Samstag, 29. Juli 2017

Leon & Mick: 24/7 (Simon Rhy Beck)

Titel: Leon & Mick: 24/7
Autor: Simon Rhys Beck
Verlag: dead soft Verlag
Seitenzahl:3 69 Seiten
Beschreibung: Mick betreibt zusammen mit einem Kumpel ein Tierasyl und benötigt dafür Geld. Als er auf den reichen Leon trifft, scheint er eine geeignete Geldquelle gefunden zu haben und er trifft mit diesem eine pikante Abmachung, mit der das Tierasyl gerettet scheint.

Meine Meinung:


Ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie bin ich mit diesem Buch einfach nicht richtig warm geworden. Man kann nicht mal sagen, dass es nicht schön geschrieben ist, denn das ist es. Es ist flüssig zu lesen, es hat einen gewissen Witz in seiner Erzählung und eine schöne, abwechslungsreiche Wortwahl. Also unterm Strich einen super Stil. Aber dennoch konnte es mich nicht so ganz überzeugen.
Das liegt zum einen an der Story. Ich finde sie irgendwie ganz süß und ein bisschen, ist es auch mal etwas anderes – zugegeben, es gibt genug solcher Geschichten, in denen irgendwer jemand anderen zur Verfügung stehen muss, weil er Geld braucht, etc. Aber das mit den Tieren ist neu und echt putzig. Ich habe mich gefreut, dass es abwechslungsreicher gestaltet war, wenn auch ich die ganze Geschichte dennoch weit hergeholt finde.
Vielleicht liegt es daran, daran und an Micks treudoofer Art, die mich irgendwie mit der Zeit ein wenig genervt hat… Es ging mir auch teilweise einfach zu schnell und das mag ich einfach gar nicht. Ihr wisst ja… bei mir muss es sich alles ein wenig ausführlicher entwickeln und ich hatte eigentlich auch gehofft, dass es bei so vielen Seiten der Fall sein wird – aber Pustekuchen. Auch gibt es wieder den einen oder anderen „Zufall“, so was nervt einfach. Fällt denn niemanden mal was Besseres ein?
Dafür habe ich sehr gemocht, dass es kein übermäßiges Drama gab. Wenn mal ein Problem war, wurde es irgendwann gelöst und gut. Kein endloses Gejammer, etc.
Und auch die Sexszenen haben mir gut gefallen. Sehr ausführlich, sehr kreativ und mit BDSM gespickt , genau so, wie ich es mir erhofft hatte. Vielleicht kommt hauptsächlich „harmloses“ BDSM darin vor, aber das finde ich okay, weil die Geschichte auch viel Story bietet. Vielleicht ist es ein wenig eine ulkige Story, aber das macht ja nichts. Und ich mag einfach, dass man hier langsam an den BDSM rangeht und dass es auch wirklich gut geschildert ist. Ich denke, gerade, wenn man sonst nicht viel mit BDSM am Hut hat, kann man sich hier schön rein finden.
Und ich glaube, so kann man es generell sagen: für mich war es vielleicht nicht ganz so das perfekte Buch, aber ich glaube, dass es vielen von euch gefallen wird und ich schätze mal, dass auch Leute, die mit BDSM eher nicht so viel anfangen können, hier nicht enttäuscht werden, weil die Geschichte schon ganz süß gemacht ist. Probiert es ruhig mal aus, schaden kann es nicht.
Ach und lasst euch nicht in die Irre führen. Ich weiß nicht, warum das Buch „24/7“ heißt, aber damit hat es nichts zu tun.

Mittwoch, 26. Juli 2017

Question&Answer: BDSM [K]

Hi ihr Lieben!

Eine liebe Leserin, die gute Cordi, hat mich auf die Idee gebraucht, ein Q&A zum Thema BDSM zu machen. Ich habe ihr schon mehrmals erzählt, dass sich einige Leute mit Fragen an mich gewandt haben und als ich dann gefragt habe, was man denn noch so in der BDSM-Themenwoche bringen könnte, kam von ihr die Idee, euch nach euren Fragen zu fragen.
Das habe ich getan und einige von euch haben sich auch getraut, etwas dazu beizusteuern. Hier nun also meine Antworten:

Ist das Nutzen eines Safewords ein Zeichen von Schwäche?
Nein, ich denke nicht, dass man das so sehen kann. Wenn man etwas nicht möchte, dann muss man das gerade im BDSM auch klar und deutlich sagen, ansonsten macht es ja auch keinen Spaß mehr und ist im Prinzip Misshandlung. Der große Unterschied dazu ist ja, dass im BDSM alles freiwillig ist – was wäre es dann, wenn der/die Sub einfach alles erträgt, obwohl er/sie es gar nicht will?
Natürlich kann es sein, dass mit dem Nutzen eins Safewords auch erstmal ein wenig Enttäuscht aufkommt. Aber ich glaube, ein guter Dom ist dann nicht enttäuscht vom Sub, wenn dieser abbricht, sondern eher von sich selbst. Immerhin ist es nach wie vor die wichtigste Aufgabe des Doms, darauf zu achten, dass es Sub gut geht. Hat man nicht gemerkt, dass der andere Part nicht mehr so viel Spaß an der Sache hat, dann war man wohl nicht aufmerksam genug und das ärgert einen dann wohl mehr, als der eigentliche Abbruch.
Letztlich kennt man ja auch die Grenzen des Subs im Vorfeld. Man weiß ja, was derjenige mag und nicht mag und solange man sich in diesem Rahmen bewegt, ist ein Safeword ja eigentlich auch nicht nötig.
Viele benutzen ja auch mehrere, so dass ein Safeword nicht zum sofortigen Abbruch führt, sondern erstmal nur „langsamer“ oder „weniger“ bedeutet.
Ich denke, gerade dadurch muss man sich auch als Sub keine Gedanken machen, es zu nutzen. Ich finde nicht, dass es ein Zeichen von Schwäche ist, es zu benutzen. Ich meine, es mag sein, dass es manche gibt, die ständig damit um sich werfen, weil sie nichts verkraften und das halte ich nicht unbedingt für richtig. Es ist nicht verkehrt, auch mal an seine Grenzen oder ein wenig darüber hinaus zu gehen. Allerdings in einem gesunden Rahmen. Und da dieser Rahmen für jeden anders aussieht, muss auch jeder selbst wissen, wann er das Wort verwendet. Aber solange man es letztlich im besten Wissen verwendet, braucht man sich danach nicht Gedanken machen.
Es ist auch falsch, wenn dem Sub dann vermittelt wird, er wäre nicht stark oder gut genug. Aber ich glaube auch nicht, dann ein verantwortungsvoller Dom das tun würde. Letztlich geht es ja nicht darum, Stark zu sein, sondern darum, Spaß zu haben und sich fallen lassen zu können.
Und es ist auch nicht gut, sich als Sub dann darüber Gedanken zu machen, ob man dann seinen Dom enttäuscht. Wie gesagt, ein guter Dom sollte höchstens von sich selbst enttäuscht sein und auch das nicht allzu sehr. Wir sind doch alle nur Menschen und machen nun einmal Fehler. Sowas passiert und statt sich dann Gedanken zu machen, sollte man einfach miteinander reden. Das sollte man eh. Und mit genügend Kommunikation wird es dann vielleicht auch nicht mehr so schnell zur Nutzung des Wortes kommen. Gerade wenn man nämlich auch schon länger miteinander spielt und sich gut kennt, ist die Verwendung eines Wortes sehr selten.
Manche Paare spielen sogar ohne, weil sie sich einfach genug vertrauen und wissen, wie weit sie gehen können. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Aber wer schon ein Safeword ausmacht, sollte keine Scheu haben, es im Zweifelsfall auch zu nutzen.

