Mittwoch, 31. August 2016

August

Hi ihr Lieben!

Der August war ein Monat, den ich wohl nicht so schnell vergessen werde, glücklicherweise jedoch im positiven Sinne. Bevor ich jetzt aber so viel drum herum rede, fangen wir einfach an:

Bücher, Bücher, Bücher

Ehrlich gesagt waren es nicht zwingend die Bücher, die im August geglänzt haben, obwohl es unter den Rezis natürlich doch ein paar Goldstückchen gegeben hat. Allen voran „Golden boy“, ein Buch, dass ich wirklich nur wärmstens empfehlen kann und das deshalb auch mein Buch des Monats wird. Außerdem habe ich „More than just a cup“ ins Herz geschlossen, einfach nur, weil es „Fairy-Tale“ abschließt und deshalb schon perfekt ist. Ihr stimmt mir da voll zu, auch ihr habt diese Rezis am häufigsten aufgerufen.
Ansonsten gab es jetzt auch nicht so viele Highlights. Soll nicht heißen, dass alles andere schlecht gewesen ist, aber eben auch einfach kein Highlight.
Dafür habe ich im August wahnsinnig tolle Bücher gelesen, die ihr dann im September und Oktober als Rezi lesen werden könnt. Darauf könnt ihr euch definitiv freuen.
Was ich euch noch empfehlen möchte, ist etwas, dass ich seit neuestem immer wieder mache. Ich habe meine Kindle-Wunschliste sehr stark überarbeitet und sie von vielen Büchern befreit, die ich doch nicht mehr so ansprechend fand, von denen mich der Autor schon bei anderen Werken nicht überzeugen konnte oder die vom Preis-Leistungsverhältnis einfach nicht gepasst haben. Es hilft ungemein, wenn man eine sehr lange Wunschliste hat, sich mal hinzusetzen und jedes einzelne Buch mega kritisch zu hinterfragen. Ich habe so viel gekürzt, dass sie jetzt recht human geworden ist und ich habe mir angeeignet, sie immer durchzusehen, wenn ich ein neues darauf setze. So dass ich sicher sein kann, dass wirklich nur die Bücher darauf stehen, die ich wirklich, wirklich lesen möchte. Anfangs ist das ein bisschen Arbeit und bei manchen Büchern überlegt man vielleicht ewig hin und her, aber es hilft wirklich, die WuLi zu verkleinern und gleichzeitig sich selbst vor Büchern zu bewahren, die man gar nicht so unbedingt lesen möchte.

Rund um den Blog

Ich habe vielleicht nicht alles geschafft, was ich im August schaffen wollte, aber definitiv genug, um zufrieden zu sein. Es ist immer schwierig, wenn man Urlaub hat und viel unternimmt, noch Zeit für den Blog zu finden. Dann bleibt vieles liegen und irgendwann muss man einen ganzen Berg abarbeiten. Dafür, dass es mir so ging, habe ich wirklich einiges geschafft im August und jetzt tippe ich diese Zusammenfassung auf den letzten Drücker, so wie ich eigentlich alles im August auf den letzten Drücker erledigt habe, und bin dennoch nicht genervt. Trotzdem sollte es jetzt nicht zur Gewohnheit werden, dass ich meine selbstgesetzten Deadlines dermaßen strapaziere.
Problem war im August vielleicht auch, dass ich super viele Rezensionsexemplare hatte – ich beschwere mich darüber sicher nicht, aber das nimmt mir ein wenig den Wind aus den Segeln und ich brauche mehr Zeit, als anfangs gedacht.
Und dann habe ich nun auch ganz offiziell mit der Weihnachtsplanung angefangen. Ach, was rede ich, eigentlich Schwachsinn – ich plane ja schon seit Januar. Aber jetzt habe ich angefangen, nicht nur ab und an mal eine Kleinigkeit vorzubereiten, sondern wirklich richtig loszulegen. Sprich z.B. Bücher zu lesen.

Mein Leben und Ich

Ich habe es ja oben schon erwähnt, ich hatte Urlaub! Endlich! So viel hatte ich davon dieses Jahr noch nicht. Und ich habe wirklich versucht, ihn gut zu nutzen und viel zu unternehmen, obwohl ich ja eigentlich voll der Stubenhocker bin, wie ihr wisst. Das hat auch gut geklappt, wenn ich auch irgendwie das Gefühl hatte, dass ich danach Urlaub vom Urlaub nötig gehabt hätte. :D Leider blieb dann nicht mehr so viel Zeit für den Blog, wie ich erhofft hatte, aber ich habe es ja schon gesagt: es hat ja trotzdem gut hingehauen.
Ich machte seit Ende August jetzt auch wieder Diät, obwohl man das vielleicht gar nicht Diät nennen kann, auch wenn man natürlich durchaus dabei recht gut abnimmt. Tatsächlich ist es eine Entgiftungskur. Das habe ich neulich schon mal gemacht und mich danach sehr gut gefühlt, deswegen wollte ich es jetzt noch mal wiederholen. Ich würde euch da auch gerne dran teilhaben lassen, aber das passt irgendwie nicht so wirklich zu einem Buchblog, also lass ich es. Im Übrigen wisst ihr vielleicht, dass ich sehr gerne einen Foodblog hätte, aber glaube, dass ich dort niemals regelmäßig und viel posten würde, weil ich einfach nicht oft genug aufwendig koche und auch keine Lust habe, das dann noch zu dokumentieren.
Jetzt ist es Ende August ja noch mal richtig Sommer geworden. Eigentlich ganz cool, oder? Auch wenn es irgendwie viel zu warm ist und man sich jetzt doch wieder den Herbst herbei sehnt (ich zumindest), tut es wirklich mal gut, Sonne zu tanken. Zumindest, wenn man am Wochenende schön an den See kann, um sich abzukühlen. Seid ihr eigentlich eher der Seetyp oder der Freibadtyp? Manche mögen ja See nicht so, weil das Wasser eben natur ist, andere gehen nicht gerne ins Freibad, weil es dort zu wenig Natur und zu viel Mensch gibt. :D Ich bin definitiv der Seetyp, macht irgendwie mehr Urlaubsfeeling und Freibäder sind immer eine einzige nervige Fleischbeschau.
Anfang August war ich auf einem Konzert. Ich muss euch das jetzt erzählen, weil es ein so schönes Erlebnis war, in diesem Monat. Eigentlich bin ich kein Fan von Sarah Conner und war nur zur Begleitung dort, aber obwohl ich kein einziges Lied kannte, war ich wirklich begeistert. Ich finde immer, wenn Musik einen berührt, dann ist sie auch wunderschön. Ganz einfach.

Was mich bewegt

Ich will jetzt nicht wieder auf die Politik eingehen oder auf was auch immer, aber ganz kurz auf etwas, dass mir im August einfach zu denken gegeben hat. Soziales Engagement. Wisst ihr, ich bin nicht so der Typ, der sich groß für andere interessiert, das ist irgendwie nichts, worauf ich stolz bin, aber ich schätze, vielen geht es da wie mir. Man ist sich einfach selbst der Nächste.
In letztere Zeit denke ich da aber ein wenig anders. Vielleicht ist es einfach die ganze Situation, in der wir uns alle momentan befinden, vielleicht einfach nur, dass ich finde, dass sich langsam etwas ändern muss auf dieser Welt. In so vielerlei Hinsicht. Und deshalb überlege ich jetzt, was man tun kann. Spenden natürlich. Aber sonst. Man muss doch mehr tun können. Macht ihr denn irgendetwas?

Vorschau auf den September

Der September wird ruhig, auch wenn ich euch ja schon versichert habe, dass es viele tolle Bücher geben wird. Aber es wird jetzt kein großes Projekt geben, nur ein paar kleine Schmankerl, z.B. ein Interview.
Jetzt beginnt eben auch ganz aktiv die Weihnachtsplanung und ich hoffe, die tröstet Ende des Jahres darüber weg, dass die Monate davor nicht mega spektakulär werden.

Famous last words

Ich weiß nicht, wer es gesagt hat oder ob es wieder nur so ein dummer Spruch ist, den sich Leute auf WhatsApp/Facebook/Twitter irgendwo hinklatschen müssen, aber ich finde ihn einfach wunderschön. Er passt auch gar nicht, zu der Monatszusammenfassung, aber er passt zu meinem Leben:

Bei vielen Menschen lächelt nur mein Gesicht, doch bei dir lächelt mein Herz.“

Jules :)

Süß wie Zuckerwatte (Hanna Julian) [Q]

Hi!

Diesmal geht es um Hanna Julians "Süß wie Zuckerwatte". Die Geschichte wird frei publiziert, umfasst 51 Seiten und handelt von Kai, der vom Monster aus der Geisterbahn gerettet wird.


Beschreibung:

Kai ist mit seinen Freunden auf der Kirmes und wird dort von ein paar Schlägern angegriffen. Es scheint, als würde ihm keiner helfen wollen, doch dann taucht das Monster aus der Geisterbahn auf und rettet ihn. Um ihn nochmal zu danken, verabredet Kai sich mit ihm für später und lernt den Mann darunter kennen. Doch für aufkommende Gefühle scheint kein Platz, denn die Kirmes zieht bald weiter.

Meine Meinung:

An sich ist es wirklich eine süße, kurze Liebesgeschichte, die mich durchaus überzeugen konnte. Mir hat der Stil ganz gut gefallen, sehr flüssig und ausführlich – auch wenn ich der Meinung bin, man hätte an der einen oder anderen Stelle doch noch ein wenig mehr ausschmücken können. Aber ich glaube, bei so kurzen Geschichten kann man das immer. Hier hätte ich es mir gewünscht, hauptsächlich, weil ich dann noch mehr von dem Buch gehabt hätte. Das Ende kommt nämlich recht abrupt und irgendwie hätte ich doch gerne noch ein wenig mehr von den beiden gelesen.
Ich finde nämlich die Idee der Geschichte echt schön. Eine Kirmes als Umgebung, kannte ich jetzt noch nicht und ich muss sagen, es ist echt klasse umgesetzt worden. Die Liebesgeschichte ist wirklich auf diese Kirmes zugeschnitten, man denke nur an das Date in der Geisterbahn, dass ich einfach total romantisch fand. Irgendwie fängt es diese Stimmung einer Kirmes so super ein und dadurch hat die ganze Geschichte ihren ganz eigenen Zauber.
Ein bisschen Kritik habe ich aber schon. Ich finde z.B., dass die Liebesbekundungen etwas zu schnell kommen. Ich mag einfach keine Liebe auf den ersten Blick und dass ihnen quasi nach dem ersten Date schon klar ist, sie sind total verknallt und wollen es miteinander probieren… na ja, finde ich jetzt ein wenig unglaubwürdig. Allerdings muss man natürlich sagen: Sie haben auch nicht so viel Zeit, eine Entscheidung zu treffen, denn die Kirmes zieht ja bald weiter. Da muss man schon mit Tatsachen um sich werfen.
Und davon abgesehen, dass es ein wenig schnell voran geht, ist es wirklich eine niedliche Geschichte, die ich echt empfehlenswert finde. Und sie ist – trotz des zuckrigen Namens – gar nicht so kitschig, wie man befürchten könnte.

