Samstag, 31. Oktober 2015

Happy Halloween!

Hi ihr,

ich wünsche euch ein schönes Halloween!
Ich liebe dieses Fest einfach total und genieße es jedes Jahr wieder. Wenn ihr eine gute Lektüre für diesen Abend sucht, dann empfehle ich euch "Eine Nacht in der Hölle". Die Rezi dazu gab es heute, schaut mal vorbei.

Jules :)


Eine Nacht in der Hölle (Nate Southard) [Q]

Fröhliches Halloween, ihr Lieben!

Hab ich schon erwähnt, dass ich Halloween liebe? Deswegen musste natürlich etwas her, dass ich euch an diesem Tag bieten kann und ich denke, ich bin fündig geworden. Deshalb gibt es heute die Rezension zur Kurzgeschichte "Eine Nacht in der Hölle" von Nate Southard. Diese erschien bei Festa und umfasst 79 Seiten. Handeln tut sie von Dillon, dessen Teamkollegen erfahren, dass er eine Beziehung mit einem Jungen führt.


Beschreibung:

Dillon ist Footballspieler und dabei wirklich erfolgreich. Alles kein Problem für seinen Kumpel Kevin, bis dieser herausfindet, dass Dillon eine heimliche Beziehung zu Randy hat - also einem Jungen. Das eine "Schwuchtel" besser ist als er, kann Kevin nicht auf sich sitzen lassen. Deshalb enführt er Dillon und Randy kurzerhand, um sie zu demütigen und ihnen eine Lektion zu erteilen. Doch dann eskaliert die Situation...

Meine Meinung:

Also... Ich liebe sowas ja wirklich, aber dieses Buch hat mich an meine Grenzen gebracht. Und ich dachte, ich habe gar keine, haha. Mir war beim Lesen teilweise wirklich schlecht. Es wird halt auch echt kein Blatt vor den Mund genommen und genau beschrieben. Splatter machen mir ja eigentlich nicht viel aus, ich finde sie eher witzig, aber ich habe festgestellt, dass es etwas anderes ist, das ganze zu lesen und sich in seiner Fantasie selber auszumalen als es nur in übertriebenen Szenen im Kino bzw. TV zu sehen. Es ist einfach irgendwie ekliger, sich das selbst auszumalen und dadurch erlebt man es einfach extremer.
Nate Southard hat aber auch eine gute Art, etwas zu schildern. Wirklich wie in einem Horrorfilm und ein bisschen krank. Also, ihr wisst schon. Ich meine das, in diesem Fall, positiv. Auf jeden Fall checkt man die kranken Gedanken der Protagonisten und weiß, wieso was passiert. Es zeigt eben, wie eine Situation aus dem Ruder laufen kann, gerade, wenn einer noch ein hiemlicher Psychopath ist. Aber dadurch, dass man es so nachvollziehen kann, wirkt es echt und ich glaube, das war das, was mir bei dem Buch so eine Gänsehaut beschehrt hat.
Fakt ist jedenfalls, dass es nichts für schwache Gemüter ist. Ich meine das echt ernst. Man muss schon was vertragen können. Wenn man das aber tut, dann wird man sicher daran gefallen finden. Es ist kein klassicher Horror, sondern eher Splatter, aber aus den oben genannten Gründen dann doch recht gruselig. Und es ist wirklich gut gemacht. Sehr durchdacht und trotz dessen, dass es mehr oder weniger nur um Blut vergießen geht, auch irgendwie spannend.
Ich finde es übrigens gut, dass es so eine kurze Geschichte ist. So ist von der ersten bis zur letzten Sekunde Spannung da und man hat keine Atempause - eigentlich das, was man ja auch von einem Horrorfilm erwarten würde. Ich bin echt begeistert und kann es nur empfehlen.
Hab ich Kritik? Eigentlich nicht. Es ist wahrscheinlich nicht all zu realistisch, aber wäre es das, wäre es kein Horror. Zumal ich tatsächlich finde, dass es auch nicht wirklich unrealistisch ist - das ist ja das erschreckende an dem Buch.
Das einzige: Man hatte kein konkretes Bild der Protagonisten vor Augen, weil sie nicht beschrieben wurden. Man spinnt sich so zwar selbst etwas zusammen, aber ich hätte es - in diesem Punkt - gerne etwas detaillierter gehabt.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Also noch mal: Nur lesen, wenn man es auch verträgt. Und vor allem, frühstestens ab 16 Jahren.

Genau sowas habe ich immer schon gesucht. Eine Spur Horror und dazu schwule Protagonisten. Warum gibt es sowas so wenig? Ich liebe sowas halt echt sehr und hätte gerne viel mehr davon.
Jules :)

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Wie Flammen im Regen (T. S. Nightsoul)

Hallo!

Diesesmal geht es um das Buch "Wie Flammen im Regen" von T. S. Nightsoul, welches 232 Seiten umfasst und frei publiziert wird. Es handelt von Trey, dessen ehemaliger Schwarm Narvik plötzlich sein Vorgesetzter ist.


Beschreibung:

Weil Trey einseitig in Narvik verliebt war, ist er vor einem Jahr vor ihm geflüchtet und hat den Kontakt abgebrochen. Umso entsetzter ist er deshalb, als dieser plötzlich vor ihm steht und sein neuer Vorgesetzter sein soll. Auch so hat er durch seine Sprechstörung schon genug Probleme und nun will Narvik auch noch Erklärungen vür sein Verhalten, obwohl Trey sich einfach nicht richtig ausdrücken kann.
Dann erscheint auch noch Ronny auf der Bildfläche, der ebenfalls Interesse an Trey zeigt.

Meine Meinung:

Diese Geschichte hat mir eigentlich sehr gut gefallen. Ich finde einfach, sie besitzt einen schönen Schreibstil, der gut zu der Geschichte passt. Egal welche Emotion es ist, sie kommt gut rüber und der Leser kann sich wirklich in den Protagonisten einfühlen. Es ist auch nicht so, dass alles in der Geschichte total toll ist, stattdessen gibt es sehr viel Traurigkeit, Frustration und Verzweiflung, was alles sehr gut rüberkommt und einen irgendwie gefangen nimmt. Man fiebert einfach so sehr mit Trey und Narvik mit, in der Hoffnung, es kommen für sie wieder bessere Zeiten, dass das Buch automatisch spannend wird.
Aber auch so ist es sehr spannend. Owohl es alles sehr langsam und durchdacht vorangeht und sie nur kleine Schritte machen, passiert doch immer irgendetwas, so dass man nie gelangweilt ist und immer wissen will, wie es weitergeht.
Ganz großartig ist auch, wie sich Treys Sprachstörung auf die Geschichte auswirkt. Sie ist nicht nur da, sondern sorgt auch dafür, dass er nicht über seine Probleme reden mag, es zu Missverständnissen kommt und lange keine Aussprache stattfindet.
Es wird auch ganz deutlich, wie Trey darunter leidet und es ihn auch im Alltag wirklich hemmt. Manchmal reagiert er dadurch ganz anders, als man es erwartet, was einen teilweise ein wenig frustriert, was aber auch einfach so gut zu der Situation passt.
Dadurch, dass die Geschichte abwechselnd aus Treys und aus Narviks Sicht erzählt wird, kann man sich in beide gut reinfühlen und erlebt dieses Auf und Ab der Beziehung noch viel intensiver.
Was ich auch mochte, waren die Sexszenen. Obwohl sie nicht immer super ausführlich sind, finde ich sie sehr schön und sie passen irgendwie gut in die Geschichte.
Einzig Ronny tut mir wirklich leid, weil er der einzige ist, der nicht wirklich sein Glück findet, obwohl ich seinen Charakter irgendwie sehr mag.
Allgemein muss man sagen, dass die C haraktere alle sehr liebenswert sind, auch die Nebencharaktere. Oder vielleicht ist liebenswert nicht der richtige Ausdruck, sagen wir eher: Sie fügen sich alle prima in den Storyverlauf und runden damit das Buch wirklich gut ab.
Wirkliche Kritik habe ich an dem Buch keine.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Das Buch beschreibt jetzt nicht das blühende Leben sondern eher die Verzweiflung, die eine unerwiderte Liebe mit sich bringen kann. Wenn man aber nicht zwingend nur Kritsch und Sonnenschein braucht, sondern auch mal ein eher tiefgründigeres Buch lesen will, ist man hier richtig. Ich will es euch wirklich empfehlen, weil ich die Stimmung darin so klasse fand.

