Donnerstag, 30. Juni 2016

Juni

Hey!

Ich fang gleich an, was nützt das unnötige Blabla?

Bücher, Bücher, Bücher

Das Lesen ging mir überraschend leicht von der Hand im Juni, dabei war es wirklich viel. Ich weiß nicht, woran das genau lag, vielleicht einfach, weil ich mir die Bücher gut eingeteilt hatte und weil keine wirklichen Fehlkäufe dabei waren.
Deshalb ist es mir allerdings auch ein wenig schwer gefallen, einen Favoriten für diesen Monat herauszupicken. Letztlich habe ich mich für Kai Sanders "Ihr hab das so gewollt - Teil 1" entschieden, weil es einfach mal etwas anderes ist, dass mich echt mitreißen konnte. Allerdings muss ich auch sagen, dass "Klares Wasser" von Amy Lane ebenfalls eines meiner absoluten Favoriten dieses Jahr ist - und nicht nur meiner, ihr habt euch auch am meisten für diese Rezension interessiert, dicht gefolgt von Denny van Heynens "The Maniac Street 2".
Dann wollte ich euch noch etwas total tolles zeigen. Und zwar hat mir die liebe Elma (besucht unbedingt ihren Blog), etwas Tolles geschenkt. Hier zu bewundern:


Ist das nicht super cool? Ich habe mich so gefreut und kann mich gar nicht oft genug bedanken! ♥♥♥ Das wird jetzt als nächstes mit gelesen, ich freue mich schon total drauf.

Rund um den Blog

Ich habe es im Mai schon gesagt, ich habe mit dem Gedanken gespielt, eine Pause mit dem Bloggen zu machen und ganz kurz habe ich sogar überlegt, ganz aufzuhören. Irgendwie ist dieses Jahr schon so viel zusammengekommen, ganz zu schweigen davon, was ich noch geplant habe, dass es mir plötzlich einfach zu viel geworden ist.
Wenn ich ganz ehrlich bin, dann ist dem immer noch so und der einzige Grund, warum ich nicht aufhöre, ist, dass ich es eigentlich nicht will. Es macht mir zu viel Spaß, ich liebe es und ich denke, ich habe mir jetzt auch etwas erarbeitet, an dem ich festhalten will. Aber – und das kann ich jetzt schon ruhigen Gewissens verkünden – nächstes Jahr werde ich kürzer treten. Definitiv keine drei Posts mehr in der Woche. Nur noch zwei. Und ihr dürft mich gerne schlagen, wenn ich mit meinem Vorsatz wieder brechen möchte. Und das müsst ihr auch, sonst ist es vielleicht irgendwann wirklich so, dass aus drei nicht zwei sondern null wird.
Aber nun zum Blog im Juni. Ich habe eine kleine Themenwoche vorbereitet, die bei weitem nicht so informativ und interessant ist, wie die erste, mir aber doch auch wichtig war – für mich selbst. Jetzt ist die Katze schon aus dem Sack, aber morgen gibt es eh Infos dazu, deswegen ganz kurz: Ich tue mir immer schwer, englische Bücher zu lesen, einfach, weil mir die Motivation fehlt. Um mich selbst anzutreiben, hab ich also diese Themenwoche erstellt und ich hoffe, ich treibe damit nicht nur mich selbst, sondern auch euch an.
Wird es dieses Jahr noch eine dritte geben, wollt ihr jetzt vielleicht wissen? Die Antwort ist, ich weiß es nicht. Ich hab da noch so einiges, was ich gerne umsetzen würde und vielleicht klappt das im Oktober oder November auch noch mal, aber ich kann da wirklich noch nicht viel zu sagen.

Mein Leben und ich

Die EM hat begonnen und ich gebe zu, eigentlich bin ich kein mega Fußballfan – die Bundesliga finde ich wahnsinnig langweilig – aber bei Länderspielen, bin ich echt immer mit dabei und schau dann auch jedes Spiel – nicht nur von Deutschland. Außerdem muss ich in der Zeit selbst keinen Sport machen, weil ich ja schon andere dabei zusehe und das ist ja wohl mal das Beste an der ganzen Sache. :D
Tja, dann ist es endlich Sommer! Ich freue mich. Nicht. Ich weiß, ich jammere jeden Monat über das Wetter und jetzt ist endlich Sonne da und ich beschwere mich schon wieder. Aber wahrscheinlich geht es jedem so?
Ich sag mal so, für mein Gemüt ist dieses Wetter echt besser als dieser triste Regen, aber diese Hitze ist ja mal abnormal eklig. Ich weiß nicht, liegt es daran, dass ich alt werde oder war früher nicht so eine unschöne Hitze? Da scheiden sich ja die Geister.
Mir ist es zu warm, ich hasse es, dass es nicht mal gemütliche 25°C sein können, so… 12 Monate lang… Gibt es ein Land, in dem es so ist? Wenn ja, dann wandere ich aus.
Jedenfalls war es jetzt wenige Tage heiß und ich freue mich schon wieder auf den Herbst.
Aber immerhin: Ich hab nicht mehr so viel Migräne, mein Körper hat sich an die Wärme gewöhnt. Auch, weil es zumindest nicht mehr dauernd gewittrig ist.

Vorschau auf den Juli

Naja, ich habs ja schon gesagt. Themenwoche, suprise, suprise. Infos dazu gibt es morgen.
Ich will auch endlich mal wieder Neuzugänge bringen und wenn ich ganz sehr lustig bin, dann stelle ich euch um Juli vielleicht mal meine winzige Wunschliste vor. Oder meinen mikroskopischen SUB. Oder etwas anders, dass mir gerade so einfällt. Habt ihr denn daran überhaupt Interesse? Ich weiß nicht, ob es für euch spannend ist, was ich gerade so an Büchern auf dem Plan hab.
Sonst gibt es nix spannendes, reicht ja wohl auch.

Famous last word

Freiwillige Abhängigkeit ist der schönste Zustand, und wie wäre der möglich ohne Liebe?“
Johann Wolfgang von Goethe

Jules :)

Mittwoch, 29. Juni 2016

Heile Welt vs. Reale Welt [K]

Hey ihr Lieben!

