Mittwoch, 16. August 2017

Alles hat einmal ein Ende...

Meine Lieben!

Alles muss einmal ein Ende haben und deshalb schreibe ich heute diesen Post, auch wenn es mir sehr schwer fällt.
Ihr habt in den letzten Monaten gemerkt, dass es mir nicht mehr so gut ging mit dem Blog, dass es mehr Arbeit als Spaß wurde und ich allgemein ein wenig die Lust an dem Gay Romance Genre verloren habe.
Das alles ging natürlich nicht spurlos an mir vorbei und so habe ich mich entschlossen, den Blog hier größtenteils auf Eis zu legen.
Ich werde nicht ganz aufhören, das bringe ich nicht übers Herz, aber zumindest wird es keine regelmäßigen Posts mehr geben.
Wann immer ich etwas zu sagen habe, wann immer ich ein Buch in diesem Genre lesen werde, wird es auch eine Rezension geben, aber ich möchte mir selbst den Druck nehmen, weiterhin irgendwie eine klare Linie in den Blog zu bringen.
Vielleicht ist es mir so eher möglich, auch wieder mehr Freude am Lesen zu gewinnen. Und vielleicht profitiert ihr dann dadurch, dass ihr seltenere aber dafür bessere Blogposts vorgesetzt bekommt - ich könnte dann sogar in Ruhe an Themenwochen arbeiten, etc...
Seht es mir nach, es fällt mir selbst sehr schwer.

Danke an euch alle, dass ihr mich bis hierhin unterstützt habt!
Es wäre schön, wenn ihr mir auch die Treue haltet, wenn nicht mehr so oft etwas online geht, vielleicht könnt ihr mich ja ein wenig verstehen.

Alles Liebe,
Jules 

Samstag, 12. August 2017

Der Hundesitter (Gabrielle Queen) [Q]

Titel: Der Hundesitter
Autor: Gabriella Queen
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 31 Seiten
Beschreibung: Wegen einer Verletzung kann Tim seinen Hund nicht Gassi führen und braucht deshalb einen Hundesitter. Doch als Esra dann vor seinerr Tür steht, hat nicht nur sein Hund Interesse an dem Mann.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist an sich schon okay. Ich mag den Schreibstil sehr gerne, weil er ein wenig humoristisch gestaltet ist, allerdings nicht all zu sehr, als dass es mich nerven könnte. Und er ist schön und flüssig und auch sonst sehr angenehm zu lesen.
Die Story ist jetzt vielleicht nicht sonderlich ausführlich oder ausgeschmückt, aber dafür ist es eben auch eine Kurzgeschichte. Was ich daran mochte, war einfach der springende Punkt, dass man nicht zu viel Geschehen in wenig Seiten pressen musste und es daher sehr beschränkt hält. Schade daran ist allerdings, dass man da noch ein wenig mehr Hintergrundinfo hätte geben können – aber so, wie es ist, kann man es auch gut lassen, da gibt es ganz andere. Also nicht falsch verstehen, der Plot ist okay.
Auch okay sind die Sexszenen. Ich finde es ganz schön, dass da ein wenig Dogplay mit eingebaut ist, weil das etwas ist, dass man eher selten in Romane findet – selbst in BDSM-Romanen. Allerdings muss man auch sagen, dass die Sexszenen – gerade das Dogplay – jetzt nicht total ausführlich sind und es auch eher ein wenig ein Spaß ist, als jetzt ernst gemeintes Rollenspiel. Das ist einerseits okay, andererseits ein wenig schade… kommt wohl auch darauf an, was man so erwartet als Leser.
Ein bisschen fehlt mir das Gefühl und das Knistern zwischen den beiden. Allerdings wird auch nie groß von Liebe geredet, dafür ist es ja auch noch zu früh. Auf dieser Basis ist das dann schon okay und deshalb finde ich die Geschichte auch recht schön. Für Zwischendurch ist sie sicher geeignet und lässt sich besser lesen, als so viele andere Kurzgeschichten.

Samstag, 5. August 2017

Wie man die Sterne zählt (Diana Wintermeer)

Titel: Wie man die Sterne zählt
Autor: Diana Wintermeer
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 442 Seiten
Beschreibung: Einfach einen Rucksack schnappen und damit in die weite Natur Schwedens wandern, das ist Nathans Traum. Leider unmöglich auszuleben, so muss er sich doch um seine Familie kümmern.
Als er Arik kennenlernt, ist er sofort fasziniert von dem Jungen und plötztlich scheint auch sein großer Traum immer näher zu kommen. Zusammen mit Arik macht er sich auf den Weg in die Freiheit und zu sich selbst.

Meine Meinung:

Bei diesem Buch weiß ich einfach nicht so genau, was ich davon halten soll. Natürlich fand ich es gut, keine Frage. Ich glaube, ein Buch von Diana Wintermeer, das mir nicht gefallen könnte, wird es niemals geben. Aber dennoch hat mir dieses nicht so gut gefallen, wie die anderen Bücher zuvor. Nur warum?
Ich glaube, es liegt daran, dass es doch ein sehr ruhiges Buch ist. Es geht sehr viel einfach um die Wanderung an sich und darum, wie sich die beiden Protagonisten annähern – und das ist auch wirklich toll umgesetzt. Man erkennt sofort, dass zwischen Ihnen eine Anziehung herrscht, kann mitverfolgen, wie sich dies langsam aufbaut und zu Liebe wird. Und auch das Wandern ist gut geschildert. Ich war erst in Schweden und zuvor habe ich dieses Buch gelesen und nun kann ich bestätigen, wie traumhaft es dort ist. Und irgendwie hat das Buch dann noch mal richtig meine Lust auf Schweden und auf Wandern geweckt. Ich mag auch dieses Szenario, der Welt einfach zu entfliehen. Das ist eine ganz neue Freiheit und man spürt beim Lesen richtig diese Freiheit.
Aber, wie schon gesagt, der Plot ist sonst eher ruhig, es passiert nichts dramatisches, außer einmal zum Ende hin. Ich will nicht sagen, dass ich großes Drama vermisse, ich finde, es muss auch ruhigere Bücher geben. Ich glaube auch, mit mehr Drama wäre das Buch schon wieder umglaubwürdig gewesen, deswegen ist es so schon okay. Aber doch ist es so, dass man lange nicht weiß, worauf das Buch hinaus will, weil man zunächst mit mehr Story rechnet. Wenn man sich dann damit abgefunden hat, dass da nicht viel mehr kommt, ist es auch schön, aber irgendwie auch schade.
Aber keine Angst, an findet trotzdem in die Geschichte und kann sich einfach in diese verträumte Kulisse fallen lassen.
Was ich wirklich ganz grandios fand, waren die Sexszenen oder auch generell die leichten sexuellen Andeutungen, die ab und an in dem Buch auftauchen. Das ist wirklich sehr erotisch und ich fand es auch richtig toll beschrieben.
Generell ist es wieder ein ganz wunderbarer Schreibstil mit einer schönen Wortwahl. Und man muss auch sagen, dass die Gefühle und Sehnsüchte der beiden Männer wirklich gut dargestellt werden. Man weiß sofort, wo das Problem der beiden liegt, das finde ich schön.
Auch schön finde ich, dass das Thema Gehörlosigkeit aufgegriffen und zudem noch gut umgesetzt wird. Ich mag so was, das wisst ihr und hier war es schön gemacht. Immer allgegenwärtig, nie zu nervig oder zu sehr im Mittelpunkt… also wirklich super gemacht.
Vielleicht jetzt nicht mein absoluter Favorit von Diana Wintermeer, aber wirklich lesenswert, da sehr gelungen.
Und im Übrigen liebe ich den Titel total. :D

Samstag, 29. Juli 2017

Leon & Mick: 24/7 (Simon Rhy Beck)

Titel: Leon & Mick: 24/7
Autor: Simon Rhys Beck
Verlag: dead soft Verlag
Seitenzahl:3 69 Seiten
Beschreibung: Mick betreibt zusammen mit einem Kumpel ein Tierasyl und benötigt dafür Geld. Als er auf den reichen Leon trifft, scheint er eine geeignete Geldquelle gefunden zu haben und er trifft mit diesem eine pikante Abmachung, mit der das Tierasyl gerettet scheint.

Meine Meinung:


Ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie bin ich mit diesem Buch einfach nicht richtig warm geworden. Man kann nicht mal sagen, dass es nicht schön geschrieben ist, denn das ist es. Es ist flüssig zu lesen, es hat einen gewissen Witz in seiner Erzählung und eine schöne, abwechslungsreiche Wortwahl. Also unterm Strich einen super Stil. Aber dennoch konnte es mich nicht so ganz überzeugen.
Das liegt zum einen an der Story. Ich finde sie irgendwie ganz süß und ein bisschen, ist es auch mal etwas anderes – zugegeben, es gibt genug solcher Geschichten, in denen irgendwer jemand anderen zur Verfügung stehen muss, weil er Geld braucht, etc. Aber das mit den Tieren ist neu und echt putzig. Ich habe mich gefreut, dass es abwechslungsreicher gestaltet war, wenn auch ich die ganze Geschichte dennoch weit hergeholt finde.
Vielleicht liegt es daran, daran und an Micks treudoofer Art, die mich irgendwie mit der Zeit ein wenig genervt hat… Es ging mir auch teilweise einfach zu schnell und das mag ich einfach gar nicht. Ihr wisst ja… bei mir muss es sich alles ein wenig ausführlicher entwickeln und ich hatte eigentlich auch gehofft, dass es bei so vielen Seiten der Fall sein wird – aber Pustekuchen. Auch gibt es wieder den einen oder anderen „Zufall“, so was nervt einfach. Fällt denn niemanden mal was Besseres ein?
Dafür habe ich sehr gemocht, dass es kein übermäßiges Drama gab. Wenn mal ein Problem war, wurde es irgendwann gelöst und gut. Kein endloses Gejammer, etc.
Und auch die Sexszenen haben mir gut gefallen. Sehr ausführlich, sehr kreativ und mit BDSM gespickt , genau so, wie ich es mir erhofft hatte. Vielleicht kommt hauptsächlich „harmloses“ BDSM darin vor, aber das finde ich okay, weil die Geschichte auch viel Story bietet. Vielleicht ist es ein wenig eine ulkige Story, aber das macht ja nichts. Und ich mag einfach, dass man hier langsam an den BDSM rangeht und dass es auch wirklich gut geschildert ist. Ich denke, gerade, wenn man sonst nicht viel mit BDSM am Hut hat, kann man sich hier schön rein finden.
Und ich glaube, so kann man es generell sagen: für mich war es vielleicht nicht ganz so das perfekte Buch, aber ich glaube, dass es vielen von euch gefallen wird und ich schätze mal, dass auch Leute, die mit BDSM eher nicht so viel anfangen können, hier nicht enttäuscht werden, weil die Geschichte schon ganz süß gemacht ist. Probiert es ruhig mal aus, schaden kann es nicht.
Ach und lasst euch nicht in die Irre führen. Ich weiß nicht, warum das Buch „24/7“ heißt, aber damit hat es nichts zu tun.

Mittwoch, 26. Juli 2017

Question&Answer: BDSM [K]

Hi ihr Lieben!