Mal wieder ein Buch, in dem der Prota nicht makellos ist. Sowas gefällt mir immer sehr gut, wie ihr wisst. Und das macht es gleich noch toller.
Jules :)

Montag, 26. Oktober 2015

Ben: Liebe am Abgrund (Kooky Rooster)

Hey ihr!

Das heutige Buch nennt sich "Ben: Liebe am Abgrund" und stammt von Kooky Rooster. Es erschien bei BookRix und umfasst 304 Seiten. Handeln tut es von Ben, der unter seinem Bruder Jochen zu leiden hat, bis Paul in sein Leben tritt.


Beschreibung:

Ben ist Heulsuse, Bettnässer und "Mädchen" in einem. Und das nur, weil er unter seinem Bruder Jochen zu leiden hat, der keine Chance auslässt, ihn zu demütigen und einzuschüchtern. Das er bei allen anderen Leuten als Held gilt, trägt nicht zu Bens Rettung bei. Wohl aber Paul. Diesen lernt Ben eines Nachts kennen und mit ihm kommt auch die Hoffnung. Doch eines hat Ben mittlerweile gelernt: dass alles Hoffen vergebens ist.

Meine Meinung: 

Puh, dieses Buch hat mich geschafft. Im positiven Sinne natürlich. Ich hatte nicht erwartet, dass es dermaßen psycho werden würde und als ich dann gemerkt habe, dass dem so ist, habe ich es geliebt. Es ist so, dass in dem Buch sehr viel psychische Folter dargestellt wird. Natürlich wird es auch mal körperlich, aber das meiste geschieht psychisch und es Bedarf schn einigem Können, so etwas auch gut auf Papier zu bringen, so dass dieses Grauen beim Leser ankommt. Bei mir ist es definitiv angekommen, mir war teilweise richtig schlecht und ich habe mich ähnlich verzweifelt gefühlt wie Ben. Es wird auch wirklich sehr gut geschildert, wie Ben darunter leidet und seine Psyche dadurch angegriffen wird. Der Stil trägt da wirklich wesentlich zu bei. Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, aber er passt sich eben der Situation an und sorgt dafür, dass die Eindrücke noch verstärkt werden.
Ich mag einfach, wie man Bens Verzweiflung spürt und mit ihm mitleidet, wenn wieder einen Rückschlag einstecken muss. Aber ich mag auch, wie nach und nach so etrwas wie Kampfeswille in ihm aufkommt und er einfach nur noch all das hinter sich lassen möchte.
Am Anfang hat mich das Buch ein wenig verwirrt, weil zwischen verschiedenen Sequenzen hin und her geswitcht wird, so dass man als Leser gar nicht weiß, was los ist. Aber das ist nicht schlecht, sondern sehr gut, weil man nach und nach ein gutes Gesamtbild von der Situation bekommt, bis die Geschichte eben richtig in der Gegenwart ankommt.
Ein paar Sachen sind leider ein wenig undurchsichtig geblieben. Ich weiß nicht so genau, ob ich das irgendwie überlesen habe, aber ich bin irgendwie nicht so ganz mitgekommen, was es genau mit Lena und Sven (zwei, ich sag mal Nebenfiguren) auf sich hatte. Sie werden halt immer mal erwähnt und es wird auch kurz gesagt, wer sie sind und was mit ihnen passiert ist, aber nicht so fokussiert und dann hätte ich da doch gerne noch mehr Info dazu gehabt.
Vielleicht noch zu den anderen Figuren. Jochen wird sehr toll als Psychopath. Es muss nicht erst gesagt werden, man erkennt es schon an der ganzen Art, wie er und sein Tun beschrieben werden.
Bei Paul fand ich gut, dass man zwar erkennt, dass er Ben unbedingt retten möchte, aber selbst noch mit sich und seinen Dämonen zu kämpfen hat.
Auch die Nebenfiguren waren wirklich super, haben ihren Platz in der Geschichte gehabt und irgendwie zur Story beigetragen.
Vielleicht ist das nur mein kranker Humor, vielleicht ist es gewollt oder ich weiß nciht, aber manchmal musste ich trotz der schrecklichen Dinge im Buch noch lachen. Einfach, weil sie Situation in ihrer ganzen Grausamkeit etwas groteskes hatte oder warum auch immer. Nicht, dass das Buch jetzt viel mit Humor zu tun hätte aber trotzdem... Es macht einen nicht gänzlich depressiv, auch wenn viel Leid und Schrecken darin vorkommt.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Es klingt immer blöd, wenn ich sag: Man muss es halt mögen. Ich sag es mal so: Man muss sich klar sein, dass es hier schon echt psycho zu geht und man muss solche Psychogeschichten mögen. Dann ist man hier goldrichtig, weil Kooky Rooster dieses Genre wirklich wunderbar beherrscht.
Ich empfehle es mal ab 16 Jahren, weil es doch schon heftig ist.

Gnihihihi, Halloween rückt näher, Leute! :) Ich freue mich und ihr müsst euch auch freuen!
Jules :)

Samstag, 24. Oktober 2015

Guards of Folsom: Berührt (SJD Peterson)

So meine Lieben!

Heute endlich die Rezension zu "Guards of Folsom: Berührt" von SJD Peterson. Das Buch erschien im Cursed Verlag und umfasst 288 Seiten. Es handelt von Micah, der auf der Suche nach einem Dom ist, der mit seiner Konzentrationsschwäche umgehen kann.


Beschreibung:

Weil Micah eine Konzentrationsschwäche hat, braucht er einen Dom, der damit richtig umgehen kann. In Tackett glaubt er diesen gefunden zu haben, aber Tackett ist nicht auf der Suche nach einem Vollzeitsub und glaubt auch nicht, Micah wirklich helfen zu können. Dennoch lässt er sich auf den Deal ein, es zwei Wochen zu probieren und ahnt dabei nicht, dass die zwei Wochen schon ausreichen, ihn mehr zu berühren, als je erwartet.

