Samstag, 5. August 2017

Wie man die Sterne zählt (Diana Wintermeer)

Titel: Wie man die Sterne zählt
Autor: Diana Wintermeer
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 442 Seiten
Beschreibung: Einfach einen Rucksack schnappen und damit in die weite Natur Schwedens wandern, das ist Nathans Traum. Leider unmöglich auszuleben, so muss er sich doch um seine Familie kümmern.
Als er Arik kennenlernt, ist er sofort fasziniert von dem Jungen und plötztlich scheint auch sein großer Traum immer näher zu kommen. Zusammen mit Arik macht er sich auf den Weg in die Freiheit und zu sich selbst.

Meine Meinung:

Bei diesem Buch weiß ich einfach nicht so genau, was ich davon halten soll. Natürlich fand ich es gut, keine Frage. Ich glaube, ein Buch von Diana Wintermeer, das mir nicht gefallen könnte, wird es niemals geben. Aber dennoch hat mir dieses nicht so gut gefallen, wie die anderen Bücher zuvor. Nur warum?
Ich glaube, es liegt daran, dass es doch ein sehr ruhiges Buch ist. Es geht sehr viel einfach um die Wanderung an sich und darum, wie sich die beiden Protagonisten annähern – und das ist auch wirklich toll umgesetzt. Man erkennt sofort, dass zwischen Ihnen eine Anziehung herrscht, kann mitverfolgen, wie sich dies langsam aufbaut und zu Liebe wird. Und auch das Wandern ist gut geschildert. Ich war erst in Schweden und zuvor habe ich dieses Buch gelesen und nun kann ich bestätigen, wie traumhaft es dort ist. Und irgendwie hat das Buch dann noch mal richtig meine Lust auf Schweden und auf Wandern geweckt. Ich mag auch dieses Szenario, der Welt einfach zu entfliehen. Das ist eine ganz neue Freiheit und man spürt beim Lesen richtig diese Freiheit.
Aber, wie schon gesagt, der Plot ist sonst eher ruhig, es passiert nichts dramatisches, außer einmal zum Ende hin. Ich will nicht sagen, dass ich großes Drama vermisse, ich finde, es muss auch ruhigere Bücher geben. Ich glaube auch, mit mehr Drama wäre das Buch schon wieder umglaubwürdig gewesen, deswegen ist es so schon okay. Aber doch ist es so, dass man lange nicht weiß, worauf das Buch hinaus will, weil man zunächst mit mehr Story rechnet. Wenn man sich dann damit abgefunden hat, dass da nicht viel mehr kommt, ist es auch schön, aber irgendwie auch schade.
Aber keine Angst, an findet trotzdem in die Geschichte und kann sich einfach in diese verträumte Kulisse fallen lassen.
Was ich wirklich ganz grandios fand, waren die Sexszenen oder auch generell die leichten sexuellen Andeutungen, die ab und an in dem Buch auftauchen. Das ist wirklich sehr erotisch und ich fand es auch richtig toll beschrieben.
Generell ist es wieder ein ganz wunderbarer Schreibstil mit einer schönen Wortwahl. Und man muss auch sagen, dass die Gefühle und Sehnsüchte der beiden Männer wirklich gut dargestellt werden. Man weiß sofort, wo das Problem der beiden liegt, das finde ich schön.
Auch schön finde ich, dass das Thema Gehörlosigkeit aufgegriffen und zudem noch gut umgesetzt wird. Ich mag so was, das wisst ihr und hier war es schön gemacht. Immer allgegenwärtig, nie zu nervig oder zu sehr im Mittelpunkt… also wirklich super gemacht.
Vielleicht jetzt nicht mein absoluter Favorit von Diana Wintermeer, aber wirklich lesenswert, da sehr gelungen.
Und im Übrigen liebe ich den Titel total. :D

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