Eine liebe Leserin, die gute Cordi, hat mich auf die Idee gebraucht, ein Q&A zum Thema BDSM zu machen. Ich habe ihr schon mehrmals erzählt, dass sich einige Leute mit Fragen an mich gewandt haben und als ich dann gefragt habe, was man denn noch so in der BDSM-Themenwoche bringen könnte, kam von ihr die Idee, euch nach euren Fragen zu fragen.
Das habe ich getan und einige von euch haben sich auch getraut, etwas dazu beizusteuern. Hier nun also meine Antworten:

Ist das Nutzen eines Safewords ein Zeichen von Schwäche?
Nein, ich denke nicht, dass man das so sehen kann. Wenn man etwas nicht möchte, dann muss man das gerade im BDSM auch klar und deutlich sagen, ansonsten macht es ja auch keinen Spaß mehr und ist im Prinzip Misshandlung. Der große Unterschied dazu ist ja, dass im BDSM alles freiwillig ist – was wäre es dann, wenn der/die Sub einfach alles erträgt, obwohl er/sie es gar nicht will?
Natürlich kann es sein, dass mit dem Nutzen eins Safewords auch erstmal ein wenig Enttäuscht aufkommt. Aber ich glaube, ein guter Dom ist dann nicht enttäuscht vom Sub, wenn dieser abbricht, sondern eher von sich selbst. Immerhin ist es nach wie vor die wichtigste Aufgabe des Doms, darauf zu achten, dass es Sub gut geht. Hat man nicht gemerkt, dass der andere Part nicht mehr so viel Spaß an der Sache hat, dann war man wohl nicht aufmerksam genug und das ärgert einen dann wohl mehr, als der eigentliche Abbruch.
Letztlich kennt man ja auch die Grenzen des Subs im Vorfeld. Man weiß ja, was derjenige mag und nicht mag und solange man sich in diesem Rahmen bewegt, ist ein Safeword ja eigentlich auch nicht nötig.
Viele benutzen ja auch mehrere, so dass ein Safeword nicht zum sofortigen Abbruch führt, sondern erstmal nur „langsamer“ oder „weniger“ bedeutet.
Ich denke, gerade dadurch muss man sich auch als Sub keine Gedanken machen, es zu nutzen. Ich finde nicht, dass es ein Zeichen von Schwäche ist, es zu benutzen. Ich meine, es mag sein, dass es manche gibt, die ständig damit um sich werfen, weil sie nichts verkraften und das halte ich nicht unbedingt für richtig. Es ist nicht verkehrt, auch mal an seine Grenzen oder ein wenig darüber hinaus zu gehen. Allerdings in einem gesunden Rahmen. Und da dieser Rahmen für jeden anders aussieht, muss auch jeder selbst wissen, wann er das Wort verwendet. Aber solange man es letztlich im besten Wissen verwendet, braucht man sich danach nicht Gedanken machen.
Es ist auch falsch, wenn dem Sub dann vermittelt wird, er wäre nicht stark oder gut genug. Aber ich glaube auch nicht, dann ein verantwortungsvoller Dom das tun würde. Letztlich geht es ja nicht darum, Stark zu sein, sondern darum, Spaß zu haben und sich fallen lassen zu können.
Und es ist auch nicht gut, sich als Sub dann darüber Gedanken zu machen, ob man dann seinen Dom enttäuscht. Wie gesagt, ein guter Dom sollte höchstens von sich selbst enttäuscht sein und auch das nicht allzu sehr. Wir sind doch alle nur Menschen und machen nun einmal Fehler. Sowas passiert und statt sich dann Gedanken zu machen, sollte man einfach miteinander reden. Das sollte man eh. Und mit genügend Kommunikation wird es dann vielleicht auch nicht mehr so schnell zur Nutzung des Wortes kommen. Gerade wenn man nämlich auch schon länger miteinander spielt und sich gut kennt, ist die Verwendung eines Wortes sehr selten.
Manche Paare spielen sogar ohne, weil sie sich einfach genug vertrauen und wissen, wie weit sie gehen können. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Aber wer schon ein Safeword ausmacht, sollte keine Scheu haben, es im Zweifelsfall auch zu nutzen.

Sind BDSM-Romane denn wirklich authentisch?
Ganz ehrlich? Nein! Die meisten Romane sind das nicht, aber das ist wohl auch in Ordnung, immerhin sind es Romane. Welcher Roman ist schon immer komplett realistisch?
Ich meine, es gibt schon Bücher, die halbwegs der Realität angepasst sind. Die auch mal simple Probleme in einer (BDSM-)Partnerschaft ansprechen oder Sexflauten, weil auch bei kinky Sex vielleicht irgendwann mal die Lust vergangen ist.
Aber die meisten Bücher schildern BDSM-Beziehungen als perfekt. Es gibt wahnsinnig abwechslungsreiche Sexszenen und meistens ist es auch total in den Alltag integriert.
Aber eigentlich ist das nicht immer so. Auch BDSM-Sex wiederholt sich mal, weil keinem mehr was Neues einfällt. Und manchmal ist der Alltag auch einfach zu sehr im Weg, um wirklich irgendwelche Sessions abhalten zu können.
Es gibt Paare, die haben Kinder. Da geht das eben nicht immer.
Andere haben viel Stress auf Arbeit und halten dann keine Session ab, bevor noch die Kontrolle verloren geht…
Und auch wenn sicherlich einige ihre D/s-Beziehung mit in den Alltag nehmen, so sind auch viele Paare im Alltag einfach ganz „normal“, also gleichgestellt und auch mal unzufrieden oder streitig. Dieses ganze 24/7, dass in den Büchern so häufig der Fall ist, dass leben wirklich wenig Paare aus, entweder weil es anders nicht geht oder weil sie es auch einfach nicht anders wollen.
Auch sonst sind BDSM-Romane immer sehr ausgeschmückt. Nicht häufig ist ein Dom reich und hat ein wahnsinnig ausgestattetes Spielzimmer mit allerlei Schnickschnack. Die Wahrheit ist: Toys und gerade richtige BDSM-Einrichtung sind sehr teuer und nicht jeder hat Geld und Platz, sich ein Andreaskreuz ins Schlafzimmer zu stellen. Oder in den Keller. Wir haben z.B. nicht mal einen richtigen Keller.
Und auch nicht jeder Dom ist reich. Es mag sein, dass manche relativ erfolgreich in ihrem Job sind, weil sie einfach von Natur aus eine durchsetzungsfähige, starke Persönlichkeit haben. Aber andere können auch nur im Schlafzimmer richtig aus sicher heraus. Also ist auch das eher ein Mittel der Autoren, es sich möglichst einfach zu machen.
Ach ja, das wichtigste von allen: Nicht jeder Sub ist ein naiver, unselbstständiger, mimosenhafter Trottel. Es ist wirklich schlimm, wenn in Büchern Subs als hilflos und wenig lebensfähig hingestellt werden, nur damit es sehr süß ist, wenn der Dom sich dann dem Sub richtig annimmt.
Es ist eben, wie es immer ist: Klischees werden gerne in Romanen ausgelebt, auch, weil es einfach ist, als etwas Strukturierteres zu Papier zu bringen und wenn man es liest, dann erfreut es einen vielleicht, weil man einfach nur ein Buch lesen will und keinen Erfahrungsbericht – aber letztlich sollte man es sich doch vor Augen führen: Ein Buch ist ein Buch und nicht alles, was darin steht, kann man glauben.

Wie funktionieren komplexe 24/7-Beziehungen?
Glaubt mir, das ist eine echt schwierige Frage, die auch ich vielleicht nicht ausreichend beantworten kann. Es ist schon mal eine ziemlich große Entscheidung, wenn beide Partner damit zurecht kommen, ihre Rollen ständig, jeden Tag die Woche aufrecht zu halten. Denn das ist schwer. Auch ein Dom knickt mal ein und auch ein Sub hat mal einen Wutausbruch. Aber ich denke, man muss sich da auch ein wenig von der Vorstellung distanzieren, dass dann immerzu alles nur auf dieser D/s-Basis abläuft. Das geht einfach nicht. Man hat auch Alltag und muss auch als Paar mal „normal“ miteinander umgehen. Und auch hier muss es Safewords geben, die einen notfalls das ganze mal abbrechen und in „normaler“ Beziehung klären lassen können. Ansonsten wird es wirklich ungerecht, denn man darf einen Sub nicht in soweit dominieren, dass er nur doch auf das Sub-Dasein reduziert wird. Das ist ungesund und auch nicht richtig.
Wie das dann funktioniert? Man kann natürlich aus alltäglichen Dingen kleine Gründe für eine Strafe machen. Z.B. wenn Sub das Essen versalzen hat. Wenn man Befriedigung darin findet, dass Spiel so weit zu treiben, dann ist das auch nicht ungerecht oder sinnlos, sondern einfach eine Art, das Spiel in den Alltag zu integrieren. Und wenn es jemanden dann anmacht, wegen versalzenen Essen bestraft zu werden, dann ist so ein kleines Spanking auch nicht verkehrt.
Aber natürlich ist das ein Extrem, dass man nicht nachvollziehen kann, wenn man nicht in dieser Szene aktiv ist und vielleicht auch nicht, wenn man es ist. Aber ich kann den Reiz dahinter schon irgendwie nachvollziehen. Solch kleine Dinge sorgen dann doch mal für ein kurzes erotisches Prickeln, was den Alltag sicher auch verschönern kann.
Vielleicht mag das von Außen ein wenig Hart wirken. Vielleicht hat man auch als Außenstehender das Gefühl, dass so was recht herz- oder gar lieblos ist. Aber dem ist nicht so. Man darf es nicht so sehen, dass der Dom ein Arsch ist, der den Sub straft, weil er zu blöd zum salzen ist. Eher ist es so, dass er dem Sub gibt, was dieser sich wünscht. Und das ist Liebe, jemand zu geben, was dieser will/braucht. Naja, und wenn man dann selbst noch was davon hat… ;D
Ich glaube, es mag auch ein Problem sein, dass in Büchern sehr oft 24/7 geschildert wird, weil es auch reizvoll ist und mal etwas anderes als eine langweilig Session. Aber man kann da auch nicht alles so ernst nehmen… Ich schätze, in den meisten Fällen lässt sich 24/7 nicht richtig realisieren und wenn, dann auch nicht zwingend so, wie in Büchern dargestellt.
Und ich glaube, man bewegt sich da auch scharf an der Grenze zum Ungesunden. Übertrieben ausgeführt, kann es gut sein, dass man einen Sub damit wirklich psychisch kaputt macht. Oder den Respekt verliert. Aber das ist wieder etwas anderes und entsteht sicher nicht durch ein kleines Spanking wegen versalzenem Essen. Was ich damit nur sagen will: Es geht sicher auch 24/7 gut, aber dann mit Maß und Ziel. Wer das für sich möchte, der wird das auch für beide Parteien gut umsetzen können. Und alle anderen begnügen sich sicher auch mit weniger.