Meine Meinung:

Wieder so eine schwierige Rezension, finde ich. Ich muss gestehen, dass ich von dem Buch ein wenig mehr erwartet habe. Die anderen BDSM-Bücher in dem Verlag gehören ja zu meinen absoluten Lieblingen und irgendwie habe ich erwartet, dass sich dieses Buch da anstandslos mit einreihen wird. Leider war dem dann nicht ganz so.
Dabei gab es sehr schöne Elemente, die mir wirklich gut gefallen haben. Zum Beispiel wird deutlich, wie der Dom auf den Sub einwirken und ihn auch positiv verändern kann. Micah hat ja mit seinem ADHS schon ziemliche Probleme und ich finde es schön, dass da tatsächlich etwas bewirkt werden kann, wenn man als Dom richtig damit umgeht. Natürlich ist jetzt eine BDSM-Beziehung keine Lösung für ADHS, aber ihr wisst hoffentlich, was ich meine. Es ist eine Variante, da etwas gegen zu arbeiten und das wird eben sehr gut aufgezeit in dem Buch. Außerdem zeigt es dadurch auch irgendwie gut, welche Verantwortung der Dom gegenüber seinen Sub hat.
Man  muss auch einfach sagen, dass es ein interessantes Thema ist. Ich fand es wirklich spannend, zu lesen, wie BDSM sich auf Micahs ADHS auswirkt. Auf sowas muss man ja auch erst mal kommen und das fand ich wirklich top an dem Buch.
Allerdings muss ich wirklich sagen, dass es mir für ein BDSM-Buch irgendwie einfach zu wenig BDSM beinhaltet hat. Irgendwie hatte es so viele Kuschelelemente, dass der wirke BDSM-Teil einfach untergegangen ist, finde ich. Tackett war mir auch einfach oft zu nachsichtig mit Micah - gerade noch, weil das irgendwie paradox ist, da in dem Buch ja häufig erklärt wird, dass Tackett es gerne streng und hart mag. Diesen Eindruck hatte ich durch sein Verhalten leider gar nicht. Irgendwie hieß es dann auch immer, Micah braucht es hart, aber dann hat er das Kuschel doch auch wieder genossen und das hat mich einfach sehr irritiert.
Dann noch etwas: Das ist jetzt einfach Geschmackssache und ich will es auch wirklich nicht verurteilen. Es mag sicher sein, dass es so etwas auch im echten Leben gibt und wer das mag, der soll es tun, aber für mich persönlich ist das irgendwie ein No Go, wenn der Sub den Dom... penetriert. Ich würde das nie in der Beziehung wollen, weil das die Rollenverteilung für mich ins Schwanken bringen würde. Aber ich will es auch nicht kritisieren, weil da sicher jeder eine andere Ansicht hat. Nur vielleicht denkt ja noch wer wie ich und dann möchte ich es halt einfach angesprochen haben.
Leider waren das genau die Sachen, die mich bei den Szenen daran gehindert haben, mich richtig mitreißen zu lassen.
Ich will damit aber nicht sagen, dass die Sexszenen nicht heiß waren, denn das waren sie zweifelsohne trotzdem. Für mich halt leider nur ein wenig zu... soft.
Die Charaktere... Tackett mochte ich eignetlich sehr, bei Micah war ich ein wenig irritiert. Anfangs fand ich einfach, dass er sich nicht wie ein Sub benimmt und konnte mit ihm nicht viel anfangen. Dann wurde es aber in der Geschichte auch thematisiert und irgendwie habe ich dann auch verstanden, dass er das wegen seiner Konzentrationsschwäche nicht anders kann und ab diesem Punkt mochte ich ihn dann auch. Ich finde es halt auch eine großartige Leistung, jemanden mit ADHS darzustellen. Er fällt ja auch nicht aus seiner Rolle heraus und benimmt sich plötzlich gegenteilig oder so - und das finde ich dann doch schon sehr lobenswert an dem Buch.
Natürlich ist das trotzdem etwas verwirrend, wenn ein Sub so gar nicht devot auftritt. Aber mit der Zeit wird er einfach liebenswert und das ist ja das wichtigste.


Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich denke, man muss bei diesem Buch wirklich das Thema ADHS dahinter sehen, um richtig in die Geschichte finden zu können. Dann kann man einige Elemente eher nachvollziehen und merkt erstmal, wie gelungen es an diesen Stellen ist. Dass es aber für ein BDSM-Buch zu viel Gekuschel und zu wenig richtige Szenen hatte, finde ich aber trotzdem. Es kommt wohl einfach auf euren Geschmack an, ob ihr das Buch nun lesen wollte oder nicht. Ich glaube, es ist schon lesenswert, aber eben nicht das typsiche BDSM-Buch, dass man vielleicht erwartet.

Ich weiß, ich bin nicht 100%ig von dem Buch überzeugt, aber trotzdem hat es mich soweit überzeugt, dass ich mich schlau gemacht und gelesen habe, dass es noch mehr Bände von "Guards of Folsom" gibt und diese ganz unterschiedliche Dinge aus der Szene beleuchten. Und auf diese freue ich mich wirklich. Zumindest hoffe ich darauf und gehe einfach davon aus, dass der Verlag diese Bücher auch noch in sein Sortiment aufnimmt, sonst wäre ich wirklich enttäuscht.
Jules :)

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Froschprinz (Isabel Shtar)

Hey ihr Lieben!

Meine heutige Rezension befasst sich mit Isabel Shtars Buch "Froschprinz". Dieses erschien im Cursed Verlag, umfasst 688 Seiten und handelt von Ludwig, der sich mit seinem Nachbar Paul rumschlagen muss.


Beschreibung:

Ludwig ist endlich volljährig und kann die Schwulenszene unsicher machen. Sein Plan: Endlich Sex haben. Das gestaltet sich als Jungfrau nur gar nicht so leicht. 
Und dann zieht ins Nachbarshaus auch noch Paul ein. Den kennt er aus dem Club, in dem sich dieser in Ludwigs Augen wie eine echte Schlampe aufführt. Plötzlich ist Paul überall und strapaziert Ludwigs Nerven damit bis auf das Äußerste.

Meine Meinung: 

Was für ein tolles Buch!
Ich weiß gar nicht, wo ich mit dem Loben anfangen soll. Zunächst finde ich einfach klasse, dass es so wunderbar dick ist und folglich eine Geschichte beinhaltet, die sich nicht schnell entwickelt, sondern schön nach und nach. Dadurch wirkt es gleich viel spannender, es fesselt einen und es bietet einem vor allem auch etwas. Für mich nämlich die perfekte Zusammensetzung, die ein Buch haben kann. Es ist eine Alltagsgeschichte, die ohne Kitsch und Romantik auskommt und dabei immernoch süß ist. Dafür bietet sie auch noch eine klasse Spur Humor, was ich immer begrüße. Sie wirkt für mich einfach wie aus dem Leben gerissen. Ludwig und seine liebenswerte Familie könnten auch nebenan wohnen, so greifbar werden sie dargestellt.
Es ist einfach schön zu sehen, wie auch alles ineinander passt, trotz der komplexen Geschichte. Angefangen schon bei den Nebencharakteren, die das ganze nicht nur schmücken, sondern auch wirklich etwas zur Geschichte beitragen. Überhaupt geschieht sehr viel und nichts ist irgendwie unnötig, sondern gehört irgendwie zu der Story dazu. Das finde ich echt klasse.
Und dann ist es auch einfach schön zu sehen, wie sich Ludiwg und Paul erst anfeinden und dann annähern. Gerade Paul ist ja schon eine Marke für sich und gerade seine Wandlung mitzumachen, sein Innerstes zu erkunden und nach und nach zu verstehen, das ist schon wirklich spannend und ein guter Grund, das Buch nicht so schnell wieder aus der Hand zu legen.
Es ist auch toll, dass er nicht sofort komplett umschaltet, sondern dass man erkennen kann, dass es für ihn ein schwieriger Prozess ist und wie Ludwig ihm dabei helfen kann. Man kann wirklich erkennen, wie es eine Freundschaft und eben mehr wird und obwohl die Gefühle nicht ausgesprochen werden, sind sie für einen dann schon greifbar. Echt klasse.
Dann gibt es auch noch Sexszenen! Da freue ich mich ja immer ganz besonders, wenn sowas auftaucht und dann auch noch gut beschrieben wird. Also ich kann selbst da nicht meckern.
Und auch sonst fällt mir so spontan kein Kritikpunkt ein. 

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Also ich finde ja, man sollte das Buch unbedingt lesen! Vor allem, wenn man eben auf vielseitige Geschichten steht, die nicht immer super schnell und super 0-8-15 ablaufen. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass sie jemanden gar nicht gefallen kann.