Sind BDSM-Romane denn wirklich authentisch?
Ganz ehrlich? Nein! Die meisten Romane sind das nicht, aber das ist wohl auch in Ordnung, immerhin sind es Romane. Welcher Roman ist schon immer komplett realistisch?
Ich meine, es gibt schon Bücher, die halbwegs der Realität angepasst sind. Die auch mal simple Probleme in einer (BDSM-)Partnerschaft ansprechen oder Sexflauten, weil auch bei kinky Sex vielleicht irgendwann mal die Lust vergangen ist.
Aber die meisten Bücher schildern BDSM-Beziehungen als perfekt. Es gibt wahnsinnig abwechslungsreiche Sexszenen und meistens ist es auch total in den Alltag integriert.
Aber eigentlich ist das nicht immer so. Auch BDSM-Sex wiederholt sich mal, weil keinem mehr was Neues einfällt. Und manchmal ist der Alltag auch einfach zu sehr im Weg, um wirklich irgendwelche Sessions abhalten zu können.
Es gibt Paare, die haben Kinder. Da geht das eben nicht immer.
Andere haben viel Stress auf Arbeit und halten dann keine Session ab, bevor noch die Kontrolle verloren geht…
Und auch wenn sicherlich einige ihre D/s-Beziehung mit in den Alltag nehmen, so sind auch viele Paare im Alltag einfach ganz „normal“, also gleichgestellt und auch mal unzufrieden oder streitig. Dieses ganze 24/7, dass in den Büchern so häufig der Fall ist, dass leben wirklich wenig Paare aus, entweder weil es anders nicht geht oder weil sie es auch einfach nicht anders wollen.
Auch sonst sind BDSM-Romane immer sehr ausgeschmückt. Nicht häufig ist ein Dom reich und hat ein wahnsinnig ausgestattetes Spielzimmer mit allerlei Schnickschnack. Die Wahrheit ist: Toys und gerade richtige BDSM-Einrichtung sind sehr teuer und nicht jeder hat Geld und Platz, sich ein Andreaskreuz ins Schlafzimmer zu stellen. Oder in den Keller. Wir haben z.B. nicht mal einen richtigen Keller.
Und auch nicht jeder Dom ist reich. Es mag sein, dass manche relativ erfolgreich in ihrem Job sind, weil sie einfach von Natur aus eine durchsetzungsfähige, starke Persönlichkeit haben. Aber andere können auch nur im Schlafzimmer richtig aus sicher heraus. Also ist auch das eher ein Mittel der Autoren, es sich möglichst einfach zu machen.
Ach ja, das wichtigste von allen: Nicht jeder Sub ist ein naiver, unselbstständiger, mimosenhafter Trottel. Es ist wirklich schlimm, wenn in Büchern Subs als hilflos und wenig lebensfähig hingestellt werden, nur damit es sehr süß ist, wenn der Dom sich dann dem Sub richtig annimmt.
Es ist eben, wie es immer ist: Klischees werden gerne in Romanen ausgelebt, auch, weil es einfach ist, als etwas Strukturierteres zu Papier zu bringen und wenn man es liest, dann erfreut es einen vielleicht, weil man einfach nur ein Buch lesen will und keinen Erfahrungsbericht – aber letztlich sollte man es sich doch vor Augen führen: Ein Buch ist ein Buch und nicht alles, was darin steht, kann man glauben.

Wie funktionieren komplexe 24/7-Beziehungen?
Glaubt mir, das ist eine echt schwierige Frage, die auch ich vielleicht nicht ausreichend beantworten kann. Es ist schon mal eine ziemlich große Entscheidung, wenn beide Partner damit zurecht kommen, ihre Rollen ständig, jeden Tag die Woche aufrecht zu halten. Denn das ist schwer. Auch ein Dom knickt mal ein und auch ein Sub hat mal einen Wutausbruch. Aber ich denke, man muss sich da auch ein wenig von der Vorstellung distanzieren, dass dann immerzu alles nur auf dieser D/s-Basis abläuft. Das geht einfach nicht. Man hat auch Alltag und muss auch als Paar mal „normal“ miteinander umgehen. Und auch hier muss es Safewords geben, die einen notfalls das ganze mal abbrechen und in „normaler“ Beziehung klären lassen können. Ansonsten wird es wirklich ungerecht, denn man darf einen Sub nicht in soweit dominieren, dass er nur doch auf das Sub-Dasein reduziert wird. Das ist ungesund und auch nicht richtig.
Wie das dann funktioniert? Man kann natürlich aus alltäglichen Dingen kleine Gründe für eine Strafe machen. Z.B. wenn Sub das Essen versalzen hat. Wenn man Befriedigung darin findet, dass Spiel so weit zu treiben, dann ist das auch nicht ungerecht oder sinnlos, sondern einfach eine Art, das Spiel in den Alltag zu integrieren. Und wenn es jemanden dann anmacht, wegen versalzenen Essen bestraft zu werden, dann ist so ein kleines Spanking auch nicht verkehrt.
Aber natürlich ist das ein Extrem, dass man nicht nachvollziehen kann, wenn man nicht in dieser Szene aktiv ist und vielleicht auch nicht, wenn man es ist. Aber ich kann den Reiz dahinter schon irgendwie nachvollziehen. Solch kleine Dinge sorgen dann doch mal für ein kurzes erotisches Prickeln, was den Alltag sicher auch verschönern kann.
Vielleicht mag das von Außen ein wenig Hart wirken. Vielleicht hat man auch als Außenstehender das Gefühl, dass so was recht herz- oder gar lieblos ist. Aber dem ist nicht so. Man darf es nicht so sehen, dass der Dom ein Arsch ist, der den Sub straft, weil er zu blöd zum salzen ist. Eher ist es so, dass er dem Sub gibt, was dieser sich wünscht. Und das ist Liebe, jemand zu geben, was dieser will/braucht. Naja, und wenn man dann selbst noch was davon hat… ;D
Ich glaube, es mag auch ein Problem sein, dass in Büchern sehr oft 24/7 geschildert wird, weil es auch reizvoll ist und mal etwas anderes als eine langweilig Session. Aber man kann da auch nicht alles so ernst nehmen… Ich schätze, in den meisten Fällen lässt sich 24/7 nicht richtig realisieren und wenn, dann auch nicht zwingend so, wie in Büchern dargestellt.
Und ich glaube, man bewegt sich da auch scharf an der Grenze zum Ungesunden. Übertrieben ausgeführt, kann es gut sein, dass man einen Sub damit wirklich psychisch kaputt macht. Oder den Respekt verliert. Aber das ist wieder etwas anderes und entsteht sicher nicht durch ein kleines Spanking wegen versalzenem Essen. Was ich damit nur sagen will: Es geht sicher auch 24/7 gut, aber dann mit Maß und Ziel. Wer das für sich möchte, der wird das auch für beide Parteien gut umsetzen können. Und alle anderen begnügen sich sicher auch mit weniger.