Wie kann man sicher sein, dass z.B. in einem Club die Grenzen des Subs eingehalten werden?
Nun ja, wenn man jetzt ganz ehrlich antworten möchte, dann ist die einzig richtige Antwort: Sicher sein kann man sicher nie! Man kann immer, immer, immer an einen Idioten geraten, der keine Verantwortung besitzt und dem es nur um seinen eigenen Spaß geht. Aber generell ist es ins Clubs schon durchaus so, dass man die Grenzen eines Subs akzeptiert. Ich habe es ja schon gesagt, ein Safeword zu übergehen, wäre Misshandlung/Vergewaltigung. Damit macht man sich also strafbar, weil dann der einvernehmliche Teil wegfällt. Also wird viele schon das bloße Gesetzt davon abhalten, so etwas zu tun. Vor allem, wenn sie in der Öffentlichkeit spielen. Und das bietet der Club ja auch: Schutz durch Öffentlichkeit.
Gerade in Clubs achtet man natürlich schon darauf, dass alle Gäste nach den Regeln spielen und wer sich nicht daran hält, riskiert Hausverbot. Oft sind solche Clubs auch recht exklusiv. Zumindest gehen da ja meist die gleichen Menschen hin, man kennt sich untereinander. Das ist zum einen leichter für einen Sub, aufgrund des guten Rufs eines Doms zu agieren, aber es ist auch so ein Stück Sicherheit: wenn jeder jeden kennt, geht es ja auch um das eigene Ansehen. Man will ja nicht negativ auffallen. Und notfalls sind ja genug Leute da, die eingreifen können, wenn sie das Gefühl haben, irgendetwas läuft falsch.
Außerdem werden Doms, die normal ticken, ihre Lust auch dadurch gewinnen, dass sie ihrem Sub Lust bereiten – und das funktioniert nicht, wenn sie sich über dessen Regeln hinwegsetzen.
Voraussetzung ist deshalb ganz klar: Kommunikation. Wenn man sich fremd ist, ist es wichtig, vorher miteinander zu reden. Wer da schon nicht konkret nachfragt, der hat auch kein Ehrgefühl und kein Verantwortungsbewusstsein – mit so jemanden braucht man sich dann schon gar nicht einlassen.
Und die goldene Regel gilt hier genauso wie überall: am besten im Club spielen und mit niemanden nach Hause gehen. Dann kann so viel gar nicht passieren und dann fällt es einem als Sub sicher auch nicht schwer, sich in fremde Hände zu begeben.
Hinzu kommt ja noch, dass es immer einen gewissen Nervenkitzel bereithält, mit jemand fremdes zu spielen – und für viele ist genau das ja der Reiz. Ähnlich, wie viele es ja auch gut finden, in einem „normalen“ Club einen Quickie im Darkroom abzuhalten.

Wie ist es möglich, jemandem dermaßen zu vertrauen?
Das kann ich wohl gar nicht wirklich beantworten. Es kommt wohl einfach auf einen selbst an. In dem Moment will man ja vertrauen, weil man ja Lustgewinn zum Ziel hat – und das geht eben nur mit einem gewissen Grad an Vertrauen. Sonst kann man sich ja nicht fallen lassen und dann funktioniert das Spiel einfach nicht. Das heißt, man öffnet sich ja innerlich dafür – würde man innerlich blockieren, würde es nicht funktionieren.
Natürlich gibt es Leute, die von Natur aus sehr misstrauisch sind. Dann ist es schwierig, in dem Moment loszulassen. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie diese es dann überwinden, um in dem Moment ganz Sub sein zu können.
Vielleicht ist es auch oft ein wenig „learning by doing“. Wenn man einem Dom anfangs nicht vertraut, dann aber merkt, dass bei ganz harmlosen Sachen definitiv Sicherheit gegeben ist, wird man leichter mit dieser Person auch einen Schritt weiter gehen können. Und dann noch einen und noch einen und…
Trotzdem ist Fakt: Man muss sich darauf einlassen. Wo ein Wille ist, findet sich dann schon ein Weg.
Viel liegt auch am Dom. Ich sage es immer wieder: Kommunikation ist alles. Man muss sicher nichts zerreden. Aber ein kurzes Nachfragen hat noch keinem geschadet und zeigt dem Sub: Du bist in guten Händen, ich kümmere mich.
Ich glaube, da spielt einfach sehr viel zusammen, aber letztlich kann ich da nicht für jeden sprechen. Manche vertrauen ja auch fremden Menschen. Ich könnte das nicht. Aber ich habe genug Vertrauen in meinen Partner. Manche haben auch das nicht, okay. Aber daran sieht man ja schon, dass das eine ganz individuelle Geschichte ist.
Aber letztlich schätze ich, wenn man wirklich im tiefsten Inneren diese „Gelüste“ hat, dann findet man einen Weg, genug zu vertrauen, um sich selbst damit etwas Gutes zu tun.

Wie kann es sein, dass sich ein selbstbewusster Mann so unterordnet?
Nun, wie soll ich das beantworten? Ist es denn verkehrt, wenn man mit beidem Füßen fest auf dem Boden steht, aber sich beim Sex mal so richtig gehen lässt? Es gibt viele Männer (Und auch Frauen! Ich weiß, wir reden hier die ganze Zeit von Männern, aber es gibt auch starke Frauen, die Subs sind. Das soll ja nicht unerwähnt bleiben!), die das einfach als Ausgleich brauchen. Oft trifft das Klischee zu, dass Männer/Frauen in Führungspositionen sich in ihrer Freizeit den Hintern versohlen lassen, weil sie das einfach als Ausgleich zu ihrem verantwortungsvollen Job brauchen – damit auch sie mal die Zügel aus der Hand geben können.
Ich meine, es ist doch auch so: egal wie stark man ist, jeder muss auch mal schwach sein dürfen. Egal wie selbstsicher man ist, es gibt doch nichts schöneres, als sich auch mal einfach an eine starke Schulter lehnen zu können.
Aber auch sonst… es gibt doch keinerlei Widerspruch dazu, ein selbstbewusster Mensch zu sein und sich im Bett als Sub unterzuordnen. Genauso wie es im Umkehrschluss ja auch sein kann, dass man sonst eher still ist, aber im Bett gerne den Ton angibt…
Ich glaube auch nicht, dass man das als Gegenteil sehen sollte. Ein Mensch ist doch unglaublich vielseitig und keiner kann immer nur Stark sein.
Wobei ich eines auch immer wieder sagen muss: Als Sub muss man stark sein! Viele denken immer, ein Sub tut nichts, lässt sich lenken und dominieren – aber so einfach ist das nicht. Es ist viel komplexer. Ein Sub braucht Mut, sich jemanden zu unterwerfen. Und Willensstärke, etwas auszuhalten, um seinem Dom Freude zu bereiten. (und sich selbst) Ein Sub zeigt Seiten an sich, die er sicher nicht jedem unter die Nase reiben möchte, er offenbart sich auf eine Art und Weise an den Dom, die sehr intim ist. Es zeugt von Stärke, wenn man so sein kann, wie man im Inneren ist. Es zeugt von Stärke, seine Gefühle einfach nach draußen zu lassen. Es zeugt von Stärke, einfach nur Mensch zu sein und nicht Chef oder Vater oder Ehemann oder meinetwegen auch Briefträger.
Es ist kein Widerspruch, als Sub selbstbewusst zu sein. Im Gegenteil. Ich kenne niemanden, der selbstbewusster ist, als ein Sub in dem Moment, in dem er einfach nur er selbst ist.

Wann ist die Grenze zur Demütigung erreicht?
Auch das ist wieder eine ganz individuelle Geschichte, weil für jeden anders. Für manche ist es vermutlich schon peinlich genug, wenn sie beim Spiel nackt sind und der Dom voll bekleidet. Andere fühlen sich dann noch lange nicht entblößt und müssen erst beleidigt oder angepinkelt oder was weiß ich werden, um wirkliche Demütigung zu erfahren.
Was einen letztlich den gewünschten Effekt bringt, muss jeder für sich selbst herausfinden bzw. muss wahrscheinlich eher der Dom herausfinden, wie er seinen Sub ein wenig in Verlegenheit bringen kann.
Und letztlich ist es auch nicht immer für jeden erregend, gedemütigt zu werden. Manche empfinden daraus gar keine Lust, sondern stehen mehr auf Schmerzen oder Fesselung. Also beginnt es ja nicht erst bei der Frage, wann die Grenze zur Demütigung erreicht ist, sondern schon dabei, ob es den Sub überhaupt Lust verschafft, gedemütigt zu werden.
Aber wie gesagt – ganz generell, nicht nur auf Demütigung begrenzt – ist es wirklich eine ganz individuelle Geschichte, wann jemand befriedigt ist.
Ganz egal aber, um was jetzt geht, ist wohl eines klar: Es wird sicherlich keine konkrete Grenzen geben, bei der man sagt: So, jetzt ist der Punkt erreicht! Bei jedem braucht es mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger… und oft kann es auch ganz spannend sein, ein klitzekleines bisschen über seine Grenzen hinaus zu gehen… Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte…
Sorry, wenn ich hier nicht konkret antworten kann, aber mehr kann ich dazu echt nicht sagen.

Samstag, 22. Juli 2017

Grenzen 2 (Gabriella Queen) [Q]

Titel: Grenzen 2
Autor: Gabriella Queen
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 30 Seiten
Beschreibung: Julians Leben könnte perfekt sein, guter Job, tolle Freundin. Aber in Wahrheit sehnt er sich nach etwas ganz anderem und als sein Chef ihn auf Arbeit dabei erwischt, wie er sich einen schwulen BDSM-Porno ansieht, nimmt das Chaos seinen Lauf. Denn plötzlich wird ihm ein Angebot gemacht, dass alles verändern kann.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist Teil 2 einer Reihe und man muss Teil 1 kennen, um es lesen zu könne. Sonst kommt man vielleicht nicht in die Story. Es geht danach auch noch weiter.
Ehrlich gesagt stört es mich ein bisschen, dass die Story als lauter kleine Kurzgeschichtenteile veröffentlicht wird, ich hätte es lieber gehabt, wenn man ein richtiges Buch herausgebracht hätte. Potential dazu haben die Geschichten allemal, sie sind nämlich richtig gut. So kommt es mir leider so vor, als würde man jedes Kapitel einzeln hochladen und dafür ordentlich kassieren. Muss doch echt nicht sein, so was finde ich echt nicht gut. Außerdem ist es natürlich blöd, dadurch das es nahtlos an Teil 1 anschließt, man aber jetzt auf Teil 3 warten muss, kommt man schnell wieder aus der Geschichte heraus.
Diesmal gibt es eine erste richtige Sexszene, die wahnsinnig ausführlich und gut beschrieben wird. Die ganze Zeit ist erkennbar, dass es sich um verantwortungsvollen BDSM handelt, welcher richtig, richtig, richtig gut dargestellt wird.
Auch sonst überzeugt die Story wieder mit einem guten Stil, ein wenig Humor und einem schönen Drumrum. Es kommt immer mal wieder auch einfach nur der Alltag zur Sprache und auch Gedanken und Sorgen.
Man merkt auch, wie sich die Beiden langsam annähern und Vertrauen aufbauen, weil es einfach schön nachvollziehbar geschildert ist.
Eine klare Leseempfehlung, trotz meiner Kritik, was diese Veröffentlichungsstrategie betrifft.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Kann sich ein Sub in seinem Dom verlieren? [K]