Zielgruppe:

Kurz, aber irgendwie wirklich romantisch. Ich denke, man kann sich hiermit echt super ein paar vergüngliche Leseminuten machen, wenn man sich eben nicht an der Kürze stört. Sonst ist das Buch nämlich echt okay.

Auf Kirmes hätte ich ja auch mal wieder Lust. :D
Jules :)

Montag, 29. August 2016

Neuzugänge #7

Hallo!

Endlich sind bei mir wieder ein paar Mangas eingetrudelt, so dass sich ein Neuzugänge-Post lohnt. Vielleicht ist der eine oder andere Tipp für euch dabei, ich wünsche euch viel Spaß beim Stöbern!
Jules :)



Love Fever - Papiko Yamada

Mir gefällt hier einfach der Zeichenstil sehr schön. Clean und filligran, ich mag das. Auch mag ich sehr, dass die Geschichten nicht mit Kitsch überlastet sind, sondern eigentlich ohne großes Tamtam auskommen. Ich muss zwar sagen, dass ich in der Hauptgeschichte ein paar Handlungen nicht ganz nachvollziehen konnte, aber im Großen und Ganzen hat das der Geschichte jetzt keinen Abbruch getan. Die zweite Geschichte war dann schon süßer und "typischer" für Mangas, aber auch nicht schlecht. Ich denke, es ist jetzt kein totales Highlight, aber trotzdem recht schön zu lesen.

Die Unschuld des Lehrers 2 - Mayu Shinjo

Ich muss ehrlich sagen, mir gefällt der Manga eigentlich nicht wirklich. Mich stört einfach so wahnsinig daran, wie Mamiya dargestellt wird. Als wäre er eben die totale Pussy, auf die aber jeder steht und die jeder betatschten muss. Einfach so ein personifiziertes Opfer, das geht echt gar nicht. Hinzu kommt noch, dass er sich auch wie ein naives Kleinkind verhält und auch so aussieht. Ich hasse das, mit sowas komme ich überhaupt nicht klar. Ansonsten ist der Stil ja nicht mal schlecht und auch die Geschichte wäre gut, wenn Mamiya nicht so ein absolutes Opferkind wäre. Das macht mich wirklich aggressiv, wenn ich das lese, sorry.
Also für mich definitiv nichts. Wenn man sich an sowas nicht stört, okay, aber ich mag es gar nicht. Ich weiß auch nicht, ob ich mir noch einen weiteren Band kaufen werde. Vielleicht, wenn mit dem dritten dann die Reihe abgeschlossen ist, aber wenn es noch weiter geht, dann ist mir das Geld dafür zu schade.

Silberner Schmetterling - Rie Honjoh

Diesen Manga mochte ich sehr. Ich finde, die Geschichte hat zwar einen romantischen Touch, ist aber sehr clean gehalten und wirkt dadurch nicht kitschig. Das sagt mir sehr zu, denn wie ihr wisst, mag ich Kitsch nicht sonderlich gerne. Obwohl die Geschichte sehr seicht ist, hat mir aber keine Spannung gefehlt.
Es gibt in dem Einzelband auch noch eine kleine Zusatzgeschichte, die mir ebenfalls sehr gefallen hat. Ich fand sie putzig und auch nicht so extrem kitschig.
Außerdem sagt mir eben der Zeichenstil sehr zu. Ich kann es wirklich empfehlen.


Ten Count 4 - Rihito Takarai

Zugegeben, im Gegensatz zu Band 3 ist dieser Teil wieder eher ruhig und ich war ein wenig enttäuscht, weil ich nach Band 3 gehofft hatte, dass die Geschichte jetzt etwas mehr Fahrt aufnimmt. Dennoch war der Band spannend. Es gibt einen Break mit den beiden, es ist ein wenig psycho und auch sonst ist es irgendwie schon cool zu lesen gewesen. Leider hört der Teil einfach viel zu früh auf und ich hätte echt gerne noch ein wenig wenig mehr Fortschritt gehabt. Aber gut, warten wir auf Teil 5.
Der Stil ist - finde ich - immer noch wunderbar, ich liebe ihn einfach, da ändert sich auch hier nichts.

Sag mir bitte, was Liebe ist - Lalako Kojima

Ich mochte den Manga, obwohl er wirklich nicht viel Drama oder Action enthält. Es ist eher eine ruhige Geschichte, aber wirklich sehr süß gemacht. Er ist nicht kitschig, an mancher Stelle witzig und der Zeichenstil ist einfach niedlich und filigran, genau meines.
Es passiert nicht viel darin, auch nicht an wirklichen Liebesszenen, aber irgendwie ist er dennoch einfach rührend.
Mir gefallen auch die Charaktere. Ich mag es, wenn sie schön dargestellt werden und auch Nebencharaktere mehr als nur Dekoration sind. Dadurch bekommt er einfach eine schöne Atmosphäre.

Samstag, 27. August 2016

713 (Gabriele Oscuro)

Hallo!

Diesesmal geht es um die Geschichte "713" von Gabriele Oscuro. Sie wird frei publiziert und umfasst 301 Seiten, auf welchen es um den Minensklaven 713 geht, der unverhofft frei kommt und nun in seinem neuen Leben klarkommen muss.


Beschreibung:

713 hat keinen Namen mehr, sondern nur noch eine Nummer, nachdem er bereits als Kind in die Minen des Königs kommt und seitdem in der Finsternis arbeiten muss. Dort unten gibt es kein wirkliches Leben, nur die Schikane der Wächter und der Wunsch, frei zu sein.
Durch Zufall kommt 713 frei und schließt sich einer Gruppe Aufständiger an, um in deren Reihen ein neues Leben zu beginnen. Dabei trifft er unter anderem auf Tomaz, welcher ihm erstmals wieder lernt, was Gefühle eigentlich sind.

Meine Meinung:

Ehrlich gesagt bin ich von dem Buch ein wenig enttäuscht. Bisher mochte ich eigentlich jedes Buch von Gabriele Oscuro, aber dieses hier konnte mich einfach nicht überzeugen.
Es beginnt schon mit dem Stil. Ich finde, gerade am Anfang des Buches ist es einfach unheimlich langatmig, weil nichts geschieht. Eine ganze Zeit passiert nicht wirklich etwas, zumindest nichts wirklich spannendes, spektakuläres. Dadurch hatte ich auch das Gefühl, dass ich gar nicht wirklich wusste, worauf das Buch jetzt nun rauswill. Zumal der Klappentext ja auch völlig nutzlos ist. Im Prinzip wird darin gar nicht geschildert, um was es in dem Buch geht und er weckte in mir auch völlig falsche Erwartungen. Denn die Minen z.B. kommen eigentlich überhaupt nicht vor. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, aber das muss ich euch einfach sagen: Es beginnt im Prinzip dann, wenn 713 aus der Mine herauskommt und alles, was zuvor geschehen ist, findet man nur in Erzählungen wieder. Das finde ich mega ungünstig, weil gerade so Nacherzählungen einen einfach nicht erreichen, als hätte man das Grauen eben selbst "miterlebt".
Worauf ich jetzt aber hinaus will: ich wusste eigentlich gar nicht, was eigentlich Thema der Geschichte ist, bis so ab der Hälfte dann endlich mal ein wenig Action und Spannung rein kam, als sie dann zu hrem großen Abenteuer aufgebrochen und dann unterwegs einiges erlebt haben.
Das ist dann auch ganz gut gemacht, es klären sich dann einige Dinge auf und es wird auch mal dramatisch ode spannend, aber es dauert halt ein wenig, bis es soweit ist.
Irgendwie hat der Stil mich auch diesmal nicht wirklcih erreicht. Es war einfach so, dass z.B. die Emotionen überhaupt nicht auf mich übergesprungen sind. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ständig nur nacherzählt wird und gerade heftigere Szenen wurden auch immer nur nacherzählt, so dass sie mich einfach nicht mitgerissen oder schockiert haben.
Was ich mochte, war die Eifersucht, die aufgrund ihrer zarten Anbandelungen entsteht. Das war gut gemacht und das war auch spannend, weil man wissen wollte, welche Konsequenzen daraus  noch entstehen. Auch gut fand ich, wie sich ihre Liebe eben so langsam und zaghaft entwickelt hat, gerade weil es für Elion (der Name, den 713 dann bekommt) alles noch so neu und unbekannt war.
Leider war es gar nicht mein Fall und das tut mir irgendwie voll leid, ist aber nicht zu ändern.

Zielgruppe:


Auf jedenfall ist es ein Buch, dass einem großen Abenteuer gleicht. 713 - Elion - erlebt wirklich viel in seinem neuen Leben und es ist schön, dass als Leser mitzuverfolgen. Hätte mich nicht so sehr gestört, dass es eben einfach gar nicht um das Leben in denen Minen geht, dann hätte es mir wohl richtig gefallen. Ich würde also sagen: Greift ruhig zu, wenn ihr mal ein wenig etwas anderes als das ständige 0-8-15 Gay Romance lesen wollt.

Momentan ist es so heiß, ich habe das Gefühl zu schmelzen, wenn ich nur auf der Tastatur rumtippe. Der Wahnsinn... ich will Herbst! :D
Jules :)

Freitag, 26. August 2016

Gastbeitrag: Dynamische Dreier (Xenia Melzer)

Hi!

Hier noch der letzte Artikel zu dem Buch "Casto - Gefährte des Feuers".

