Nähe von Düsseldorf.

2. Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen und warum hast du für dich beschlossen, dich auf das Genre „Gay Romance“ festzulegen?

Da muss ich weit zurückgehen. Inspiriert wurde ich damals durch die Serie Twilight Zone. Ich muss cira elf oder zwölf Jahre alt gewesen sein, genau weiß ich es nicht mehr. Ich habe mir kleine übernatürliche Geschichten ausgedacht und mein Vater musste sie lesen. Er fand sie natürlich großartig, ob sie es wirklich waren, entzieht sich meiner Kenntnis. Mit Mitte zwanzig habe ich Familienanekdoten auf Papier festgehalten und dann kam mein Sohn zur Welt. Damit habe ich das Schreiben fürs Erste auf Eis gelegt. Viele Jahre später bin ich durch eine Serie zum Fan Fiktion Schreiben gekommen. Das waren durchweg Gay Geschichten. So hat alles angefangen.

3. Wie bekommst du das Schreiben und deinen Alltag unter einen Hut? Hast du gewisse Schreibzeiten oder schreibst du, wann immer es möglich ist?

Ich habe das Glück und kann mich Hauptberuflich dem Schreiben widmen. Mein Tagesablauf ist sehr strukturiert. Morgens überarbeite und korrigiere ich die Texte, erstelle Designs für die Cover und pflege die Homepage. Des Weiteren beantworte ich Mails und was sonst noch anfällt. Die Nachmittagszeit ist dem Schreiben neuer Romane vorbehalten. Das alles intrigiere ich in meinen Alltag und es klappt sehr gut.

4. Egal, welche meiner Rezensionen ich zu deinen Werken heranziehe, ich lobe eigentlich immer, dass deine Geschichten sehr alltagsbezogen sind. Lässt du dich dafür von deinem eigenen Alltag inspirieren oder woher kommen deine Ideen dazu?

Die Ideen zu den Romanen kommen zum großen Teil aus meinem Alltag. Wir haben eine sehr große Verwandtschaft, in der es meistens lustig zugeht. Da finden sich viele Inspirationen, die ich mit meinen Ideen ergänze.

5. In deinen Geschichten kommen ja die unterschiedlichsten Charaktere vor. Jetzt stell dir vor, du müsstest mit einer deiner Figuren in eine WG ziehen? Welche wäre das – und welche wäre es auf keinen Fall?

Eine interessante Frage. Ich denke, ich würde mit Marty in eine WG ziehen. Mit ihm wird es nie langweilig und ich würde viele Ideen für neue Romane sammeln können. Schwierig zu beantworten, mit wem ich auf keinen Fall zusammenziehen würde. Ich mag meine Figuren alle, von daher kann ich da keine klare Aussage zu treffen. Ich würde mich da für eine Randfigur entscheiden. Der Exfreund von Leeroy. Mit dem möchte ich keine Wohnung teilen.

6. In „Hilfe, Engel im Haus“, befinden wir uns ja auch ein wenig im Genre Fantasy. War das eher ein Experiment für dich oder dürfen wir uns bald schon auf noch mehr Engel, Vampire und Co. freuen?

Hilfe, Engel im Haus, wird fortgeführt, also darf man sich auf weitere Fantasy von mir freuen. Ob ich in diese Richtung eine neue Reihe beginne, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

7. Wie sieht es sonst so aus? Kommen in naher Zukunft neue Geschichten von dir auf den Markt und wenn ja, verrätst du uns schon ein wenig über sie?

Ja, für diese Jahr stehen noch zwei Romane an. Anfang Oktober erscheint der vierte Band der Jaysen / Leeroy Reihe und Weihnachten kommt ein Christmas Special zu Hilfe, Engel im Haus, heraus. Für 2016 sind ebenfalls schon Bücher in Planung. Ich darf verraten, dass es zu Entscheidung in Nicville eine Fortsetzung geben wird und Jaysen und Leeroy gehen in die fünfte Runde.



Wenn ihr jetzt Lust auf Jills Geschichten bekommen habt, dann schaut mal auf ihrem Blog vorbei. Dort findet ihr alle ihre Veröffentlichungen. Außerdem verlinke ich euch unten noch alle Rezensionen, die ich bisher zu ihren Büchern verfasst habe.
Jules :)

Samstag, 12. September 2015

Das graue Halsband (H. B. Pattskyn)

Hey ihr!

Das heutige Buch nennt sich „Das graue Halsband“, stammt von H. B. Pattskyn und erschien bei Dreamspinner Press. Es umfasst 283 Seiten und ist als eBook erhältlich. Es handelt von Jason, der auf einer Science Fiction Messe dem Dom Henry über den Weg läuft.