Anlass für diese Kolumne war eine Frage einer Leserin, die mich ehrlich gesagt ziemlich erschrocken hat. Da ihre Auffassung aber leider etwas ist, dass Unwissende öfters einmal verwechseln, dachte ich, gehe ich mal näher darauf ein.
Dieser Meinung nach setzt sich BDSM mit Selbstaufgabe gleiche. Heißt, man glaubt, dass der Sub eine schwache Persönlichkeit haben muss und sich deshalb rumschubsen lässt. Jetzt jemand anderem zu dienen, bedeutet damit, seine eigene Persönlichkeit abzustreifen und nur noch auf Befehl von jemand anderen zu leben.
Selbstverständlich ist das Blödsinn. Um Gottes Willen, Leute, das ist einfach komplett das Gegenteil von dem, was BDSM eigentlich darstellt.
Man kann nicht davon ausgehen, dass sich ein Sub selbst aufgibt, wenn er sich seinem Dom hingibt. Das sagt ja schon das Wort. Hingabe ist nicht Aufgabe! Und tatsächlich hat der Sub ja auch einfach dem Drang, den Befehlen des Dom zu gehorchen und damit erfüllt er sich ja selbst den Wunsch des Gehorsam. Heißt, er tut es ja nicht, weil er unterbuttert wird, sondern weil er es selbst will.
Dies wiederum bedeutet, dass ein Sub auf gar keinen Fall eine schwache Persönlichkeit hat. Im Gegenteil, es gehört sehr viel Mut – und natürlich auch Vertrauen – dazu, sich jemand anderem so auszuliefern. Jemand, der schwach im Willen ist, der wird tatsächlich geführt, aber nur, wer stark im Willen ist, lässt sich führen. Versteht ihr jetzt vermutlich nicht, oder? Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Man darf einfach nicht davon ausgehen, dass der Sub passiv ist. Er lässt es nicht einfach geschehen, dass mit ihm gemacht wird, was jemand anderes möchte, sondern er erlaubt es. Dafür gibt es ja auch das Safeword. Am Ende entscheidet immer noch der Sub, nach welchen Regeln gespielt wird. Damit hat er eigentlich die Kontrolle. Und deshalb gibt er sich nicht selbst auf, sondern hat in gewisser Weise sogar die Zügel in der Hand.
Ich kann schon verstehen, dass es nach Außen hin leicht so aussieht, als würde man als Sub wirklich seine eigene Persönlichkeit opfern und nur noch dienen, aber in den meisten Beziehungen bezieht sich BDSM ja meist nur auf Sex oder gewisse Dominanzspiele im Alltag… nichts, was jetzt dauerhaft Bestand hat. Das heißt, außerhalb des Spiels hat der Sub ja noch immer seine eigene Persönlichkeit und auch während des Spiels legt er diese ja nicht komplett ab. Im Gegenteil, das Wesen eines Menschen kann man ja nicht mal eben über den Haufen werfen. Natürlich kann es sein, dass man gewisse Bereiche für ein Spiel unterdrückt, andererseits wird das Spiel ja auch erst dadurch spannend, dass die Persönlichkeit eben trotzdem da ist. Würde ein Sub immer nur brav gehorchen, wo bliebe dann der Spaß?
Heißt, jemandes Persönlichkeit zu nehmen, könnte man nur schaffen, in dem man ihn bricht und dies wiederum ist Misshandlung und kein BDSM. Und das BDSM keine Misshandlung darstellt, ist ja wohl klar.
Wo die Grenzen teilweise verschwimmen, ist bei Spielen, die wirklich 24/7 sind. Ich denke, da kann es durchaus auch mal passieren, dass es ins ungesunde abrutscht, aber auch hier wird so was in den meisten Fällen nicht passieren. Solange der Sub auch hier ein Safeword hat und in der Lage ist, eigene Entscheidungen zu treffen, ist auch alles in Ordnung.
Im Übrigen muss ich das jetzt einfach auch mal sagen: Ein guter Dom wird immer das Beste für seinen Sub wollen und dazu gehört nun mal auch, diesem Entscheidungen zu überlassen und ihm einfach in seinem Vorhaben zu unterstützen. Kein guter Dom hat das Ziel, seinen Sub zu brechen und gefügig zu machen, sondern er wird ihn immer als eigenes Individuum sehen, dass es durchaus zu beherrschen aber auch zu fördern gilt.
Auch ist es ja so, dass eine BDSM-Beziehung oft auch eine Liebesbeziehung mit sich führt – und selbst, wenn es nur um Sex geht, gibt es da sehr viel Wertschätzung zwischen den Parteien. Niemand würde doch jemanden, der ihm wahnsinnig wichtig ist, Schaden zufügen wollen. Im Gegenteil. Von daher würde ja nie jemand wollen, dass sich der andere selbst aufgibt. Also: Totaler Blödsinn. Diese Denkweise bitte aus dem Gehirn streichen, okay? Fein!
Jules :)

Samstag, 15. Juli 2017

Grenzen 1 (Gabriella Queen) [Q]

Titel: Grenzen 1
Autor: Gabriella Queen
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 26 Seiten
Beschreibung: Julians Leben könnte perfekt sein, guter Job, tolle Freundin. Aber in Wahrheit sehnt er sich nach etwas ganz anderem und als sein Chef ihn auf Arbeit dabei erwischt, wie er sich einen schwulen BDSM-Porno ansieht, nimmt das Chaos seinen Lauf. Denn plötzlich wird ihm ein Angebot gemacht, dass alles verändern kann.

Meine Meinung:

Diese Kurzgeschichte ist der erste Teil einer Reihe, die auch zusammenhängend gelesen werden muss.
In diesem ersten Teil passiert noch nicht sehr viel, auch nicht, was den BDSM angeht. Der Protagonist ist selbst noch unerfahren und muss erstmal in die komplexen Regeln eingeführt werden. Ich finde es super, dass dies ins Buch mit eingebaut wird und ich finde auch die Umsetzung klasse. Dadurch bekommt man nämlich auch als unerfahrener Leser einen guten Überblick und versteht as Thema besser.
Es gibt noch keine richtig Sexszene, allerdings ist das bisschen, was man vorgesetzt bekommt, schon wahnsinnig erotisch und macht total viel Lust auf mehr.
Auch sonst ist die Geschichte gut gestaltet, es gibt eine schöne Story drum herum, dreht sich also nicht nur um Sex. Gefühle und Gedanken der Protagonisten werden super vermittelt, so dass man sich in die Charaktere und die Story fallen lassen kann. Auch sonst ist der Stil wirklich schön, teilweise mit einem gewissen Witz, aber an passender Stelle auch mal etwas ernster – gefällt mir wirklich gut.
Wie gesagt, es ist ein Mehrteiler und dadurch gibt es am Ende auch einen Cliffhanger, also nur lesen, wenn ihr Lust auf die ganze Reihe habt. Bei der geringen Seitenzahl ist es aber sicher eine Überlegung wert, ich fand es jedenfalls schon mal großartig und freue mich auf Teil 2.

Mittwoch, 12. Juli 2017

Das kleine BDSM-ABC [K]

Huhu!

Weil einige von euch es sich gewünscht haben, habe ich heute eine kleine ABC-Liste mit den gängigsten BDSM-Begriffen für euch vorbereitet. Ich hoffe, das kleine „Lexikon“ kann euch das eine oder andere Wort näher bringen.

ALLES WAS IHR HIER LEST GESCHIEHT AUF FREIWILLIGER BASIS UND MUSS SEHR SORGFÄLTIG UND VORSICHTIG AUSGEÜBT WERDEN!
FALSH AUSGEFÜHRT, IST ALLES HIER GEFÄHRLICH UND IHR SOLLTET ES NUR NACHMACHEN, WENN IHR EUCH DAMIT AUSKENNT!
ALLGEMEIN GILT: JEDER MENSCH HAT ANDERE VORLIEBEN UND FETISCHE, VON DENEN ICH NICHT WILL, DASS SIE AUF MEINEM BLOG VERURTEILT WEREN!

A
Abbinden: Hierbei werden Körperteile abgebunden, um sie z.B. schmerzempfindlicher zu machen. Das Tragen eines „Cockrings“ verzögert zudem einen Orgasmus
Ampelcode: Eine gängige Methode, die als „Safeword“ angewendet wird. Grün bedeutet, alles ist in Ordnung, Gelb bedeutet langsamer machen und Rot bedeutet Stopp
Angstspiele: Spiele bei denen man gezielt mit den Ängsten des Sub spielt. Folglich können sie sehr unterschiedlich ausfallen, da ja jeder vor etwas anderem Angst hat. Das kann von einfacher Androhung von Strafen bis hin zum Spiel mit Ängsten wie Höhe oder Enge alles sein
Atemkontrolle: Hierbei erschwert oder unterbricht der Dom kurzzeitig die Atmung des Subs. Entweder mit Toys, den bloßen Händen oder z.B. auch durch den „Deep Throat“ beim Blasen
Augenbinde: Ein einfaches Hilfsmittel um den Sub die Sicht zu nehmen und so sensibler zu machen
Absturz: Emotionaler Absturz der während oder nach einem Spiel auftreten kann, weil es zu heftig war oder der Dom bzw. Sub aus anderen Gründen einfach emotional aufgewühlt ist. Deshalb ist die „Nachsorge“ auch so wichtig
Anal: Ist klar, beim Analsex wird der Penis in den After eingeführt
Andreaskreuz: Ein großes Holz-X, an welches der Sub gebunden werden kann

B
Bastonade: Dabei wird die Fußsohle gereizt, meist durch Schläge – ihr könnt euch die Stärke der Schmerzen vorstellen
BDSM: (=Bondage, Dominance, Submission, Sadism, Masochism) Überbegriff für alle Spiele, die mit Bondage, Machtgefälle und Schmerz zu tun haben
Beißen: Bisse werden zur Stimulation oder Bestrafung eingesetzt
Bestrafung: Wenn ein Sub nicht seine Anweisungen befolgt, kann der Dom ihn „bestrafen“, in dem er z.B. Spielarten anwendet, die der Sub nicht so mag (die aber natürlich noch innerhalb der Grenzen des Subs sind)
Bloodplay: Eine sehr spezielle Spielart, bei der z.B. „Cuttings“ zur Anwendung kommen können. Letztlich dreht sich alles ums Blut, fließt es erstmal, geht es auch um das Ablecken/Trinken/Whatever
Bondage: Bezeichnet im Prinzip sämtliche Fesslungsarten, die einen Sub in Position halten oder auch zum „Abbinden“ taugen. Gefesselt ist ein Sub dem Dom hilflos ausgesetzt, was auf viele großen Reiz ausübt
Branding: Manche reizt es, Brandmale oder Brandzeichen zu setzen bzw. zu bekommen


C
Cockring: Ein Ring, den man um die Peniswurzel anbringt, um so einen Orgasmus länger hinausschieben zu können
Cockcage: Ein enger Käfig, der um den Penis liegt und ihn so daran hindert, voll zu erigieren
CBT: (=Cock and Ball Torture) Folter von Hoden und Penis z.B. durch quetschen, langziehen oder leichte Schläge
Cutting: Hierbei wird Haut mit Messern oder ähnlichem eingeritzt. Gehört mit zu den „Klinikspielen“

D
Doggystyle: Wir alle kennen diese Sexstellung. Im BDSM ist sie deshalb so beliebt, weil der passive Part so in eine sehr unterwürfige Haltung gezwungen wird
Dogplay: Ein „Rollenspiel“, bei dem der Sub als „Hündchen“ des Doms auftritt
Deep Throat: Kennt ihr sicher, dabei wird der Penis beim Oralverkehr bis in den Rachen geschoben

E
Elektrostimulation: Durch kleine Elektroschocks wird der Sub stimuliert oder bestraft
Erniedrigung: Eine Form des Spiels, bei welcher der Sub mit Worten oder Gesten vorgeführt wird
Entführung: Im Bereich der „Angstspiele“ können auch Entführungsszenarien als Rollenspiel nachgestellt werden
Ertränkungsspiele: Dabei wird der Sub tatsächlich kurzzeitig unter Wasser gehalten, so dass er das Gefühl bekommt, zu ertrinken. Ist aber eher selten
Einlauf: Einführen von Wasser in den Anus, meist bei „Klinikspielen“ oder zur Vorbereitung von „Analsex“

F
Fesseln: Ganz einfaches Bondage, dass als gängige Art herhält, um den Sub zu bewegungsunfähig zu machen
Figging: Bei diesem „Tunnelspiel“ wird ein stück Ingwer in den Anus eingeführt, was mit der Zeit zu einem ziemlichen brennen führt
Fisting: Analer oder Vaginaler Sex mit der Faust
Folter: Bei Folterspielen werden dem Sub Schmerzen zugefügt. Meist in Zusammenhang mit Fesselungen
Flogger: mehrsträngige Peitschen, die je nach Material ziemlich sanft oder ziemlich schmerzhaft sein können