Dynamische Dreier
Als ich damit anfing, Casto zu schreiben, habe ich mir keine allzu großen Gedanken über die anderen Beziehungen gemacht, die es in der Geschichte noch geben könnte. Das war, bevor Kalad, Aegid und Daran auf den Plan getreten sind. Bis zu diesem Zeitpunkt stellte das Konzept einer Dreierbeziehung einen fremden Planeten für mich dar. Ich war zufrieden damit, andere Leute darüber nachdenken und schreiben zu lassen. Glücklicherweise hat sich das geändert.
Meine erste Begegnung mit Dreierbeziehungen hatte ich an der Universität, als wir in einem Kurs Goethes Stella lasen. Trotz der beiden Möglichkeiten des Endes – eine in Verzweiflung, die andere in Glück – fand ich die Geschichte unbefriedigend. Sie war zweifellos äußerst provokant für die damalige Zeit, dennoch hatte ich das Gefühl, dass die wichtigen Probleme entweder nicht angesprochen wurden oder zu sehr von der Anlage der Charaktere vorbestimmt waren.
Um ehrlich zu sein, haben Aegid, Kalad und Daran mich ziemlich eingeschüchtert. Ich habe in meinem Kopf zahllose Varianten und Implikationen ihrer Beziehung durchgespielt. Nachdem mein Hirn eine Zeit lang heiß gelaufen war, entschied ich mich, meinen Instinkten zu vertrauen und den Figuren die Führung zu überlassen. Eine der weisesten Entscheidungen meines Lebens, auch wenn ich das selbst sage. Die drei Männer zeigten mir schnell, wozu sie fähig sind und entwickelten sich in kürzester Zeit zu meinem Vorbild für eine gesunde, funktionierende, stetig wachsende Beziehung – ganz im Gegensatz zu dem Chaos zwischen Renaldo und Casto. Dieser krasse Gegensatz hat sich auch zu einem Running Gag in meinen Büchern entwickelt.
Kalad und Aegid sind schon sehr lange auf Ana-Darasa, sie dienen Renaldo und Canubis schon seit mehr als achthundert Jahren und haben in dieser Zeit gelernt, wie schmerzhaft es ist, einen Sterblichen zu lieben. Aus diesem Grund bevorzugen sie rein sexuelle Beziehungen, zumindest bis sie Daran begegnen.
Daran ist ein junger Mann, der in den Straßen von Kwarl lebt und versucht, Aegid und Kalad zu bestehlen, woraufhin sie ihn als Sklaven mit ins Tal nehmen. Im ersten Buch finden die Männer ihre jeweilige Rolle in dieser neuen Beziehung und fangen an, sich miteinander vertraut zu machen. Zu Anfang ist Daran in einer schwächeren Position, weil Aegid und Kalad um so vieles älter sind und sich schon so lange kennen. Das Einzige, was ihm gegen die überwältigenden Persönlichkeiten der beiden Krieger hilft, ist die Tatsache, dass sie von ihm hingerissen sind. Als er sie kennenlernt, hat Daran Schwierigkeiten, sowohl mit der Aggressivität seiner neuen Herren, als auch mit ihrem sexuellen Appetit. Doch Daran bleibt sich selbst treu, was sich als die beste Verteidigung gegen Aegid und Kalad erweist, die, wie sich herausstellt, vom Typ her besitzergreifend und fürsorglich zugleich sind.
Im Laufe der Geschichte ändert sich ihre Beziehung, sie wächst mit ihnen, und für mich ist es eine Freude, über sie zu schreiben, weil die Dynamik zwischen den drei Partnern sehr ausgewogen ist.
Natürlich gibt es, was Dreierbeziehungen angeht, ein sehr breites Spektrum an Kombinationen und Möglichkeiten. Ich möchte auch nicht ausschließen, dass diese drei nicht die einzige Menage in Gods of War bleiben. Mir macht es jedenfalls Spaß, Aegid, Kalad und Daran auf ihrer Reise zu begleiten.

Mittwoch, 24. August 2016

Ansichtssache [K]

Hey ihr Lieben!

Weil ich in letzter Zeit öfter damit konfrontiert worden bin, möchte auch ich heute einmal über ein Thema reden, dass viele Leute offenbar sehr zu beschäftigen scheint: Cover.
Ich habe einige Diskussionen dazu erlebt, wie wichtig ein Cover für das Buch ist und bin ehrlich gesagt ein wenig erstaunt, wie viele dabei sehr viel Wert darauf legen, dass dieses ansprechend gestaltet ist.
Im wahrsten Sinne des Wortes ist mein Motto hier ja eher: Don’t judge a book by its cover! Und das ist auch der Grund, warum ich so gar nicht auf den Buchdeckel achte. Zugegeben, wenn ich irgendwo stöbere und mir fällt ein schöner Einband ins Auge, dann greife auch ich gerne nach dem Buch und sehe es mir genauer an. Wir Menschen sind nun mal auch oft einfach visuell veranlagt. Schwierig wird es nur, wenn man all die anderen Bücher, die nicht so schön aussehen, nicht beachtet. Denn wie schon gesagt: Man sollte ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen. Auch ein Buch, dass nicht hübsch eingepackt ist, kann ein wahres Schätzchen sein und auch ein Buch mit tollem Cover kann vom Inhalt her sehr niedriges Niveau haben. Deswegen kann ich zwar verstehen, dass ein hübsches Cover sehr wohl ansprechend sein kann, aber nicht, dass man nur danach Bücher auswählt.
Natürlich muss auch ich zugeben, dass ich manchmal denke: Tolles Buch, aber das Cover hätte man schöner gestalten können. Ich würde so was aber nie als Kritik wirklich äußern, weil ich zum einen finde, ein Bucheinband ist etwas, dass sehr subjektiv bewertet wird und weil ich zum anderen einfach der Meinung bin, dass der Einband überhaupt nicht relevant ist, wenn der Rest stimmt. Ich würde doch nicht auf die Idee kommen zu sagen: ich habe das Buch geliebt, aber sind wir ehrlich, der Einband ist potthässlich. Weil es einfach auf den Inhalt ankommt, ganz egal, ob es nun hübsch oder hässlich eingepackt ist.
Aber wie gesagt: Ich denke es manchmal, auch wenn es für mich eine untergeordnete Rolle spielt. Nur ist es eben so, dass ich eben genau weiß, dass es Leute gibt, die sehr stark auf das Cover gucken und ein wenig tut es mir dann einfach leid, wenn ich weiß: So ein tolles Buch wird von einigen nicht gelesen werden, nur weil es nicht hübsch eingebunden ist.
Und dann möchte ich manchmal den Autor schütteln, warum er sich nicht ein wenig mehr Mühe mit dem Cover gemacht hat. Zugegeben, ein schön gestaltetes Cover kann unter Umständen sehr viel Geld kosten, wenn man es sich designen lässt. Aber genauso gut kann man doch – wie es eine Leserin meines Blogs mal so schön ausgedrückt hat – beim Fotografen um die Ecke nach einem passenden Bild fragen. Und oft kennt man ja jemanden, der einen kennt, der einen kennt, der sich gut mit Photoshop oder einem anderen Bildbearbeitungsprogramm auskennt und für wenig oder gar kein Geld einen tollen Einband entwirft. Also möglich ist es mit Sicherheit, ein einigermaßen ansprechendes Bild auf sein Buch zu setzen. Es ist also nur eine Frage des Wollens.
Und so sehr ich selbst diese Philosophie vertrete: Wenn ihr euer Buch verkaufen wolltet, solltet ihr nicht darauf hoffen, dass die Leute nur auf den Inhalt achten, sondern es auch optisch für sie attraktiv machen.
Naja und wenn wir mal ganz ehrlich sind: Wenn ein Einband schon ein wenig über den Inhalt verrät, ist das doch eine schöne Sache. Es gibt doch nichts tolleres, als wenn man auf das Cover blickt und sich sofort an die Geschichte erinnert, einfach nur, weil das Bild so gut dazu gepasst hat. Das macht das Ganze so harmonisch und stimmig und einfach schön.
Aber nichtsdestotrotz muss ich es einfach sagen: Liebe Leser, wenn ihr mal wieder in die Buchhandlung geht oder meinetwegen im Internet stöbert – beachtet auch die Bücher, die nicht so schöne Einbände haben und versucht es sowohl in der Literatur- als auch in der echten Welt so zu halten, dass ihr dem Äußeren nicht all zu viel Bedeutung beimesst. Denn egal ob Mensch oder Buch: Es kommt doch auf die inneren Werte an.
Jules :)

Montag, 22. August 2016

Sturmaugen: Entfesseltes Schicksal (Nele Betra)

Hallo!

Diesmal geht es mir um das Buch "Sturmaugen: Entfesseltes Schicksal"* von Nele Betra. Es erschien im Weltenschmiede Verlag, umfasst 255 Seiten und handelt von Liam, der plötztlich mit Magie konfrontiert wird, die sein ganzes Leben auf den Kopf stellt.


Beschreibung:

Liam ist blind, aber er kämpft sich durchs Leben. Er schafft es, in eine eigene Wohnung zu sehen und seinem Traumberuf nachzugehen.
Doch als er seinen Nachbarn Connor kennenlernt, ist da plötztlich eine sehr starke Anziehungskraft, die ihn einfach nicht mehr von Connor loskommen lässt. Gleichzeitig geschehen plötztlich Dinge, die Liam einerseits klarer sehen lassen, jedoch sein ganzes Leben auf den Kopf stellen. Plötztlich ist nichts, wie es einmal war und er erkennt, dass das Schicksal ganz andere Pläne mit ihm hat.

Meine Meinung:


Was mir an dem Buch gefallen hat, sind die Fantasyelemente, die wunderbar in die Geschichte eingebunden werden. Sie werden gut und ausführlich erklärt, so dass man sich als Leser genau vorstellen kann, wie etwas abläuft und aussieht und nachvollziehen kann, was da eben gerade geschieht. Das finde ich ziemlich wichtig, weil es ansonsten meiner Meinung nach keinen Spaß macht, Fantasy zu lesen. Auch wenn es eben fantastisch ist, sollte es greifbar sein. Das ist hier gelungen.
Nicht so schön fand ich an der Geschichte, dass sie doch recht langatmig ist und man sehr lange als Leser unwissend bleibt. Liam versteht ja selbst nicht, was um ihn herum passiert und bekommt nur tröpfchenweise neue Informationen, so dass man als Leser selbst sehr lange im Dunkeln tappt. Vor allem, weil auch oft Sachen angedeutet und dann auf später vertagt werden - frustrierend! Das hat mich ein bisschen genervt, auch, weil es den unangenehmen Nebeneffekt hatte, dass man lange Zeit nicht wirklich weiß, worauf das Buch eigentlich hinaus will. Mir war gar nicht klar, wo die Geschichte hinlaufen soll und hätte lieber ein bisschen eher gewusst, was jetzt eigentlich kontrekt abgeht.
Auch war ich ein wenig verwundert, dass Liam all die Magie scheinbar ganz locker auffasst. Gut, teilweise ist er wütend, weil keiner mit der Sprache rausrückt, und manchmal will er sich einfach zurück ziehen und es verarbeiten - das sind für mich nachvollziehbare Reaktionen, die ich auch klasse fand. Manchmal aber nimmt er es einfach so hin und wundert sich nicht mal groß, weil er es schon geahnt hat, oder warum auch immer - und das ist dann wieder etwas, dass ich nicht so nachvollziehen konnte. Sowas MUSS einen doch schocken!
Was mir sehr gut gefallen hat, sind die Charaktere an sich. Ich finde, sie sind alle klasse dargestellt, bekommen einen eigenen Charakter und eine gewisse Rolle in dem Buch. Gerade Lia fand ich sehr erheiternd, gerade auch im Zusammenspiel mit Brody.
Ebenfalls schön ist der Stil an sich. Flüssig, detailliert und anschaulich. Allerdings habe ich den einen oder anderen Tippfehler gefunden.
Das Ende ist mir ein bisschen zu einfach gestrickt. Es wirkt ein bisschen, als wollte man einfach einen Abschluss finden. Dabei hätte man aber noch ein bisschen mehr Spannung in die Sache bringen können und es ein bisschen schwerer gestalten können. So ist die Sache recht schnell vom Tisch.

Zielgruppe:

Naja, wenn ich jetzt sage, dass es für Fantasy-Fans geeignet ist, habt ihr euch das wohl auch schon ohne mich denken können. Es ist eher ein ruhiges Fantasybuch, soll heißen, es ist jetzt nicht total düster oder dramatisch, dafür aber mit ein paar witzigen Szenen. Wenn ihr also ein locker-leichtes Fantasyabenteuer wollt, seid ihr hier richtig.