Wie kann man sicher sein, dass z.B. in einem Club die Grenzen des Subs eingehalten werden?
Nun ja, wenn man jetzt ganz ehrlich antworten möchte, dann ist die einzig richtige Antwort: Sicher sein kann man sicher nie! Man kann immer, immer, immer an einen Idioten geraten, der keine Verantwortung besitzt und dem es nur um seinen eigenen Spaß geht. Aber generell ist es ins Clubs schon durchaus so, dass man die Grenzen eines Subs akzeptiert. Ich habe es ja schon gesagt, ein Safeword zu übergehen, wäre Misshandlung/Vergewaltigung. Damit macht man sich also strafbar, weil dann der einvernehmliche Teil wegfällt. Also wird viele schon das bloße Gesetzt davon abhalten, so etwas zu tun. Vor allem, wenn sie in der Öffentlichkeit spielen. Und das bietet der Club ja auch: Schutz durch Öffentlichkeit.
Gerade in Clubs achtet man natürlich schon darauf, dass alle Gäste nach den Regeln spielen und wer sich nicht daran hält, riskiert Hausverbot. Oft sind solche Clubs auch recht exklusiv. Zumindest gehen da ja meist die gleichen Menschen hin, man kennt sich untereinander. Das ist zum einen leichter für einen Sub, aufgrund des guten Rufs eines Doms zu agieren, aber es ist auch so ein Stück Sicherheit: wenn jeder jeden kennt, geht es ja auch um das eigene Ansehen. Man will ja nicht negativ auffallen. Und notfalls sind ja genug Leute da, die eingreifen können, wenn sie das Gefühl haben, irgendetwas läuft falsch.
Außerdem werden Doms, die normal ticken, ihre Lust auch dadurch gewinnen, dass sie ihrem Sub Lust bereiten – und das funktioniert nicht, wenn sie sich über dessen Regeln hinwegsetzen.
Voraussetzung ist deshalb ganz klar: Kommunikation. Wenn man sich fremd ist, ist es wichtig, vorher miteinander zu reden. Wer da schon nicht konkret nachfragt, der hat auch kein Ehrgefühl und kein Verantwortungsbewusstsein – mit so jemanden braucht man sich dann schon gar nicht einlassen.
Und die goldene Regel gilt hier genauso wie überall: am besten im Club spielen und mit niemanden nach Hause gehen. Dann kann so viel gar nicht passieren und dann fällt es einem als Sub sicher auch nicht schwer, sich in fremde Hände zu begeben.
Hinzu kommt ja noch, dass es immer einen gewissen Nervenkitzel bereithält, mit jemand fremdes zu spielen – und für viele ist genau das ja der Reiz. Ähnlich, wie viele es ja auch gut finden, in einem „normalen“ Club einen Quickie im Darkroom abzuhalten.

Wie ist es möglich, jemandem dermaßen zu vertrauen?
Das kann ich wohl gar nicht wirklich beantworten. Es kommt wohl einfach auf einen selbst an. In dem Moment will man ja vertrauen, weil man ja Lustgewinn zum Ziel hat – und das geht eben nur mit einem gewissen Grad an Vertrauen. Sonst kann man sich ja nicht fallen lassen und dann funktioniert das Spiel einfach nicht. Das heißt, man öffnet sich ja innerlich dafür – würde man innerlich blockieren, würde es nicht funktionieren.
Natürlich gibt es Leute, die von Natur aus sehr misstrauisch sind. Dann ist es schwierig, in dem Moment loszulassen. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie diese es dann überwinden, um in dem Moment ganz Sub sein zu können.
Vielleicht ist es auch oft ein wenig „learning by doing“. Wenn man einem Dom anfangs nicht vertraut, dann aber merkt, dass bei ganz harmlosen Sachen definitiv Sicherheit gegeben ist, wird man leichter mit dieser Person auch einen Schritt weiter gehen können. Und dann noch einen und noch einen und…
Trotzdem ist Fakt: Man muss sich darauf einlassen. Wo ein Wille ist, findet sich dann schon ein Weg.
Viel liegt auch am Dom. Ich sage es immer wieder: Kommunikation ist alles. Man muss sicher nichts zerreden. Aber ein kurzes Nachfragen hat noch keinem geschadet und zeigt dem Sub: Du bist in guten Händen, ich kümmere mich.
Ich glaube, da spielt einfach sehr viel zusammen, aber letztlich kann ich da nicht für jeden sprechen. Manche vertrauen ja auch fremden Menschen. Ich könnte das nicht. Aber ich habe genug Vertrauen in meinen Partner. Manche haben auch das nicht, okay. Aber daran sieht man ja schon, dass das eine ganz individuelle Geschichte ist.
Aber letztlich schätze ich, wenn man wirklich im tiefsten Inneren diese „Gelüste“ hat, dann findet man einen Weg, genug zu vertrauen, um sich selbst damit etwas Gutes zu tun.

Wie kann es sein, dass sich ein selbstbewusster Mann so unterordnet?
Nun, wie soll ich das beantworten? Ist es denn verkehrt, wenn man mit beidem Füßen fest auf dem Boden steht, aber sich beim Sex mal so richtig gehen lässt? Es gibt viele Männer (Und auch Frauen! Ich weiß, wir reden hier die ganze Zeit von Männern, aber es gibt auch starke Frauen, die Subs sind. Das soll ja nicht unerwähnt bleiben!), die das einfach als Ausgleich brauchen. Oft trifft das Klischee zu, dass Männer/Frauen in Führungspositionen sich in ihrer Freizeit den Hintern versohlen lassen, weil sie das einfach als Ausgleich zu ihrem verantwortungsvollen Job brauchen – damit auch sie mal die Zügel aus der Hand geben können.
Ich meine, es ist doch auch so: egal wie stark man ist, jeder muss auch mal schwach sein dürfen. Egal wie selbstsicher man ist, es gibt doch nichts schöneres, als sich auch mal einfach an eine starke Schulter lehnen zu können.
Aber auch sonst… es gibt doch keinerlei Widerspruch dazu, ein selbstbewusster Mensch zu sein und sich im Bett als Sub unterzuordnen. Genauso wie es im Umkehrschluss ja auch sein kann, dass man sonst eher still ist, aber im Bett gerne den Ton angibt…
Ich glaube auch nicht, dass man das als Gegenteil sehen sollte. Ein Mensch ist doch unglaublich vielseitig und keiner kann immer nur Stark sein.
Wobei ich eines auch immer wieder sagen muss: Als Sub muss man stark sein! Viele denken immer, ein Sub tut nichts, lässt sich lenken und dominieren – aber so einfach ist das nicht. Es ist viel komplexer. Ein Sub braucht Mut, sich jemanden zu unterwerfen. Und Willensstärke, etwas auszuhalten, um seinem Dom Freude zu bereiten. (und sich selbst) Ein Sub zeigt Seiten an sich, die er sicher nicht jedem unter die Nase reiben möchte, er offenbart sich auf eine Art und Weise an den Dom, die sehr intim ist. Es zeugt von Stärke, wenn man so sein kann, wie man im Inneren ist. Es zeugt von Stärke, seine Gefühle einfach nach draußen zu lassen. Es zeugt von Stärke, einfach nur Mensch zu sein und nicht Chef oder Vater oder Ehemann oder meinetwegen auch Briefträger.
Es ist kein Widerspruch, als Sub selbstbewusst zu sein. Im Gegenteil. Ich kenne niemanden, der selbstbewusster ist, als ein Sub in dem Moment, in dem er einfach nur er selbst ist.