G
Gerte: Wie eine Reitgerte, nur oft mit breiterer Lasche. Etwas weniger schmerzhaft, aber richtig eingesetzt tut natürlich auch eine Gerte ordentlich weh
Gagball: Ein kleiner Ball, der als Knebel dient und oft mit einem Riemen am Kopf des Subs befestigt ist, so dass er ihn auch nicht einfach ausspucken kann

H
Halsband: Kann viele verschiedene Bedeutungen haben. Manche Subs nutzen es einfach als Zeichen der Submission, bei Paaren bedeutet es oft, der Sub ist an den Dom vergeben, wieder andere benutzen kein Halsband, für andere ist es nur ein typisches Kleidungsstück des Subs oder Teil des Spiels (z.B.: „Dogplay“)
Handschellen: Ein simples Mittel zur Fixierung des Subs

I

J

K
Katheder: Innerhalb der „Klinikspiel“ wird oft ein Katheder in die Harnröhre gelegt
Ketten: Mittel zur Fixierung des Subs
Klinikspiele: Sämtliche Spielarten, die strikt klinisch oder tatsächlich mit sozusagen Doktorspielen zu tun haben, z.B.: „Cuttings“, „Katheder“, „Piercings“, etc.
Knebel: Simples Mittel, um den Sub zum Schweigen zu bringen, oft dient es auch einfach der Erniedrigung
Käfig: Dabei wird der Sub tatsächlich in einen Käfig gesperrt
Klammern/Klemmen: Ein gutes Mittel, um z.B. die Nippel zu foltern
Kratzen: Einfache Art, Schmerz zu erzeugen oder zu verstärken
Kaviar: Spiele mit Kot, echt nicht jedermanns Sache
Knien: Eine häufige Position im BDSM, die die Unterlegenheit des Subs demonstrieren soll – und auch perfekt für Oralsex

L
Lack/Leder/Latex: Manche Leute mögen solche Kleidung auch ohne BDSM zu praktizieren, aber auch im BDSM-Bereich ist so was oft erwünscht

M
Maske: Masken haben unterschiedliche Funktionen. Viele sollen einfach nur die Sinne schärfen, in dem sie z.B. die Sicht bedecken, andere haben gewisse Formen, die z.B. das „Dogplay“ authentischer gestalten
Military: Militär-Rollenspiel. Dadurch, dass es beim Militär um viel Disziplin geht, passt das hervorragend zum BDSM
Mind-Fuck: Dabei soll der Sub sozusagen psychisch gefoltert werden. Er soll nicht wissen, was der Dom als nächstes tun und die eigentliche Folter ist dann z.B. nicht die Strafe an sich, sondern die Frage: Tut er es? Tut er es nicht? Wenn ja, wie wird die Strafe sein? Etc. 

N
Nachsorge: Viele sprechen es oft nicht an, aber ein Spiel endet nicht einfach, es ist oft wichtig, für den Sub auch hinterher da zu sein, um ihn emotional zu stabilisieren und evtl. Wunden, Fesselspuren und blaue Flecke zu versorgen
Nadeln: Spiele mit Nadeln können sehr unterschiedlich ausfallen und gehören in das große Feld der Klinikspiele
Natursekt: Dabei geht es um Urin in jeglicher Form. Trinken, Anpinkeln, alles kann sein

O
Oral: Gut, das ist klar. Blasen halt
Ohrfeigen: Ein Züchtigungsmittel, wobei oft der Schreck mehr wiegt als der kurze Schmerz
Orgasmuskontrolle: Hierbei wird immer dann der Reiz entzogen, wenn der Sub kurz vor dem Orgasmus steht. Durch das ständige verzögern, ist der Orgasmus letztlich um ein vielfaches intensiver

P
Plug: Übersetzt ein Stöpsel, mit dem man z.B. den After dehnen kann
Petplay: Bei diesem Spiel dient der Sub dem Dom als Haustier. Am bekanntesten ist das „Dogplay“
Piercing: Im Bereich der Klinikspiele kann es gut sein, dass der Dom den Sub pierct oder auch tätowiert
Ponyplay: Auch ein Tier-Rollenspiel, bei dem der Sub als Pferdchen herhält
Peitsche: Langer Lederriemen oder Strick, der ziemlich in die Haut einschneiden kann, aber meist nur in leichter Form zur Züchtigung verwendet wird
Paddle: Meist ein längliches Holzbrett mit flachem Ende, dass zur Züchtigung eingesetzt wird. Kann wehtun, ist aber meist noch recht angenehm, ähnlich wie ein Schlag mit der flachen Hand
Präsentation: Es gibt gewisse Positionen für Subs, bei denen z.B. ihre Genitalien gut zur Geltung kommen und die oft als Ausgangspose für das Spiel genutzt werden

Q

R
Rollenspiele: Ganz klassisch, Sexspiele, bei welcher der Sub und Dom eine gewisse Rolle einnehmen und ihr Spiel danach ausrichten (gibt es natürlich auch außerhalb der BDSM-Szene)
Rimming: Kennt man, das stimmulieren des Anus mit der Zunge. Dient oft zur Vorbereitung auf Analsex
Rohrstock: dünner Rattan- oder Weidenstock, die ziemlich in die Haut einschneiden und deshalb starke Striemen oder auch Wunden hervorrufen können

S
Safe, sane & consensual: (=sicher, gewissenhaft, einvernehmlich) Sozusagen das Motto des BDSM
Schwarzer BDSM: Überbegriff für den Bereich Bondage/Schmerz
Safeword: Irgendein banals Wort, dass nichts mit dem Sex zu tun hat und genutzt werden kann, wenn der Sub das Spiel ab- oder zumindest unterbrechen möchte, weil es seine Grenzen überschreitet
Schmerz: Der Sub wird sexuell stimmuliert, in dem man ihm Schmerzen z.B. durch das „Spanking“ zuführt
Spanking: Schläge, meist mit der Hand oder dem „Paddle“ auf den Po
Sling: Eine Schaukel, in der der Sub fixiert wird und gut zugänglich ist
Strappado: Eine Fesslungsart im „Bondage“, bei welcher die Hände auf den Rücken gefesselt und dann mit einem Seil nach oben gezogen werden. Der Sub steht breitbeinig, manchmal nur auf den Zehenspitzen. Es ist eine ziemlich anstrengende aber sehr beliebte Haltung, die jedoch eher etwas für Spieler mit mehr Erfahrung ist

T
Tunnelspiele: Spiele, bei denen es kein Zurück gibt. Einmal angefangen, müssen sie durchgezogen werden. Bestes Beispiel ist das „Figging“

U

V
Vanilla: So wird „normaler“ Sex bezeichnet
Vertrag: Manche erstellen Verträge, in denen Dom und Sub ihre Grenzen schriftlich niederlegen
Verleih: Dabei wird der Sub tatsächlich an einen anderen Dom ausgeliehen, so dass dieser ihn bespielen kann
Vergewaltigung: Im Bereich der Angstspiele, kann ein Sub auch „vergewaltigt“ werden – natürlich ist es keine richtige Vergewaltigung, der Sub könnte es abbrechen, wenn er wollte

W
Weißer BDSM: Überbegriff für den Bereich „Klinikspiele“
Wachs: Dabei wird mit Kerzenwachs Schmerz oder zumindest ein leichtes Brennen zur Stimulation ausgelöst

X

Y

Z

123
24/7: Die D/s-Beziehung besteht 24 Stunden, 7 Tage die Woche – das heißt, man hört nie auf, sich in seinen Rollen zu befinden

Samstag, 8. Juli 2017

Beste Freunde liebt man nicht (Grace R. Duncan)

Titel: Beste Freunde liebt man nicht
Autor: Grace R. Duncan
Verlag: Cursed Verlag
Seitenzahl: 340 Seiten
Beschreibung: Ian und Kane sind seit jeher beste Freunde und führen zeitgleich eine D/s-Beziehung. Ian will schon länger mehr als nur das, aber Kane ist fest überzeugt, nicht lieben zu können, deshalb hat Ian Angst, ihre Freundschaft zu gefährden, würde er Kane seine Liebe gestehen.

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass mir dieses Buch wirklich richtig gut gefallen hat. Das lag zu einem großen Teil an tollen, wirklich ausführlichen BDSM-Szenen, die wahnsinnig gut dargestellt worden sind. In dem Buch ist jede einzelne Session wirklich sehr detailliert und liebevoll ausgearbeitet, man bekommt die Gefühle der beiden Männer dabei mit und erkennt, dass sie eine tiefere Verbindung als nu das reine Spiel zusammen hält. Und sie sind einfach wahnsinnig heißt erzählt. Es ist richtig sexy, die einzelnen Szenen zu verfolgen und es erfreut mich immer wieder aufs Neue, wenn ein Buch so was Schönes bieten kann.
Auch sonst hat mir das Buch richtig gut gefallen. Wenn man etwas mitbekommt, dann vielen, vielen Emotionen der beiden Protagonisten in dem Buch. Teilweise ist es wirklich bewegend und rührt einen, teilweise ist es einfach witzig – aber egal, was es ist, man ist immer Mitten im Geschen und weiß genau, was die Zwei denken und fühlen. Dieses komplexe Thema, in den besten Freund verliebt zu sein, aber aus Angst, die Freundschaft zu zerstören, nichts zusagen, wird wirklich sehr gut umgesetzt. Ich glaube, bisher habe ich das kaum in einem anderen Buch so schön ausgearbeitet vorgefunden. Es berührt einen, man verzweifelt zusammen mit Ian und kann aber auch verstehen, warum Kane so abblockt, was dieses Thema betrifft.
Besonders interessant umgesetzt finde ich dabei, dass es letztlich ihre D/s-Beziehung ist, die ein wenig die Brücke zwischen ihnen aufbauen kann. Nicht nur, weil Ian es dafür benutzt, Kane nahe zu kommen, sondern weil es Kane auch teilweise aufzeigt, wie wichtig Ian ihm eigentlich ist.
Man kann wirklich sagen, dass da sehr viele Komponenten letztlich zusammenführen, um das logische Happy Ende zu erzielen, was einfach sehr zum Lesespaß beiträgt. Es ist toll, wenn sich nicht alle Probleme sofort lösen und die Protas eine Weile umeinander herum tänzeln, auch wenn es einen als Leser schon ein bisschen frustrieren kann, wenn sie so lange dafür brauchen, zueinander zu finden. Einen kurzen Augenblick dachte ich, dass es vielleicht ein bisschen zu viel Zeit in Anspruch nimmt, aber je länger ich darüber nachdenke, desto passender finde ich den gesamten Ablauf in dem Buch. Ich glaube, bei so einem heiklen Ding ist dieses Tempo eindeutig die bessere Wahl, um das Buch realistisch zu gestalten.
Was mir auch gut gefallen hat, ist, dass es nicht kitschig ist. Okay, am Ende vielleicht mal ganz kurz, aber alles in allem ist weder sonderlich kitschig noch sonderlich dramatisch, sondern einfach sehr schön erzählt. Ich habe es auch in wirklich kurzer Zeit verschlungen, weil ich zum einen unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht und weil man einfach so gut in dem Buch versinken kann.
Ihr könnt euch vorstellen, dass mir folglich auch der Schreibstil sehr zugesagt hat. Ich fand ihn flüssig, schön in der Wortwahl und offensichtlich auch in der Lage, Gefühle zu übermitteln.
Wenn ich überhaupt Kritik äußern sollte, dann vielleicht nur, dass teilweise ein wenig viel von ihrer IT-Firma geredet wird… andererseits hat mir sehr gut gefallen, dass auch viel Alltag in das Buch eingebaut wurde und es somit realistischer wirkt… ich glaube, ich fand das mit der Firma nur ein wenig weit hergeholt… das also meine Kritik, die aber nicht sonderlich schwer wiegt, weil sie nicht unbedingt so viel Story ausmacht.
Also ganz klar eine Leseempfehlung von mir, auch was den BDSM betrifft. Der ist super geschildert und auch für Leser geeignet, die sich noch nicht damit auseinander gesetzt haben. Aber wie gesagt, auch der Rest des Plots ist sehr schön, deshalb kann man das Buch auch gut ganz unabhängig vom BDSM lesen.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Kann es in einer BDSM-Beziehung Liebe geben? [K]

Hallo ihr Lieben!

