Montag, 11. April 2016

Die Seelenlosen: Die Stadt der Maschinenmagie 1 (Tanja Meurer)

Hey!

Heute gibt es noch eine Fantasygeschichte. "Die Seelenlosen: Die Stadt der Maschinenmagie 1"* stammt von Tanja Meurer, erschien im Incubus Verlag und umfasst 704 Seiten.  Handeln tut sie von Gwenael, der als neuer Commandant der Stadt Valvermont einen mysteriösen Fall untersuchen muss, in dem sich Menschen in seelenlose Kreaturen verwandeln.
Das Buch ist Teil einer Reihe.


Beschreibung:

Gwenael war eins Soldat, ist nun aber wieder in seine Heimat Valvermont zurückgekehrt, um dort als Commandant der Garnisonen zu fungieren. Fast sofort wird er dabei mit einem mysteriösen Fall konfrontiert. Ein Mann verhält sich, als hätte jemand anderes die Kontrolle über dessen Körper erlangt.
Kurz darauf geschieht auch noch ein Mord und bald schon erkennt Gwenael einen Zusammenhang der Ereignisse. Er nimmt die Ermittlungen auf, nichts ahnend, in welche Gefahr er sich damit begibt und nicht wissend, wem er noch trauen kann.

Meine Meinung:

Ich muss zugeben, am Anfang war ich von dem Buch erst nicht so begeistert. Dazu muss man sagen, dass die Szenen in dem Buch alle wahnsinnig ausführlich sind, sei es nun die Beschreibung der Umgebung, die Hanldungen und Gespräche der Protagonisten... alles wird sehr detailiert erläutert. Das ist natürlich positiv zu sehen. Es gibt dem Buch viel Spannung und man kann sich als Leser wirklich richtig in die Charaktere und das Geschehen hineinversetzen, mit Gwenael mitermitteln und einfach auch miterleben. Es wirkt dadurch einfach, als würde ein Film vor einem Ablaufen und man hat alles wirklich sehr bildlich vor Augen.
Dadurch ist es aber gerade am Anfang, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt, ein wenig langatmig. Das war so der Punkt, an dem ich am liebsten das Buch weggelegt hätte, weil es sich doch erst ziemlich gezogen hat.
Doch dann, wenn erstmal so die Basic geschaffen ist und Gwen dann wirklich mit der Ermittlung anfängt, es auch langsam anfängt, dass sein Liebesleben mit einbezogen wird, dann ändert sich das schlagartig. Plötzlich wollte ich das Buch gar nicht mehr weglegen und dann hat man auch erst diesen ausführlichen Schreibstil zu schätzen gelernt.
Wie gesagt, es gibt den Szenen sehr viel, natürlich ist das Buch dementsprechend lang, aber die Szenen sind dadurch auch spannungsgeladen. Man kriegt auch wirklich alles ungeschönt vorgesetzt und das ist natürlich gerade in den grausamen Teilen des Buches wirklich gut, weil man dann dieses Entsetzen selbst nachempfinden kann. Allgemein kann man alles, was die Protagonisten fühlen und tun, nachvollziehen. Man taucht auch wirklich richtig in die Charaktere ein, was mir sehr gut gefällt.
Man muss auch wirklich einmal dazu sagen: Es ist eine Kunst, so ausführlich zu beschreiben. Und noch einmal, damit ihr es wirklich versteht: Am Anfang denkt man zwar, dass es nicht voran geht, aber das legt sich recht schnell und dem Rest des Buchs tut dieser Stil wirklich gut.
Zum Beispiel führt das auch zu einer wunderbaren Sexszene. Allgemein wird die Beziehung, die Gwenael aufbaut, so schön dargestellt. Oft auch nur durch kleine Gesten, die mir total gut gefallen haben und so einen richtig romantischen Zauber auf die sonst eher düstere Geschichte legen.
Und überhaupt mochte ich auch die Charaktere sehr gerne. Sie sind alle so plastisch dargestellt, mit ihren Eigenheiten und einfach ihrer ganz eigenen, besonderen Rolle, die für das Buch wichtig ist. Und auch hier ist der detaillierte Stil wieder von Nutzen: Es kommen wirklich unheimlich viele Charaktere vor und durch diese Ausführlichkeit kann man sich aber Leser sehr gut merken, wer wer ist und kommt nicht durcheinander.
Ebenso verhält es sich mit den ganzen Details der Ermittlungen. Es sind wirklich wahnsinnig viele Kleinigkeiten und Inforamtionen, die da zusammen kommen - mein Respekt auch, dass man den Überblick als Autorin behält und es auch noch schafft, dass der Leser ebenfalls im Bilde bleibt.
Aber eben durch diese umfassende Beschreibung, kann man sich an die einzelnen Punkte gut erinnern und zusammen mit Gwen Puzzelstück um Puzzelstück zu einem Gesamtbild zusammenfügen.
Was mir auch gut gefällt: Es ist ja nun Steampunk-Fantasy und dieses Steampunk-Element wird darin auch super umgesetzt. Überhaupt ist das Theme Fantasy auch super umgesetzt. Selbst, wenn man - wie ich - keine große Ahnung in dem Gerne hat, ist alles sehr verständlich geschildert. Man findet sich also wunderbar in diese ganze andere Welt ein. Aber gleichzeitig sind noch genug andere Elemente - wie eben Crime und diese seichte Lovestory -, so dass man auch als Nicht-Fantasy-Fan Gefallen an der Geschichte finden kann.
Das Ende ist ein fieser Cliffhanger, aber natürlich taktisch sehr gut gewählt, weil man jetzt natürlich unbedingt wissen will, wie es weiter geht. Dementsprechend sehr freue ich mich auch auf den zweiten Teil. Ich hoffe nur, er kommt relativ bald, weil ich ein wenig Angst habe, dass mir sonst viele Dinge entfallen sind - und so ein dicker Wälzer liest sich halt nicht eben fix noch ein zweites Mal.
Andererseits ist durch diese Ausführlichkeit natürlich jetzt vielleicht mehr im Gedächtnis geblieben, als es bei einem 200 Seiten Buch der Fäll gewesen wäre. Trotzdem hoffe ich auf eine kurze Wartezeit, schon alleine, weil ich unbedingt wissen will, wie es weitergeht.




Altersbeschreibung/Zielgruppe:

Das Buch ist für alle Fantasyfans geeignet, die mit Steampunk etwas anfangen können. Ich finde, das Element kommt darin sehr gut zur Geltung und gibt der Geschichte ihren eigenen Reiz. Ich als nicht Fantasyfan mochte sie auch und denke, anderen "Fällen" wie mir, könnte es ähnlich gehen.
Sie ist definitiv sehr lang und ausführlich, so dass man als Fan richtiger Schmöker hier richtig ist. Wie gesagt, das gibt dem Buch auch wirklich seinen eigenen Reiz und sorgt für Spannung.
Beachtet aber bitte, dass das Buch kein abgeschlossener Band ist und lest es nur, wenn ihr auch Lust auf die ganze Reihe habt.

Gerade habe ich Urlaub und viel Zeit für den Blog - nur leider nichts zu tun, weil alles steht. Manchmal echt bescheuert, oder?
Jules :)



* Dieses Buch wurde mir von Tanja Meurer und dem Incubus Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Noch einmal vielen Dank dafür.

1 Kommentar:

  1. Wow, vielen Dank :D Das ist mal ne Rezi :) Mehr gleich per Mail.

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