Wann ist die Grenze zur Demütigung erreicht?
Auch das ist wieder eine ganz individuelle Geschichte, weil für jeden anders. Für manche ist es vermutlich schon peinlich genug, wenn sie beim Spiel nackt sind und der Dom voll bekleidet. Andere fühlen sich dann noch lange nicht entblößt und müssen erst beleidigt oder angepinkelt oder was weiß ich werden, um wirkliche Demütigung zu erfahren.
Was einen letztlich den gewünschten Effekt bringt, muss jeder für sich selbst herausfinden bzw. muss wahrscheinlich eher der Dom herausfinden, wie er seinen Sub ein wenig in Verlegenheit bringen kann.
Und letztlich ist es auch nicht immer für jeden erregend, gedemütigt zu werden. Manche empfinden daraus gar keine Lust, sondern stehen mehr auf Schmerzen oder Fesselung. Also beginnt es ja nicht erst bei der Frage, wann die Grenze zur Demütigung erreicht ist, sondern schon dabei, ob es den Sub überhaupt Lust verschafft, gedemütigt zu werden.
Aber wie gesagt – ganz generell, nicht nur auf Demütigung begrenzt – ist es wirklich eine ganz individuelle Geschichte, wann jemand befriedigt ist.
Ganz egal aber, um was jetzt geht, ist wohl eines klar: Es wird sicherlich keine konkrete Grenzen geben, bei der man sagt: So, jetzt ist der Punkt erreicht! Bei jedem braucht es mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger… und oft kann es auch ganz spannend sein, ein klitzekleines bisschen über seine Grenzen hinaus zu gehen… Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte…
Sorry, wenn ich hier nicht konkret antworten kann, aber mehr kann ich dazu echt nicht sagen.

Samstag, 22. Juli 2017

Grenzen 2 (Gabriella Queen) [Q]

Titel: Grenzen 2
Autor: Gabriella Queen
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 30 Seiten
Beschreibung: Julians Leben könnte perfekt sein, guter Job, tolle Freundin. Aber in Wahrheit sehnt er sich nach etwas ganz anderem und als sein Chef ihn auf Arbeit dabei erwischt, wie er sich einen schwulen BDSM-Porno ansieht, nimmt das Chaos seinen Lauf. Denn plötzlich wird ihm ein Angebot gemacht, dass alles verändern kann.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist Teil 2 einer Reihe und man muss Teil 1 kennen, um es lesen zu könne. Sonst kommt man vielleicht nicht in die Story. Es geht danach auch noch weiter.
Ehrlich gesagt stört es mich ein bisschen, dass die Story als lauter kleine Kurzgeschichtenteile veröffentlicht wird, ich hätte es lieber gehabt, wenn man ein richtiges Buch herausgebracht hätte. Potential dazu haben die Geschichten allemal, sie sind nämlich richtig gut. So kommt es mir leider so vor, als würde man jedes Kapitel einzeln hochladen und dafür ordentlich kassieren. Muss doch echt nicht sein, so was finde ich echt nicht gut. Außerdem ist es natürlich blöd, dadurch das es nahtlos an Teil 1 anschließt, man aber jetzt auf Teil 3 warten muss, kommt man schnell wieder aus der Geschichte heraus.
Diesmal gibt es eine erste richtige Sexszene, die wahnsinnig ausführlich und gut beschrieben wird. Die ganze Zeit ist erkennbar, dass es sich um verantwortungsvollen BDSM handelt, welcher richtig, richtig, richtig gut dargestellt wird.
Auch sonst überzeugt die Story wieder mit einem guten Stil, ein wenig Humor und einem schönen Drumrum. Es kommt immer mal wieder auch einfach nur der Alltag zur Sprache und auch Gedanken und Sorgen.
Man merkt auch, wie sich die Beiden langsam annähern und Vertrauen aufbauen, weil es einfach schön nachvollziehbar geschildert ist.
Eine klare Leseempfehlung, trotz meiner Kritik, was diese Veröffentlichungsstrategie betrifft.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Kann sich ein Sub in seinem Dom verlieren? [K]

Anlass für diese Kolumne war eine Frage einer Leserin, die mich ehrlich gesagt ziemlich erschrocken hat. Da ihre Auffassung aber leider etwas ist, dass Unwissende öfters einmal verwechseln, dachte ich, gehe ich mal näher darauf ein.
Dieser Meinung nach setzt sich BDSM mit Selbstaufgabe gleiche. Heißt, man glaubt, dass der Sub eine schwache Persönlichkeit haben muss und sich deshalb rumschubsen lässt. Jetzt jemand anderem zu dienen, bedeutet damit, seine eigene Persönlichkeit abzustreifen und nur noch auf Befehl von jemand anderen zu leben.
Selbstverständlich ist das Blödsinn. Um Gottes Willen, Leute, das ist einfach komplett das Gegenteil von dem, was BDSM eigentlich darstellt.
Man kann nicht davon ausgehen, dass sich ein Sub selbst aufgibt, wenn er sich seinem Dom hingibt. Das sagt ja schon das Wort. Hingabe ist nicht Aufgabe! Und tatsächlich hat der Sub ja auch einfach dem Drang, den Befehlen des Dom zu gehorchen und damit erfüllt er sich ja selbst den Wunsch des Gehorsam. Heißt, er tut es ja nicht, weil er unterbuttert wird, sondern weil er es selbst will.
Dies wiederum bedeutet, dass ein Sub auf gar keinen Fall eine schwache Persönlichkeit hat. Im Gegenteil, es gehört sehr viel Mut – und natürlich auch Vertrauen – dazu, sich jemand anderem so auszuliefern. Jemand, der schwach im Willen ist, der wird tatsächlich geführt, aber nur, wer stark im Willen ist, lässt sich führen. Versteht ihr jetzt vermutlich nicht, oder? Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Man darf einfach nicht davon ausgehen, dass der Sub passiv ist. Er lässt es nicht einfach geschehen, dass mit ihm gemacht wird, was jemand anderes möchte, sondern er erlaubt es. Dafür gibt es ja auch das Safeword. Am Ende entscheidet immer noch der Sub, nach welchen Regeln gespielt wird. Damit hat er eigentlich die Kontrolle. Und deshalb gibt er sich nicht selbst auf, sondern hat in gewisser Weise sogar die Zügel in der Hand.
Ich kann schon verstehen, dass es nach Außen hin leicht so aussieht, als würde man als Sub wirklich seine eigene Persönlichkeit opfern und nur noch dienen, aber in den meisten Beziehungen bezieht sich BDSM ja meist nur auf Sex oder gewisse Dominanzspiele im Alltag… nichts, was jetzt dauerhaft Bestand hat. Das heißt, außerhalb des Spiels hat der Sub ja noch immer seine eigene Persönlichkeit und auch während des Spiels legt er diese ja nicht komplett ab. Im Gegenteil, das Wesen eines Menschen kann man ja nicht mal eben über den Haufen werfen. Natürlich kann es sein, dass man gewisse Bereiche für ein Spiel unterdrückt, andererseits wird das Spiel ja auch erst dadurch spannend, dass die Persönlichkeit eben trotzdem da ist. Würde ein Sub immer nur brav gehorchen, wo bliebe dann der Spaß?
Heißt, jemandes Persönlichkeit zu nehmen, könnte man nur schaffen, in dem man ihn bricht und dies wiederum ist Misshandlung und kein BDSM. Und das BDSM keine Misshandlung darstellt, ist ja wohl klar.
Wo die Grenzen teilweise verschwimmen, ist bei Spielen, die wirklich 24/7 sind. Ich denke, da kann es durchaus auch mal passieren, dass es ins ungesunde abrutscht, aber auch hier wird so was in den meisten Fällen nicht passieren. Solange der Sub auch hier ein Safeword hat und in der Lage ist, eigene Entscheidungen zu treffen, ist auch alles in Ordnung.
Im Übrigen muss ich das jetzt einfach auch mal sagen: Ein guter Dom wird immer das Beste für seinen Sub wollen und dazu gehört nun mal auch, diesem Entscheidungen zu überlassen und ihm einfach in seinem Vorhaben zu unterstützen. Kein guter Dom hat das Ziel, seinen Sub zu brechen und gefügig zu machen, sondern er wird ihn immer als eigenes Individuum sehen, dass es durchaus zu beherrschen aber auch zu fördern gilt.
Auch ist es ja so, dass eine BDSM-Beziehung oft auch eine Liebesbeziehung mit sich führt – und selbst, wenn es nur um Sex geht, gibt es da sehr viel Wertschätzung zwischen den Parteien. Niemand würde doch jemanden, der ihm wahnsinnig wichtig ist, Schaden zufügen wollen. Im Gegenteil. Von daher würde ja nie jemand wollen, dass sich der andere selbst aufgibt. Also: Totaler Blödsinn. Diese Denkweise bitte aus dem Gehirn streichen, okay? Fein!
Jules :)