Dank einiger Rezensionen musste ich mich in letzter Zeit häufiger mit der Frage auseinandersetzen, ob eine Geschichte wirklich realitätsgetreu sein muss, um gut zu werden. Ich kritisiere gerne mal, dass eine Geschichte mir einfach zu unrealistisch gestaltet war und mich deshalb einfach nicht überzeugen konnte. Von anderen höre ich aber oft, dass das gar nicht so schlimm sei, weil es ja eben „nur“ eine Geschichte ist und nicht das wahre Leben. Aber ist dem denn wirklich so?
Kommt uns etwas, dass nicht mit dem Leben, das wir kennen, konform ist, nicht automatisch suspekt vor? Mir geht es jedenfalls so. Auf mich wirken Dinge, die ganz anders sind als die, die ich so kenne, einfach unglaubwürdig.
Ich rede dabei wohlgemerkt nicht von solchen Genres wie z. B. Fantasy, wo all das ja noch gerechtfertigt ist. (Wobei ich auch hier sagen muss: Wenn man eine eigene Welt erschafft, dann muss man diese auch überzeugend rüberbringen, weil sonst kann man sich als Leser auch hier nicht darauf einlassen.) Ich rede wirklich von Geschichten, die eigentlich in unser aller Alltag spielen. Man kennt das doch selbst, dass im eigenen Leben auch nie alles glatt verläuft, weil es immer etwas oder jemanden gibt, der einem den Plan, den man aufgestellt hat, kaputt macht. Wie kann man dann eine Geschichte, die einfach so voller „Heile Welt“ strotzt, noch genießen können, ohne fassungslos zu bleiben? Ich meine, gerade wenn man selbst schon mal negative Erfahrungen sammeln durfte, kann man dann doch keine Geschichte als gegeben ansehen, in der alles immer Friede, Freude, Eierkuchen ist.
Gerade im Gay Romance Genre ist das wirklich ganz schrecklich. Auf einmal ist die Welt tolerant und niemand hat ein Problem mit schwulen oder lesbischen Pärchen – wohingegen man auf der Straße eben doch noch „scheiß Schwuchtel“ nachgerufen bekommt. Sorry, aber ich kann dem Buch dann einfach nichts abgewinnen. Ich frag mich dann nur, ob der Autor/die Autorin die Augen vor der Realität verschlossen hat oder was da sonst schief gelaufen ist.
Auf mich wirkt es dann eher so, als würde sich der Autor/die Autorin das Leben einfach machen. Man dreht einfach alles so, dass es zur Geschichte passt und um Probleme nicht irgendwie lösen zu müssen, lässt man erst gar keine aufkommen. Sprich: Damit der Chara sich nicht mit homophoben Menschen rumärgern muss, existieren diese einfach gar nicht erst.
Aber ist das dann wirklich noch Schreibkunst oder ist das nur etwas, dass unmotiviert auf Papier geklatscht worden ist? Okay, ich möchte niemanden unterstellen, unmotiviert zu sein, aber ich muss mich schon fragen, was sich derjenige dann dabei gedacht hat - beziehungsweise, ob er überhaupt gedacht hat.
Und es beginnt ja nicht erst bei solchen großen Dingen, wie eben einer toleranten Parallelwelt. Es beginnt ja schon bei Kleinigkeiten. Wie ein Charakter reagiert, wie sich eine Situation entwickelt… Meine Favoriten sind da ja zum Beispiel so Sachen wie „Liebe auf den ersten Blick“ oder „Bruder, Cousin, Onkel, Vater, Nachbar – alle schwul“… Alles Dinge, über die ich mich schon öfters auf dem Blog aufgeregt habe, weil sie mir einfach nicht in den Kopf wollen.
Nichts davon ist für sich alleine weltbewegend oder sonderlich dramatisch. Aber wenn sich all diese Punkte in einer Geschichte summieren, dann kann man doch nur noch mit dem Kopf schütteln. Ich weiß nicht, wie man so eine Geschichte dann noch mögen kann.
Und ja, ich weiß, es gibt Menschen, die auf solche Sachen abfahren. Ich möchte das jetzt auch nicht prinzipiell verurteilen, denn ich kann mir gut vorstellen, dass so eine Geschichte für manche einfach eine Flucht vor der Realität sein kann. Einfach mal abschalten und in eine Welt fallen lassen, in der alles einfach und schön ist – es mag sicher für den einen oder anderen ein guter Ausgleich zum eigenen Leben sein. Das akzeptiere ich ja auch. Trotzdem kann ich es nicht ganz nachvollziehen. Mir bringt es mehr, wenn ein Protagonist ein Problem, dass ich selbst habe, lösen kann und mir so Mut macht, dass auch ich es schaffen kann – statt dass mir jemand eine Welt vorgaukelt, von der ich genau weiß, dass sie nicht der Realität entspricht.
Nicht, dass es nicht völlig legitim ist, wenn einfach mal alles glatt läuft. Denn, um die Aussage von oben noch einmal zu zitieren: Es ist ja nur eine Geschichte.
Aber ich finde einfach, man darf dabei den Bezug zur Realität nicht verlieren, weil man sich damit doch irgendwie selbst belügt.
Wieder einmal eine Ansicht von mir, die sicher nicht jeder teilen wird. Es würde mich wirklich interessieren, wie ihr das seht. Mögt ihr denn Geschichten, die auf „Heile Welt“ machen? Oder bevorzugt ihr auch eher realistischere Geschichten? Und falls ihr wirklich erstere lieber mögt, warum? Warum macht euch so eine Abweichung von der Realität nichts aus? Helft mir, das ein wenig besser nachvollziehen zu können, denn manchmal zweifle ich deswegen echt an mir selbst.

Jules :)

Montag, 27. Juni 2016

Wenn es Liebe ist (Karo Stein)

Hallo ihr!

Das heutige Buch nennt sich "Wenn es Liebe ist" und stammt von Karo Stein. Es erschien im Cursed Verlag, umfasst 269 Seiten und handelt von Erzieher Julian, der seine Bisexualität ausleben will, bis Mark in sein Leben tritt.


Beschreibung:

Als seine Beziehung mit Tanja ein Ende findet, muss Julian erstmal sich und sein eigenes Leben wiederfinden. Schnell fasst er den Entschluss, dass er seine neue Freiheit auskosten möchte. Allerdings läuft das längst nicht so, wie erhofft und dann tritt auch noch Mark in sein Leben und stellt dieses auf den Kopf.  Dieser wurde ebenfalls enttäuscht und sucht nun nach Beständigkeit, ist sich aber unsicher, ob Julian ihm diese geben kann.

Meine Meinung:

Vielleicht habt ihr das schon mal mitbekommen, aber ich freue mich immer sehr, wenn ein Protagonist bisexuell ist. Ich verstehe oft gar nicht, warum immer alles Schwarz oder Weiß - oder eben Homo oder Hetero - sein muss, weil es doch so viel dazwischen gibt.
Hier ist Julian nicht nu bisexuell, sondern das Ganze ist auch noch Thema in dem Buch, also, es wird sich wirklich damit befasst.
Ich finde super die Unsicherheit von Mark beschrieben, die wohl jeden mit bisexuellen Partner erfasst: nämlich, einfach nicht zu genügen. Man kann eben nicht Männlein und Weiblein gleichzeitig sein und es ist wohl nur natürlich, sich dann zu fragen, ob der Partner bzw. die Partnerin nicht irgendwann auch mal wieder Lust auf das andere Geschlecht haben wird.
Gleichzeitig versteht man aber auch, dass es irgendwie ein böses Vorurteil ist, dass bisexuelle Menschen sich nicht komplett auf nur einen Partner einlassen können, ganz ohne dass ihnen etwas fehlt. Wenn man dann - wie hier - beide Ansichten vorgesetzt bekommt, ist das wirklich spannend zu lesen und auch echt interessant, das mal so aufgedröselt zu bekommen.
Ein weiteres Thema, dass angesprochen wird: Schwule Erzieher. Ich weiß nicht, warum es immer noch Leute gibt, die denken, schwule Männer sind automatisch pädophil. Das ist dermaßen traurig und widerlich, dass es solche Ansichten noch immer gibt und es macht mich wirklich wütend. ICh finde es toll, dass das hier am Rande angesprochen wird, weil das wirklich etwas ist, dass sich noch deutlich ändern muss in unserer Gesellschaft.
Ebenso, wie die Tatsache, dass viele Kitas noch immer nicht Themen wie Homosexualität und Toleranz ansprechen. Es wird im Buch gesagt und ich sehe das genauso: Gerade Kinder akzeptieren so viel mehr als gegeben, wie Erwachsene und ihnen in dem zarten Alter zu zeigen, dass die Welt kunderbunt ist, ist doch das wichtigste, dass es gibt.
Aber nun zur Liebesgeschichte in dem Buch: Ich mag es, wie sie anfangs um einander herumtanzen und dann, wenn sie zusammen sind, ihre Beziehung ein wenig ausbalancieren müssen, lernen müssen, sich zu vertrauen, etc.
Das ist wirklich schön gemacht, mit ein wenig Drama, aber nicht zu viel, und ohne Kitsch. Mir gefällt auch der Stil sehr schön. Ausführlich, fesselnd und so, dass man sich in das Buch fallen lassen kann. Dazu kommen noch echt heiße Sexszenen, die das Buch abrunden. Ich kann es echt nur empfehlen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Das Buch spricht so viel an, dass man selten im Gay Romance Bereich fndet und ich denke, dass es allein deshalb schon lesenswert ist. Hinzu kommt noch, dass es echt toll geschrieben ist und eine süße Liebesgeschichte enthält. Was will man mehr, ich würde es an eurer Stelle lesen!