Ich muss mich ja echt mal so ganz allgemein bei euch bedanken, dass ihr mir immer so gut Zuspruch leistet. Ich habe ja oft Angst, dass ihr meine Rezensionen für abgedreht haltet, weil ich z. B. mal etwas scheiße finde, was jeder andere zu mögen scheint. Danke, dass ihr gerade das wertschätzt und danke, dass ihr mir auch mal sagt, dass es euch ähnlich geht und mich damit nicht alleine wie das schwarze Schaf dastehen lasst.
Jules :)

Montag, 19. Oktober 2015

Fesseln der Gewalt (Rigor Mortis/France Carol) [Q]

Hey!

Heute gibt es die Rezension zu "Fesseln der Gewalt" von Rigor Mortis und France Carol. Wer sie als eBook liest, beachtet bitte: Dort ist sie in zwei Teile aufgeteilt. Der erste umfasst 46 Seiten, der zweite 54. Sie wird frei publiziert und handelt von Servan, der sich an seinem ehemaligen Peiniger Oliver rächen möchte, in dem er dessen Sohn entführt.
Ich habe es in Teilen gelesen und rezensiere deshalb auch in Teilen. Eigentlich wollte ich das über zwei Wochen verteilt tun, aber aus Gründen gibt es jetzt eine zusammengefasste Rezension.


Beschreibung:

Teil 1:
Servan möchte sich an seinem ehemaligen Peiniger damit rächen, dessen Sohn Vinzent zu entführen. Dabei lässt er keine Gnade walten und schreckt auch nicht davor zurück, Vinzent zu foltern. Dieser versucht verzweifelt, zu seinem Entführer durchzudringen, um sein Leben zu retten.

Teil 2:
Vinzent konnte entkommen, kann aber seinem Vater aber nicht verzeihen. Zudem muss er sich noch damit auseinander setzen, dass er Mitgefühlt mit Servan verspürt. Als sich die Situation mit seinem Vater zuspitzt, ist es auch noch ausgerechnet Servan, der eingreift.


Meine Meinung:

Teil 1: 
In diesem Teil geht es um die Entführung. Besonders gelungen finde ich darin, dass man den Hass spürt, den Servan auf Oliver hat. Es wird eben gut beschrieben, wie er sich jahrelang seine Rache ausgemalt hat, alles gut geplant hat und nun endlich zuschlagen kann. Aber man sieht eben auch fast sofort, dass er nicht so eiskalt sein kann, wie Oliver es war und dass es ihm zusetzt, Vinzent ebenso viel Schmerz zuzufügen, wie Oliver ihm einst. Man merkt auch, wie sie sich annähern, obwohl ja eigentlich so etwas Schreckliches zwischen ihnen steht. Wie diese Widersprüchlichkeit dargestellt wird, hat mir gut gefallen. Zudem es sich um einen wirklichen Prozess handelt, in dem es Vinzent gelingt, Servan wieder zu sich kommen zu lassen.
Die Folterszenen werden recht ausführlich dargestellt. Ich habe zwar auch schon ausführlicher gelesen, aber ich denke so ist es okay.

Teil 2:
In diesem Teil mochte ich, wie beide mit sich hadern, weil sie doch irgendwie Gefühle für den anderen hegen. Man merkt deutlich, dass Servan nicht weiß, wie er mit positiven Gefühlen umgehen muss, während Vinzent sich selbst nicht versteht, dass er Servan mag, obwohl dieser ihn so gequält hat.
Zugegeben, es ist schon ein wenig skurril, dass sich die Geschichte in die Richtung entwickelt, aber man versteht ja die Beweggründe von Servan und man bekommt ja auch immer die Eindrücke aus Vinezents Sicht beschrieben, sodass man es irgendwie nachvollziehen kann, auch wenn es zunächst komisch erscheint.
Es passiert in der Geschichte auch wirklich nicht übereilt, obwohl es so wenig Seiten sind, sondern man kann es schon nach und nach erkennen. Das ist auch wichtig, weil es sonst wohl unrealisitsch wirken würde.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Natürlich ist das Buch nur etwas für Leute, die mit Folterszenen und so einem Kram etwas anfangen könne. Wenn man jetzt zwart besaitet ist, ist das vielleicht nicht das richtige Buch. Andererseits umfasst es ja auch eine Liebesgeschichte und das ist schon irgendwie schön zu lesen, auch wenn man vielleicht nicht so sehr auf die ganzen "Psychoelemente" drum herum steht.
Selbstverständlich empfehle ich so ein Buch erst ab... naja, 16 Jahren.

Halloween rückt näher und deswegen gibts auch diesen Montag wieder was "düsteres" zum drauf freuen. Ich vermisse es wirklich, dass es so richtige Horrorbücher mit schwulen Protagonisten gibt. DIE wären nämlich perfekt für diesen Monat. (Wenn jemand doch eins kennt, sagen!!!) Aber so finde ich es schon auch sehr gut.
Jules :)

Samstag, 17. Oktober 2015

Big Blind: Alles im Spiel (Tim Spohn)

Hi!

Das heutige Buch nennt sich "Big Blind: Alles im Spiel" und stammt von Tim Spohn. Es wird frei publiziert und umfasst 236 Seiten. Handeln tut es von David, der sich in seinen neuen Mitbewohner verliebt, der aber leider hetero ist.


Beschreibung:

Als David auf Kai trifft, der nach einer langen Auslandsreise ein WG-Zimmer sucht, kann er sein Glück kaum fassen, so ist er doch damit beauftragt worden, einen neuen Mitbewohner aufzutreiben. Doch während alle anderen sich schnell mit Kai arrangieren, hat David ein ziemliches Problem: Er hat sich wieder besseren Wissens in Kai verknallt und alle Mühe, seine Gefühle für diesen zu unterdrücken. Leider ist das gar nicht so leicht, wie gedacht, vor allem nicht, weil Kai nicht viel davon zu halten scheint, Distanz zu wahren.

Meine Meinung:

Diese Geschichte ist für mich die Überraschung des Monats. Ich hätte nicht erwartet, dass sie mir so gut gefallen würde. Aber in der Tat habe ich an dieser Story eigentlich gar nichts Gravierendes auszusetzen. Ich mochte, dass die Liebesgeschichte darin ohne großes Drama und großen Kitsch auskommt. Es liest sich fast schon wie eine wahre Geschichte, ohne zu viel unrealistisches Blabla drum herum, was mir ja immer sehr zusagt.
Zugegeben, die Sache mit dem Stalker ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber andererseits finde ich das jetzt auch nicht so übertrieben dramatisch, dass man nicht damit leben könnte.
Was mich in dem Buch aber am meisten überzeugt hat, waren die Charaktere: Ich habe nicht erwartet, dass es so viele Nebenfiguren geben könnte, die dann auch noch alle ihren gänzlich eigenen Charakter haben, der sich wirklich durch das ganze Buch durchzieht, seinen Teil zur Geschichte beiträgt und das ganze einfach so schillernd und echt wirken lässt, dass man das Gefühl hat, gerade selbst in der WG zu stehen und das bunte Treiben zu erleben.
Auch hier kann man wieder anmerken, dass es doch ein wenig sehr viele Homosexuelle in dem Buch gibt. Mir hätte es ja mehr gefallen, wenn es auch ein Heteropärchen gegeben hätte. Ich finde es immer ein wenig viel und auch ein wenig unrealistisch, wenn einfach alle schwul oder lesbisch sind.
Ansonsten kann ich aber nichts wirklich meckern, der Stil hat mir sehr gut gefallen, flüssig und schön zu lesen. Die Geschichte ist auch relativ lang und wirkt weder durchgehetzt noch lang gezogen. Tatsächlich mochte ich das Tempo, das in dem Buch vorherrscht, sehr gerne. Es entwickelt sich alles langsam, aber doch authentisch und so, dass man als Leser nicht die Lust verliert.
Auch die Sexszenen haben mir gut gefallen. Viele gibt es nicht, aber die, die es gibt, sind eigentlich auf den Punkt. Soll heißen, sie nehmen nicht so viel Raum in dem Buch ein, um wirklich präsent zu sein, aber meiner Meinung nach sind sie an den richtigen Stellen, im richtigen Ausmaß platziert.
Was ich fast vergessen hätte: Die Nebencharaktere haben auch allesamt ihr eigenes Päckchen zu tragen und ihre Geschichten werden wunderbar mit der der Hauptfiguren verwoben. Und was ich fast noch besser finde: Am Ende lösen sich zwar einige dieser Nebenproblemchen auf, aber einige bleiben auch bestehen und das wirkt auf mich irgendwie viel besser, als so ein gezwungenes, zurechtgebasteltes Happy End, dass gänzlich aus dem Rahmen der Realität fällt. Lest das jetzt aber nicht und denkt dann, das Buch habe ein offenes Ende. Es ist schon wirklich abgeschlossen. Aber ich finde, die Art und Weise, wie es abgeschlossen ist, ist einfach irgendwie glaubwürdiger als ein Friede-Freude-Eierkuchen-Ende.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich wüsste nicht, wem ich davon abraten sollte, weil es mir eben so gut gefallen hat. Für mich ist das einfach ein sehr lensenswertes Buch, in dem nicht alles immer perfekt läuft aber genau deshalb so perfekt ist. Ich bin mir eigentlich recht sicher, dass es den meisten von euch sicher auch sehr gut gefallen wird, deshalb: Kaufen!

Das nervigte am Rezensionsschreiben ist irgendwie, die ganzen Labels zu setzen. Einerseits will ich natürlich, dass ihr die Rezi unter ganz vielen Stichwörtern finden könnt, aber andererseits hält mich das auch immer total auf. Kotzig!
Jules :)

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Fehlstart (Janey Chapel) [Q]

Hallo!

Der heutige Quickie stammt von Janey Chapel und nennt sich "Fehlstart". Die Geschichte erschien bei Dreamspinner Press und umfasst 64 Seiten. Auf diesen geht es um Tucker, der auf dem Collegetreffen seiner ehemaligen großen Liebe über den Weg läuft.


Beschreibung:

Auf dem College war Whit seine große Liebe und obwohl Tucker jetzt, 10 Jahre danach, alles hat, was man sich wünschen kann, so fühlt sich sein Leben doch an wie das, was es ist: eine einzige große Lüge. Denn statt sich zu outen, hat er all die Jahre vorgegeben, hetero zu sein und dabei niemals Whit vergessen, der noch immer in seinem Kopf herumspukt.
Als er für ein Collegetreffen zurück in seine Heimatstadt reist, rechnet er nicht damit, Whit wiederzsuehen und schon gar nicht damit, wie stark noch immer seine Gefühle für diesen sind.

Meine Meinung:

Meine Güte, was hat mich dieses Buch zu Tränen gerührt. Ob ihr es glaubt oder nicht, ich habe eigentlich von Anfang bis Ende durchgeheult. Es handelt einfach so viel von verpassten Chancen, falschen Entscheidungen und dieser Illusion eines Lebens, das man gar nicht anders kann, als über die Tragik der Situation ein paar Tränchen zu vergießen. Man muss auch dazu sagen, dass der Schreibstil hier viel dazu beiträgt, die Traurigkeit, welche die Situation mit sich bringt, ins Licht zu rücken. Man hat einfach als Leser das Gefühl, es irgendwie selbst zu erleben und fühlt einen Schmerz, den man vielleicht selbst nie so hat fühlen müssen.
Ich finde es auch ganz wunderbar, dass sich in dem Buch wirklich eine zweite Chance auftut, von der aber klar ist, dass sie nicht einfach werden wird. Das wirkt auf mich sehr realistisch und hat mir gut gefallen. Es wird einfach nichts beschönigt oder als riesiges Happy End dargestellt, sondern man weiß, dass die Protagonisten für das, was sie haben wollen, auch eines Geben müssen.
Mir hat auch gut gefallen, dass die Geschichte aus beiden Sichtweisen erzählt wird. Der jeweils andere kommt immer zu Wort und man bekommt immer einen guten Einblick in die Gefühlswelt des jeweils anderen, wenn eine Situation geschildert wird. Auch wird viel von der Vergangenheit erzählt und gerade diese Szenen untermalen die Tragik in der Geschichte noch einmal besonders schön.
Auch nicht zu verachten sind die Sexszenen. Ich fand sie heiß und sie haben mir wirklich gut gefallen. Sie runden die Geschichte auch wirklich ab, ohne sich jetzt wirklich in den Vordergrund zu drängeln.
Ebenfalls gefallen hat mir der Stil. Sehr flüssig und sehr auf den Punkt. Soll heißen, obwohl die Geschichte eigentlich relativ kurz ist, hat man nicht das Gefühl, dass die Länge nicht genau so passend wäre, wie sie eben ist. Das ist bei kürzen Geschichten ja oft das Problem, das etwas zu schludrig erzählt wird, aber hier ist das gar nicht der Fall.
Alles in Allem kann ich also wirklich nur mein Lob aussprechen und weiß echt nicht, was ich an dieser Story kritisieren sollte.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Lest dieses Buch. Ich weiß nicht, wem ich davon abraten sollte. Vielleicht allen, die lieber farbenfrohe Geschichten lesen, statt solcher traurigen. Aber wer sich dafür begeistern kann, muss dieses Buch einfach lesen.

Ich weiß gar nicht, was mit dieser Geschichte ist, dass ich sogar bei der Rezension zu weinen anfange. Ich bin ja momentan eh ein wenig sentimental, aber das ist mir echt noch nie passiert. Dabei ist das nicht mal etwas, das ich von mir selbst kenne - ich finde es einfach nur so furchtbar tragisch. Keine Ahnung.
Jules :)

Montag, 12. Oktober 2015

Gefahr an Halloween (Denny van Heynen) [Q]

Hi!

Die heutige Kurzgeschichte nennt sich "Gefahr an Halloween"* und stammt von Denny van Heynen. Sie wird frei publiziert. Auf 45 Seiten handelt sie von Tim, der mit seinem Freund Oliver eine turbulente Halloweenparty erlebt.



Beschreibung:

Tim und Oliver planen eine Halloweenparty, die aber dadurch getrübt wird, dass Tim zuvor einen Albtraum erleidet. Als dann Mike auf der Party auftaucht, scheint sein Albtraum tatsächlich Realität zu werden und er muss sich fragen, ob ihn der Traum vielleicht warnen wollte.