Beschreibung:

Jason entdeckt im Verkaufsraum einer Science-Fiction-Messe ein graues Halsband, dass er unbedingt haben möchte. Verführerischer ist nur Henry, der Besitzer des Standes. Dieser bittet Jason auch kurzerhand, ihm bei einer Demo zu assistieren und bringt damit den Stein ins Rollen. Das restliche Wochenende über verbringen die beiden damit, unverbindliche Sessions abzuhalten.
Jason fällt es nicht leicht, mit seiner neuen Identität klar zu kommen, möchte aber dennoch nichts lieber, als mit Henry zusammen zu sein. Nur weiß er nicht, ob er wirlich dessen Sklave sein kann.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist wirklich mal wieder ein richtig, richtig gutes Buch über BDSM. Ich habe in dem Genre ja jetzt schon viel gelesen und muss sagen, dieses Buch war mit eines der besten. Schon alleine, weil BDSM in dem Buch einfach wirklich sehr großartig dargestellt wird. Man geht einfach feinfühlig mit dem Thema um und beschreibt es als etwas, dass sehr viel mit Vertrauen und Verwantwortung zu tun hat. Sehr schön finde ich dabei, dass es nicht nur so dahin gesagt wird, sondern dass man es auch innerhalb der Sessions dann mitbekommt. Soll heißen, dass oft auf Kleinigkeiten eingegangen wird, die einfach unglaublich wichtig sind und oft gar keine Erwähnung finden. (Bestes Beispiel ist, dass beim Bondage ab und an nachgesehen wird, ob die Durchblutung noch vollständig gewährleistet ist.) Allgemein wird oft das Thema Gesundheit angesprochen und in dem Zusammenhang auch immer wieder Safer Sex und die Sache mit dem Kondom, die ich in vielen Gay Romance Büchern leider vermisse.
Zur Geschichte selbst: Es ist einfach ein sehr guter Aufbau in dem Buch vorhanden. Es geht recht langsam voran und man kann einfach mitverfolgen, wie sich nach und nach Gefühle zwischen den Beiden entwickeln. .Außerdem erkennt man auch die Wandlung, die Jason in dem Buch mitmacht. Wenn man vorher nie wusste, welche Ausmaße seine Neigung beinhaltet, dann akzeptiert man das nicht innerhalb weniger Minuten sondern muss sich damit – und folglich mit sich selbst – auseinander setzen. Und das wird hier gut dargestellt.
Auch sonst ist die Geschichte sehr niveauvoll gehalten. Es gibt viele gute Sexszenen, in denen die Sessions stilvoll beschrieben werden und trotzdem auch eine klare Hintergrundgeschichte, die das Buch sehr spannend macht. Ich habe es wirklich innerhalb einer Nacht durchgelesen, weil ich nicht aufhören konnte.
Ich finde auch, dass die Charaktere sehr liebevoll gestaltet sind. Gerade auch die Nebencharaktere. Sie nehmen alle einen gewissen Stellenwert in der Geschichte ein und sind nicht nur hübsches Beiwerk. Und auch wenn nicht alle in dem Buch sympathisch sind, so kann man sich das Buch auch nicht ohne sie vortellen.
Einfach alles in allem ein sehr lesenswertes Buch, zu dem ich auch keinerlei Kritik finde.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wer auf das BDSM-Genre steht, der ist hier definitiv richtig. Vor allem ist es aber auch etwas für Einsteiger. Ob man sich jetzt aufs Lesen beschränkt oder es selbst ausprobieren will, sei mal dahin gestellt, aber egal welchen Grund man hat, es zu lesen: Es stellt BDSM auf eine richtige Art und Weise dar und ist somit ein gutes Beispiel für die Szene.
Natürlich empfehle ich es aufgrund des Inhalts aber erst ab 18 Jahren.

Ich war schon lange nicht mehr so begeistert von einem Buch dieses Genres und dabei habe ich schon viel dazu gelesen. Im Prinzip kommt das schon sehr nahe an Violet Mascarpones Geschichten heran, die ich, wie ihr ja wisst, nahezu verehre.
Jules :)

Mittwoch, 9. September 2015

Freunde bis 30, dann...? (Pinco Pallino) [Q]

Huhu!

Diese Kurzgeschichte stammt von Pinco Pallino und erschien bei BookRix. Sie nennt sich „Freunde bis 30, dann…?“ und beschreibt auf 37 Seiten die Geschichte von Lukas der auf seinen Jugendfreund Johannes trifft, mit dem er einst ausgemacht hat: Wenn sie bis 30 nicht in festen Händen sind, werden sie miteinander schlafen.