Bei mir häufen sich die Rezensionen an und ich weiß gar nicht, wann ich die alle bringen soll. Vielleicht werden also bald noch mehr Montage vollgestopft. Mal sehen.
Jules :)

Samstag, 25. Juni 2016

Seine Narben (Regina Mars)

Huhu!

Das heutige Buch nennt sich "Seine Narben", stammt von Regina Mars und handelt von dem reichen Söhnchen Stan, der seinen neuen Mitbewohner Matt aus dem Zimmer ekeln möchte, weil dieser so gar nicht in seine Welt passt.
Es umfasst 209 Seiten und wird frei publiziert.


Beschreibung:

Matt passt nicht in Stans Weltbild. Er hat kein Geld und keine Manieren und durchkreuzt dessen Plan, den er für das letzte Jahr auf dem Internat ausgeklügelt hat. Für Stan ist klar: Er muss seinen neuen Mitbewohner aus dem Zimmer ekeln, aber das ist gar nicht so leicht, denn Matt stört sich nicht an Stans Provokationen.
Mit einem hinterhältigen Trick will Stan Matt loswerden, aber dann geht alles schief und plötzlich weiß Stan gar nicht mehr, was er eigentlich will.

Meine Meinung:

Ich habe einfach einen Faible für Internatsgeschichten, keine Ahnung, warum, weil meistens sind da immer wiede die gleichen Plots enthalten und oft auch Klischees. Hier ist es im Prinzip auch wieder nicht anders: Jemand bekommt einen neuen Mitbewohner, sie hassen sich, bekämpfen sich, verlieben sich... Nichts neues und trotzdem konnte es mich wieder mitreißen. Ganz schlimm.
Die Geschichte ist aber auch wirklich gut gemacht. Ich finde es klasse, wie Stan sich gibt. Er ist so mega arrogant, aber zwischenzeitlich erkennt man doch, dass unter dieser Fassade mehr schlummert. Und man merkt, dass er einfach selbst mit seinem Leben nicht glücklich ist, sich selbst und die anderen belügt und einfach versucht, es seinem Vater recht zu machen, der sich einfach nicht um ihn kümmert. Wenn man einfach seinen Hintergrund nach und nach mitbekommt, erkennt man schon, warum er das Arschloch mimt.
Cool finde ich, wie Matt damit umgeht, so cool und lässig, dass er Stan wahnsinnig auf die Plame bringt und mich öfter mal hat schmunzeln lassen. Obwohl ich aus seinem Charakter nicht so schlau geworden bin. Er war mir schon fast zu perfekt, sowas mag ich dann auch nicht.
Aber wie oben angedeutet, wird aus Hass Liebe und das ist super gemacht, weil beide aus verschiedenen Gründen nicht wollen, dass es öffentlich wird und dann ewig um einander herumschleichen und doch nicht von einander lassen können.
Ich mag auch, dass Stan am Ende ein wenig auf die Fresse fliegt und dann endlich mal zu sich und seiner wahren Persönlichkeit stehen kann. Man merkt halt auch, dass es ihn eigentlich befreit und er ohne all das Tamtam wesentlich glücklicher ist. Und eben das man das alles so nachvollziehen kann, finde ich an dem Buch so toll.
Allerdings muss ich sagen, habe ich doch den einen oder anderen Kritikpunkt. Ich finde z.B. suspekt, wie arrogant diese ganzen Kinder in dem Internat sind. Ich frage mich, ob das wirlich so ist, ob das hier übertrieben wurde. Ich hoffe ja fast, dass es übertrieben ist, weil das ja nicht auszuhalten ist. Obwohl es natürlich wunderbar zu der Geschichte passt und man sich eigentlich für Stan freut, wenn all diese oberflächlichen Leute ihm den Rücken kehren, weil man so einen Umgang wohl keinem wünscht.
Dann hätte ich mir noch ein wenig mehr gewünscht, dass man erkennt, warum die beiden so aufeinander stehen. Man spürt zwar die Anziehung zwischen ihnen, aber irgendwie verstehe ich nicht, warum sie sich gleich verlieben. Gerade Matt finde ich da doch sehr undurchsichtig, er lernt ja nur Stans unmögliche Art kennen und lässt sich doch wider besseren Wissens auf ihn ein. Später, wenn er Stan näher kennenlernt, okay, aber am Anfang frage ich mich doch: Warum?

Altersbeschränkung//Zielgruppe:

Echt nur was, wenn man auf Internatsgeschichten steht. Das klingt zwar doof, aber es ist doch schon sehr typisch und wenn man sowas noch nie mochte, wird sich hier wohl nicht viel ändern. Aber wenn man solche Sachen ganz gerne liest, dann unbedingt kaufen, es lohnt sich, wie ich finde.

Habe gerade so grundlos schlechte Laune, ich ertrage mich selbst kaum.
Jules :)

Mittwoch, 22. Juni 2016

Fourth Club - Dominus (T. C. Jayden) [Q]

Hey!

Der heutige Quickie stammt von T. C. Jayden, umfasst 78 Seiten und nennt sich "Fourth Club - Dominus". Er stammt aus der "The Club"-Reihe, erschien bei Weltenschmiede und handelt von Troy, der seine heimlichen Gelüste mit der männlichen Domina Kim ausleben möchte.
Wie gesagt, ist das Buch Teil einer Reihe, in der aber jeder Band für sich alleine gelesen werden kann.

  

 Beschreibung:

Troy ist frustriert, weil er beruflich das Ende seiner persönlichen Karriereleiter erreicht hat und beschließt, sich zumindest nun um sich selbst zu kümmern. Deshalb besucht er einen Szene-Club, um dort seine heimlichen Gelüste auszuleben.
Dort trifft er auf Kim, eine männliche Domina. Kim kennt Troy noch von früher und sowohl damals als auch heute, schafft Troy es fast augenblicklich, sich in Kims Herz zu schleichen. Nun will Kim ihn unbedingt besitzen, aber Troys Selbsthass steht ihm dabei im Weg.