Der August ist fast um und ich bin gut durch mit meinen Büchern. Hätte ich gar nicht erwartet.
Jules :)



* Dieses Buch wurde mir von Nele Betra als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank nochmal dafür!

Sonntag, 21. August 2016

Gastbeitrag: Orte in Casto (Xenia Melzer)

Hallo ihr Lieben!

Heute folgt der vierte Aritkel zu "Casto - Gefährte des Feuers".

Orte in Casto
Einen Roman zu schreiben, kann eine komplizierte Angelegenheit sein, und manchmal stolpert man über Probleme, die im ersten Moment unwichtig erscheinen, bis sie dann in jedem neuen Kapitel auftauchen. In meinem Fall waren das die Schauplätze. Obwohl ich eine überbordende Fantasie besitze und in der Lage bin, die verschiedensten Wendungen in eine Geschichte einzubauen, bin ich wirklich schlecht darin, mir Landschaften oder Häuser vorzustellen und sie zu beschreiben. Von realistischen Maßen für Entfernungen ganz zu schweigen. Ich bin keine geborene Pfadfinderin und wenn ich eine Karte benutze, halte ich sie zusammengefaltet in der Hand, während ich nach jemandem suche, der mir die richtige Richtung weisen kann. Vorzugsweise mit Anweisungen wie: »Wenn sie an der großen Kirche mit dem Ziegenstall links abbiegen, dann …« Erklärungen in der Art von »In dreihundert Metern biegen sie links ab und nach zwei Kilometern werden sie …« sind eine Garantie, dass ich mich verlaufe. Wie also kann jemand wie ich eine ganze Welt erfinden und kartieren?
Einzelne Orte in meine imaginäre Karte zu bekommen, war nicht schwierig. Das Tal, einer der wichtigsten Schauplätze, hatte ich schnell gebaut, auch wenn ich meine Beschreibung mehr als einmal anpassen musste. Der Rest des Kontinents, auf dem die Geschichte sich abspielt, war nicht so einfach, weil die Orte der Story dienen, nicht umgekehrt. Ich bin eine ›schlampige‹ Autorin. Ich schreibe einzelne Szenen, wie sie mir in den Sinn kommen, und verbinde sie dann wie bei einem ›Malen nach Zahlen‹-Set. Natürlich habe ich eine übergeordnete Geschichte im Kopf, aber wo ich anfange und wie ich am Ende dahin komme, wo ich hinwill, sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Darum war es sinnlos, sich Gedanken über Schauplätze zu machen, bevor ich wusste, wie sich die Story entwickelt. Ich musste meine Welt unterwegs zusammenbauen.
Wie bereits erwähnt, war das Tal relativ einfach. Ich lebe nah an den Bergen, darum musste ich nur aus dem Fenster schauen, meine Fantasie ein bisschen spielen lassen, und dann beschreiben, was ich sah. Mir gefällt auch der Gedanke, dass meine geliebte Heimat ein Teil der Bücher ist.
Die Häuser im Tal waren da schon um einiges schwieriger zu erfinden, und ich erkannte schnell, dass meine ursprüngliche Idee, eine Art Dorf zu kreieren, nicht funktionieren würde. Darum entschied ich mich, ein Zentrum zu schaffen, das aus dem Haupthaus, in dem Renaldo, Canubis und die Emeris leben, der Großen Halle, wo alle wichtigen Versammlungen stattfinden (ja, hier habe ich mich an die Wikinger angelehnt), und einem Cluster mit den Ställen und der Schmiede, besteht. Die anderen Häuser sind lose darum herumgruppiert, um den animalischen Aspekt des Rudels zu spiegeln.
Was das Innenleben der Räume angeht, wollte ich, dass sie die Charaktere jener, die dort leben, reflektieren. Bei den Bädern habe ich mich von diversen Spas, die ich besucht habe, inspirieren lassen.
Renaldos Gemächer sind exquisit, aber nicht übertrieben. Sie betonen seine Schönheit, geben einen Hinweis darauf, wie er selbst Schönheit empfindet und bewertet, und bieten die perfekte Kulisse für die explosive Beziehung zwischen Renaldo und Casto.
Aegids und Kalads Gemächer sind dagegen ›lauter‹. Sie spiegeln das bewegte Leben der beiden Krieger. Vor allem Kalads Charakter ist sehr extrovertiert und offen, bis zu dem Punkt, an dem er einschüchternd und überwältigend wirkt. Genau das nimmt Daran wahr, als er die Gemächer zum ersten Mal betritt. Im Laufe der Geschichte werden auch noch andere Räume beschrieben, und für gewöhnlich heben sie entweder eine bestimmte Person hervor oder einen Teil der Geschichte.
Elam, die Goldgräberstadt, habe ich erschaffen, nachdem ich einen Dokumentarfilm über reiche Firmen gesehen hatte, welche die Ressourcen der Erde mit Gift und Chemikalien ausbeuten, ohne sich darum zu kümmern, ob ihre Taten ganze Länder ruinieren. Nicht zu vergessen die armen Menschen, deren Dienste sie für ein paar Cent am Tag erwerben. Für mich ist Elma ein Symbol dafür, was wir unserem Planeten antun, und das zeigt sich in der Art, wie ich die Stadt beschreibe. Nachdem ich diesen Teil zum ersten Mal durchgelesen hatte, dachte ich, vielleicht bin ich zu hart zu einem Ort, der nur in meinem Kopf existiert, doch als ich die Geschichte weiterspann und veränderte, wurde Elam noch schrecklicher. Es soll definitiv ein Ort sein, der den Leser abschreckt und ihn dazu bringt, Elam ebenso sehr zu hassen, wie ich es tue.
Natürlich gibt es auch Städte, die ich voller Freude gebaut habe. Sie ähneln in vieler Hinsicht den utopischen Vorstellungen, die ich als Schülerin in diversen Unterrichtsprojekten erfunden habe. Je weiter die Geschichte voranschreitet, umso dichter wird Ana-Darasa mit neuen Schauplätzen bestückt, und ich hoffe, die Leser erfreuen sich daran, denn ich selbst habe viel Freude daran, sie zu erfinden.

Samstag, 20. August 2016

More than just a cup (Rona Cole)

Hallo!

Heute gibt es für euch Rona Coles "More than just a cup". Dieses Buch wird frei publiziert, enthält 346 Seiten und erzählt die Geschichte von Phil und Per, nachdem Phil Per nach Amerika gefolgt ist.
Es ist damit die Fortsetzung zu "Fairy-Tale" und ihr müsst dieses Buch auch gelesen haben, um wirklich duchzublicken.

Ich habe das Buch von der lieben Elma geschenkt bekommen und möchte ihr noch einmal herzlich dafür danken. ♥ Ich habe mich so gefreut und es war einfach nur wunderbar zu lesen.


Beschreibung:

Vor einer ganzen Weilen ist Phil Per nach Amerika gefolgt, um dort an seiner Seite zu sein, während dieser noch immer in der Profiliga Eishockey spielt. Für alle anderen unsichtbar, ist er an dessen Seite geblieben, bis Per endlich sein allerletztes Spiel beendet hat.
Nun gibt es keinen Grund mehr, sich zu verstecken und plötztlich findet sich Phil in der Aufmersamkeit der Medien wieder. Aber was noch viel wichtiger ist, er bekommt jetzt endlich das Leben mit Per, dass er sich schon immer gewünscht hat und auch dieses Leben ist für sie ein großes neues Abenteuer.

Meine Meinung:

Eigentlich ist es wirklich witzig: Dieses Buch beinhaltet so ziemlich alles, was ich bei anderen Büchern total hasse und trotzdem habe ich es einfach nur geliebt. Einfach nur, weil all das so wunderschön dargestellt worden ist. Im Prinzip so, wie ich es mir von anderen Büchern wünschen würde. Ohne Kitsch, nur mit ein wenig Romantik und einfach so ausführlich und zum passenden Zeitpunkt, dass ich es gut nachvollziehen kann.
Dieses Buch hier bietet all das. Im Prinzip hat es nicht sehr viel Handlung, es erzählt einfach nur davon, wie Per und Phil ihr weiteres Leben miteinander planen, sprich Hochzeit und Kinder. Und obwohl man erst glaubt, dass es doch sicher langweilig sein muss, nur davon zu lesen, ist es das absolut nicht. Einfach, weil es mit einer Spur Humor geschrieben ist und irgendwie so, dass man es einfach nicht weglegen will, weil es einen gerade so rührt.
Das mag vielleicht auc daran liegen, dass das Buch einen ein wenig nostalgisch macht. Immerhin kennt man ja "Fairy-Tale" und jetzt erfährt man endlich, wie es mit den beiden weitergeht. Es macht einen als Leser einfach glücklich, wenn die zwei Jungs endlich ihr Glück finden.
Der Stil von Rona sagt mir sowieso zu (auch, wenn mir diesmal wirklich extrem aufgefallen ist, dass sie sehr viele ... verwendet und das teilweise echt ein bisschen zu viel des guten ist), auch wenn sie natürlich ihren ganz eigenen Stil hat. Ich mag es, dass sie manchmal Sätze abhackt, weil das ein Stilmittel ist, das mir einfach zusagt. Ich finde es eine ganz wunderbare Art, Emotionen rüber zu bringen und springe da voll drauf an. Natürlich will ich jetzt nicht damit sagen, dass das Buch keine ordentlichen Sätze beinhaltet, aber ich schätze, ihr wisst, was ich meine. Immerhin habt ihr ja auch "Fairy-Tale" gelesen, wenn ihr euch für dieses Buch interessiert. Es erreicht mich einfach und ich musste auch wirklich ein paar mal Tränchen vergießen.
Definitiv ein sehr würdiger Abschluss von "Fairy-Tale".

Zielgruppe:

Natürlich ist es etwas für alle Fans von "Fairy-Tale", eigentlich schon ein Muss. Wenn ihr das Buch noch nicht gelesen habt, dann lest es unbeding und dieses dann gleich hinterher. Ich bin wirklich großer Fan davon und wenn ihr auch nur in etwa einen ähnlichen Geschmack habt, wird es euch sicher zusagen.

"Fairy-Tale" war im Prinzip eines meiner ersten Bücher in diesem Bereich. Ich hatte zuvor schon ein paar Jugendbücher und andere Geschichten gelesen, aber dieses hier war es, dass mich angefixt hat. Und ein wenig auch der Grund, den Blog nach anfänglichen Startschwierigkeiten am Laufen zu halten. Es bedetuet mir also in gewisser Weise eine Menge und es macht mich glücklich, dass es jetzt noch einen würdigen Abschluss für die Geschichte gibt. Deshalb auch ein kleines Dankeschön an Rona Cole, dafür dass sie Per und Phil erschaffen hat und natürlich dafür, dass sie ihre Geschichte zu Ende erzählt hat.
Jules :)

Freitag, 19. August 2016

Gastbeitrag: Pferde in Casto (Xenia Melzer)

Hallo!

Heute folgt der 3. Artikel zu "Casto - Gefährte des Feuers". 