Meine Meinung:

Ich fand das Buch ganz süß. Es passieren eben Dinge, die im ersten Moment einen kurzen Schreck bringen, sich dann aber auch gleich wieder aufklären, so dass man dann schmunzeln muss. Dies geschieht auch bei dem Traum von Tim, welcher sich nach und nach zu erfüllen scheint, aber in einer ganz anderen Art und Weise, wie man zunächst vermutet. Das hat mir eigentlich recht gut gefallen. Auch, weil das ganze letztlich nicht Richtung Horror geht, sondern eher eine lockere Stimmung erzeugt, die einfach Lust auf eine eigene Halloweenparty macht.
Was mir irgendwie so gut gefallen hat ist, dass man sich so ein bisschen selbst darin wieder erkennt. Es geschieht etwas, dass einen - gerade an so Tagen wie Halloween - erst erschreckt und worüber man dann aber lachen muss, weil man sich in dem Moment echt dumm angestellt hat. Sowas mag ich, weil man dann gleich so einen persönlichen Bezug zu der Geschichte findet.
Was ich mag ist, dass die Geschichte sehr alltäglich geschrieben ist. Man versucht es auch sehr realitätsnah zu halten, in dem man Freunde und Familie einbaut, was ich ja immer schön finde. Natürlich muss man anmerken, dass es schon fast zu viel "Heile Welt" ist. Wenn alles immer nur perfekt und verständnisvoll und lieb und toll ist, dann ist mir das irgendwie immer zu viel, aber das ist ja nur meine eigene Meinung.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es sich recht schnell entwickelt und sich die Probleme, kaum dass sie entstehen, sofort wieder auflösen. Natürlich kann man bei einer Kurzgeschichte auch kaum etwas anderes erwarten, deshalb will ich da nicht drauf herumreiten. Letztlich ist es eben einfach eine kleine, feine Geschichte, die sicher gut in die jetzige Zeit passt.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich würde sie jedem empfehlen, der lansgsam Lust auf Halloween bekommt oder sich vielleicht noch irgendwie Lust darauf machen möchte. Wie gesagt, sie ist recht witzig und findet damit sicher auch bei allen, die auf Humor in Büchern stehen, auf Anklang. Ich mochte sie jedenfalls trotz der kleinen Kritikpunkte.

Falls ihr es noch nicht gemerkt habt, ich versuche hier Stimmung auf Halloween auf dem Blog zu machen. :D Ich liebe Halloween ja so sehr und dieses Jahr möchte ich deshalb auch wirklich richtig darauf einheitzen. Deshalb gibt es in nächster Zeit noch einiges, dass - in meinen Augen - ein wenig Bock auf Halloween macht.
Jules :)



* Diese Geschichte wurde mir von Denny van Heynen zu Rezensionszwecken überlassen. Noch einmal ein herzliches Dankeschön dafür!

Samstag, 10. Oktober 2015

Ein Anfang (Simon Winter)

Hi ihr!

Das heutige Buch nennt sich "Ein Anfang" und stammt von Simon Winter. Es wird frei publiziert und umfasst 377 Seiten. Darin geht es um Tom, der beim Joggen jemanden kennelernt, der ihn vielleicht über seine verlorene Liebe hinwegtrösten kann.


Beschreibung:

Nach dem Tod von Andreas, seiner großen Liebe, fällt Tom in ein tiefes Loch und glaubt nicht mehr an die Liebe. Als er beim Joggen Byarne kennelernt, scheint es endlich wieder einen Lichtblick in seinem Leben zu geben. Aber äußere Umstände und die Tatsache, dass Byarne nicht schwul ist, erschweren die Situation dann doch wieder.

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich wirklich an meine Grenze gebracht. Ich weiß, das klingt jetzt ganz furchtbar, aber es ist einfach so. Ich musste mehrmals pausieren, weil ich es nicht am Stück lesen konnte. Es gab einfach so viel, was mir nicht gefallen hat und so wenig, was ich gut fand, dass ich wirklich nicht mehr weiter wusste.
Es fängt schon beim Stil an. Nicht nur, dass er sehr einfach ist, es werden einfach genau die Fehler gemacht, die mich immer wieder nerven: Offenstichliche Dinge werden erklärt, Unwichtiges ausgeschmückt und allgemein gibt es einfach zu viel Blabla außen rum, was die Geschichte unnötig in die Länge zieht und recht langatmig macht.
An mancher Stelle hatte ich das Gefühl, dass man auf die Wortwahl viel Wert legt, aber dann gibt es wieder andere Stellen, an denen ständig Wortwiederholungen auftauchen, weshalb ich nicht mal da wirklich etwas loben kann.
Zudem gab es manche Dinge, die einfach nicht gehen. Es ist einfach stilistisch nicht schön, wenn in eine wörtliche Rede mit Klammern Gedanken eingefügt werden. Da muss man so viel Schreibegefühl besitzen, dass irgendwie anders zu managen.
Zudem wirkt der Stil manchmal ein wenig drucheinander. Es werden z.B. ständig die Perspektiven gewechselt und auch wenn es einen nicht verwirrt, bringt es irgendwie keinen klaren Linien rein. Und das stört mich.
Dann das große Thema Coming-out und Profifußballer. Ich finde es ja schon enttäuschen, dass davon in der Buchbeschreibung nichts steht. Das ist doch ein wesentliches Element, dass man da ruhig ansprechen kann.
Aber andererseits... auf die Art und Weise, wie damit in dem Buch umgegangen wird, komme ich sowieso nicht klar. Man kann sich einfach nicht hinstellen und so tun, als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt, dass ein Profifußballer sich outet. Ich weiß nicht, wo da der Bezug zur Realität sein soll. Es ist eben einfach sehr schwierige, als Profisportler schwul zu sein - und vor allem noch als Profifußballer für einen großen deutschen Verein und die Nationalmannschaft, so wie es im Buch dargestellt wird. Gibt es sowas? Nein! Und das hat auch einen Grund. Sorry, aber da kann mann nicht Gegenteiliges als völlig normal hinstellen.
Die Charaktere finde ich auch schwierig. Mich nervt bei den Nebencharakteren, dass sie sich so starkt in das Leben der Hauptpersonen einmischen. Man kann gute Ratschläge geben oder mal einen Schubs in die richtige Richtung, aber in dem Buch mischen sie sich derartig ein, dass geht einfach gar nicht.
Dann die Hauptcharaktere: Sie gehen beide mit Problem um, wie jemand, der ernsthafte psychische Probleme hat. (zurückziehen, nichts essen, das Bett tagelang nicht verlassen...) Entweder man darf es nicht hinstellen, als hätten beide eine schwere Depression, oder man muss dann im Buch anders damit umgehen.
Es sind auch einfach so viele Kleinigkeiten, die mich den Kopf schütteln lassen. (Outing am Telefon, Oralsex als etwas dargestellt, dass er noch nie erlebt hat, als würde eine Frau das nicht auch können, ständiges Rumheulen, Kitsch...)
Es tut mir so wahnsinnig leid, dass ich so viel Kritik habe und ich weiß, das klingt alles ganz hart und schlimm, aber ich kann es doch nicht ändern. Das Buch hat mich einfach nicht überzeugt.
Vielleicht ist es tröstend, dass es dennoch zwei Dinge gibt, die mir gut gefallen haben:
Einmal gab es eine Szene, in der sie sich quasi an dem Ort versöhnen, an dem alles begann. Das hat etwas sehr symbolisches, was ich der Geschichte nicht mehr zugetraut hätte und das fand ich einfach nur klasse.
Und dann die Szene an Andreas Grab, als Tom diesem von seiner neuen Liebe erzählt. Wirklich rührend, hat mir sogar ein Tränchen entlockt und war eigentlich auch das, was ich mir von dem Buch erhofft hatte.
Schade, dass die guten Sachen so rart gesäht sind, dass man sie an einer Hand abzählen kann. Ich fühle mich wirklich schlecht, dass Buch jetzt so zerreißen zu müssen, aber mich hat es einfach nicht überzeugt.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Vielleicht stört sich jemand nicht an meinen Kritikpunkten und hat trotzdem Interesse, dann lest nur. Ich will niemanden davon abraten, das ist nicht meine Art. Aber ich kann es auch einfach nicht wirklich jemanden empfehlen, tut mir echt leid.