Meine Meinung:

Die Geschichte hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich liebe diese Reihe sowieso und da bildet dieses Buch keine Ausnahme. Was ich irgendwie cool fand, war, dass hier sozusagen auch mal die berufliche Seite an BDSM beschrieben wird, auch wenn es bei Kim sehr fix ins persönliche geht. Dennoch erfährt man einiges zu dessen Beruf und das ist einfach mal interessant. Es wird eben auch deutlich, wo die Grenzen zum privaten Bereich liegen und wie Kim das trennt. Und man erkennt als Leser auch die Unterschiede. Also sehr gut gemacht.
Was ich auch super fand, waren Troys Selbstzweifel. Also quasi sein Hass auf sich selbst, solche Gelüste zu haben. Er schämt sich dafür und man kann es auch nachempfinden. Aber nicht nur dieser Selbsthass ist gut beschriebe, sondern dann eben auch, wie Kim versucht, diesen aufzubrechen und Troy zu zeigen, dass er sich nicht für das, was er will und ist, schämen muss. Überhaupt hat das alles so einen "philosophischen" Touch, der sehr schön zeigt, dass BDSM eben nichts ist, wofür man sich schämen muss. Das zieht sich auch z.B. in der Richtung durch, dass Kim so ein wenig "beschreibt", wie Liebe für ihn in einer BDSM-Beziehung aussieht. Ich denke, dass es auch gerade für Außenstehende vielleicht die eine oder andere Erkläung liefern kann. Zumal man auch wirklich erkennt, dass hier tiefere Gefühle im Spiel sind.
Ja und schließlich die Sexszene. Die ist wirklich super gelungen! Echt heiß, echt sexy - ich liebe sie.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ja, wie gesagt, ich denke, man kann auch so ein bisschen das Wesen von BDSM erfassen und das ist dann auch etwas für Leute, die sich bisher nicht sooo sehr mit dem Thema beschäftigt haben. Und für Fans des Genres sowieso. Aber definitiv eine Geschichte, die sich zu lesen lohnt!

Ich wollte mich noch bei euch für all die Vorschläge zum Thema BDSM bedanken. Offenbar sind wir uns einig, dass im deutschsprachigen Raum viel zu wenig Angebot vorhanden ist. Das sollte sich echt mal ändern, das ist nämlich echt ätzend.
Jules :)

Samstag, 18. Juni 2016

Ihr habt das so gewollt! - Teil 1 (Kai Sanders)

Hey ihr!

Diesmal habe ich für euch Kai Sanders "Ihr habt das so gewollt! - Teil 1". Es umfasst 244 Seiten, wird frei publiziert und handelt von einer Gruppe junger Studenten, die plötzlich abgeschnitten von der Außenwelt ums Überleben kämpfen müssen.


Beschreibung:

Eine Gruppe junger Studenten findet sich plötztlich abgeschnitten von der Außenwelt auf einer Insel wieder und muss dort ums Überleben kämpfen. Schnell bestimmen sie den schüchternen Simon zum Anführer, der sie alle überrascht, weil er plötzlich entschlossen die Führung ergreift und selbstbewusst auftritt. Bald aber gerät Simon auf einen Höhenflug und seine Herrascht beginnt, nach und nach zu eskalieren. 

Meine Meinung:

Ich weiß nicht, ob ihr das schon so mitbekommen habt, aber ich liebe solche Geschichten einfach nur. So ein bisschen Psycho, das ist genau meins. Und deswegen musste ich dieses Buch auch unbedingt lesen und kann euch sagen: ich bin begeistert.
Ich schwöre euch, das Buch ist wahnsinnig fesseld und ich konnte es auch gar nicht aus der Hand legen, sondern habe es in einem Zug durchgelesen.
Man merkt eben wirklich, wie Simon nach und nach alle Macht an sich reißt und dafür die anderen Jungs allesamt manipuliert. Er ist auch wirklich ein Typ, der polarisiert, er sorgt dafür, dass es allen auf der Insel gut geht und System in ihre Miteinander auf der Insel kommt. Dazu ist er auch noch sehr charmant, so dass man sofort versteht, warum alle zu ihm aufblicken. Wenn ihm jemand gefährlich wird, setzt er Intrigen ein, diesen auszuschalten oder bringt die Leute dank gewisser Priviligien schon vorbeugend auf seine Seite. Alles natürlich nur Manipulation, die aber tatsächlich funktioniert. Als Leser kann man gut verstehen, warum ihm alle bald hörig sind, aber natürlich merkt man als Leser auch, dass er ein böses Spiel treibt und eigentlich ein kleiner Psycho ist.
Verstörend finde ich daran, dass soetwas wirklich real ist. Man kann sich das gar nicht vorstellen, dass ein einzelner Mensch zu so etwas fähig ist, aber wir wissen ja alle, dass dem eben doch so sein kann. Das ist schon erschreckend, das noch mal vor Augen geführt zu bekommen.
Am Ende dieses Teils eskaliert die Situation langsam, es wird immer perfider, aber einige sind schon auf den Trichter gekommen, dass Simon langsam außer Kontrolle ist. Jetzt ist man natürlich gespannt, ob sie aufbegehren und was Simon dagegen unternehmen wird. Ehrlichgesagt kann ich es kaum erwarten, Teil 2 endlich zu lesen. Ich hoffe, dieser erscheint ganz bald.
Ich muss zugeben, der Stil ist jetzt nicht überragend, aber auch nicht schlecht - einfach durchschnittlich. Aber das stört gar nicht, weil einfach dieses Machtspiel deutlich wird und einen die Story so packt, dass man gar keinen aufwendigen Stil benötigt.


Vielleicht noch was zum Thema BDSM, weil es mir wirlich am Herzen liegt: Einer der Jungs - Johnannes - ist definitiv devot und Simon auch völlig untergeben. Für ihn sind die Dinge, die Simon mit ihm macht, wirklich erfüllend und deshalb kann hier auch von BDSM gesprochen werden, das es bei Johannes einvernehmlich ist. Wenn Simon allerdings andere Jungs quält, hat das nichts mit BDSM zu tun. Also wer sich in dem Bereich nicht auskennt: Differenzieren!
Und natürlich ist Simons Art nichts, was man sich in einer normalen BDSM-Beziehung wünscht, sondern reine Manipulation. Also auch hier an alle, die sich nicht auskennen: Kein echter Dom ist so ein verrückter Arsch.

Altersbeschränkung//Zielgruppe:

Ich weiß schon, das Buch ist nicht für jeden was und ich finde es auch schwer, es so richtiger eine Zielgruppe zu zuordnen. Es ist schon ein wenig psycho und auch erschreckend, vielleicht vergleichbar mit "Die Welle". Ich glaube, das wird fast jeder kennen und wer auf so eine Art von Geschichte steht, ist hier goldrichtig.

Schade, dass es von diesen verstörenden Büchern so wenig im Gay-Bereich gibt. Ich lese das soooo gerne. Wenn ihr noch was in der Richtung kennt, gebt mir unbedingt irgendwie Bescheid, ich will das lesen!
Jules :)

Mittwoch, 15. Juni 2016

Ja, ich will [K]