Pferde in Casto
Jeder, der Casto liest, wird sehr schnell feststellen, dass Pferde eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen. Die beiden Hauptgründe dafür sind, dass ich der Meinung bin, eine Fantasy-Geschichte ohne Pferde ist keine richtige Fantasy (ich bin in dieser Hinsicht vorbelastet, also bitte vergeben Sie mir) und, dass ich Pferde einfach liebe. Ich habe mit sechs Jahren angefangen zu reiten und noch nie daran gedacht aufzuhören. Zu meinem großen Glück habe ich Eltern, die meine Vernarrtheit teilen (wenn man es genau bedenkt, sind sie sogar dafür verantwortlich) und einige meiner liebsten Kindheitserinnerungen drehen sich um Tage, die ich mit meiner Familie und den Pferden verbracht habe.
Wie viele kleine Mädchen war ich verrückt nach allem, was mit Pferden zu tun hat. Ich wuchs mit den Geschichten von Fury, Black Beauty und diversen anderen auf. Ich las alles über Pferde, was ich in die Hände bekommen konnte. Die Nebel von Avalon von Marion Zimmer Bradley hatten ein wunderschönes Pferd auf dem Cover. Aus diesem Grund habe ich das Buch gekauft. Zum Glück hat die Geschichte selbst den Mangel an Pferden, die mehr waren als ein Transportmittel, wettgemacht. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mir angewöhnt, zuerst den Klappentext von Büchern zu lesen.
Casto als Figur ist ein Einzelgänger, einer, der nicht leicht Vertrauen fasst und gut darin ist, auf sich selbst aufzupassen. Um ihm einen soliden Freund zur Seite zu stellen (niemand kann alleine gegen die ganze Welt bestehen und dabei nicht verrückt werden), habe ich Lysistratos erfunden, einen schwarzen Hengst, der den Sturm kontrollieren und im Wettrennen besiegen kann. Es scheint so eine Art Gesetz zu sein, dass außergewöhnliche Pferde oft vollkommen schwarz oder weiß sind. Im Fall von Lys habe ich mich für schwarz entschieden, weil er auch ein Dämon des Chaos ist und die Nacht seine natürliche Umgebung darstellt. Jeder, der selbst reitet, weiß, dass schwarze Pferde in der Pflege ungeheuer aufwändig sind. Sie sind wie Staubmagneten und wegen der dunklen Fellfarbe sieht man das auch immer! Im wahren Leben sind sie nie so sauber, wie das Fernsehen es uns glauben machen will. Es sei denn, ihre Reiter stehen zwei Stunden vor dem eigentlichen Ritt auf und waschen sie. Und selbst wenn sie das tun, müssen die Pferde sich nur einmal hinlegen und alles fängt von vorne an. (Das Fernsehen belügt uns in diesem Punkt die ganze Zeit.)
Lys ist ein ausgleichendes Element in der Geschichte. Er bietet Casto seine Unterstützung und seinen Rat, aber meistens ist er einfach nur da, eine starke Präsenz als Gegengewicht zu dem, was Casto mit Renaldo erlebt.
Als eigene Figur entwickelt Lys sich langsam. Seine Geheimnisse werden nur schrittweise enthüllt und nicht einmal Casto kennt sie alle. (Vor allem nicht, wie Lys es schafft, immer sauber zu bleiben …). Seine Handlungen sind manchmal schwer zu verstehen und wenn es darum geht, ihn kennenzulernen, befindet der Leser sich auf einer Stufe mit Renaldo, der mehr als einmal von Lys Reaktionen überrascht wird.
Natürlich haben die beiden Halbgötter ebenfalls ungewöhnliche Pferde. Geist und Dämon sind Brüder, genau wie Renaldo und Canubis. Ihre Rolle ist nicht so wichtig wie die von Lys, aber wie er sind sie ein roter Faden in der Serie.
Dann gibt es noch Rajan, Darans Pferd. Er ist ein Wallach, den Aegid und Kalad nach ihrem ersten Treffen in Kwarl gekauft haben. Ich habe Rajan nach dem Vorbild eines Pferdes geschaffen, das Teil meiner Familie war, ein sanfter, großmütiger Wallach, der uns Kinder das Reiten gelehrt hat und uns durch viele Abenteuer trug. Dank ihm haben wir Selbstbewusstsein und Vertrauen gelernt, etwas, das auch Rajan Daran vermittelt. Die Reitstunden, die Daran bei Casto nehmen muss, waren für mich eine gute Möglichkeit, Casto mit jemand anderem außer Renaldo zu verbinden. Die Beziehung zwischen Casto und Daran wächst langsam wegen Castos Misstrauen, Darans Verliebtheit in seine Gebieter und ihrer gegensätzlichen Charaktere, aber sie nähern sich immer mehr an, ohne dass es ihnen bewusst ist.
Lord Wolfstans Stute ist im ersten Buch noch namenlos und eine Kulmination aller verrückten Pferde, denen ich im Laufe der Jahre begegnet bin. Natürlich ist es praktisch nie die Schuld des Pferdes, wenn es nicht leicht zu handhaben ist, aber das macht es auch nicht weniger gefährlich. Ich verstehe auch, dass Pferde, die für den Sport gezüchtet werden, ein gewisses Temperament brauchen, obwohl ich nicht erkennen kann, warum sie so nervös sein müssen, dass es praktisch unmöglich ist, normal mit ihnen umzugehen. Casto mag die wilde Stute, weil sie ihm sehr ähnlich ist, auch wenn er selbst der Letzte ist, der das zugeben würde. Die beiden haben eine gute Dynamik und ich genieße die kleinen Episoden, die Casto mit ihr erlebt.

Mittwoch, 17. August 2016

Ablaufdatum (Ani Rid) [Q]

Hey ihr!

Der heutige Quickie stammt von Ani Rid, nennt sich "Ablaufdatum" und umfasst 27 Seiten. Er erschien bei BookRix und handelt von Gerome und Tim, die beide neu ohne Mann anfangen wollen, dabei aber nicht miteinander gerechnet haben.


Beschreibung:

Geromes Beziehung ist im Aus und er möchte umsziehen, um zu vergessen. Tim ist ebenfalls umgezogen, weil seine Beziehung nicht war, was er er sich erhofft hat. Nun wollen beide ohne Kerl neu anfangen, bis sie aufeinander treffen und ihr Plan ins Wanken gerät.

Meine Meinung:

An sich hat mir die Geschichte ganz gut gefallen. Ich finde, für die Kürze ist es ein angenehmer Schreibstil, recht ausführlich und gut zu lesen. Man kann also Leser auch die Gefühle und Handlungen der Protagonisten nachvollziehen, also von daher ist es wirklich gut gelungen.
Inhaltlich gesehen, ist mir die Geschichte vielleicht ein bisschen zu unspektakulär. Ich finde, dass es nicht wirklich einen Höhepunkt gibt, nur ein Ereignis, dass zwar ein bisschen Action reinbringt, aber auch noch nicht wirklich viel Dramatik besitzt. Vielleicht wäre zu viel Dramatik auch zu unrealistisch, aber ein bisschen mehr hätte die Sache sicher noch ein bisschen schöner gemacht.
Ich finde auch, dass z.B. das Kennenlernen der beiden ein bisschen sehr zufällig ist und ich weiß auch nicht so genau, warum Gerome unbedingt wieder bei Tim aufkreuzt. Dass da Gefühle im Spiel sind, merkt man als Leser zumindest erst ein bisschen später so richtig.
Das finde ich aber ganz gut, dass man die gegenseitige Anziehung schon spürt, aber auch merkt, dass es nicht so ganz klappen will, weil eben so viel Unausgesprochen ist.
 Viel mehr will ich gar nicht dazu sagen, weil ich sonst zu sehr spoilere. Ich denke, dafür, dass sie recht unspektakulär ist, ist sie dennoch was für Zwischendurch und mit akzeptablen Stil.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Die Geschichte ist super für zwischendurch, bietet aber trotzdem eine ganz gute, recht ausführliche Story. Klar kann man bei so kurzen Geschichten immer mehr draus machen, aber dafür, dass sie nur 21 Seiten hat, ist sie wirklich schön und gut lesbar.

Bei mir haben sich Rezensionen angestaut, das ist der Wahnsinn. Gut, dass einige noch viel Zeit haben und ich sie nicht sofort tippen muss - halte ich sie einfach nur in Stichpunkten fest und kümmere mich später darum.
Jules :)

Montag, 15. August 2016

Casto - Gefährte des Feuers (Xenia Melzer)

Hi ihr Lieben!

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, veröffentliche ich momentan Gastartikel zu dem neu erschienen Buch "Casto - Gefährt des Feuers"* aus der "Gods of war"-Reihe von Xenia Melzer. Nachdem ich euch schon zwei Artikel ("Warum schreibe ich M/M Romance" und "Weibliche Figuren in Casto") darüber vorgestellt habe, folgt nun die Rezension zu dem Buch, bevor in der nächsten Zeit noch drei weitere Artikel darüber erscheinen.
Jetzt dürft ihr euch aber erstmal ein Bild von dem Buch machen. Es ist, wie gesagt, der erste Teil einer Fantasyreihe, erschien bei Forever und umfasst 346 Seiten. Handeln tut es vom Halbgott Renaldo, welcher zum ersten Mal mit Zurückweisung konfrontiert wird, als er den jungen Casto zu seinem neuen persönlichen Sklaven macht.


Beschreibung:

Renaldo ist ein Halbgott und hat es im Leben deshalb bisher nicht sonderlich schwer gehabt. Jeder sieht zu ihm auf und auf dem Schlachtfeld ist er unbesiegbar. Als er jedoch eines Tages einen Fremden gefangen nimmt und diesen zu seinem persönlichen SKlaven auserwählt, ändert sich dies plötzlich. Denn Casto verachtet Renaldo und lässt diesen das Spüren. Sei es nun die Zurückweisung körperlicher Nähe oder die Missachtung von Befehlen, er tanzt Renaldo auf der Nase herum, was diesen ziemlich erzürnt. Gleichermaßen kann er sich der Anziehung, die Casto auf ihn ausübt, nicht entziehen.
Doch als ein alter Feind auftaucht, muss Renaldo erkennen, dass es das Leben nicht immer nur gut mit ihm meint.