Beschreibung:

Lukas und Johannes waren einst beste Freunde und obwohl sie beide schwul sind, waren sie nie zusammen. Aber sie haben ausgemacht: Wenn sie bis 30 nicht vergeben sind, dann werden sie miteinander schlafen.
Als sie nun tatsächlich wieder aufeinander treffen, ist Lukas Feuer und Flamme, dieses Versprechen in die Tat umzusetzen. Doch ob er es wirklich bei einem Mal belassen kann?

Meine Meinung:

Von dieser Geschichte habe ich mir leider mehr erhofft. Ich habe ja schon mal etwas von Pinco Pallino gelesen und war davon eigentlich sehr begeistert. Hier fand ich die Geschichte aber leider ein wenig komisch. Ich bin auch nicht so wirklich durchgestiegen. Irgendwie gab es in der Geschichte gewisse Wandlungen in der Beziehung der beiden Protagonisten, die ich nicht so wirklich nachvollziehen konnte. Zusätzlich ging es dann auch noch so schnell voran.
Gerade Johannes Charakter habe ich dann auch als sehr undurchsichtig empfunden. Am Anfang war er so abweisend und dann hat er sich aber doch wieder auf dieses ganze Liebesblabla eingelassen und man hat trotzdem nicht wirklich gewusst, was er eigentlich denkt. Und überhaupt kam das Liebesgeständnis auch sehr plötzlich.
Was auch doof war, war , dass es ständig nur um Sex ging. Entweder sie hatten Sex oder sie wollen Sex oder sie haben darüber gesprochen/nachgedacht, wann sie Sex oder eben keinen Sex hatten. Ich bin ja eigentlich schon für Sex in Geschichten, aber bitte nicht so penetrant.
Man hätte da definitiv ein wenig mehr draus machen können, weil die Grundidee der Geschichte gar nicht schlecht gewesen ist. Aber ein paar klärende Worte mehr und eine etwas langsamer voranschreitende Story hätten der Sache echt gut getan.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wer sich nicht an der Kürze stört, der wird hier vielleicht trotzdem seine Freude daran haben. Vielleicht bin ich auch nur so kritisch, weil ich mir einfach mehr erhofft hatte…

Diesen Monat habe ich irgendwie wenig Glücksgriffe gemacht, was meine Bücher anbelangt. Gerade die Quickies haben mich allesamt nicht zu 100% überzeugt.
Jules :)

Samstag, 5. September 2015

Live my life (Sam Nolan)

Huhu!

Heute geht es um "Live my life" von Sam Nolan. Diese Geschichte erschien bei BookRix und umfasst 184 Seiten. Sie handelt von Kai, der versucht, seinen besten Freund Elian ins Bett zu bekommen, nachdem er erfährt, dass dieser ebenfalls auf Männer steht.


Beschreibung:

Kai und Elian sind schon ewig beste Freunde. Doch seitdem Kai weiß, dass Elian ebenfalls auf Männer steht, versucht er, diesen ins Bett zu kriegen, was ihrer Freundschaft gar nicht gut tut. Denn Elian hat keine Lust auf schnellen Sex, sondern sucht nach der großen Liebe. Das er immer wieder abgewiesen wird, weckt in Kai jedoch seinen Kampfgeist. Bald jedoch muss er merken, dass er von Elian vielleicht noch mehr will, als nur schnellen Sex.

Meine Meinung:

Ich muss ja sagen, das Buch hat mich doch recht positiv überrascht. Wenn ihr euch daran erinnert, ich hatte ja schon zwei Bücher aus dieser Reihe vorgestellt und beim zweiten stark kritisiert, dass die Geschichte eigentlich fast die gleiche ist. Folglich hatte ich ziemlich Angst, dass es hier genauso werden würde und der einzige Grund, warum ich sie noch gelesen habe war, weil ich der Meinung war, der Sache noch eine Chance geben zu müssen, um objektiv darüber bloggen zu können.
Tatsächlich war die Geschichte hier dann aber komplett anders und hat zum Glück nicht in dieses Muster der anderen beiden Geschichten gepasst. Man konnte also auch nicht erahnen, wie es ausgeht und somit konnte sich auch wieder Spannung aufbauen. Das hat mir sehr gut gefallen.
Auch sonst habe ich an der Geschichte eigentlich nicht viel auszusetzen. Ich fand es sehr schön, dass es sehr langsam voran geht und sie nicht gleich zusammenfinden, weil ich das immer so affig finde, wenn alles so schnell geht und dann mit dem ultimativen Argument „Liebe auf den ersten Blick“ abgetan wird. Ich mag es mehr, wenn sich alles langsam aufbaut – das gibt einer Geschichte auch mehr Spannung.
Trotzdem ist der Stil noch ein wenig ausbaufähig. Das klingt jetzt schlimmer, als ich es meine, es ist nur so, dass manchmal einfach das Geschehen zusammengefasst wird oder nur noch mal nacherzählt wird, statt den Leser direkt daran teilhaben zu lassen. Das finde ich nicht so schön. Oder anders: Man hat daran teil, dann wird die Sichtweise gewechselt und es noch mal erzählt, was ja in dem Moment eigentlich unnötig ist.
Obwohl ich prinzipiell sehr schön fand, dass im Buch die Sichtweise gewechselt hat. Ich mag es, wenn man von beiden Beteiligten einen Eindruck vom Geschehen vermittelt bekommt.
Leider ist mir aufgefallen, dass es doch die eine oder andere parallele zu den anderen Geschichten der Reihe gibt. Jetzt natürlich nicht, weil die Geschichten miteinander verwoben sind, sondern von den Geschehnissen her: Es passieren zwar andere Dinge, aber manche ähneln sich dann schon stark und das stört mich einfach ein wenig. Ich mag nicht immer das Gleiche lesen.
Was mich auch sehr gestört hat, war das Ende. Ich hätte es eigentlich am liebsten gehabt, die beiden finden zusammen und damit wäre es abgeschlossen gewesen. Stattdessen kam am Ende noch mal ein wirklicher Hammer, der einfach nicht hätte sein müssen. Ganz zu schweigen von den Geschehnissen nach dieser Sache, die mir persönlich einfach zu kitschig waren. Ich mag jetzt nichts vorwegnehmen, aber vielleicht könnt ihr es euch auch denken, ihr kennt mich ja und wisst, was ich absolut gar nicht abhaben kann. Die Krönung war dann übrigens noch der zweite Teil. Die Geschichte ist nämlich in zwei Teile gegliedert und während der erste Teil sich um Kai und Elian dreht, wird der zweite Teil noch mal aus Tristans Sicht beschrieben. Dieser ist der Bruder von Elian und Hauptfigur in einem anderen Teil dieser Reihe (-> „Just a lovesong“). Im Prinzip erfährt man in dem Teil dann noch, wie es mit Kai und Elian weitergeht, aber auch, was aus Tristan und Maximilian wird. Und dann wird es – wenn möglich – noch kitschiger und damit war der Punkt bei mir erreicht, an dem ich nicht mehr weiterlesen wollte. Obwohl es irgendwie total blöd klingt, habe ich das Buch dann also bei dem letzten Kapitel abgebrochen, bzw. habe die meisten Seiten übersprungen und nur noch die letzten Zeilen gelesen.
Auch das klingt jetzt wieder härter, als es gemeint ist, aber für mich geht so was einfach gar nicht. Ich bin eigentlich schon für Romantik zu haben, aber irgendwo hört es einfach auf und ich finde so einen Schluss einfach immer so absolut unpassend, weil es meistens einfach zu viel ist. Und auch hier fand ich es einfach zu viel. Kann gut sein, dass andere Leute es gut finden, aber ich kann damit leider gar nichts anfangen.
Was noch gesagt werden muss: Ich habe ja angesprochen, dass es sich hier um einen Teil einer Reihe handelt. Wenn ihr die Rezensionen dazu nicht kennt, dann sei hier noch mal gesagt, dass die Geschichten alle in sich abgeschlossen sind und auch gelesen werden können, wenn man die anderen Bücher nicht kennt. Alles, was man aus den anderen Büchern wissen muss, wird noch mal gesagt und ansonsten sind es wirklich unabhängige Geschichten.
Ich habe auch nicht alle Teile gelesen und die, die ich gelesen habe, nicht in der Reihenfolge, wie sie erschienen sind und hatte keinerlei Nachteil.
Wer sich für die Rezensionen der Teile interessiert, die ich bereits gelesen habe, kann hier klicken:

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Prinzipiell hat mir das Buch gut gefallen und ich kann es jedem Gay Romance Fan empfehlen. Gerade auch, weil es recht lange ist und nicht nur ein kurzes Leseerlebnis bietet. Wenn ihr ähnlich gestrickt seid, wie ich, dann werdet ihr den Schluss vielleicht kitschig finden, aber ihr solltet euch davon nicht abschrecken lassen. Notfalls müsst ihr ja den zweiten Teil nicht lesen, das sind eh nur 3 Kapitel. Der Rest ist echt okay. Wer auf seeehr romantische Enden steht, wird dieses sicher lieben.