Hi ihr Lieben,

heute geht es um ein Thema, über das ich mich wieder herrlich aufregen kann. Mein allzeit verhasster Heiratsantrag in Liebesgeschichten. Wer mich kennt weiß, dass man mir damit so ziemlich jedes Buch versauen kann, egal wie toll ich es kurz vorher noch fand. Wahrscheinlich teilen sehr viele meine Meinung nicht, aber das ist mir egal. Ich finde es furchtbar und einfach nur, damit ihr meine Rezensionen besser nachvollziehen könnt, versuche ich, mal zu erläutern, warum das so ist.
Was mich an einem Heiratsantrag am meisten stört, ist, dass er oft sehr erzwungen ist. Die beiden haben sich gefunden, eigentlich ist alles schon wunderbar und dann hat der Autor/die Autorin das Gefühl, dass man das TOTALE Happy Ende erreichen muss, in dem man zur Krönung noch einen Heiratsantrag oben drauf setzt. Sehr häufig geschieht das dann im Epilog, was schon deutlich macht: Die Szene passt gar nicht mehr in die eigentliche Geschichte sondern wird einfach hinten dran gehangen. Oft noch mit dem glorreichen Zusatz "XY Jahre später...". Sowas nervt mich einfach nur, weil es nichts mehr mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat. Man will einfach auf Teufel komm raus noch einen Heiratsantrag anfügen und deshalb gibt es den Epilog. Nur warum denn? Ein Buch, eine Liebesgeschichte ist doch auch dann wunderschön, wenn es keinen Antrag mehr gibt. Können die Protagonisten nicht auch ohne Ehe glücklich sein? Ist ein Happy End denn nicht auch dann happy, wenn sie sich nicht noch am Ende verloben? Sowas ist für mich einfach sinnlos, weil es - wie schon mehrmals gesagt - nicht mehr zur eigentlichen Geschichte gehört und damit einfach überflüssig ist.
Häufig versaut es das Buch damit nämlich auch eher, statt es besser zu machen. Ich weiß, viele sind der Meinung, ein Antrag ist romantisch, aber für mich ist er das nicht. Mal davon abgesehen, dass ich sowieso eine kranke Einstellung zu Romantik habe, ist nicht alles, was super süß und super kitschig ist, automatsich romantisch. Und Romantik besteht häufig nur in kleinen Dingen - wer aber einen Heitratsantrag schreibt, der bleibt nicht bei den kleinen Dingen. Im Gegenteil: Häufig sind die Anträge dann auch noch total bombastisch und einfach too much. Ich meine, vielleicht träumen viele von genau so einem Antrag (vielleicht träume ich sogar selbst von so einem Antrag) und wenn man ihn selbst bekommt, dann empfindet man ihn vielleicht auch als wundervoll, aber wenn man ihn nur liest, dann kann er schnell mal zu viel werden.
Ich habe zumindest noch nie ein Buch gelesen, in dem ein Antrag vorkam, der nicht zu zuckrig und zu kitschig ausgefallen ist. Man neigt sehr schnell dazu, die Dinge zu übertreiben, wenn man etwas wundervoll romantisch gestalten möche - was in so einem Fall immer so sein wird.
Aber gerade bei Geschichten, die vielleicht innerhalb der eigentlichen Story gar nicht so extrem romantisch ausgefallen sind, wird so ein Antrag dann eher stören und einfach unpassend.
Ich sehe ein, dass viele sowas mögen und sich darüber freuen, dass es am Ende noch dazu kommt - ich sehe auch ein, dass einfach der Autor/die Autorin für ihre Protagonsiten noch eine Verlobung möchte... aber wenn es die Geschichte doch eher kaputt macht, dann sollte man sich doch mal überlegen, ob man es nicht lieber weglassen möchte.
Wobei ein Antrag - und das muss ich widerwillig eingestehen - nicht immer deplaziert und kitschig und doof sein muss. Ich finde ja, wenn er wirklich in die Geschichte und die Stimmung und Situation und alles passt, dann darf es ruhig auch ein Antrag sein. Aber das ist eben sehr selten der Fall und wenn doch mal alles passt, ist er dann aber total aufgebauscht und dann doch wieder nicht stimmig...
Wobei ich auch hier sagen muss, selbst wenn es manchmal von der Stimmung her wirklich passen würde, gibt es so Gründe, warum ich ihn dann doch wieder unpassend finde. Häufig ist es ja auch so, dass ein Antrag schon nach drei Monaten erfolgt, weil sie sich nach drei Monaten schon sicher sind, sich zu lieben. Vielleicht haben sie etwas gemeinsam durchgemacht, dass sie so eng zusammengeschweißt hat, dass sie sich ein Leben ohne den anderen nicht vorstellen können, etc. und daraufhin erfolgt dann der Antrag, der durchaus in die aktuelle Lage passt. Und ja, das mag es alles auf dieser Welt geben, aber ich meine... nach DREI Monaten? Ich hoffe, ich bin da nicht der einzige, der das als zu früh erachtet.
Klar, es gibt Umstände, die das vielleicht wirklich nachvollziehbar erscheinen lassen, das habe ich ja selbst gerade schon beschrieben. Aber irgendwie ist es mir dennoch zu früh, sei da vorher geschehen, was wolle.
Wirklich traurig wird es ja erst, wenn so etwas dann grundlos erfolgt. Also ein Antrag einfach so nach drei Monaten (wobei es ja auch Bücher gibt, in denen nicht mal drei Monate gewartet wird...) erfolgt, einfach weil sich die Protagonisten total sicher sind, dass sie die Liebe ihres Lebens gefunden haben. Aber ich verrate euch jetzt mal was in gänzlich unromantische Jules-Manier: Wenn man frisch verliebt ist, glaubt man das immer. Das rechtfertigt dann aber leider immernoch keinen Antrag. Wenn, dann wären nämlich sehr viele schon mit 14 verheiratet, was Gott sei Dank nicht möglich ist.
Um jetzt mal zu einem Ende zu kommen, versuche ich, meine Meinung noch einmal auf den Punkt zu bringen: Man muss einfach sehr viel Feingefühl beweisen, um einen Antrag so zu integrieren, dass er wirklich dazu passt. Und wenn man das Gefühl hat, dass es nicht 100%ig dazu passt, dann würde ich am liebsten auf die Knie gehen und den Autor/die Autorin anflehen, es doch wegzulassen und das möchte ich hier auch mehr oder minder imaginär tun: Liebe Autroren und Autorinnen da draußen, wenn eure Geschichte auch ohne Antrag perfekt ist, dann lasst ihn bitte, bitte weg, ehe er er die Geschichte versaut. Ich meine das echt ernst und ich hoffe, ihr denkt zumindest mal darüber nach, ehe ihr mich verflucht, weil ich so einen unglaublich unromantische Appell an euch rausschicke. ;D
Jules :)

Montag, 13. Juni 2016

Klares Wasser (Amy Lane)

Hey ihr Lieben!

Heute habe ich für euch die Rezension von Amy Lanes "Klares Wasser"*. Das Buch erschien bei Dreamspinner Press und umfasst 264 Seiten, auf denen es um den Versager Patrick geht, den das Schicksal auf das Hausboot von Biologen Whiskey treibt.
 

Beschreibung:

Patrick hält sich für einen totalen Versager und jeder Versuch, sein Leben in den Griff zu kriegen, scheitert. Stattdessen endet das Ganze in einer Katastrophe, die Patrick nur dank Whiskey überlebt, der ihn das Leben rettet und ihn mit auf sein Hausboot nimmt.
Dort findet Patrick einen Platz, an dem er sein Leben ordenen kann, auch wenn er überzeugt ist, dass er eine einzige  Anomalie ist und er findet Whiskey, der ihn nur zu gerne zeigen möchte, dass alles an ihm so in Ordnung ist, wie es eben ist.

Meine Meinung:

Was für ein großartiges Buch! Im Ernst, in der Beschreibung wird gar nicht deutlich, wie viel Tolles eigentlich in diesem Buch steckt. Ich habe niemals erwartet, dass mir das Buch so gut gefallen könnte.
Es fängt schon damit an, dass mir die Liebesgeschichte zwischen Patrick und Whiskey einfach total gut gefällt. Ich mag es, wie sie langsam zueinander finden und wie Whiskey am Anfang noch versucht, sich von Patrick fernzuhalten, weil dieser gerade ganz andere Dinge zu managen hat und auch noch wesentlich jünger ist, als er. Dann wiederum Patrick, der glaubt, nicht gut genug für Whiksey zu sein, weil er eben so seine Probleme hat, ein geregeltes Leben zu führen.
Nach und nach wird deutlich, warum Patrick sich so sehr für einen Versager hält, obwohl er doch nur eine Krankheit - ADHS - hat, gegen die er ja aber vorgehen kann.
Teilweise wird man als Leser wirklich wütend, weil dem armen Jungen so mitgespielt worden ist und es ist bitter, wenn man bedenkt, wie viele Leute wirklich für dumm gehalten werden, nur weil sie ADHS haben. Die Krankheit wird übrigens sehr schön erklärt. Man versteht irgendwie, was in Patricks Kopf schief läuft und wie sich das nach Außen hin äußert. Ich finde das Klasse, wenn ein Krankheitsbild so gut in die Geschichte eingebaut wird, wie hier.
Teilweise rührt einen das Buch auch sehr, weil es doch so die eine oder andere Phrase beinhaltet, die einem eine Gänsehaut beschehrt. Das liegt auch viel am Stil, der wirklich klasse ist. Schön ausführlich und so, dass man sich in die Szene und in die Charaktere hineinversetzen kann.
Tatsächlich beinhaltet das Buch sogar eine Spur Crime, die noch mal mehr Spannung reinbringt, obwohl ich auch den einfachen Alltag auf dem Hausboot so super erzählt finde, dass selbst Alltag spannend wird.
Ich mag auch das Ende, es ist nicht kitschig, aber rührend und mir gefällt auch, wie sich Patrick z.B. wieder mit seinem Vater annähert, auch wenn das vielleicht nicht sonderlich leicht ist. 
Es gibt auch tolle Sexszenen und auch sonst kann ich an dem Buch nichts finden, dass mir nicht gefallen hat. Mit Sicherheit wird es nicht mein letztes Buch von Amy Lane gewesen sein.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich muss das Buch wirklich jedem empfehlen, weil es so wunderbar gemacht ist. Und weil so viel mehr drin steckt, wie man vermutet. Ihr müsst es einfach lesen!

Was zur Hölle war in letzter Zeit mit dem Wetter los. Hoffentlich ist bald Winter.
Jules :)



* Dieses Buch wurde mir von Dreamspinner Press als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! :)

Sonntag, 12. Juni 2016

Fragen über Fragen

Hallo ihr Lieben!

Eine Autorin hat mich auf diesen Trichter gebracht und ich finde die Idee mittlerweile ganz gut. Ihr wisst ja selbst, dass ich ab und an Interviews mit Autoren auf diesem Blog veröffentliche und das so schnell auch nicht aufgeben möchte. Manchmal bin ich aber echt unsicher, ob meine Fragen alleine ausreichen oder ob ihr nicht noch mehr wissen wollt und deswegen gebe ich euch jetzt die Chance, ein wenig mitzubestimmen:

Habt ihr allgemein Fragen, die ich Autoren/Autorinnen stellen soll oder vielleicht sogar spezielle Wünsche für Interviewpartner? Jetzt ist die Gelegenheit, mir eure Fragen mitzuteilen.
Aktuell sitze ich an zwei Interviews, einmal mit Karo Stein und einmal mit Chris McHart. Vielleicht habt ihr ja auch noch konkrete Fragen an die beiden? (Karo hat ihre Fragen zwar schon bekommen, aber sie ist sicher nicht böse, wenn ich ihr noch ein, zwei nachschicke.) Traut euch also unbedingt!!!

Ihr könnt eure Fragen unten in den Kommentar schreiben oder ihr schickt mir eine EMail oder ne DM bei Twitter, ganz wie ihr mögt.
Ich würde mich freuen, wenn ihr mitmacht!

Liebe Grüße
Jules

Samstag, 11. Juni 2016

Kein schwuler Land (Kooky Rooster)

Hallo!

Das heutige Buch stammt von Kooky Rooster, nennt sich "Kein schwuler Land" und umfasst 348 Seiten. Es erschien bei Books on demand und handelt von Johan, der sich zwar in Stefan verliebt, aber seine Homosexualität in seinem Dörfchen verleugnen möchte.


Beschreibung:

Johan ist bei der Dorfjugend beliebt, auch, weil er nach außen hin den homophoben Macho raushängen lässt. In Wahrheit steht er aber selbst auf Jungs, auch, wenn er das nicht zugeben würde. Dann aber tritt Stefan in sein Leben und plötzlich führt Johan ein Doppelleben, dass ihn stark unter Druck setzt. Er hat panische Angst davor, sich zu outen, merkt aber auch, dass er, wenn er weiter auf homphoben Macho macht, Stefan verlieren wird.

Meine Meinung:

Obwohl mir das Buch an sich schon gut gefallen hat, konnte es mich doch nicht so stark überzeugen, wie viele andere Bücher von Kooky Rooster.
Was mir hier sehr gut gefallen hat, ist definitiv die Art und Weise, wie Stefan mit sich selbst ringt. Ich finde, das kommt sehr gut rüber und man kann seine Panik, die er vor dem Outing hat, definitiv gut nachvollziehen. Auch, weil man eben vom Umfeld genug mitbekommt und nachvollziehen kann, warum er da nicht unbedingt mit der Sprache herausrücken möchte. Man merkt auch, wie es ihn selbst belastet und wie viel Angst er davor hat, durch seine Panik vor dem Outing wiederum Stefan zu verlieren.
In manchen Rezensionen habe ich gelesen, dass ihnen am Ende seine Wandlung zu schnell geht, aber das finde ich nicht. Ich finde, er arbeitet sich langsam an eine Entscheidung vor und am Schluss bekommt er eben einene Stups in die richtige Richtung und geht eigentlich nur noch einen Schritt, den er schon viele eher hätte gehen können.
Sehr gut gemacht ist übrigens, wie er sich immer wieder selbst verleugnet und vor den anderen unbedingt beweisen will, wie hetero und homophob er doch ist. Das er sich dabei nur in peinliche Situationen bringt und die Leute dadurch misstrauischer werden, als würde er sich nicht so verhalten, merkt er dabei selbst nicht. Leider hat man sich da an der einen oder anderen Stelle wirklich fremdschämen müssen. Ich finde das einerseits gut - offenbar kommt die Sitaution richtig beim Leser an - andererseits ist das auch immer ein wenig unangenehm.
Was ich nicht nachvollziehen konnte, war Stefans Verhalten. Liebe hin oder her, so manches Verhalten von Johan hätte ich nicht einfach so verzeihen oder hinnehmen können. Teilweise kann ich es ja noch verstehen, dass er nachsichtig ist, aber teilweise kam er mir schon sehr naiv, fast dumm, vor. Ich glaube, das war es auch, was mich am meisten gestört hat. Es war keine wirkliche Liebesgeschichte, sondern nur ein Geben von Stefan und Nehmen von Johan.
Ich weiß jetzt gar nicht, ob die Sitaution auf dem Land realistisch ist. Ich wohne nicht auf dem Land und auch weit von einer homophoben Gegend entfernt. Aber ich glaube, dass es durchaus wohl noch Orte gibt, in denen man nicht schwul ist. Eigentlich traurig.
Irgendwie mochte ich aber diese ländliche Umgebung gerne. Meistens spielt Gay Romance ja doch eher in Städten, aber dieses Landfeeling ist auch mal ganz schön zum lesen. Und macht irgendwie Lust auf Volksfeste und dergleichen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich finde, das Buch ist schon mal was anderes. Verbotene Liebe auf dem Dorf, mir gefällt das Thema recht gut und ich denke, wem das auch zusagt, der wird hier sicher auch Spaß haben. Ein wenig schade ist, dass Stefan und Johan sich manchmal echt blöd verhalten, aber sonst ist das Buch schon lesesnwert.

Heute ist es so mega warm. Nervt. Ich will Herbst.
Jules :)

Mittwoch, 8. Juni 2016

Color (Jon Eisenberg) [Q]

Huhu!

Heute geht es um die Kurzgeschichte von Jon Eisenberg mit dem namen "Color". Sie umfasst 19 Seiten, erschien bei BookRix und handelt von Peter, der dem Einzelgänger Alex Nachhilfe geben soll.