Meine Meinung:

Ich bin hier wirklich leider nicht sehr sicher, was ich genau von dem Buch halten soll. Alles in Allem hat es mir schon durchaus gefallen. Es konzentriert sich sehr stark auf die Beziehung zwischen Casto und Renaldo, was an sich auch wirklich gut dargestellt wird. Gerade am Anfang bekommt man natürlich als Leser einen stark widerwilligen Casto präsentiert, der sich im Laufe des Buchs zwar ein wenig ändert, aber nicht viel. Folglich wird eine turbulente Beziehung dargestellt, die an sich amüsant zu verfolgen ist und auch insofern das Buch spannend macht, als dass man wissen möchte, ob Casto nicht irgendwann doch aufhört, all so störrisch zu Renaldo zu sein. Allerdings finde ich, dass genau dieses umeinander herum tänzeln, auch ein Schwachpunkt an dem Buch ist. Teilweise habe ich die ständigen Streitereien der beiden Männer irgendwann als ermüdend wahrgenommen. Es ist immer der gleiche Ablauf, Casto, der Renaldo provoziert und aufgbegehrt und Renaldo, der das alles amüsiert hinnimmt und alles ungestraft verzeiht. Aber mit Fortschreiten des Buchs kommt keine wirkliche Entwicklung mehr in die Beziehung und dadurch, dass man verliert ein wenig die Lust an diesem Treiben, weil kein Fortschritt mehr erkennbar ist. Ich mag es nicht sonderlich, wenn sich eine Beziehung, die noch im Werden ist, plötztlich auf Stillstand geht, weil dadurch die Geschichte sehr langgezogen und auch ein wenig langweilig wirkt.
Umso erfreulicher war es, dass es Nebenhandlungen in dem Buch gibt, die der Geschichte wieder etwas Würze verleihen. Ich finde es toll, dass auch auf das Schicksal von Nebenfiguren und deren Beziehungen eingegangen wird und muss sagen, dass ich deren Geschichten teilweise sogar spannender fand und davon gerne mehr lesen möchte.
Dazu trägt natürlich auch bei, dass jede einzelne Figur in dem Buch wunderbar ausgearbeitet ist und jede Persönlichkeit irgendwie zu dem Buch beiträgt.
Obwohl es ein Fantasybuch ist, ist das Maß an Fantasy recht erträglich. Es spielt eben einem einem anderen Zeitalter oder einer anderen Welt, wie auch immer man das beschreiben möchte... diese Welt und deren Geschichte wird im Laufe des Buchs auch super dargestellt. Man erfährt etwas über die Entstehung und wie alles zu dem Punkt, andem wir uns in der Geschichte nun aktuell befinden, hinläuft. Nach und nach kommen im Buch neue Informationen dazu, die das ganze wirklich sehr realistisch werden lassen. Das finde ich wirklich gut gemacht und auch sehr schön beschrieben.
Auch sonst kann man an dem Stil nicht viel kritisieren, er ist flüssig und ausführlich. Allerdings finde ich, dass manchmal etwas zu kurz oder zu ausführlich abgehandelt wird. Hier könnte man noch ein bisschen ausfeilen, dass die Balance besser ausgeglichen wird. (Gerade die Sexszenen sind teilweise nur angeschnitten und nie wirklich ausführlich, aber wenn Sex schon ein zentrales Thema ist und in den verschiedensten Konstellationen und Spielarten in dem Buch angesprochen wird, sollte man schon mehr Mut zu richtigen Sexszenen haben.)
Das Ende kommt relativ abrupt. Es ist zwar klar, dass es kein abgeschlossenes Ende gibt, so allerdings finde ich es ein wenig unbefriedigend. Das liegt vor allem daran, weil ich finde - wie oben schon gesagt, dass sich das Buch ein wenig im Stillstand befindet. Und auch sonst weiß man noch nicht genau, worauf die Geschichte hinauslaufen wird. Zwar werden schon "böse Stimmen" laut, aber so ganz weiß man noch nicht, worauf es genau zielt und dann hätte ich mehr etwas mehr Infos darüber gewünscht, ehe das Buch endet. Allerdings ist es natürlich auch taktisch recht clever, weil man jetzt natürlich mit viel mehr Spannung und Erwartung an Band 2 herangehen kann.

Zielgruppe:

Ich finde, es ist ein Buch, dass zwar Fantasy beinhaltet, aber dennoch auch lesbar ist, wenn man das Genre nicht so mag. (Fantasyfans kommen aber auch auf ihre Kosten.) Es geht viel um die komplizierte Beziehung von Casto und Renaldo, die wunderbar dargestellt ist - also eigentlich etwas für jeden Gay Romance Fan. Ich bin oben nicht drauf eingegangen, aber es ist beinhaltet eben auch Sklaverei (eine äußert schöne Darstellungsform davon) und wenn euch das anspricht, seid ihr hier richtig.

Wieder mal eine richtige lange Rezension! Mich nervt es immer, wenn ich mich nicht kürzer fassen kann, aber ihr meintet mal, dass es schön ist. So gehen Ansichten manchmal auseinander. :D
Jules :)




* Dieses Buch wurde mir von Forever Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Herzliches Dankeschön dafür! :)

Sonntag, 14. August 2016

Gastbeitrag: Weibliche Figuren in Casto (Xenia Melzer)

Hi!

Wie versprochen, folgt heute der zweite Artikel rund um das Buch "Casto - Gefährte des Feuers".

Weibliche Figuren in Casto
Als Renaldo und Casto die Hauptfiguren in Gods of War wurden, war ich eine ganze Weile vollauf mit ihnen und einigen anderen M/M Paaren beschäftigt. Alles war aufregend und neu und ich genoss es, die Möglichkeiten, die sich mir von der Geschichte her boten, zu erkunden. Aber nachdem die ersten Paare in die Geschichte eingeführt waren, wurde mir klar, dass viel zu viel Testosteron im Spiel war. Ich brauchte eine Reihe bodenständiger, willensstarker Frauen, die als Gegengewicht und ausgleichendes Element in der Geschichte fungierten. Da der Fokus eindeutig auf den M/M Paaren liegt, entschied ich mich, weibliche Sekundärcharaktere zu schaffen, die nicht nur die Story interessant gestalten, sondern auch als Katalysatoren in bestimmten Situationen dienen konnten.
In meiner Geschichte wird Ana-Darasa von Schwestern erschaffen, Ana-Isara, der Herrin der Toten, und Ana-Aruna, der Quelle des Lebens. Dieser zugegebenermaßen einfache Symbolismus gefiel mir vor allem darum, weil die Verbindung zu den beiden Hauptprinzipien des Lebens es mir erlaubte, die beiden Göttinnen als übergeordneten Bogen in der Geschichte zu etablieren. Nachdem sie die Welt und die Menschen, die La’ides, erschaffen haben, lehren die Göttinnen sie, wie sie Magie benutzen können. Nach einer Weile wird den La’ides klar, dass die Magie sich dem Ende zuneigt und sie bitten Ana-Isara um Hilfe. Sie entscheidet, den Menschen als Ersatz für sich und ihre Schwester zwei Anführer zu schenken und wird schwanger. Aber da sie im Grunde der Tod ist, kann sie kein Leben hervorbringen. Das ist die Aufgabe ihrer Schwester und gemeinsam bekommen sie Canubis und Renaldo. Im Laufe der Geschichte wird die Rolle der Mütter immer mehr definiert und ihre Beziehung zu Renaldo und Canubis zeigt Risse. Ein erwachsener Mann, Krieger und gleichzeitig Sohn zu sein, ist schwierig genug. Wenn man dann noch den göttlichen Teil miteinbezieht, kann der Spaß beginnen.
Renaldo und Canubis lieben und respektieren ihre Mütter, hadern aber auch mit der Tatsache, dass Ana-Isara sie zu Halbgöttern degradiert hat, um die untreuen La’ides zu bestrafen. Was natürlich auch die Beziehung der Halbgötter zu ihren Untergebenen schwierig macht. Ich wollte immer, dass meine Hauptfiguren Ecken, Kanten und viele verschiedene Schichten haben. Die Mutter-Sohn-Beziehung ist eine gute Möglichkeit diese Ecken logisch und nervenaufreibend darzustellen.
Mütter sind im Leben eines jeden Individuums wichtig, ebenso wie Ehepartner. Canubis ist mit Noemi Amerasu verheiratet, einer Schlangenhexe und Heilerin, die vernünftig und freundlich zu sein scheint. In Wirklichkeit ist sie eine Frau mit eisernem Willen und Kräften, die man nicht unterschätzen sollte. Canubis und Renaldo sind beide sogenannte ›Alphamännchen‹, Männer, die ihren Willen bekommen und daran gewöhnt sind, dass die Leute tun, was sie befehlen, einfach weil es ihr Wille ist. Canubis brauchte eine Frau, die stark genug ist, ihn als den dominanten Partner zu akzeptieren und gleichzeitig selbstbewusst genug, um sich durchsetzen zu können, wenn sie recht hat. Noemi ist hochintelligent und unverbrüchlich loyal gegenüber Canubis, was ihn zu einem stärkeren und besseren Anführer macht. Sie ist auch leidenschaftlich und hinterhältig, wenn sie sich mit der dominanten Natur ihres Ehemannes auseinandersetzen muss.
Neben Noemi ist die interessanteste weiblich Figur eindeutig Hulda, Mutter Oberin der Schwestern der Nacht, einem Orden von Assassinen. Ich gebe zu, dass ich sie als eine Art feministisches Vorbild in der Tradition von Marion Zimmer Bradley konzipiert habe. Hulda ist eine wunderschöne Frau, eine ausgebildete Killerin, die jeden Mann besiegen kann, eine Hexe mit der Gabe, hinter die Zeit zu treten, und ein echter Freigeist. Sie ist mit Wolfstan, dem Waffenmeister des Rudels, verheiratet, hat aber eine sehr bewegte Vergangenheit mit Partnern beiderlei Geschlechts, inklusive Renaldo und Canubis. Sie nimmt sich stets, was sie will, sie bedauert ihre Handlungen nie und sie kennt sich selbst gut genug, um ihren Instinkten zu vertrauen. Da sie eine geborene Anführerin ist, bildet sie ein wichtiges Gegengewicht zu Canubis und Renaldo, für die sie als eine Art ältere Schwester und Beraterin agiert. Anders als Noemi fühlt sie sich mit ihrer Macht und der damit verbundenen Verantwortung wohl.
Natürlich sind dies nicht die einzigen weiblichen Charaktere, aber in meiner Geschichte sind sie diejenigen, mit dem meisten Einfluss. Ich habe mich sehr bemüht, diese Figuren und ihre Beziehungen zu den Männern nicht stereotyp zu gestalten, sondern realistisch abzubilden, wie die Dynamik zwischen den Geschlechtern funktioniert. Und ja, ich habe ihnen Attribute gegeben, von denen ich mir wünsche, meine Töchter und alle Frauen hätten sie. Feminismus ist so viel mehr, als nur das patriarchalische System abzulehnen.

Samstag, 13. August 2016

Unternehmen Psycho (Nicole Henser/Sydney Stafford)

Hi!

Diesmal geht es um "Unternehmen Pycho" von Nicole Henser und Sydney Stafford. Das Buch wird frei publiziert und umfasst 126 Seiten. Darin verliebt sich SEK-Polizist Spike in seinen Therpaeuten Marius, der von einem Stalker verfolgt wird.
Das Buch gehört zur Reihe "Kommandosache Liebe", in welcher jeder Band für sich selbst gelesen werden kann.


Beschreibung:

Nachdem Spike bei einem Einsatz einen Menschen tötet, sucht er Hilfe bei dem Psychologen Marius. Schnell merkt er, dass er sich zu diesem hingezogen fühlt und auch Marius geht es nicht anders. Doch ein Problem überschattet ihre Liebe: Ein Patient von Marius entwickelt sich nach und nach zu einem gefährlichen Stalker, der vor nichts zurück zu schrecken scheint.