Ich verstehe mich ja manchmal selbst nicht wirklich. Es kommt so oft vor, dass mir jemand sagt, er fand das und das Buch total klasse und romantisch, während ich es einfach nur unerträglich kitschig fand. Dann zweifle ich immer ein wenig an mir selbst. Habe ich echt so andere Ansichten? Mein Trost ist, dass ich nicht alleine damit bin. Sagte nicht einst schon Albert Einstein: „Eine Frage raubt mir den Verstand: Bin ich verrückt, oder alle anderen im Land?“
Jules :)

Mittwoch, 2. September 2015

Wirklich nur Freundschaft (Gerry Stratmann/Nathan Jaeger) [Q]

Hallo ihr Lieben!

Die heutige Kurzgeschichte von Gerry Stratmanns und Nathan Jaegers nennt sich "Wirklich nur Freundschaft", umfasst 21 Seiten und handelt von Keith, der den Fremden von der Obsttheke nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Das eBook erschien in der Gay-fusioN GbR.


Beschreibung:

Seit Keith dem Fremden an der Obsttheke begegnet ist, bekommt er ihn nicht merh aus dem Kopf. Obwohl er ihn voller Abscheu angesehen hat, möchte Keith ihn wiedersehen. Und das, wo er selbst doch auch keine Nähe zulassen möchte.

 Meine Meinung:

Also... Erstmal vorweg noch zur Info: diese Geschichte ist wieder in zwei Teile geteilt. Einmal aus der Sicht von Keith und dann noch aus der von Lane (dem Fremden von der Obsttheke). Prinzipiell mag ich sowas ja immer, weil man so beide Sichtweisen kennt und ich finde, dass es die Geschichte so nochmal richtig schön beleuchtet.
Das ist aber leider eines der wenigen Dinge, die ich wirklich loben kann. Ansonsten muss ich gestehen, dass mich die Geschichte nicht so überzeugt hat. Ich fand einfach, der Schreibstil liest sich - bei beiden Seiten - eher wie ein Bericht. Es reißt einen als Leser einfach nicht so richtig mit. Es werden zwar ständig Gefühle, Gedanken und Sachverhalte geschildert, aber man kann sich trotzdem nicht in die Geschichte fallen lassen und mitfühlen.
Es wird auch ständig erzählt, dass sie sich bei dem jeweils anderne total gehen lassen und sie selbst sein können, ohne ihre jahrelang anbehaltenen Masken, aber warum es eigentlich so ist, ist nicht wirklich nachvollziehbar. Es wird halt einfach gesagt.
Man weiß auch nicht, wie die Beziehung zwischen den beiden jetzt eigentlich definiert wird. Anscheinend ist es nur Freundschaft, aber auf so einer tiefen Ebene, dass es schon wieder Seelenverwandschaft ist - oder ist es doch Liebe. Ich mag so ungeklärte Sachen einfach nicht. Ich würde jetzt auf Seelenverwandschaft tippen - rein, weil es mir in der Beschreibung ihrer Beziehung so vorkommt. Und ich finde, so wie es beschrieben wird, ist es schon etwas ganz tolles. Nur müsste man es jetzt nicht nur lesen, sondern auch beim Lesen fühlen - dann wäre es perfekt.
Ich weiß nicht, ich komme mir schon wieder total doof vor, weil ich auf Amazon eigentlich durchweg äußert positive Reaktionen gelesen habe. Keine Ahnung, aber bei mir springt der Funke überhaupt nicht über.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ja, gut. Für Fans ist es allemal was und wer sich für die Geschichte interessiert, soll sich von mir jetzt nicht abgeschreckt fühlen. Ich möchte jetzt auch nicht abraten, aber ich finde, es wird halt viel gesagt und wenig kann man wirklich nachvollziehen. Wenn ihr aber nicht auf gefühlsduseligen Kram steht und euch an sowas also nicht stört, dann werdet ihr die Geschichte sicher mögen.

Ich weiß ja, dass ich sehr anspruchsvoll bin, aber dass meine Meinung so gänzlich von der aller anderen abweicht, gibt mir schon zu denken. Nur mag ich halt auch nichts beschönigen, nur weil es alle andere toll finden. Wenn einem was nicht gefällt, muss man das auch sagen! Sonst wäre meine Rezi ja auch nicht ehrlich, würde ich das nicht tun.
Jules :)