Beschreibung:

 Peter ist ein Streber udn nciht sonderlich beliebt. Auch zu Hause läuft nicht alles bestens. Er ist oft alleine und seine Mutter scheint sich nur am Rande für ihn zu interessieren.
Sein ganzes Leben ändert sich jedoch plötztlich, als er dem Einzelgänger Alex Nachhilfe geben soll. Von heute auf morgen ist nichts mehr, wie es einmal wahr und nach und nach kommen Gefühle ins Spiel, die Peters Welt endgültig auf den Kopf stellen.

Meine Meinung:

Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen, das hätte ich gar nicht gedacht. Trotz der Kürze ist die Geschichte eigentlich recht ausführlich, mit detaillierten Szenen und guten Beschreibungen. Man erkennt die Gefühle der Protagonisten und versteht ihre Handlungen. Es gibt auch nicht wirkliche Zeitsprünge, so dass man nicht das Gefühlt hat, der Geschichte würde etwas fehlen.
Natürlich entwickelt sich zwischen den Beiden recht fix eine Anziehung und vielleicht geht es allgemein ein wenig schnell, wobei ich nicht sagen würde, dass es überstürzt wirkt. Das tut es wirklich nicht.
Im Gegenteil: Ich mag, wie man als Leser erkennt, dass Peter sich nach und nach bewusst wird, dass er in einen Jungen verliebt ist. Das hat einfach was von Selbstfindung, ich mag sowas total. Und dann noch in Kombination mit einem meiner Lieblingsthemen. Schulromanze, erste Liebe... Toll!
Ich finde auch, dass die Geschichte spannend gehalten ist. Manches klärt sich erst nach und nach auf, dann flüchtet Alex oft, so dass sich eben nicht alles sofort klärt, sonder man schon interessiert ist, wie es weitergeht.
Was mich aber total stört: Nirgendwo wird erwähnt, dass es sich bei der Geschichte um einen Mehrteiler handelt. Das Ende ist nämlich recht offen und dann wird von einem zweiten Teil geredet. Ich glaube, man kann auch nach der Geschichte aufhören, aber manche Sachen klären sich dann eben nicht vollständig auf. Es ist nicht mal so schlimm, dass es einen zweiten Teil gibt - ich finds eigentlich sogar gut, weil ich gerne mehr lesen würde -, aber es nervt mich einfach, weil das nirgendwo steht. Und ich verstehe es auch nicht. Die Geschichte ist recht kurz und im Prinzip hätte man die Teile auch in ein langes Buch zusammenfassen können... Aber ok... es ist wie es ist.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ein wirklich schöner Quickie, der sehr angenehm zu lesen ist und eine schöne Thematik besitzt. Ich empfehle ihn eigentlich schon, möchte aber darauf hinweisen, dass es ein Mehrteiler ist. Also nur kaufen, wenn ihr auch Lust auf mehrere Teile habt!

Irgendwie dachte ich, vom Lesen her wird der Mai ein wenig entspannter, aber Pustekuchen. Naja, irgendwann habe ich vielleicht mal wieder etwas weniger Bücher hier rumliegen... oder so.
Jules :)

Montag, 6. Juni 2016

The Maniac Street 2 (Denny van Heynen) [Q]

Hi!

Heute habe ich Band 2 von Denny van Heynens "The Maniac Street"* für euch. Auch dieser enthält wieder vier schaurige Kurzgeschichten rund um die Maniac Street, in der so allerlei komische Dinge geschehen. Das Buch umfasst 63 Seiten und wird frei publiziert.



Beschreibung:

Das Büchlein umfasst wieder 4 Geschichten, die uns Mr. McWalden, ein Bewohner der Maniac Street, erzählen wird. Darin geht es um Menschen und Dinge, die weit außerhalb unserer Vorstellung liegen.

Meine Meinung:

Also, ich glaube, mittlerweile ist es klar: Die Geschichten sollen uns natürlich ein wenig verstören, in dem sie die Abgründe des menschlichen Daseins besprechen und einfach ein wenig auf den Gruselfaktor setzen. Ich hab, wenn ich mich recht entsinne, schon im ersten Teil gesagt, dass mich das Buch sehr an die Serie "X-Factor" erinnert, dass ich in meiner Kindheit echt gesuchtet habe. Es sind Geschichten, bei denen es einen kurz kalt den Rücken runterläuft, bei denen man sich aber nicht vor Angst unter der Bettdecke verstecken möchte.
Schön finde ich, dass es dabei gerade mit unserer Angst spielt, dass Dinge, die eigentlich alltäglich sind, plötztlich zu unserem Verhängnis werden können. Also etwas, das wir als selbstverständlich nehmen, wird plötzlich zum unerwarteten Grauen. Ich finde, das macht die Geschichten schon recht gelungen, auch wenn man natürlich sagen muss, dass sie für richtige Horrorfans sicher noch zu sanftmütig daher kommen. Obwohl natürlich auch eklige Details sehr gut beschrieben werde. Ich finde, das muss auch so sein. Alles andere wäre inkonsequent.
Mr. MacWalden ist der Geschichtenerzähler und ich habe im ersten Band schon gesagt, dass er für mich erst so richtig diese Gruselstimmung heraufbeschwört. Durch ihn wird eine hübsche Atmosphäre geschaffen, in der man dann gerne solchen Geschichten lauschen möchte.
Außerdem sorgt er am Ende noch mal selbst für einen kleinen Schauder, so dass das Buch dadurch einfach gut abgerundest ist.
Der Erzählstil ist wie immer kurz, knapp und auf dem Punkt, aber er beschreibt das nötigste, so dass man sich durchaus in die Geschichten fallen lassen kann.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wie gesagt, man darf jetzt kein Horrormeisterwerk erwarten, es sind eher kurze, etwas schaurige Geschichten, die aber nicht dafür sorgen, dass man nachts nicht schalfen kann. Das finde ich aber ganz gut, weil man sie so auch nachts, vor dem einschlafen lesen kann - der perfekte Zeitpunkt, für diese Art von Storys.


Ich war die Tage in einem Horrorfilm im Kino und ich war noch nie so enttäuscht. Nicht nur, dass ich nicht einen Moment lang Angst hatte, ich muss zweitweise sogar lachen. Da fragt man sich doch echt, was da schief läuft, oder? Horrorfilme, die eher Lachttränen als Angstschweiß auslösen, sollten verboten werden.
Warum ich euch das jetzt erzähle? Keine Ahnung, passt halt schön zum Thema. ;D
Jules :)



* Dieses Buch wurde mir von Denny van Heynen zu Rezensionszwecken überlassen. Dankeschön dafür.

Samstag, 4. Juni 2016

Lügen schützt vor Liebe nicht (Caitlin Daray)

Hey!

Heute gibt es das Buch "Lügen schützt vor Liebe nicht" von Caitlin Daray als Rezension. Es erschien im Cursed Verlag, umfasst 340 Seiten und handelt von Kian, der immer wieder an Einbrücken beteiligt ist, bis er Wachmann Eric kennenlernt.
 

Beschreibung:

Kian ist als Mitläufer an Einbrüchen beteiligt und findet das auch gar nicht so schlimm - bis Wachmann Eric verletzt wird und sein schlechtes Gewissen erbarmungslos zuschlägt.
Als die beiden sich näher kommen, muss Kian lügen, damit Eric nicht herausfindet, wer er wirklich ist und was er getan hat, aber als Kians alte Bande ihn unter Druck setzt, gerät sein Lügengerüst ins Wanken und stellt Kian vor eine ziemliche Herausforderung.