Meine Meinung:

Ich habe schon den ersten Band gelesen und war bereits dort relativ begeistert. Einziges Manko war für mich damals, dass die Geschichte mir ein wenig zu schnell voran schreitet und manche Dinge ein wenig vorhersehbar oder konrstuiert wirkten. Umso mehr überzeugt mich jetzt dieser Band, weil es hier einfach nicht so ist:
Das Buch ist wirklich spannend und man merkt deutlich, wie sich langsam die Situation um Marius' Stalker verschärft. Es wird auch wirklich überzeugend und vor allem ungeschönt geschildert, so dass man erstens wirklich gefesselt ist und zweitens auch als Leser erkennt, wie krank der Mann ist. Ich finde das wichtig, denn wenn man schon so ein Thema anschneidet, muss man auch den Mut haben, es auszuführen.
Die Liebe zwischen Spike und Marius wird ebenfalls wunderbar geschildert. Es entwickelt sich langsam, sie gehen dann auch letztlich ihre Beziehung langsam an und man merkt vor allem auch, wie Spike versucht, Marius bei seinem Problem zu unterstützen.
Der Stil passt hier auch wunderbar, er ist flüssig, ohne Fehler und man kann sehrwohl die Gedanken und Emotionen der Protagonisten nachvollzeihen. Ebenso deren Handlungen.
Mir gefällt auch, dass es einige Nebencharaktere gibt, die erstens wunderbar in die Geschichte eingebaut werden und auch allesamt mit ihrer eigenen Persönlichkeit ausgestattet sind. Es gib ja nichts schlimmeres, als 0-8-15-Nebencharaktere zur Deko.
Sehr viele Sexszenen gibt es nicht, aber was man vorgesetzt bekommt, ist schön gemacht.
Also unterm Strich ein wirklich schön umgesetztes Buch, an dem ich jetzt so keine Kritik äußern kann.

Zielgruppe:

Es geht natürlich schon auch ein wenig psycho zu, also nur lesen, wenn ihr mit so was wie einem Stalker und diesbezüglichen Übergriffen auch umgehen könnt. Die Liebesgeschichte selbst ist süß, aber im Fokus steht schon auch die Stalkergeschichte.

Momentan bin ich gut im Zeitplan, das freut mich voll. Ich glaube, der Juli wird kein sonderlich anstrengender Monat. Aber was erzähl ich euch das, wenn ihr das lest, ist schon August.
Jules :)

Freitag, 12. August 2016

Gastbeitrag: Warum schreibe ich M/M Romane? (Xenia Melzer)

Hallo ihr Lieben!

Heute erscheint Xenia Melzers Roman "Casto - Gefährt des Feuer" bei Forever. Hier könnt ihr das Buch kaufen. Natürlich folgt auch bald eine Rezension von mir. Bis es soweit ist, darf ich euch ein paar Artikel rund um das Buch und Xenia selbst vorstellen. Die fünf Beiträge von Xenia Melzer erscheinen an den folgenden Freitagen/Sonntagen. Schaut unbedingt mal vorbei.
Heute gibt es auch gleich ihren ersten Beitrag, viel Spaß damit!
Jules :)

Warum schreibe ich M/M Romane?
Nachdem ich meinen Vertrag mit Dreamspinner – und später mit Ullstein – unterzeichnet hatte, fing ich an, Freunden und Bekannten von meinem Buch zu erzählen. Dabei bekam ich vor allem eine Frage immer wieder zu hören: Warum ich ausgerechnet zwei Männer als Hauptfiguren gewählt habe.
Spontan sagte ich, dass Casto und Renaldo einfach in meine Gedanken hineinspaziert waren und sich seitdem weigerten, wieder zu gehen. Mein Roman war ursprünglich eine ganz ›normale‹, heterosexuelle Romanze, bevor diese beiden sich in den Vordergrund spielten. Das ist, finde ich, eine gute Antwort, eine wahre Antwort, und sie spiegelt etwas wieder, das wahrscheinlich jeder Autor schon einmal erlebt hat: dass Figuren ihren eigenen Kopf haben können.
Zufällig habe ich auch studiert (Segen oder Fluch? Das bleibt noch abzuwarten.) und dabei gelernt, verschiedene Ebenen in einem Text nicht nur zu sehen, sondern auch aktiv danach zu suchen. Nachdem ich die Frage zu meinem Motiv also zum gefühlt hundertsten Mal gehört hatte, fing ich an, darüber nachzudenken. Das Erste, was mir auffiel, war, dass niemand per se etwas gegen die Idee eines schwulen Pärchens als Hauptfiguren hatte. Die Menschen waren wirklich ehrlich an meinen Motiven interessiert und wenn man bedenkt, wie die Autoren von Schwulenromanen noch vor ein paar Jahren behandelt wurden, denke ich, dass unsere Gesellschaft definitiv einen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat. Je bunter die Welt, umso interessanter.
Ich besuchte in diesem Frühjahr auch die Love Letter Convention in Berlin und war überrascht, wie viele Fans mich darauf ansprachen, dass sie glücklich darüber seien, endlich eine M/M Autorin auf der Convention zu haben und wie sehr sie Bücher mit schwulen Hauptdarstellern liebten. In diesem Moment wurde mir klar, dass die Frage, warum ich homosexuelle Charaktere gewählt habe, wohl bei Weitem nicht so politisch war, wie ich zunächst angenommen hatte. Ich begann mich zu fragen, was ich vielleicht noch übersehen haben könnte.
Natürlich stellt sich auch die Frage, warum ausgerechnet eine heterosexuelle Frau über homosexuelle Beziehungen schreibt. Also habe ich mich hingesetzt und mich selbst ein wenig hinterfragt. Wie schon erwähnt hatte Gods of War zunächst ein heterosexuelles Paar als Hauptdarsteller und Renaldo und Casto waren nur Nebenfiguren. Nachdem ich lange und hart nachgedacht und mich zur Ehrlichkeit mir selbst gegenüber gezwungen hatte, erkannte ich, dass mein F/M Paar schlicht und ergreifend zu gewöhnlich gewesen war. Ihre Geschichte war schnell erzählt und in meinen Augen gab es zwischen ihnen kein Knistern, das ich in eine Flamme, respektive eine interessante Geschichte, verwandeln hätte können. Renaldo und Casto haben mir nicht nur ein Knistern geliefert, sondern ein loderndes Feuer, das mich bis zum jetzigen Zeitpunkt durch beinahe fünf Bücher getragen hat. Ein Teil meiner Faszination für M/M Hauptdarsteller ist definitiv die Möglichkeit, eine Beziehung zu erkunden, in der die Rollen nicht so starr verteilt sind wie in einer F/M Romanze. (Ich möchte betonen, dass dies nichts Schlechtes ist, es war in meinen Fall nur nicht hilfreich.) Wenn man dann noch den Fantasy-Aspekt miteinrechnet, eröffnet sich mir eine ganze Fülle an Möglichkeiten, die nur darauf warten, erzählt zu werden. Rein aus der Perspektive eines Autors ist das, als würden Weihnachten und der eigene Geburtstag auf einen Tag fallen. Es gibt sprichwörtlich keinen Ort, an den ich nicht gehen kann, und das macht das Schreiben über Ana-Darasa zur reinen Freude.
Ein weiteres Plus ist, dass ich bei zwei Männern meiner Fantasie freien Lauf lassen kann, ohne auf imaginäre weiblich Partner eifersüchtig sein zu müssen, denen ich positive Attribute auf den Leib schreiben muss, damit sie zu den Männern passen. In gewisser Weise genießen Frauen M/M Geschichten auch deswegen, weil sie dann nicht über Implikationen nachdenken müssen, die sie bei einer F/M Geschichte als störend empfinden würden. Eine Besucherin der Love Letter Convention hat es folgendermaßen formuliert: »Wenn ich eine Sexszene zwischen zwei Männern lese, kann ich mich zurücklehnen und es genießen. Ich bin Feministin, wenn ich also eine Sexszene über ein heterosexuelles Paar lese, ärgere ich mich oft über Stereotypen. Bei zwei Männern habe ich dieses Problem nicht.«
Als Schriftstellerin kann ich mich mit dieser Aussage identifizieren. Ernsthaft über die Beziehung zweier Männer zu schreiben, hat seine eigenen Tücken, aber stereotypische Fallen die durch Gender Studies und politische Korrektheit forciert werden, gehören nicht dazu. Was, um es milde auszudrücken, befreiend ist.
Ich sage nicht, dass Gender Studies kein wichtiger Teil unserer modernen Kultur sind und ich habe auch meinen Teil an entsprechenden Kursen an der Uni besucht. Ich möchte nur feststellen, dass es eine gute Story ruinieren kann, wenn man zu viel hineininterpretiert.
Wie Sie sehen können, habe ich mich ziemlich intensiv mit einer scheinbar harmlosen Frage beschäftigt, und als ich damit fertig war, wurde mir klar, dass dies alles ein nettes Gedankenspiel gewesen ist, aber nichts an den Fakten ändert.
Ich habe Gods of War geschrieben, weil Renaldo und Casto zwei sehr interessante Männer sind, die mich ordentlich auf Trab halten. Ich schreibe M/M Romane, weil es sich so ergeben hat. Es war keine bewusste Entscheidung. Ich habe mich nicht hingesetzt, den Buchmarkt studiert und dann entschieden etwas zu schreiben, das mir Geld einbringt. (Wenn ich das getan hätte, hätte ich wahrscheinlich einen Thriller geschrieben und höchstwahrscheinlich versagt. Die Geschichte weiß, ob du sie wirklich liebst.)
Ich investiere eine Menge Energie und Zeit in meine Schreiberei, weil ich es liebe, Geschichten zu erzählen und außerdem nicht in der Lage bin, meine Charaktere in Ruhe zu lassen. (In dieser Hinsicht bin ich eine Glucke.)
Wenn die Leute mein Buch lesen, möchte ich, dass sie eine gute Zeit haben, sich entspannen und der Realität für ein paar Stunden entfliehen können. Wenn sie sich mit den Charakteren identifizieren können, macht mich das glücklich.

Mittwoch, 10. August 2016

Selbstdiskriminierung: oder warum dürfen Covermodel nicht schwul sein? [K]

Hey ihr Lieben!