Samstag, 15. Juli 2017

Grenzen 1 (Gabriella Queen) [Q]

Titel: Grenzen 1
Autor: Gabriella Queen
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 26 Seiten
Beschreibung: Julians Leben könnte perfekt sein, guter Job, tolle Freundin. Aber in Wahrheit sehnt er sich nach etwas ganz anderem und als sein Chef ihn auf Arbeit dabei erwischt, wie er sich einen schwulen BDSM-Porno ansieht, nimmt das Chaos seinen Lauf. Denn plötzlich wird ihm ein Angebot gemacht, dass alles verändern kann.

Meine Meinung:

Diese Kurzgeschichte ist der erste Teil einer Reihe, die auch zusammenhängend gelesen werden muss.
In diesem ersten Teil passiert noch nicht sehr viel, auch nicht, was den BDSM angeht. Der Protagonist ist selbst noch unerfahren und muss erstmal in die komplexen Regeln eingeführt werden. Ich finde es super, dass dies ins Buch mit eingebaut wird und ich finde auch die Umsetzung klasse. Dadurch bekommt man nämlich auch als unerfahrener Leser einen guten Überblick und versteht as Thema besser.
Es gibt noch keine richtig Sexszene, allerdings ist das bisschen, was man vorgesetzt bekommt, schon wahnsinnig erotisch und macht total viel Lust auf mehr.
Auch sonst ist die Geschichte gut gestaltet, es gibt eine schöne Story drum herum, dreht sich also nicht nur um Sex. Gefühle und Gedanken der Protagonisten werden super vermittelt, so dass man sich in die Charaktere und die Story fallen lassen kann. Auch sonst ist der Stil wirklich schön, teilweise mit einem gewissen Witz, aber an passender Stelle auch mal etwas ernster – gefällt mir wirklich gut.
Wie gesagt, es ist ein Mehrteiler und dadurch gibt es am Ende auch einen Cliffhanger, also nur lesen, wenn ihr Lust auf die ganze Reihe habt. Bei der geringen Seitenzahl ist es aber sicher eine Überlegung wert, ich fand es jedenfalls schon mal großartig und freue mich auf Teil 2.

Mittwoch, 12. Juli 2017

Das kleine BDSM-ABC [K]

Huhu!

Weil einige von euch es sich gewünscht haben, habe ich heute eine kleine ABC-Liste mit den gängigsten BDSM-Begriffen für euch vorbereitet. Ich hoffe, das kleine „Lexikon“ kann euch das eine oder andere Wort näher bringen.

ALLES WAS IHR HIER LEST GESCHIEHT AUF FREIWILLIGER BASIS UND MUSS SEHR SORGFÄLTIG UND VORSICHTIG AUSGEÜBT WERDEN!
FALSH AUSGEFÜHRT, IST ALLES HIER GEFÄHRLICH UND IHR SOLLTET ES NUR NACHMACHEN, WENN IHR EUCH DAMIT AUSKENNT!
ALLGEMEIN GILT: JEDER MENSCH HAT ANDERE VORLIEBEN UND FETISCHE, VON DENEN ICH NICHT WILL, DASS SIE AUF MEINEM BLOG VERURTEILT WEREN!

A
Abbinden: Hierbei werden Körperteile abgebunden, um sie z.B. schmerzempfindlicher zu machen. Das Tragen eines „Cockrings“ verzögert zudem einen Orgasmus
Ampelcode: Eine gängige Methode, die als „Safeword“ angewendet wird. Grün bedeutet, alles ist in Ordnung, Gelb bedeutet langsamer machen und Rot bedeutet Stopp
Angstspiele: Spiele bei denen man gezielt mit den Ängsten des Sub spielt. Folglich können sie sehr unterschiedlich ausfallen, da ja jeder vor etwas anderem Angst hat. Das kann von einfacher Androhung von Strafen bis hin zum Spiel mit Ängsten wie Höhe oder Enge alles sein
Atemkontrolle: Hierbei erschwert oder unterbricht der Dom kurzzeitig die Atmung des Subs. Entweder mit Toys, den bloßen Händen oder z.B. auch durch den „Deep Throat“ beim Blasen
Augenbinde: Ein einfaches Hilfsmittel um den Sub die Sicht zu nehmen und so sensibler zu machen
Absturz: Emotionaler Absturz der während oder nach einem Spiel auftreten kann, weil es zu heftig war oder der Dom bzw. Sub aus anderen Gründen einfach emotional aufgewühlt ist. Deshalb ist die „Nachsorge“ auch so wichtig
Anal: Ist klar, beim Analsex wird der Penis in den After eingeführt
Andreaskreuz: Ein großes Holz-X, an welches der Sub gebunden werden kann

B
Bastonade: Dabei wird die Fußsohle gereizt, meist durch Schläge – ihr könnt euch die Stärke der Schmerzen vorstellen
BDSM: (=Bondage, Dominance, Submission, Sadism, Masochism) Überbegriff für alle Spiele, die mit Bondage, Machtgefälle und Schmerz zu tun haben
Beißen: Bisse werden zur Stimulation oder Bestrafung eingesetzt
Bestrafung: Wenn ein Sub nicht seine Anweisungen befolgt, kann der Dom ihn „bestrafen“, in dem er z.B. Spielarten anwendet, die der Sub nicht so mag (die aber natürlich noch innerhalb der Grenzen des Subs sind)
Bloodplay: Eine sehr spezielle Spielart, bei der z.B. „Cuttings“ zur Anwendung kommen können. Letztlich dreht sich alles ums Blut, fließt es erstmal, geht es auch um das Ablecken/Trinken/Whatever
Bondage: Bezeichnet im Prinzip sämtliche Fesslungsarten, die einen Sub in Position halten oder auch zum „Abbinden“ taugen. Gefesselt ist ein Sub dem Dom hilflos ausgesetzt, was auf viele großen Reiz ausübt
Branding: Manche reizt es, Brandmale oder Brandzeichen zu setzen bzw. zu bekommen


C
Cockring: Ein Ring, den man um die Peniswurzel anbringt, um so einen Orgasmus länger hinausschieben zu können
Cockcage: Ein enger Käfig, der um den Penis liegt und ihn so daran hindert, voll zu erigieren
CBT: (=Cock and Ball Torture) Folter von Hoden und Penis z.B. durch quetschen, langziehen oder leichte Schläge
Cutting: Hierbei wird Haut mit Messern oder ähnlichem eingeritzt. Gehört mit zu den „Klinikspielen“

D
Doggystyle: Wir alle kennen diese Sexstellung. Im BDSM ist sie deshalb so beliebt, weil der passive Part so in eine sehr unterwürfige Haltung gezwungen wird
Dogplay: Ein „Rollenspiel“, bei dem der Sub als „Hündchen“ des Doms auftritt
Deep Throat: Kennt ihr sicher, dabei wird der Penis beim Oralverkehr bis in den Rachen geschoben