Meine Meinung:

Ich fand das Buch wirklich klasse, schon alleine, weil mir der Plot so gut gefallen hat. Aber es wird auch wirklich gut umgesetzt. Kian ist einem sofort sympathisch und man merkt einfach, dass er kein schlechter Mensch ist, sondern einfach in ein schlechtes Umfeld geraten ist. Man erkennt gut, dass er wirklich ein schlechtes Gewissen hat, Eric anzulügen, aber man erkennt eben so gut, dass er eben verzweifelt ist und Angst hat, Eric könnte ihn verlassen, wenn heraus kommt, was er getan hat. Das ist alles auch wirklich gut nachvollziehbar, man kann wirklich verstehen, warum Kian handelt wie er handelt.
Daraus ergibt sich, dass sie dann lange auf der Stelle treten und man fiebert als Leser da wirklich gut mit und würde Kian am liebsten schütteln, damit er nur endlich den Mund aufmacht.
Dadurch und eben, weil Kians Bande dann Druck macht, erreicht das Buch einen guten Spannungslevel und man kann es kaum aus der Hand legen, weil man wissen möchte, wie es weiter geht.
Übrigens finde ich nicht nur Kian sehr sympathisch auch Eric, mit seiner Art, sich so aufopferungsvoll um Kian zu kümmern, ohne eine Gegenleistung zu  verlangen, haben mir gut gefallen. Überhaupt sind alle Charaktere, auch die Nebencharaktere, wirklich klasse.
Ich finde auch, das Buch besitzt eine leichte Spur Humor, die mir sehr gut gefallen hat. Nicht zu viel, nicht übertrieben, aber ab und an hat es einfach einen witzigen Charme. Gerade, wenn Eric ins Spiel kommt.
Ich bin nicht so der Crime Fan und hier ging es ja nun doch um Einbrüche, aber glücklicherweise so, dass dennoch die Liebesgeschichte in Vordergrund stand und die Einbrüche nur dafür gesorgt haben, dem Buch ein wenig mehr Würze zu geben.
Kritik habe ich eigentlich nicht viel, auch wenn ich sagen muss, dass ich am Ende finde, es löst sich zu leicht. Gut, die Kollegen von Eric erkennen, dass Kian kein Arsch ist, aber ich finde trotzdem, dass man es sich da vielleicht eine Spur zu leicht gemacht hat. Er hat ja doch Scheiße gebaut.
Aber ansonsten ist das Buch echt klasse und ich kann es echt nur empfehlen!

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich finde es einfach sehr lesenswert und mag da auch niemanden ausschließen. Wer Gay Romance gerne liest, macht hier sicherlich nicht viel falsch.

Ich habe gerade gar keine Lust, Rezis zu schreiben, aber es muss...
Jules :)

Mittwoch, 1. Juni 2016

Liebe auf den ersten Blick [K]

Hey ihr!

Ich habe in letzter Zeit einige Bücher gelesen, die mich zum Nachdenken angeregt haben, was dieses Thema betrifft. Wahrscheinlich auch, weil ich immer öfter genau diesen Punkt in den Rezensionen kritisieren musste. Ich weiß, dass viele von euch diese ganze Liebe-auf-den-ersten-Blick-Romantik total super finden, aber ich selbst kann leider nicht so viel damit anfangen. Mag gut sein, dass es in der Realität ab und an mal geschehen mag, aber gerade in Büchern kann ich dieser Sache einfach gar nichts abgewinnen, weil es sich meistens auf die Geschichte selbst negativ auswirkt.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für mich ist immer am schönsten und spannendsten, zu lesen, über welche Wege und Umwege die Protagonisten zueinander finden. Ich mag es, mitzuverfolgen, wie sich langsam mehr zwischen ihnen entwickelt, bis irgendwann klar ist, dass es sich um Liebe handelt. Was ich hingegen einfach nur absolut schrecklich finde ist, dass man jemanden sieht und dann schon weiß, dass man denjenigen liebt und er der einzig Richtige ist. Was ist das für ein Schwachsinn? Man kann doch niemand lieben, weil man ihn einmal gesehen hat. Man kennt die Person doch gar nicht. Man weiß nichts über denjenigen, wie er tickt, was er für Eigenarten hat oder überhaupt, wie sein Charakter aussieht. Wie kann man dann also sagen: „Ich habe ihn gesehen und ich wusste, er ist der Richtige.“
Klar, im wahren Leben sieht man auch mal jemanden, der einen optisch gut gefällt und einfach einen Zauber auf einen auswirkt, dem man nicht entgehen kann. Man möchte dann vielleicht auch mehr als nur Sex, ihn kennen lernen und sehen, wie es sich entwickelt. Aber man kann doch nicht, nur weil man einen Blick auf jemanden geworfen hat, sicher sein, dass man denjenigen liebt. Sowas braucht doch Zeit. Man muss doch erstmal miteinander reden. Man muss doch zumindest den Namen des andere kennen. Und lacht jetzt nicht, aber ich habe vor einiger Zeit ein Buch gelesen, in dem sich die Protagonisten zweimal kurz sehen, dabei nicht miteinander reden, sich dann das erste Mal richtig Treffen, sich dann erst ihre Liebe gestehen und danach erst die selten dämliche Frage kommt: „Wie heiß du eigentlich?“
Was ist denn das für ein unrealistischer Müll? Tut mir Leid, wenn sich da jetzt jemand angegriffen fühlt, aber das muss doch jedem auffallen, dass das nichts mehr mit Romantik zu tun hat sondern einfach nur Schwachsinn ist.
Und das macht dann das ganze Buch kaputt. 1. Wie soll man so was denn als Leser noch ernst nehmen können? 2. Wo bleibt das die ganze Spannung und dieses Kribbeln, dass man als Leser irgendwie doch gerne mitverfolgen möchte, wenn man eine Geschichte liest? Und 3. Was hat man denn als Leser davon, wenn die ganze Geschichte nicht mehr wie 40 Seiten zusammenbringt, weil schon auf der 10. Seite klar ist, dass es sich um die ganz große Liebe handelt und die letzten 30. nur noch hohles Blabla drum herum enthalten?
Für so was ist mir mein Geld und meine Lesezeit einfach zu schade. Ich kann das echt gar nicht ab. Wie gesagt, ich finde es schön, wenn man schon beim ersten Treffen die starke Anziehung spüren kann. Aber man sollte dann doch darauf achten, dass es nicht dermaßen eskaliert, wie in dem oben genannten Beispiel. Das hat mit Romantik dann doch nichts mehr zu tun, das ist ja fast schon lächerlich.
Und wenn es denn schon unbedingt so ablaufen muss, dann sollte der Rest der Geschichte doch wenigstens ein wenig mehr Handlung enthalten als nur ganz normales Alltagsleben und Sex. Irgendwoher muss man doch ein wenig Spannung ins Buch bekommen. Weil – ganz ehrlich – ansonsten könnte man es auch einfach gleich lassen.
Was haltet ihr denn von solchen Liebe-auf-den-ersten-Blick-Geschichten? Mögt ihr sie? Vielleicht nur unter bestimmten Vorraussetzungen oder ganz im Allgemeinen? Oder seht ihr es ähnlich wie ich? Mich würde das wirklich mal interessieren, weil ich schon öfters gemerkt habe, dass ich da manchmal andere Ansichten habe, wie der Rest der Menschheit. Aber ich kann auch einfach nicht nachvollziehen, wie man so was schön finden kann und deswegen würde mich eine gegenläufige Meinung dann schon echt mal interessieren.
Jules :)