Ich bin so froh, dass ich das Buch jetzt durch habe und die Rezi geschrieben ist. So etwas ist für mich auch immer nicht leicht. Ich will niemanden vor den Kopf stoßen, in dem ich so stark kritisiere, aber andererseits möchte man ja auch ehrlich sein und mit seiner Kritik vielleicht noch einen Veränderungsprozess im nächsten Buch herbeiführen. Naja...
Jules :)

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Lieferant inklusive (L. C. Coulori) [Q]

Hallo Leute!

Das heutige Buch ist wieder eine Kurzgeschichte, nennt sich "Lieferant inklusive" und stammt von L. C. Coulori. Auf 43 Seiten handelt dieses frei publizierte Werk von Phillip, der sich in seinen Sofalieferanten verknallt.


Beschreibung:

Als endlich Phillips neue Couch geliefert wird, verknallt er sich augenblicklich in einen der Möbelpacker. Leider verschwindet dieser ebenso schnell wieder, wie er gekommen ist. Um ihn wieder zu sehen, greif Phillip zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Jedoch muss er sich bald schon die Frage stellen, ob sein Möbelpacker überhaupt interesse an ihm hat - gerade, weil er so auffällig versucht, ihn wiederzusehen.

Meine Meinung:

Also von dieser Geschichte bin ich, ehrlich gesagt, absolut enttäuscht. Gefallen hat mir daran eigentlich relativ wenig. Irgendwie ging es mir einfach alles viel zu schnell und das jetzt auch noch auf eine dermaßen unrealistische Weise, das mir echt die Worte fehlen. Man muss sich ja nur mal auf der Zunge zergehen lassen: Sie sehen sich zweimal kurz, treffen sich dann mehr zufällig als was anderes, gestehen sich dann ihre Liebe und danach wird erstmal die Frage gestellt: „Wie heißt du eigentlich?“
Tut mir Leid, aber da fehlen mir die Worte. Das ist für mich einfach nur unrealistisch. Ich finde es ja schön, wenn von Anfang an klar ist, dass da eine gewisse Anziehung zwischen ihnen besteht, aber das Wort Liebe ist mir einfach zu groß, um es schon in die Runde zu werfen, ehe man sich überhaupt kennen gelernt hat. Man muss doch erstmal miteinander reden – von der Optik her ist die Sache sicher gleich klar, aber es ist doch der Charakter, in dem man sich letztendlich verliebt. Also da mag ich auch gar nichts weiter zu sagen, weil ich damit einfach überhaupt nicht klarkomme.
Wiederum schön, das muss man schon zugeben, ist, diese witzige Art und Weise, wie er versucht, seinen Lieferanten immer wieder ins Haus zu holen. Ich finde es zwar auch hier wieder übertrieben, sich gleich ein neues Bett zu kaufen, aber andererseits musste ich auch einfach Schmunzeln, weil das doch mal eine außergewöhnliche Idee ist, jemanden wieder sehen zu können.
Ich glaube, die Geschichte hätte sehr süß werden können, wenn sie an der einen oder anderen Stelle ein wenig realistischer gestaltet worden wäre. Und vielleicht auch ein bisschen weniger… märchenhaft. Ich möchte nicht kitschig sagen, denn kitschig war sie eigentlich nicht, aber doch sehr übertrieben an mancher Stelle.
Der Stil wäre okay gewesen, wenn alles noch ein wenig langsamer voran gegangen wäre und wenn an mancher Stelle nicht Dinge kommentiert worden wären, die ich einfach nicht gebraucht hätte. Man muss nicht immer alles erwähnen, wenn der Leser es auch aus dem Kontext erfassen kann. Damit macht man mehr kaputt, weil man dann irgendwie das Gefühl hat, man wäre ein dreijähriges Kind, dass von seiner Mama die Welt erklärt bekommt. Sorry, das ist jetzt schon hart gesagt und so krass war es in der Geschichte nun wirklich nicht, aber ich hoffe, ihr versteht, was ich sagen will: Offensichtliche Dinge muss man nicht extra noch mal aufschreiben.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Jetzt will ich aber gar nicht den Eindruck vermitteln, die Geschichte wäre total schlecht. Ich selbst bin eben einfach nicht begeistert von einigen Inhalten, aber ich kann mir vorstellen, dass Leute, die doch ein wenig romantischere Ansichten haben, sie ganz süß finden werden. Wer allerdings eher tickt wie ich, sollte vielleicht lieber zu einer anderen Geschichte greifen.

Momentan arbeite ich wieder viel am Blog, um neue Posts bringen zu können. Man glaubt es ja immer gar nicht, aber in so einem Blog steckt schon echt viel Arbeit. :o
Jules :)

Montag, 5. Oktober 2015

Die Farbe des Lichts (Diana Wintermeer)

Hey ihr!

Aufgrund einiger Änderungen, gibt es nun auch montags eine Rezension. Die heutige befasst sich mit der Geschichte "Die Farbe des Lichts" von Diana Wintermeer. Es wird frei publiziert und handelt auf 367 Seiten von Chris, der den erfolgreichen Maler Richard kennenlernt.


Beschreibung:

Weil das Geld knapp ist, schafft es Chris' Freundin, ihn dazu zu überreden, sich als Modell für den berühmten Maler Richard Grayes zu bewerben. Tatsächlich zeigt dieser sofort Interesse an ihm und er bekommt den Job. Dabei lernen sie einander besser kennen und Chris kann sich nicht länger gegen seine aufkommenden Gefühle für den Maler wehren. Während er noch nicht weiß, wie er damit umgehen muss, hat auch Richard zu kämpfen. Denn auch er hat ein Geheimnis, wegen dem er Chris auf Abstand halten möchte.

Meine Meinung:

Das ich dieses Buch gelesen habe, war wirklich rein dem Zufall geschuldet. Mich hat die Beschreibung nicht so sehr angesprochen und deswegen hatte ich es von meiner Wunschliste verbannt. Dann aber gab es das Buch als Angebot und weil es so angepriesen wurde, habe ich doch zugeschlagen. Als ich dann zu lesen begonnen habe, wusste ich nach dem ersten Satz, dass ich dieses Buch lieben werde.
Ich habe wirklich selten so ein wundervolles Buch wie dieses gelesen. In dem Buch ist Malerei ein großes Thema und deswegen formuliere ich es mal so: die Kunst des Schreibens liegt darin, mit Worten ein Bild zu malen. Und selten habe ich jemanden gesehen, dem das so großartig gelungen ist wie Diana Wintermeer in diesem Buch.
Man konnte sich wirklich ganz in die Geschichte fallen lassen und sah alles vor sich, als würde es gerade wie ein Film vor einem ablaufen. Obwohl ich das Buch in der größten Julihitze gelesen habe, habe ich mich im verschneiten New York wieder gefunden und die Kälte auf meiner Haut gefühlt.
Aber es ist nicht nur das ganze Setting, das in dem Buch so detailgetreu dargestellt wird. Gefühle – und die gibt es in dem Buch wirklich in allen Facetten – kamen rüber, als würde man sie selbst spüren. Man erkannte Chris Verzweiflung, seine Liebe und seinen Schmerz. Ich glaube, selten habe ich bei einem Buch so oft weinen müssen, wie bei diesem. Irgendwann habe ich aufgegeben, meine Tränen trocknen zu wollen.
Das Buch endet nicht, wie von mir erwartet, aber doch auf seine Art perfekt. Ich lese oft zuerst den Schluss, hier habe ich es vermieden und wurde überrascht. So hatte ich aber das Glück, dass mich die geballten Emotionen ganz unvermittelt trafen und dafür gesorgt haben, dass ich Gänsehaut habe.
Ich möchte vom Inhalt nicht zu viel vorweg nehmen, also verrate ich auch dementsprechend wenig. Wichtiger ist mir, dass ihr versteht, wie wunderschön dieses Buch ist. Ein wahrer Schatz, von dem ich nicht viel erwartet habe und dann so mitgerissen wurde.
Allgemein kann ich sagen, dass die Geschichte gut aufgebaut ist. Sie besitzt eine Handlung, in der nichts Spektakuläres geschehen muss, um die Situation bedeutungsvoll erscheinen zu lassen. So baut sich eine Spannung auf, die mich die ganze Nacht hat durchlesen lassen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wie kann man dieses Buch nicht lesen wollen? Ich würde das fragen, wenn es mir nicht ähnlich gegangen wäre. Aber jetzt kann ich sagen: An alle, die zögern: Lest es. Und an die, die von vorneherein neugierig auf das Buch sind: Ihr werdet es nicht bereuen.