E
Elektrostimulation: Durch kleine Elektroschocks wird der Sub stimuliert oder bestraft
Erniedrigung: Eine Form des Spiels, bei welcher der Sub mit Worten oder Gesten vorgeführt wird
Entführung: Im Bereich der „Angstspiele“ können auch Entführungsszenarien als Rollenspiel nachgestellt werden
Ertränkungsspiele: Dabei wird der Sub tatsächlich kurzzeitig unter Wasser gehalten, so dass er das Gefühl bekommt, zu ertrinken. Ist aber eher selten
Einlauf: Einführen von Wasser in den Anus, meist bei „Klinikspielen“ oder zur Vorbereitung von „Analsex“

F
Fesseln: Ganz einfaches Bondage, dass als gängige Art herhält, um den Sub zu bewegungsunfähig zu machen
Figging: Bei diesem „Tunnelspiel“ wird ein stück Ingwer in den Anus eingeführt, was mit der Zeit zu einem ziemlichen brennen führt
Fisting: Analer oder Vaginaler Sex mit der Faust
Folter: Bei Folterspielen werden dem Sub Schmerzen zugefügt. Meist in Zusammenhang mit Fesselungen
Flogger: mehrsträngige Peitschen, die je nach Material ziemlich sanft oder ziemlich schmerzhaft sein können

G
Gerte: Wie eine Reitgerte, nur oft mit breiterer Lasche. Etwas weniger schmerzhaft, aber richtig eingesetzt tut natürlich auch eine Gerte ordentlich weh
Gagball: Ein kleiner Ball, der als Knebel dient und oft mit einem Riemen am Kopf des Subs befestigt ist, so dass er ihn auch nicht einfach ausspucken kann

H
Halsband: Kann viele verschiedene Bedeutungen haben. Manche Subs nutzen es einfach als Zeichen der Submission, bei Paaren bedeutet es oft, der Sub ist an den Dom vergeben, wieder andere benutzen kein Halsband, für andere ist es nur ein typisches Kleidungsstück des Subs oder Teil des Spiels (z.B.: „Dogplay“)
Handschellen: Ein simples Mittel zur Fixierung des Subs

I

J

K
Katheder: Innerhalb der „Klinikspiel“ wird oft ein Katheder in die Harnröhre gelegt
Ketten: Mittel zur Fixierung des Subs
Klinikspiele: Sämtliche Spielarten, die strikt klinisch oder tatsächlich mit sozusagen Doktorspielen zu tun haben, z.B.: „Cuttings“, „Katheder“, „Piercings“, etc.
Knebel: Simples Mittel, um den Sub zum Schweigen zu bringen, oft dient es auch einfach der Erniedrigung
Käfig: Dabei wird der Sub tatsächlich in einen Käfig gesperrt
Klammern/Klemmen: Ein gutes Mittel, um z.B. die Nippel zu foltern
Kratzen: Einfache Art, Schmerz zu erzeugen oder zu verstärken
Kaviar: Spiele mit Kot, echt nicht jedermanns Sache
Knien: Eine häufige Position im BDSM, die die Unterlegenheit des Subs demonstrieren soll – und auch perfekt für Oralsex

L
Lack/Leder/Latex: Manche Leute mögen solche Kleidung auch ohne BDSM zu praktizieren, aber auch im BDSM-Bereich ist so was oft erwünscht

M
Maske: Masken haben unterschiedliche Funktionen. Viele sollen einfach nur die Sinne schärfen, in dem sie z.B. die Sicht bedecken, andere haben gewisse Formen, die z.B. das „Dogplay“ authentischer gestalten
Military: Militär-Rollenspiel. Dadurch, dass es beim Militär um viel Disziplin geht, passt das hervorragend zum BDSM
Mind-Fuck: Dabei soll der Sub sozusagen psychisch gefoltert werden. Er soll nicht wissen, was der Dom als nächstes tun und die eigentliche Folter ist dann z.B. nicht die Strafe an sich, sondern die Frage: Tut er es? Tut er es nicht? Wenn ja, wie wird die Strafe sein? Etc. 

N
Nachsorge: Viele sprechen es oft nicht an, aber ein Spiel endet nicht einfach, es ist oft wichtig, für den Sub auch hinterher da zu sein, um ihn emotional zu stabilisieren und evtl. Wunden, Fesselspuren und blaue Flecke zu versorgen
Nadeln: Spiele mit Nadeln können sehr unterschiedlich ausfallen und gehören in das große Feld der Klinikspiele
Natursekt: Dabei geht es um Urin in jeglicher Form. Trinken, Anpinkeln, alles kann sein

O
Oral: Gut, das ist klar. Blasen halt
Ohrfeigen: Ein Züchtigungsmittel, wobei oft der Schreck mehr wiegt als der kurze Schmerz
Orgasmuskontrolle: Hierbei wird immer dann der Reiz entzogen, wenn der Sub kurz vor dem Orgasmus steht. Durch das ständige verzögern, ist der Orgasmus letztlich um ein vielfaches intensiver

P
Plug: Übersetzt ein Stöpsel, mit dem man z.B. den After dehnen kann
Petplay: Bei diesem Spiel dient der Sub dem Dom als Haustier. Am bekanntesten ist das „Dogplay“
Piercing: Im Bereich der Klinikspiele kann es gut sein, dass der Dom den Sub pierct oder auch tätowiert
Ponyplay: Auch ein Tier-Rollenspiel, bei dem der Sub als Pferdchen herhält
Peitsche: Langer Lederriemen oder Strick, der ziemlich in die Haut einschneiden kann, aber meist nur in leichter Form zur Züchtigung verwendet wird
Paddle: Meist ein längliches Holzbrett mit flachem Ende, dass zur Züchtigung eingesetzt wird. Kann wehtun, ist aber meist noch recht angenehm, ähnlich wie ein Schlag mit der flachen Hand
Präsentation: Es gibt gewisse Positionen für Subs, bei denen z.B. ihre Genitalien gut zur Geltung kommen und die oft als Ausgangspose für das Spiel genutzt werden

Q

R
Rollenspiele: Ganz klassisch, Sexspiele, bei welcher der Sub und Dom eine gewisse Rolle einnehmen und ihr Spiel danach ausrichten (gibt es natürlich auch außerhalb der BDSM-Szene)
Rimming: Kennt man, das stimmulieren des Anus mit der Zunge. Dient oft zur Vorbereitung auf Analsex
Rohrstock: dünner Rattan- oder Weidenstock, die ziemlich in die Haut einschneiden und deshalb starke Striemen oder auch Wunden hervorrufen können

S
Safe, sane & consensual: (=sicher, gewissenhaft, einvernehmlich) Sozusagen das Motto des BDSM
Schwarzer BDSM: Überbegriff für den Bereich Bondage/Schmerz
Safeword: Irgendein banals Wort, dass nichts mit dem Sex zu tun hat und genutzt werden kann, wenn der Sub das Spiel ab- oder zumindest unterbrechen möchte, weil es seine Grenzen überschreitet
Schmerz: Der Sub wird sexuell stimmuliert, in dem man ihm Schmerzen z.B. durch das „Spanking“ zuführt
Spanking: Schläge, meist mit der Hand oder dem „Paddle“ auf den Po
Sling: Eine Schaukel, in der der Sub fixiert wird und gut zugänglich ist
Strappado: Eine Fesslungsart im „Bondage“, bei welcher die Hände auf den Rücken gefesselt und dann mit einem Seil nach oben gezogen werden. Der Sub steht breitbeinig, manchmal nur auf den Zehenspitzen. Es ist eine ziemlich anstrengende aber sehr beliebte Haltung, die jedoch eher etwas für Spieler mit mehr Erfahrung ist