Neulich, als ich für die BDSM-Themenwoche nach Bildern gesucht habe, bin ich auf ein Forum gestoßen, in dem tatsächlich darüber diskutiert wurde, ob es in einer BDSM-Beziehung auch Liebe geben kann. Ehrlich gesagt habe ich das erst für einen Witz gehalten, bis ich die Beiträge dazu gelesen habe und erstaunt feststellen musste, dass manche Leute diese Frage wirklich ernst meinen.
Selbstverständlich kann ich nicht an so einem Thema vorbei gehen, ohne meine Meinung dazu loszuwerden. Deshalb hier meine Ansicht zu dieser doch sehr fragwürdigen Frage.
Also gleich vorweg die einzig richtige Antwort: Natürlich kann es in einer BDSM-Beziehung auch Liebe geben. Aber selbstverständlich ist das nicht alles, was ich dazu zu sagen habe. Stattdessen möchte ich einfach kurz auf die Argumente eingehen, die in dem Forum gefallen sind.
Zunächst etwas, das selbstverständlich auch richtig ist: BDSM ist eine Sexpraktik, in er es vor allem um Lustgewinnung geht und natürlich muss man diese Praktik nicht wirklich als sich liebendes Paar ausführen. Man kann auch einfach mit einem Fremden oder einem Bekannten oder was auch immer eine Session abhalten. Aber genauso verhält es sich ja auch mit „normalem“ Sex. Ich kann jetzt ja auch Sex mit einem Fremden haben, ohne den gleich heiraten zu müssen. Deswegen ist „normaler“ Sex aber trotzdem Bestandteil einer Liebesbeziehung und bei einem Pärchen, dass auf BDSM ist, ist eben diese Sexspielart Bestandteil ihrer Liebesbeziehung.
Jetzt herzugehen und zu behaupten, man kann jemanden nicht schlagen oder verletzen, wenn man ihn liebt, ist ja völliger Quatsch. Das zeigt nur, dass die Leute, die diese Äußerungen machen, keine Ahnung von BDSM haben. Letztlich schlägt man denjenigen oder diejenige ja, weil es für denjenigen oder diejenige Lust fördernd ist. Man darf ja nicht vergessen, dass BDSM immer noch einvernehmlich ist und nichts mit Misshandlung zu tun. Der devote Part möchte ja ausgepeitscht werden, es gefällt ihm. Und folglich zeit der dominante Part ja seine Liebe darin, demjenigen oder derjenigen dass zuzufügen, dass seinem/ihren Bedürfnis entspricht.
Hinzu kommt noch, dass gerade in einer BDM-Beziehung Vertrauen ein extrem wichtiger Faktor ist. Eine Session kann nie wirklich gut werden, wenn nicht gegenseitiges Vertrauen vorhanden ist. Das kann man selbstverständlich auch zu fremden Personen haben, aber man kann sich selbst zusammenreimen, wie intensiv dieses Vertrauen erst sein muss, wenn man wirklich ein Paar ist. Eben weil dann auch Liebe im Spiel ist. Und wenn man das dann noch weiter ausführt und ich z. B. 24/7-Paare anschaut… irgendwo müssen da ja schon Gefühle im Spiel sein, weil man es sonst einfach nicht miteinander aushalten würde. Aber nicht nur bei 24/7-Paaren sondern vor allem auch bei Paaren, deren Sexleben zwar aus Sessions besteht, die sonst ja aber „normal“ zusammenleben und einfach so auf Augenhöhe zusammen sind. Das würde doch niemand ohne Liebe ertragen.
Ich habe in einem der Beiträge gelesen, dass es zwar außerhalb der Session sehrwohl Liebe geben kann, man sie aber nicht mit in die Session nimmt. Auch diese Aussage halte ich für falsch. Natürlich ist es ein wenig komisch, wenn irgendwo zwischen Dirty Talk und noch mehr Dirty Talk ein „ich liebe dich“ hingesülzt wird, weil es einfach unpassend und irritierend ist, aber dennoch kann man seine Wertschätzung und Liebe durch ein Lob oder ähnliches zum Ausdruck bringen.
Oft gibt es ja aber auch sehr emotionale Sessions, in denen ein „ich liebe dich“ vielleicht auch nicht deplaziert ist. Da kommt es eben einfach auf die Situation an, aber eine strikte Trennung halte ich nicht für zwingend erforderlich.
Ich weiß echt nicht so genau, wie man darauf kommen kann, dass BDSM Liebe ausschließt. Oft findet man ja gerade über seine Neigung die große Liebe, weil man jemanden findet, der einfach 100%ig zu einem passt.
Wie gesagt, eine Trennung von BDSM und Liebe ist sehr wohl möglich, aber definitiv nicht zwingend erforderlich.
Jules :)

Samstag, 1. Juli 2017

City Cowboy (Marcel Duval)

Titel: City Cowboy
Autor: Marcel Duval
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 180 Seiten
Beschreibung: Luke ist single und der Richtige nicht in Sicht. Vor allem, weil er heimlich davon träumt, einmal unterworfen zu werden - am besten von seinem besten Freund.
Zu seinem 30. Geburtstag bekommt er einen Aufenthalt auf Calebs Range gescheckt, wo er jedoch nicht nur das Farmerleben kennenlernen darf.

Das Buch ist Teil einer Reihe, kann aber notfalls auch seperat gelesen werden.

Meine Meinung:

Ich muss ehrlich gestehen, zu diesem Buch fehlen mir die Worte. Ich weiß, das klingt jetzt fies und schrecklich, aber ich komme auf dieses Buch einfach nicht klar.
Das liegt jetzt nicht am Schreibstil, der ist eigentlich in Ordnung. Teilweise finde ich ihn ein wenig kindisch, wenn zu sehr geschwärmt wird und zum 20. Mal hintereinander betont wird, wie sexy doch wer auch immer ist, aber so generell kann man den Stil schon lassen. Zumindest kann man es flüssig lesen, sich in die Geschichte fallen lassen und an sich sind die Sexszenen sehr heiß beschrieben, was auch ein Pluspunkt ist.
Doch so heiß die Szenen im eigentlichen auch sind, gehen sie für mich einfach absolut gar nicht. Ich weiß nicht, ob ich da zu kleinlich bin, aber was in dem Buch abläuft, kann man nicht mit verantwortungsvollem BDSM vergleichen.
Von der Story her, ist es ja okay – Typ will BDSM mal ausprobieren, bekommt die Gelegenheit dazu und darf sich dominieren lassen. Wunderbar. Aber dann hört es auch schon auf. Gerade wenn das doch die erste Session ist, die jemand überhaupt jemals mitmacht – vor allem halt als Sub, da liegt ja das Problem -, dann kann ich doch nicht SOWAS wie in diesem Buch bringen. Darin wird einfach alles, alles, ALLES falsch gemacht, was man nur falsch machen kann.
Ich kann einen Sub nicht alleine irgendwo lassen – man kann ihm das Gefühl geben, aber man kann es nicht wirklich tun und wenn, dann nicht so wahnsinnig lange und ohne Wasser. Und schon gar nicht geht das, wenn ein Sub das erste mal spielt und keine Ahnung hat und vielleicht einfach einen psychischen Zusammenbruch erleiden könnte.
Außerdem muss man zu Anfang doch ein wenig erklären, was man da tut und man muss ihm UM GOTTES WILLEN doch irgendein Safeword geben, damit er abbrechen kann.
Ich will mich jetzt nicht verlieren, aber da jagt ein No-Go das nächste und ich war teilweise richtig wütend beim lesen.
Zumal es ja auch völlig falsch dargestellt wird. Man hat permanent das Gefühl, dass der Sub Dinge nur tut, weil er wirklich Angst hat. Ich weiß nicht, ob das nur schlechte Wortwahl darstellt oder man damit implizieren will, dass Angst beim BDSM vorherrscht, aber Angst hat damit nichts zu tun. Mit häuslicher Gewalt vllt, aber nicht mit BDSM.
Tja und auch der Plot an sich ist jetzt nicht wirklich super. Eigentlich gibt es überhaupt keine Story, es geht nur um Sex und die angeblichen Gefühle, die darin eine Rolle spielen, würde man nicht mitbekommen, wenn sie einen nicht ab und an erklärt werden würden.
Hätte man sich ein bisschen mehr mit BDSM auseinandergesetzt und hätte man ein bisschen mehr Story eingebaut, hätte das Buch echt schön werden können, aber so finde ich es wirklich nicht gut. Tut mir leid. Vor allem, da es ein Dreiteiler ist, ich aber mit Sicherheit keinen weiteren Band davon lesen werde. Mir reicht das hier schon.
Lest das bloß nicht, wenn ihr noch nie zuvor bei einem Buch mit BDSM in Kontakt gekommen seid, sonst bekommt ihr eine völlig falsche Sicht der Dinge.

Freitag, 30. Juni 2017

Themenmonat: BDSM (Juli)

Hallo!

Wie schon heute morgen angekündigt, beginnt morgen mein Themenmonat mit dem Motto BDSM. Ich hoffe, ihr freut euch darüber, aber ich dachte mir, nachdem ständig so eine hohe Nachfrage nach BDSM-Büchern ist/war und viele sich auch mit dem Thema selbst auseinandersetzen möchte, passt das ganz gut. Ich hatte es ja auch schon versprochen, dass ich noch mal etwas zu dem Thema mache.

Für alle die nicht wissen, wovon ich rede:

Ursprünglich habe ich die Themenwochen auf meinem Blog so gestaltet, dass eine Woche jeden Tag ein Post zu einem bestimmten Thema veröffentlicht wurde - in unserem Fall nun BDSM.
Dabei waren alle Kolumen, Rezensionen und Interviews darauf zugeschnitten.
Aus zeitlichen Gründen kann ich aktuell keine Woche veranstalten und muss diese dafür über einen gesamten Monat ziehen. Allerdings hat das für euch einen Vorteil: Statt 7 gibt es 9 Blogposts zu dem Thema - und zwar jeden Mittwoch und jeden Samstag.

Themenmonat: BDSM

Ich habe schon einmal eine Themenwoche zu diesem Motto gemacht, welche bei euch super ankam. Seitdem sprechen mich immer mal Leser auf das Thema BDSM im Allgemeinen an und ich versuche dann auch immer, eure Fragen so gut es geht zu beantworten.
Außerdem weiß ich dank meiner Statistik, dass BDSM-Bücher einfach sehr gefragt sind auf dem Blog.
Schon damals habe ich versprochen, noch eine 2. Themenwoche hierzu zu machen und da habt ihr sie nun - sogar einen ganzen Monat lang.
Es war viel Arbeit, weil ich sehr wenig Zeit habe, aber ich hoffe, ihr freut euch darüber.
Und das wird euch die nächste Zeit erwarten:
 
Samstag: Rezension zu "City Cowboy"
Mittwoch: Kann es Liebe in einer BDSM-Beziehung geben? [K]
Samstag: Rezension zu "Beste Freunde liebt man nicht"
Mittwoch: Das kleine BDSM-ABC [K]
Samstag: Rezension zu "Grenzen 1" [Q]
Mittwoch: Kann sich ein Sub in seinem Dom verlieren? [K]
Samstag:  Rezension zu "Grenzen 2"
Mittwoch: BDSM-Q&A [K]
Samstag: Rezension zu "Leon&Mick: 24/7"

Noch mehr Bücher und Themen findet ihr hier.