Ich habe gesehen, dass es noch ein Gegenstück dazu gibt. Die Geschichte aus Richards Sicht. Irgendwann werde ich auch diese lesen. Ich habe nur ein wenig Angst vor dem Gefühlssturm, der dann vielleicht über mich hereinbricht.
EDIT: Hier gibt es die Rezi.
Jules :)

Samstag, 3. Oktober 2015

Mr. Ironheart (M. S. Kelts)

Hey!

Das heutige Buch nennt sich "Mr. Ironheart", stammt von M. S. Kelts und erschien im dead soft Verlag. Auf 472 Seiten geht es um Chris, einem Top, dessen harte Fassade zu bröchelt beginnt, als er dem dominanten Roman begegnet.


Beschreibung:

Seit 12 Jahren hält Chris seine Rolle als Top nun aufrecht, auch wenn sein Innerstens sich nach etwas ganz anderem sieht. Ein Schicksalsschlag in jungen Jahren macht es dem Mann unmöglich, seine devote Ader weiterhin auszuleben und sich einem anderen Mann anzuvertrauen. Dann aber trifft er auf Roman, der mit seiner dominanten Ader genau das ist, was Chris sich eigentlich wünscht. Schnell beginnt seine Fassade zu bröckeln. Dadurch stellt sich jedoch bald die Frage, ob ihre Liebe auch das Trauma von Chris bestehen kann.

Meine Meinung:

Leider, leider hat mich dieses Buch komplett enttäuscht. Den Anfang fand ich eigentlich noch ganz okay und dachte, wenn es so weiter geht, wird mir die Geschichte sicher zusagen, aber dann war es leider doch so, dass ich überhaupt nicht damit klar gekommen bin.
Ich fand es schön, wie Chris Roman kennen gelernt hat und wie man sofort die Anziehung der Beiden bemerkt und sich das Ganze dann zwischen ihnen entwickelt. Aber sobald sie dann wirklich eine Beziehung führen, wird das Buch richtig – sorry – schlecht. Es fängt schon damit an, dass mir das Buch viel zu kitschig ist. Es gibt wahrscheinlich keine Seite, auf der nicht Liebesbekundungen, Kosenamen und sonstiger Schnulz ausgetauscht wird, etwas, was ich einfach überhaupt nicht leiden kann. Und es passt auch einfach nicht. Die Beiden werden als gestandene Männer beschrieben und benehmen sich schlimmer als Teenager, die das erste Mal richtig verliebt sind. Ich habe wirklich schon viele zuckrige Bücher gelesen, aber dieses hier ist an Kitsch kaum zu überbieten.
Ein großes Thema in dem Buch ist natürlich die Vergewaltigung von Chris. Was schön ist: Es wird wirklich gut darauf eingegangen. Man versteht, wie traumatisch das Erlebnis für Chris war und wie es ihm auch 12 Jahre danach noch Probleme bereitet. Und auch die Aufarbeitung, wie er durch Roman langsam zu sich selbst findet und für Roman auch weiterkämpfen möchte, finde ich sehr schön. Aber natürlich gibt es ein Aber: Ich finde das Verhalten von Chris einfach nicht angemessen. Ja, so ein Erlebnis prägt einen für das ganze Leben, aber so viele Menschen müssen mit einer Vergewaltigung klar kommen und die benehmen sich auch nicht wie ein Riesenbaby. Und genau so benimmt Chris sich nämlich: Er ist eigentlich ständig nur am Jammern, Schwarzreden und Heulen. Hinzu kommen noch pubertäre Aktionen wie z.B. Freunde, Familie und Lover zurücklassen und einfach abhauen. Ich finde das einfach affig. Trauma hin oder her, er ist ein erwachsener Mann und das Erlebnis liegt in dem Buch 12 Jahre zurück. Irgendwo hört der Spaß ja mal auf.
Dann die Sexszenen. Sie wären sicher heiß gewesen, wenn sie nicht ständig mit so viel Blabla versehen worden wären. Es ist wirklich so, dass sie miteinander rummachen und dann erstmal miteinander über irgendwelchen Mist reden müssen, ehe dann mit dem Sex weiter gemacht wird. Vielleicht wäre der Sex ganz gut, wenn er nicht ständig mit so was unterbrochen werden würden. So aber ist er einfach nur nervig und ich war froh, wenn es vorbei war.
Und dann noch der Oberhammer: Ich weiß nicht, ob ich es überlesen habe oder ob es aus der Beschreibung nicht wirklich hervorgeht, jedenfalls war ich positiv überrascht, als klar wurde, dass Chris nicht einfach nur passiv sondern devot veranlagt ist. Ich habe mich schon total darüber gefreut, dass sich jetzt Dominanzspielchen in die Sexszenen verirren und was ist: Erst hat Roman ihn mit Samthandschuhen angefasst und auch als dann geklärt war, dass er Chris ruhig hart ran nehmen kann, hatten die Sexszenen nur wenig mit dieser Spielart zu tun. Oft war es so, dass Roman zwar dominant sein wollte, Chris dann aber doch alles durchgehen ließ. Und dann ist das halt einfach so: Ein paar Handschellen und ein wenig Dirty Talk machen halt noch kein Dom/sub-Verhältnis. Nicht, dass ich jetzt irgendwelche BDSM-Szenen erwartet hätte. SM sowieso schon nicht. Aber wenn man schon von dominant und devot spricht, dann muss da einfach ein wenig mehr kommen. Oder man darf es nicht so verpacken. (Da weint mein Sub-Herz.)
Noch was kleines, positives zum Schluss: Die Geschichte ist auch Chris’ Sicht geschrieben und ich fand schön, wie immer mal wieder so Kommentare von ihm, zu Situationen, die gerade von statten gehen, einfließen, die einen das Gefühl geben, das Chris das wirklich gerade erzählt. Wisst ihr wie ich mein? Wenn nicht, nehmt einfach hin, dass der Schreibstil eigentlich ganz gut ist. Das Problem ist wirklich eher die Geschichte selbst.
In dem Buch tauchen übrigens wieder die Figuren aus "Loving Silver" auf. Ich hab dieses Buch nicht gelesen, finde die Parallele aber ganz schön.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ja gut, wer es sehr romantisch (bzw. kitschig) mag, der ist hier definitiv richtig. Wer damit aber - wie ich - nicht so viel anfangen kann, sollte hiervon die Finger lassen.
Wie oben schon gesagt, finde ich allerdings gut, wie mit dem Trauma umgegangen wird. Wer sich also dafür interessiert, sollte ruhig zugreifen.
Ach ja: Auch wenn ich es selbst nicht gelesen habe, schätze ich, wird es die Fans von "Loving Silver" ebenfalls ansprechen.

Ich bin echt tief enttäuscht, dass das Buch für mich so ein Flop ist. Ich habe eigentlich recht viel davon erwartet. Schade!
Jules :)