T
Tunnelspiele: Spiele, bei denen es kein Zurück gibt. Einmal angefangen, müssen sie durchgezogen werden. Bestes Beispiel ist das „Figging“

U

V
Vanilla: So wird „normaler“ Sex bezeichnet
Vertrag: Manche erstellen Verträge, in denen Dom und Sub ihre Grenzen schriftlich niederlegen
Verleih: Dabei wird der Sub tatsächlich an einen anderen Dom ausgeliehen, so dass dieser ihn bespielen kann
Vergewaltigung: Im Bereich der Angstspiele, kann ein Sub auch „vergewaltigt“ werden – natürlich ist es keine richtige Vergewaltigung, der Sub könnte es abbrechen, wenn er wollte

W
Weißer BDSM: Überbegriff für den Bereich „Klinikspiele“
Wachs: Dabei wird mit Kerzenwachs Schmerz oder zumindest ein leichtes Brennen zur Stimulation ausgelöst

X

Y

Z

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24/7: Die D/s-Beziehung besteht 24 Stunden, 7 Tage die Woche – das heißt, man hört nie auf, sich in seinen Rollen zu befinden

Samstag, 8. Juli 2017

Beste Freunde liebt man nicht (Grace R. Duncan)

Titel: Beste Freunde liebt man nicht
Autor: Grace R. Duncan
Verlag: Cursed Verlag
Seitenzahl: 340 Seiten
Beschreibung: Ian und Kane sind seit jeher beste Freunde und führen zeitgleich eine D/s-Beziehung. Ian will schon länger mehr als nur das, aber Kane ist fest überzeugt, nicht lieben zu können, deshalb hat Ian Angst, ihre Freundschaft zu gefährden, würde er Kane seine Liebe gestehen.

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass mir dieses Buch wirklich richtig gut gefallen hat. Das lag zu einem großen Teil an tollen, wirklich ausführlichen BDSM-Szenen, die wahnsinnig gut dargestellt worden sind. In dem Buch ist jede einzelne Session wirklich sehr detailliert und liebevoll ausgearbeitet, man bekommt die Gefühle der beiden Männer dabei mit und erkennt, dass sie eine tiefere Verbindung als nu das reine Spiel zusammen hält. Und sie sind einfach wahnsinnig heißt erzählt. Es ist richtig sexy, die einzelnen Szenen zu verfolgen und es erfreut mich immer wieder aufs Neue, wenn ein Buch so was Schönes bieten kann.
Auch sonst hat mir das Buch richtig gut gefallen. Wenn man etwas mitbekommt, dann vielen, vielen Emotionen der beiden Protagonisten in dem Buch. Teilweise ist es wirklich bewegend und rührt einen, teilweise ist es einfach witzig – aber egal, was es ist, man ist immer Mitten im Geschen und weiß genau, was die Zwei denken und fühlen. Dieses komplexe Thema, in den besten Freund verliebt zu sein, aber aus Angst, die Freundschaft zu zerstören, nichts zusagen, wird wirklich sehr gut umgesetzt. Ich glaube, bisher habe ich das kaum in einem anderen Buch so schön ausgearbeitet vorgefunden. Es berührt einen, man verzweifelt zusammen mit Ian und kann aber auch verstehen, warum Kane so abblockt, was dieses Thema betrifft.
Besonders interessant umgesetzt finde ich dabei, dass es letztlich ihre D/s-Beziehung ist, die ein wenig die Brücke zwischen ihnen aufbauen kann. Nicht nur, weil Ian es dafür benutzt, Kane nahe zu kommen, sondern weil es Kane auch teilweise aufzeigt, wie wichtig Ian ihm eigentlich ist.
Man kann wirklich sagen, dass da sehr viele Komponenten letztlich zusammenführen, um das logische Happy Ende zu erzielen, was einfach sehr zum Lesespaß beiträgt. Es ist toll, wenn sich nicht alle Probleme sofort lösen und die Protas eine Weile umeinander herum tänzeln, auch wenn es einen als Leser schon ein bisschen frustrieren kann, wenn sie so lange dafür brauchen, zueinander zu finden. Einen kurzen Augenblick dachte ich, dass es vielleicht ein bisschen zu viel Zeit in Anspruch nimmt, aber je länger ich darüber nachdenke, desto passender finde ich den gesamten Ablauf in dem Buch. Ich glaube, bei so einem heiklen Ding ist dieses Tempo eindeutig die bessere Wahl, um das Buch realistisch zu gestalten.
Was mir auch gut gefallen hat, ist, dass es nicht kitschig ist. Okay, am Ende vielleicht mal ganz kurz, aber alles in allem ist weder sonderlich kitschig noch sonderlich dramatisch, sondern einfach sehr schön erzählt. Ich habe es auch in wirklich kurzer Zeit verschlungen, weil ich zum einen unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht und weil man einfach so gut in dem Buch versinken kann.
Ihr könnt euch vorstellen, dass mir folglich auch der Schreibstil sehr zugesagt hat. Ich fand ihn flüssig, schön in der Wortwahl und offensichtlich auch in der Lage, Gefühle zu übermitteln.
Wenn ich überhaupt Kritik äußern sollte, dann vielleicht nur, dass teilweise ein wenig viel von ihrer IT-Firma geredet wird… andererseits hat mir sehr gut gefallen, dass auch viel Alltag in das Buch eingebaut wurde und es somit realistischer wirkt… ich glaube, ich fand das mit der Firma nur ein wenig weit hergeholt… das also meine Kritik, die aber nicht sonderlich schwer wiegt, weil sie nicht unbedingt so viel Story ausmacht.
Also ganz klar eine Leseempfehlung von mir, auch was den BDSM betrifft. Der ist super geschildert und auch für Leser geeignet, die sich noch nicht damit auseinander gesetzt haben. Aber wie gesagt, auch der Rest des Plots ist sehr schön, deshalb kann man das Buch auch gut ganz unabhängig vom BDSM lesen.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Kann es in einer BDSM-Beziehung Liebe geben? [K]

Hallo ihr Lieben!