Ein Leser hat mich darauf gebracht und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr möchte ich tatsächlich darauf eingehen. Und zwar geht es um den netten Satz, der sich meist sofort auf der ersten Seite eines Buches wiederfinden lässt: "Dieses Cover ist kein Anhaltspunkt für die sexuelle Orientierung des Models"
Ich muss zugeben, dass ich es auch blöd finde, dass dieser Spruch überall hingedruckt wird, als wäre es ein Makel, schwul zu sein. Oder habt ihr schon mal so eine Ansage gefunden, wenn es sich um ein Hetero-Cover handelt? Nein. Und das ist der springende Punkt. Auf der einen Seite möchte man Toleranz und Verständnis für Homosexuelle erreichen und auf der anderen Seite wird es dann auch noch in diesem Genre in gewisser Hinsicht als etwas Negatives hingestellt. Und wofür eigentlich? Um das Model vor homophoben Angriffen zu schützen? Als wenn ein Mann, der sich in eindeutiger Pose - vielleicht noch mit einem zweiten Mann - ablichten lässt, nicht genau weiß, was für ein "Risiko" er damit eingeht. Oder als wenn ein Model nicht genau für sowas bezahlt wird. Zumal wahrscheinlich ein Großteil dieser Models tatsächlich schwul ist und dann meiner Meinung nach auch einfach dazu stehen könnte.
Klar werden manche Bilder gemacht, ohne dass das Model vorher weiß, wofür sie irgendwann herhalten müssen. Aber oft wird das Cover ja explizit für das Buch erstellt und dafür dann eben auch extra ein Foto gemacht. Dann weiß derjenige doch ganz genau, wofür das Bild bedruckt wird und wenn ihn etwas daran stört, dann sollte man vielleicht einfach überdenken, ob er für den Job dann der richtige ist. Es ist nämlich ganz schon widersprüchlich, wenn man ein Buch über Schwule schreibt und auf das Cover jemanden klatscht, der sowas eigentlich scheiße findet.
Hinzu kommt, dass ein homophober Mensch wahrscheinlich nicht noch extra in das Buch hineinblättern wird, ehe er gegen den Mann auf dem Cover hetzt. Er wird das Cover sehen und urteilen und nicht noch nach einem Hinweis suchen, ob der Mann auf dem Bild tatsächlich schwul ist oder nicht. Meist geht es solchen Leuten ja auch gar nicht darum, ob derjenige wirklich schwul ist, sondern schon alleine um die Tatsache, dass sein Bild auf so einem Buch zu finden ist. Wobei ich ehrlich gesagt schon zweifle, dass sowas tatsächlich geschieht. Gut, es gibt nichts, was es nicht gibt. Aber wenn man gegen Homosexualität ist, dann durchsucht man doch nicht das Internet nach schwulen Büchern, nur um dann die Covermodels zu mobben. Da gibt es doch leider ganz andere Dinge, die solchen Idioten einfallen. Ich meine, Bekloppte gibt es immer, aber grundsätzlich ist das schon reichlich abwegig, auf so einen Fall zu spekulieren.
Im Prinzip ist dieser Satz also nicht nur diskriminierend, sondern auch noch sinnlos. Fakt ist aber, dass es sich für ein Buch mit solcher Thematik irgendwie nicht schickt, dann solche Floskeln zu benutzen. Deshalb wüsste ich wirklich gerne, warum das gemacht wird und warum man nicht einfach darauf verzichten kann. Irgendwie fühlt man sich da ja als Homosexueller auch schon beleidigt. Als wäre es irgendetwas schlimmes. Was widerum kontraproduktiv ist, wenn man bedenkt, dass Homosexuelle ja mit die größte Zielgruppe dieser Bücher darstellen.
Vielleicht gibt es auch einen Grund, warum das gemacht wird, den ich nicht kenne. Ist es vielleicht gar eine seltsame Vorschrift? Aber wenn es nichts dergleichen gibt, dann sollte man vielleicht überlegen, diesen dummen Satz künftig nicht mehr zu benutzen.
Jules :)

Dienstag, 9. August 2016

Zwischenspiel: Turnschuhe und Notenblätter - ein langer Weg (Ani Rid) [Q]

Autor: Ani Rid
Titel: Turnschuhe und Notenblätter - ein langer Weg
Verlag: BookRix
Länge: 24 Seiten

Beschreibung:

Florian ist musikalisch sehr begabt, im Sport allerdings eine Niete. Einziger Lichtblick ist sein Sportlehrer Benjamin.
Auch Benjamin fühlt sich zu Florian hingezogen, aber zwischen ihnen darf einfach nichts laufen, denn immerhin ist Florian sein Schüler.

Meine Meinung:

Die Geschichte war ein wenig seltsam. Man hat die Emotionen der Protagonisten nicht so richtig mitbekommen, weil alles relativ schnell abgehandelt wurde und man eher das Gefühl hatte, es wird viel einfach nacherzählt, statt dass einfach auf die Gefühle der Jungs eingegangen wird.
Es gab auch einige Zeitsprünge, so dass die Geschichte wirklich auf das Wesentliche beschränkt war, was vielleicht aussreichend war, aber sicher noch hätte ausgebaut werden können.
Ich glaube, wenn man es etwas mehr ausgeführt hätte, wäre das richtig toll geworden, weil die Handlung der Geschichte eigentlich schon recht interessant und vielversprechend war.

Montag, 8. August 2016

Helldog (Denny van Heynen) [Q]

Hi ihr Lieben!

Ich habe heute wieder einen Quickie für euch. Und zwar Denny van Heynens "Helldog". Die Geschichte wird frei publiziert und handelt auf  61 Seiten von einem Hund, der eine Kleinstadt terrorisiert.


Beschreibung:

Lucas und Keven wollen in dem kleinen Städtchen Cortaville einen Neuanfang wagen und ihre Beziehung wiederbeleben. Dies scheint zunächst auch zu funktionieren, aber dann wird ihr Glück getrübt, als Kevn spurlos verschwindet.
Lucas ahnt nicht, dass er von einem Hund angegriffen wurde, der in Cortaville sein Unwegen treibt und auf der Suche nach nur einer Sache ist: Einem neuen Opfer.

Meine Meinung:

Was ich einfach nur an diesem Buch loben kann, ist die Tatsache, dass Denny wirklich beschreibt, wie der Hund seine Opfer angreift und das auch schonungslos darstellt. Es gibt einfach nichts schlimmeres, als wenn man Gewaltszenen in ein Buch einbringt und diese dann nur grob umreißt. Dadurch entsteht einfach kein Schock für den Leser. Denny hingegen gelingt es wirklich, die Dinge eklig und detailliert darzustellen, was einfach dafür sorgt, dass die Szene einen als Leser auch wirklich erreicht und verstört.
Auch dieses Buch ist nicht wirklich eine Horrorgeschichte, aber es sorgt dafür, dass man eine Gänsehaut bekommt und es einen schaudert, wenn der Hund wieder zuschlägt.
Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen, fand ich das Ende sehr überraschend aber wirklich gelungen. Es ist auch definitiv besser, als ein erzwungenes Ende, nur um es irgendwie gerade zu biegen.
Ich lobe es ja immer bei Denny Büchern: Ich finde es einfach gut, dass er immer wieder homosexuelle Pärchen in sein Buch einbringt, ohne dass deren sexuelle Orientierung irgendwie im Mittelpunkt steht. Ich mag diese Selbstverständlichkeit einfach und das macht das Buch auch für eine größere Zielgruppe zugänglich, als nur für eingefleischte Gay Romance Fans.
Der Stil ist wie immer kurz und bündig, aber auf dem Punkt, so dass man nicht das Gefühl hat, es würde etwas fehlen. Vielleicht ist es ein wenig kurz, aber das macht nichts, weil ich denke, dass es so auch ausreichend ist.

Zielgruppe:

Es ist jetzt kein richtiger Horror, aber es ist schon ein wenig gruselig und verstörend und deshalb solltet ihr es auch nur lesen, wenn ihr damit etwas anfangen könnt.
Ansonsten finde ich aber, kann man es sehr gut lesen, weil ers einfach eine gut gestaltete Kurzgeschichte ist und mal was anderes zu dem Stereotypen Gay Romance, dass man sonst so findet.

Also die Blogplanung im August hat sich wirklich als Herausforderung entpuppt. Das kommt eben davon, wenn man nicht "nein" sagen kann.
Jules :)

Samstag, 6. August 2016

Golden Boy (Jona Dreyer)

Hallo ihr Lieben!

Heute hab ich "Golden Boy" von Jona Dreyer für euch. Es wird frei publiziert und umfasst 364 Seiten. Handeln tut es von Jordan, der sich in seinen neuen Kollegen Noah verleibt, welcher von seine Freund unterdrückt wird.


Beschreibung:

Jordan ist Pornodarsteller und seit Jahren im Geschäft. Bisher lief immer alles wie geplant, doch dann taucht der neue Kollege Austin X - oder auch Noah - auf und verdreht ihm den Kopf.
Leider ist Noah vergeben an Glenn und dieser sieht Noah als seinen Geldesel an. Er unterdrückt und manipuliert diesen, was für Jordan ein Grund ist, Noah beizustehen. Aber kann sich Noah wirklich von Glenn lösen, wo dieser doch im Hintergrund die Fäden zieht?

Mein Meinung:
Dieses Buch nimmt einen wirklich sehr mit. Es beschreibt häusliche Gewalt wirklich sehr gut, vor allem, weil es hier mehr um psychische als um physische Gewalt geht. Das macht es irgendwie nur noch schlimmer, weil man wirklich sieht, wie Noah regelrecht abgerichtet und irgendwie gebrochen worden ist.
Man muss auch sagen, dass das Buch sehr realistisch ist. Es beschönigt nichts und zum Beispiel auch das Ende ist sehr passend gewählt, weil genau das eben Realität ist. Sehr passend, was bei solch hartem Tobak einfach nötig ist.
Definitiv lässt es einen beim Lesen öfter mal schlucken und ich muss auch sagen, ich habe ab und an pausieren müssen beim Lesen, weil es mich einfach mitgenommen hat. Das spricht natürlich wiederum für den guten Stil, weil man so etwas erstmal gut erzählen muss, dass es den Leser wirklich nahe geht.
Auch sonst ist der Stil wirklich schön, ausführlich, detailliert und flüssig.
Besonders toll finde ich, wie gut die Protagonisten dargestellt worden sind. Gerade Noahs Angst konnte man sehr gut nachempfinden. Man versteht einfach, warum er bei Glenn bleibt und weshalb er so eine Angst hat, ohne ihn zu sein, obwohl dieser doch so schreckliche Dinge mit ihm anstellt. Manchmal will man ihn zwar schütteln, aber andererseits begreift man auch, warum er nicht anders kann.
Dazu kommt noch Glenn, an dem man sehr gut erkennt, wie manipulativ er eigentlich ist. Es ist wirklich widerlich, dass zu beobachten – also perfekt dargestellt.
Jordan ist natürlich das genau Gegenteil und ich muss sagen, dass mich dessen bedingungslose Liebe gegenüber Noah echt beeindruckt. Er macht sehr viel mit und steckt viel zurück, weil er versuchen will, Noah Zeit zu geben und ihn zu verstehen. Das ist wirklich eine sehr außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen den beiden und gerade deshalb so schön.

Zielgruppe:

Also es ist schon so eine Nummer für sich, dieses Buch. Wenn ihr jetzt ganz zart besaitet seid, dann lasst es vielleicht lieber sein. Aber wer sowas verkraften kann, muss es einfach lesen, weil es so toll gemacht ist.

Ich glaube, ich kündige und widme meine gesamte Freizeit meinem Blog. Ich dreh sogar auf Arbeit immer mehr am Rad. Ich hasse es, wenn ich eine Idee habe und sie nicht SOFORT umsetzen kann.
Jules :)