Falls ihr Interesse an den anderen Themenwochen habt, dann klickt hier.

Ich wünsche euch viel Spaß diese Woche! Bis morgen!
Jules :)


PS:
Wer fragen zum Thema BDSM hat, kann sich immer an mich wenden (am besten per Mail) und ich werde sie gerne beantworten! Es ist mir lieber, ihr fragt, ehe ihr die Sache falsch versteht. Leider gibt es genug Leute da draußen in der weiten Welt, die gar nichts verstanden haben! ;)

Ankündigung #26

Hallo meine Lieben!

Vielleicht kommt das ein wenig unerwartet, ist die Aktivität auf meinem Blog doch momentan relativ gering... allerdings habe ich es euch vor langer, langer Zeit versprochen und gewöhnlich halte ich meine Versprechen.
Aufgrund sehr großer Nachfrage, habe ich beschlossen, noch eine zweite Themenwoche zum Thema BDSM zu machen. Ehrlich gesagt habe ich mich sehr darüber gefreut, ist und bleibt es doch mein absolutes Lieblingsgenre.
Allerdings muss ich gestehen, dass die Themenwoche eher ein Themenmonat wird, weil ich zeitlich leider nicht anders hinkomme. Tut mir leid, für alle, die dann einen Monat nichts auf meinem Blog finden werden, dass ihnen zusagt - obwohl, vielleicht kommt ihr dadurch ja auch noch auf den Geschmack. ;D
Die Themenwoche erstreckt sich über den Monat Juli, sozusagen auch ein kleines Geburtstagsgeschenk an mich persönlich.
Ich hoffe ihr freut euch darüber, wehe wenn nicht!
Mehr Infos dazu gibt es dann heute Abend.

Liebe Grüße, Julian <3

Mittwoch, 28. Juni 2017

Traurig aber wahr [K]

Ich muss es jetzt loswerden, weil es mich nervt. Und weil ich glaube, dass ich nicht der einzige bin, der genervt davon ist. Als Leser bekommt ihr das ja meistens nicht mit, außer ihr seid einer der wenigen auserwählten, die auch ohne Blog mal ein Rezensionsexemplar abbekommen, um die Rezi dann auf Amazon oder Lovelybooks oder sonst wo hochzuladen.
Aber glaubt mir, es ist teilweise unter aller Sau, auf welche Art und Weise man als Blogger auf Rezensionsexemplare angesprochen wird.
Ich bekomme so oft Mail, in denen dann der glorreiche Satz steht: „Ich habe mir gerade deinen Blog angesehen und glaube, dass mein Buch perfekt dazu passen würde. Hast du Lust, es zu lesen?“ Daraufhin folgt ein Buch, dass ABSOLUT ÜBERHAUPT NICHT zu meinem Blog passt. Bestes Beispiel: Hetero-Bücher. Ihr wisst gar nicht, wie oft man mir schon Hetero-Bücher andrehen wollte, die ja angeblich so gut zu meinem Blog passen, weil man sich nämlich einen Scheiß vorher auf meinem Blog umgesehen hat.
Ich könnte da ausrasten. Ich könnte da so bösartig zurückschreiben, dass wahrscheinlich jeder Serienkiller Angst vor mir kriegen würde.
Aber einfach dieses offenkundige Desinteresse daran, wen man sein Buch andreht und diese plumpe Art, wie man es auch noch heraushaut, dass man sich eben nicht mit dem Blog befasst hat… tut mir leid, das widert mich echt an.
Auch schön: neulich hat mir eine Autorin geschrieben, sie würde mir gerne ihr Rezensionsexemplar übergeben, weil sie meinen Blog ja schon länger verfolgt und total mag und mich auch so sympathisch findet… spricht mich dann aber allen ernstes mit Julia an. Ganz ehrlich, ich weiß, dass „Jules“ ein spezieller Spitzname ist und viele daraus irgendwie „Jule“ machen und dann auf „Julia“ oder „Juliane“ oder so kommen, aber jeder, der länger meinen Blog verfolgt oder sich zumindest die Mühe macht, sich kurz mit meiner Person zu befassen, weiß doch, dass es für „Julian“ steht. Und wenn man mir weismachen will, dass man meinen Blog schon so lange liest, dann ist es einfach nur peinlich, mich dann als Mädchen anzusprechen.
Und ihr ahnt ja gar nicht, wie oft das das der Fall ist. Wie oft irgendjemand den Namen einfach falsch schreibt. Nicht nur, dass ich wahnsinnig oft „Jule“ oder „Julia“ bin, auch wenn man begriffen hat, dass ich ein „Julian“ bin, heißt dass noch lange nicht, dass man mich dann auch mit „Julian“ anspricht. Da kommen teilweise Namen raus, die gibt es gar nicht.
Falls ihr mal ein Rezensionsexemplar andrehen wolltet und nie eine Antwort bekommen habt, dann schaut doch einfach mal, ob ihr meinen Namen richtig geschrieben habt.
Und sicherheitshalber noch mal für alle zum Mitschreiben: Ich heiße J-U-L-I-A-N. Nicht „Julien“, nicht „Juliane“ und auch nicht „Julius“. Okay? Ja? Danke!
Aber glaubt mir, es ist ja nicht damit getan, dass man dämliche Rezensionsanfragen von Autoren bekommt. Manchmal passt ja auch alles, man nimmt das Buch an und am Ende ist es wie eine schreckliche Krankheit, die über einen hereinbricht und der man nie mehr entkommen kann.
Ihr wisst ja gar nicht, wie sehr manche Autoren nerven können. Nicht nur, die die nicht mit Kritik umgehen können, und dir dann deine Kritikpunkte schön reden, in der Hoffnung, man ändert die Rezension… die schlimmste Seuche sind eher die Autoren, die einfach ständig nerven, ob man das Buch schon gelesen hat und wann man es denn liest und die gerne beim Lesen einen „Zwischenstand“ gemailt bekommen möchten, wie einen das Buch denn bisher gefällt… Chillt doch mal, man.
Ich hatte ja in letzter Zeit wenig Zeit, habe ja auch Blogpause gemacht und bei Rezensionsexemplaren immer erwähnt, dass es länger dauern kann und ob das okay ist oder man einfach kein Rezensionsexemplar rüber schiebt. Und es nervt so, wenn es dann angeblich okay ist, zwei Wochen später dann aber nachgefragt wird, wo die Rezension bleibt. Schiebt sie euch doch eure Nachfrage einfach in den Arsch, ich sage doch nicht umsonst, dass es länger dauern wird. Dann hättet ihr gar nicht erst ein Buch überreichen brauchen, wenn es angeblich okay ist, aber eigentlich dann doch nicht okay ist. Selber Schuld.
Traurig ist aber, dass das ja nicht nur jetzt passiert ist, sondern auch schon vorher, wo ich teilweise nur zwei oder drei Wochen Wartezeit auf ein Rezensionsexemplar hatte…
Ihr seid doch nicht der Nabel meiner Welt. Ihr seid doch nicht das einzige, was in meinem Leben eine Rolle spielt. Und euer blödes Buch hat genauso zu warten, wie jedes andere Buch, wenn ich gerade keine Zeit zum Lesen habe. Punkt, aus, fertig.
Auch schön sind dämliche Nachfragen: Kannst du bitte den Titel deiner Rezension ändern, kannst du bitte noch den und den Tag dazufügen, kannst du das Cover ändern, kannst du das und das Buch verlinken…
Ich mache es ja, insofern ich es nachvollziehen kann und weil ich ja auch möchte, dass meine Rezension auf dem neuesten Stand ist, etc… Aber ganz ehrlich, nur weil jemand sich dazu berufen fühlt, fünf mal im Jahr den Titel oder das Cover zu ändern, ist das nicht mein Problem. Und das ich ein Buch lese und rezensiere ist reine Gutmütigkeit und sicher nicht für die Autoren sondern für meine Leser und nein, wenn ich gerade keine Zeit habe, dann kann ich es nicht ändern. Dann überlegt euch vorher einen anständigen Titel und desingt vorher ein passendes Cover und dann müsst ihr auch nicht zwanzig Mal im Jahr zwanzig Blogger mit euren dämlichen Problemchen nerven.
Ja, ja und so könnte man die Liste noch endlos fortsetzen. Und man darf sich ja auch gar nicht zu sehr beschweren, schließlich möchte man ja auch Angebot für Rezensionsexemplare und macht es ja auch gerne – ändert auch gerne mal etwas… ihr wisst schon.
Es ist eben nur die Fülle, die dann nervt. Oder die Penetranz. Oder einfach dieses offensichtliche Desinteresse, dass ich oben beschrieben habe.
Mittlerweile antworte ich dann eben einfach nicht mehr. Das ist vielleicht nicht die feine Art, aber was soll’s? Besser, bevor man sich ärger, oder?
Also liebe Mitblogger: Habt ihr auch solche Probleme? Ärgert ihr euch auch manchmal über das Verhalten einiger Autoren? Erzählt’s mir, los, los. ;D
Jules :)

Samstag, 24. Juni 2017

Kaminfeuer (Diana Wintermeer) [Q]

Titel: Kaminfeuer (Sinnenlust #3)
Autor: Diana Wintermeer
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 69 Seiten
Beschreibung: Als Charles Preston verletzt auf das Gut gebracht wird, in dem Harverty dient und er diesen auch noch pflegen muss, stößt Harverty schnell an seine Grenzen, so weckt Charles doch Gefühle in ihm, die er lange verborgen halten musste.

Meine Meinung:

Was mir hier sehr gut gefallen hat ist, dass es eben nicht nur eine Sexszene ist, sondern dass man um diese herum noch eine schöne Hintergrundstory geflochten hat. Die eigentliche Sexszene ist natürlich sehr prickelnd und erotisch und wahnsinnig gut beschrieben, aber das ist nicht alles und das finde ich toll. Ich finde, eine Sexszene kann viel mehr wirken, wenn man ein wenig Hintergrundinfo hat und deshalb gefällt mir diese Kurzgeschichte auch so gut.
Man bekommt auch ziemlich viel Hintergrundstory mit, z.B. ist sehr schön gestaltet, wie die beiden Männer sich annähern und wie von Anfang an eine gewisse Anziehung zwischen ihnen herrscht.
Schön ist auch, dass man erkennt, wie Haverty gegen seine Gefühle anzukämpfen versucht und nicht dem Verlangen nachgehen möchte, weil zu der Zeit eben Homosexualität noch als falsch gilt. Man kann sich also sehr gut in diese innere Zerrissenheit und den Charakter insgesamt hineinversetzen, was das ganz noch greifbarer macht.
Ich meine, man kann hier keine ausgefuchste Lovestory erwarten und das ist vermutlich auch der Grund, warum das Ende ein bisschen konstruiert wirkt, allerdings finde ich das hier gar nicht schlimm. Es ist ja nur eine Kurzgeschichte und es wirkt jetzt auch nicht total unrealistisch, so dass man durchaus damit Leben kann.
Wie gesagt, der Schreibstil ist – wie erwartet echt super und ich kann die Kurzgeschichte echt nur empfehlen.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Das ewige Blabla [K]