Neulich, als ich für die BDSM-Themenwoche nach Bildern gesucht habe, bin ich auf ein Forum gestoßen, in dem tatsächlich darüber diskutiert wurde, ob es in einer BDSM-Beziehung auch Liebe geben kann. Ehrlich gesagt habe ich das erst für einen Witz gehalten, bis ich die Beiträge dazu gelesen habe und erstaunt feststellen musste, dass manche Leute diese Frage wirklich ernst meinen.
Selbstverständlich kann ich nicht an so einem Thema vorbei gehen, ohne meine Meinung dazu loszuwerden. Deshalb hier meine Ansicht zu dieser doch sehr fragwürdigen Frage.
Also gleich vorweg die einzig richtige Antwort: Natürlich kann es in einer BDSM-Beziehung auch Liebe geben. Aber selbstverständlich ist das nicht alles, was ich dazu zu sagen habe. Stattdessen möchte ich einfach kurz auf die Argumente eingehen, die in dem Forum gefallen sind.
Zunächst etwas, das selbstverständlich auch richtig ist: BDSM ist eine Sexpraktik, in er es vor allem um Lustgewinnung geht und natürlich muss man diese Praktik nicht wirklich als sich liebendes Paar ausführen. Man kann auch einfach mit einem Fremden oder einem Bekannten oder was auch immer eine Session abhalten. Aber genauso verhält es sich ja auch mit „normalem“ Sex. Ich kann jetzt ja auch Sex mit einem Fremden haben, ohne den gleich heiraten zu müssen. Deswegen ist „normaler“ Sex aber trotzdem Bestandteil einer Liebesbeziehung und bei einem Pärchen, dass auf BDSM ist, ist eben diese Sexspielart Bestandteil ihrer Liebesbeziehung.
Jetzt herzugehen und zu behaupten, man kann jemanden nicht schlagen oder verletzen, wenn man ihn liebt, ist ja völliger Quatsch. Das zeigt nur, dass die Leute, die diese Äußerungen machen, keine Ahnung von BDSM haben. Letztlich schlägt man denjenigen oder diejenige ja, weil es für denjenigen oder diejenige Lust fördernd ist. Man darf ja nicht vergessen, dass BDSM immer noch einvernehmlich ist und nichts mit Misshandlung zu tun. Der devote Part möchte ja ausgepeitscht werden, es gefällt ihm. Und folglich zeit der dominante Part ja seine Liebe darin, demjenigen oder derjenigen dass zuzufügen, dass seinem/ihren Bedürfnis entspricht.
Hinzu kommt noch, dass gerade in einer BDM-Beziehung Vertrauen ein extrem wichtiger Faktor ist. Eine Session kann nie wirklich gut werden, wenn nicht gegenseitiges Vertrauen vorhanden ist. Das kann man selbstverständlich auch zu fremden Personen haben, aber man kann sich selbst zusammenreimen, wie intensiv dieses Vertrauen erst sein muss, wenn man wirklich ein Paar ist. Eben weil dann auch Liebe im Spiel ist. Und wenn man das dann noch weiter ausführt und ich z. B. 24/7-Paare anschaut… irgendwo müssen da ja schon Gefühle im Spiel sein, weil man es sonst einfach nicht miteinander aushalten würde. Aber nicht nur bei 24/7-Paaren sondern vor allem auch bei Paaren, deren Sexleben zwar aus Sessions besteht, die sonst ja aber „normal“ zusammenleben und einfach so auf Augenhöhe zusammen sind. Das würde doch niemand ohne Liebe ertragen.
Ich habe in einem der Beiträge gelesen, dass es zwar außerhalb der Session sehrwohl Liebe geben kann, man sie aber nicht mit in die Session nimmt. Auch diese Aussage halte ich für falsch. Natürlich ist es ein wenig komisch, wenn irgendwo zwischen Dirty Talk und noch mehr Dirty Talk ein „ich liebe dich“ hingesülzt wird, weil es einfach unpassend und irritierend ist, aber dennoch kann man seine Wertschätzung und Liebe durch ein Lob oder ähnliches zum Ausdruck bringen.
Oft gibt es ja aber auch sehr emotionale Sessions, in denen ein „ich liebe dich“ vielleicht auch nicht deplaziert ist. Da kommt es eben einfach auf die Situation an, aber eine strikte Trennung halte ich nicht für zwingend erforderlich.
Ich weiß echt nicht so genau, wie man darauf kommen kann, dass BDSM Liebe ausschließt. Oft findet man ja gerade über seine Neigung die große Liebe, weil man jemanden findet, der einfach 100%ig zu einem passt.
Wie gesagt, eine Trennung von BDSM und Liebe ist sehr wohl möglich, aber definitiv nicht zwingend erforderlich.
Jules :)

Samstag, 1. Juli 2017

City Cowboy (Marcel Duval)

Titel: City Cowboy
Autor: Marcel Duval
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 180 Seiten
Beschreibung: Luke ist single und der Richtige nicht in Sicht. Vor allem, weil er heimlich davon träumt, einmal unterworfen zu werden - am besten von seinem besten Freund.
Zu seinem 30. Geburtstag bekommt er einen Aufenthalt auf Calebs Range gescheckt, wo er jedoch nicht nur das Farmerleben kennenlernen darf.

Das Buch ist Teil einer Reihe, kann aber notfalls auch seperat gelesen werden.

Meine Meinung:

Ich muss ehrlich gestehen, zu diesem Buch fehlen mir die Worte. Ich weiß, das klingt jetzt fies und schrecklich, aber ich komme auf dieses Buch einfach nicht klar.
Das liegt jetzt nicht am Schreibstil, der ist eigentlich in Ordnung. Teilweise finde ich ihn ein wenig kindisch, wenn zu sehr geschwärmt wird und zum 20. Mal hintereinander betont wird, wie sexy doch wer auch immer ist, aber so generell kann man den Stil schon lassen. Zumindest kann man es flüssig lesen, sich in die Geschichte fallen lassen und an sich sind die Sexszenen sehr heiß beschrieben, was auch ein Pluspunkt ist.
Doch so heiß die Szenen im eigentlichen auch sind, gehen sie für mich einfach absolut gar nicht. Ich weiß nicht, ob ich da zu kleinlich bin, aber was in dem Buch abläuft, kann man nicht mit verantwortungsvollem BDSM vergleichen.
Von der Story her, ist es ja okay – Typ will BDSM mal ausprobieren, bekommt die Gelegenheit dazu und darf sich dominieren lassen. Wunderbar. Aber dann hört es auch schon auf. Gerade wenn das doch die erste Session ist, die jemand überhaupt jemals mitmacht – vor allem halt als Sub, da liegt ja das Problem -, dann kann ich doch nicht SOWAS wie in diesem Buch bringen. Darin wird einfach alles, alles, ALLES falsch gemacht, was man nur falsch machen kann.
Ich kann einen Sub nicht alleine irgendwo lassen – man kann ihm das Gefühl geben, aber man kann es nicht wirklich tun und wenn, dann nicht so wahnsinnig lange und ohne Wasser. Und schon gar nicht geht das, wenn ein Sub das erste mal spielt und keine Ahnung hat und vielleicht einfach einen psychischen Zusammenbruch erleiden könnte.
Außerdem muss man zu Anfang doch ein wenig erklären, was man da tut und man muss ihm UM GOTTES WILLEN doch irgendein Safeword geben, damit er abbrechen kann.
Ich will mich jetzt nicht verlieren, aber da jagt ein No-Go das nächste und ich war teilweise richtig wütend beim lesen.
Zumal es ja auch völlig falsch dargestellt wird. Man hat permanent das Gefühl, dass der Sub Dinge nur tut, weil er wirklich Angst hat. Ich weiß nicht, ob das nur schlechte Wortwahl darstellt oder man damit implizieren will, dass Angst beim BDSM vorherrscht, aber Angst hat damit nichts zu tun. Mit häuslicher Gewalt vllt, aber nicht mit BDSM.
Tja und auch der Plot an sich ist jetzt nicht wirklich super. Eigentlich gibt es überhaupt keine Story, es geht nur um Sex und die angeblichen Gefühle, die darin eine Rolle spielen, würde man nicht mitbekommen, wenn sie einen nicht ab und an erklärt werden würden.
Hätte man sich ein bisschen mehr mit BDSM auseinandergesetzt und hätte man ein bisschen mehr Story eingebaut, hätte das Buch echt schön werden können, aber so finde ich es wirklich nicht gut. Tut mir leid. Vor allem, da es ein Dreiteiler ist, ich aber mit Sicherheit keinen weiteren Band davon lesen werde. Mir reicht das hier schon.
Lest das bloß nicht, wenn ihr noch nie zuvor bei einem Buch mit BDSM in Kontakt gekommen seid, sonst bekommt ihr eine völlig falsche Sicht der Dinge.