Ihr könnt dem Titel ja schon entnehmen, dass das wieder ein Thema ist, das mir sehr auf die Nerven geht. Und zwar geht es mir heute um diese schreckliche Eintönigkeit und Langweile, die meiner Meinung nach vom Gay Romance Genre Besitz ergriffen hat.
Keine Ahnung, ob es nur mir so geht, aber für mich ist es einfach mittlerweile so: Ich gehe auf Amazon, möchte mir ein neues Buch holen und werde von einer Flut von neuen Gay Geschichten erschlagen – aber KEINE EINZIGE davon spricht mich auch nur im Entferntesten an.
Ich habe das Gefühl, dass sich einfach jeder Idiot mittlerweile dazu berufen fühlt, eine Gay-Geschichte online zu stellen, ob er nun Talent fürs Schreiben hat oder nicht. Und je mehr dieses Genre gehypt wird, je größer der Leserkreis wird, desto größer wird auch die Flut an Autoren, die Bücher schreiben, die einfach die schlechteste Fanfiction noch überbieten. Nur mit dem Unterschied, dass man für eine Fanfiction wenigstens kein Geld zahlen muss.
Und ich möchte nicht mal sagen, dass es nur ein paar Self Publisher sind, die einfach totalen Schrott online stellen, denn mich sprechen auch immer weniger Verlagbücher an.
Ich habe das Gefühl, es ist immer wieder die gleiche Geschichte, nur in anderer Form, weil das ganze Genre einfach schon so ausgelutscht ist. Geschichten, die sich noch richtig von anderen abheben und wirklich mal etwas völlig neues erzählen oder auf irgendeine andere Art und Weise aus der Masse hervorstechen, gibt es immer seltener. Meistens lese ich die Beschreibung und bin schon davon gelangweilt.
Und wenn mal eine Beschreibung dabei ist, die einen wirklich anspricht, dann liest man oft das Buch und muss erkennen: Vom Inhalt her ist es trotzdem so, dass es einen ähnlichen Ablauf hat wie 100 andere Bücher vor ihm auch schon.
Ich meine, klar werden sich gewisse Dinge immer wieder wiederholen, das ist bei jedem Genre so, das ist völlig normal. Aber man muss doch irgendwie als Autor den Ehrgeiz haben, dass sich sein Buch abhebt. Und man muss doch auch so viel Kreativität besitzen, wenn man schon ein Buch schreibt, dass es dann nicht wie die Kopie von 30 anderen Büchern endet, sondern etwas Individuelles darstellt.
Es gibt immer weniger Autoren, die es wirklich noch schaffen, in das Genre ein wenig Abwechslung zu bringen.
Und auch manche Verlage achten mittlerweile mehr auf Quantität als auf Qualität. Ich meine, okay, es ist hart, mit so einem relativ kleinen Genre am Markt zu bestehen, aber irgendwie ist es einfach schade, wenn die Bücher immer unspektakulärer und ähnlicher werden und man einfach das Gefühl hat, niemand gibt sich mehr Mühe.
Das ist für mich auch echt so ein Grund, warum ich mittlerweile kaum noch Lust auf dieses Genre habe und auch bei Rezensionsexemplaren immer kritischer be ider Annahme bin – vom Bücherkauf ganz zu schweigen.
Ich weiß nicht, geht es euch denn auch so wie mir? Ödet euch dieses Genre nicht auch langsam an? Habt ihr nicht mittlerweile auch Autoren, von denen ihr wisst, die haben’s drauf und seid bei allen anderen einfach total vorsichtig geworden?
Mir ist es einfach auch zu schade ums Geld. Denn nicht immer ist die Geschichte ja kostenlos oder über Unlimited kostenlos… man zahlt ja oft auch einen gewissen Betrag, nur dafür, dass man dann etwas liest, was man schon 100x vorher auch gelesen hat…
Es kann auch sein, dass ich über dieses ewige kritische Lesen von Büchern zwecks Rezension einfach zu streng geworden bin. Aber trotzdem… jedes Buch hat so sein Manko nur bei manchen stört es einfach nicht, weil sie besonders sind. Und bei 1.000 anderen ist es einfach nur furchtbar, weil sie so gewöhnlich sind und das dann noch schwerwiegend dazu kommt.
Also: Sagt mir, ob es euch auch so geht und ob auch ihr irgendeine negative Entwicklung von Verlagen oder Autoren oder dem Genre im Allgemeinen erkannt habt.
Jules :)

Samstag, 17. Juni 2017

Der gezähmte Boy (Noah Winters) [Q]

Titel: Der gezähmte Boy
Autor: Noah Winters
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 39 Seiten
Beschreibung: Gareth lebt nur für den schnellen Sex und das schon seit vielen Jahren. Eine Beziehung scheint für ihn unmöglich, doch dann holt ihn die Liebe ein. Bei Florian denkt er zum ersten Mal an mehr als nur Sex - nur hat er auch Chancen bei ihm?

Meine Meinung:

Also ich muss sagen, diese Kurzgeschichte hat mich doch sehr überrascht. Ich habe nicht damit gerechnet, dass sie mir so gut gefallen könnte.
Ich glaube allerdings, dass diese Geschichte nicht für jeden von euch geeignet sein wird. Ich finde, es ist absolut keine typische Gay Romance sondern eher eine sehr erotische schwule Geschichte, die sich fast ausschließlich auf Sex bezieht. Und glaubt mir, die Sexszenen sind wahnsinnig heiß. Dabei gibt es eigentlich kaum richtigen Sex, sondern es geht auch viel um Selbstbefriedigung und solche Dinge – jedoch absolut heiß erzählt und wirklich schon ein bisschen Porno. Aber nicht falsch verstehen, ich finde, es ist eine sehr gute Art von Porno.
Dem entsprechend kann man jetzt vielleicht nicht absolut viel Story erwarten, es gibt schon einen groben Plot, aber ich würde mal sagen, dass Hauptaugenmerk liegt dann doch eher auf den Sexszenen. Deshalb leidet die Geschichte an der Stelle dann etwas. Man bekommt zwar einen Hauch einer Liebesgeschichte mit, aber so wirklich viel Gefühl kann man nicht erwarten. Tatsächlich hat mich das aber gar nicht gestört, ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass es einige andere stören wird. Man darf wohl einfach nicht zu viel Gefühl erwarten und auch keine großartige Story, aber für ein kurzes, absolut heißes Leseerlebnis taugt die Geschichte super.
Leider musste ich ein paar Tippfehler feststellen. Da waren Wörter mal zusammengeschrieben, oder klein oder mit falschem Anfangsbuchstaben… das finde ich ziemlich ärgerlich, denn wenn man Geld dafür bezahlt, kann man eigentlich schon erwarten, dass diese Dinge eben nicht ständig auftauchen.
Ansonsten kann ich aber am Stil nicht groß meckern, im Gegenteil. Für die Kürze der Geschichte war er sehr ausführlich und wirklich anschaulich geschrieben. Ich mag auch die Wortwahl, also da gibt es wirklich absolut nichts dran zu meckern. Da steckt auch ziemlich viel Potential darin, um mal eine länger Geschichte zu schreiben – gerne auch wieder mit vielen heißen Sexszenen.
Also wenn ihr auf solche Geschichten steht, unbedingt lesen. Eine klare Empfehlung von mir!

Mittwoch, 14. Juni 2017

Stille Sehnsucht (Diana Wintermeer) [Q]

Titel: Stille Sehnsucht (Sinnenlust #4)
Autor: Diana Wintermeer
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 64 Seiten
Beschreibung: Diego ist jung und voller Sehnsucht nach etwas, dass er nich so genau greifen kann - zumindest nicht, bis er Javier begegnet und dieser alles verändert.

Meine Meinung:

Wie der Titel schon sagt, geht es in diesem Buch um Sehnsucht und wenn man als Leser etwas in diesem Buch nachempfinden kann, dann eindeutig die quälende Sehnsucht, die Diego verspürt, wann immer er an den Körper eines anderen Mannes denkt.
Er beobachtet dann auch noch zwei andere Männern beim Sex, was sein Verlangen nur noch mehr schürt und man merkt ganz eindeutig, wie es innerlich einfach an ihm nagt. Man kann sich also auch bei dieser Kurzgeschichte wieder völlig in den Charakter hineinversetzen und versteht Diegos Verzweiflung.
Damit ergibt sich dann wieder eine schöne Hintergrundgeschichte, welche die eigentliche Sexszene sehr gut umrahmt. Diese ist auch hier wieder sehr schön und sehr erotisch gestaltet, so dass es einfach Spaß macht, das Buch zu lesen.
Natürlich gibt es auch hier wieder ein Happy End und es mag sein, dass auch in dieser Geschichte alles wieder ein bisschen zu sehr nach Friede, Freude, Eierkuchen aussieht, aber ich glaube echt, dass es schon okay so ist. Ich meine, es ist doch besser, wenn man eine kurze Episode ein wenig anpasst, anstatt wenn man in so wenig Seitenzahlen eine komplexe Story presst, die dann unrealistisch oder zu schnell abgehandelt wirkt.
Von daher will ich mich mal nicht beschweren und möchte euch die Geschichte einfach empfehlen, denn auch vom Stil her finde ich die Geschichte wieder sehr schön.

Samstag, 10. Juni 2017

Jonas & Dennis: Abschluss in Sachen Liebe (Katharina B. Gross)

Titel: Jonas & Dennis: Abschluss in Sachen Liebe
Autor: Katharina B. Gross
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 148 Seiten
Beschreibung: Eher mädchenhaft und auch noch schwul, hat es Jonas in seiner Klasse nicht gerade leicht. Vor allem sein Schwarm Dennis und dessen Clique machen ihm das Leben schwer. Doch auf der Klassenfahrt ändert sich Dennis Verhalten plötztlich und sie kommen sich unverhofft näher.

Meine Meinung:

Für mich eine ganz klare Teenie-Lovestory, womit sie eigentlich schon mal total in mein Beuteschema fällt. Ihr wisst ja, dass ich eine Schwäche für so Jugendromane und –erzählungen habe.
Diese hier hat mir nur leider nicht so gut gefallen.
Das liegt zum einen daran, dass sie ein wenig künstlich in die Länge gezogen wird.
Jonas ist ja in einen Klassenkameraden verknallt und ich finde es auch gut gemacht, wie dieser sich erst abweisend gegenüber ihm verhält, dann aber immer mehr die Nähe sucht oder ihn in Schutz nimmt… es ist einfach schön zu sehen, wie sie ganz langsam zueinander finden und von dem Punkt aus auch gut gemacht.
Leider ist es dann so, dass ein klärendes Gespräch zwischen den beiden dann nie stattfinden kann, weil immer irgendetwas dazwischen kommt. Am Anfang hebt es noch so ein wenig die Spannung, aber dann später ist es dann einfach too much. Ich habe mir dann ständig gedacht: „ach ja, genau“ und war wirklich ziemlich genervt.
Ich glaube, das ist das erste mal, dass mir ein Quickie noch zu lang gezogen ist.
Auch bin ich mit Jonas nicht richtig warm geworden. Für mich ist er einfach ein totales Weichei, viel zu mädchenhaft und nicht in der Lange, seinen Mann zu stehen. Dann kann er dies nicht und das nicht und ist einfach so eine richtige – sorry – Pussy. Das kann ich gar nicht ab. Und dann wird noch geschwärmt, wie in so einem Boys-Love-Manga, das ist mir irgendwie einfach zu süß. Ihr kennt mich ja, ich komme auf so was einfach nicht klar.
Deswegen war die Geschichte dann insgesamt einfach nichts für mich, aber ich weiß ja, dass ihr teilweise gerne so was lest, also ist sie wahrscheinlich etwas für euch.
Ansonsten ist der Stil auch echt okay und abgesehen von meinen beiden Kritikpunkten ist die Geschichte auch durchaus schön gestaltet und gut gemacht.