Dienstag, 26. Dezember 2017

Schuld (K. C. Wells)

Titel: Schuld (Rezensionsexemplar)
Autor: K. C. Wells
Verlag: Dreamspinner Press
Seitenzahl: 281Seiten
Beschreibung: Nikko will nur seine Schulden loswerden und verkauft dafür seinen Körper. Nie hätte er damit gerechnet, in seiner persönlichen Hölle auf Mitch zu treffen. Dieser hat selbst einiges durchgemacht und spürt gleich das Band, dass ihn und Nikko verbindet. Doch wie kann man einen Stricher lieben?

Meine Meinung:



Leider habe ich mir von diesem Buch doch etwas mehr erhofft.
Ich dachte, es geht viel mehr um Prostitution und Gewalt, um etwas, dass einen einfach ein wenig mehr erschüttert. In der Beschreibung klingt das alles noch recht dramatisch, aber im Buch selbst wird all das nur immer kurz angeschnitten und gar nicht wirklich ausgeführt. Das finde ich irgendwie schade, weil es ja eigentlich das Thema des Buches ist. Und da kann der Rest noch so gut sein, fehlt da irgendwie einfach was.
Was mir auch nicht so gefallen hat, ist, dass man als Leser sehr lange im Dunkeln bleibt. Man erfährt ewig nicht, warum er sich überhaupt prostituieren muss und wenn es am Anfang noch für Spannung sorgt, nervt es dann irgendwann einfach. Es wirkt dann fast schon, als würde man es künstlich hinauszögern, den Leser mal zu erleuchten, was eigentlich los ist. Wisst ihr, mich stört das mit der Zeit einfach, weil da so etwas Großes im Hintergrund ist, dass man nicht zu fassen bekommt – das einen aber näher an die Story bringen würde.
Die Liebesgeschichte in dem Buch ist ganz gut geschildert, ebenso, wie Nikkos Zuhälter versucht, sie von einander fern zu halten. Ich finde, die Probleme, die daraus entstehen, werden nicht unnötig aufgeputscht und sind somit noch halbwegs realistisch – allerdings lösen sie sich dadurch auch recht leicht, was ich ein wenig schade finde. Das Ende ist zu einfach gestaltet, für die Dramatik, die das Buch ausstrahlen will.
Was in Ordnung ist, sind die Sexszenen und der Stil im Allgemeinen. Es geht flüssig und schön lesen und man kann sich auch in die Geschichte fallen lassen. Komplett überzeugen konnte mich das Buch aber dann leider doch nicht.

Montag, 25. Dezember 2017

Missbraucht (Jamie Fessenden)

Titel: Missbraucht (Rezensionsexemplar)
Autor: Jamie Fessenden
Verlag: Dreampsinner Press
Seitenzahl: 302 Seiten
Beschreibung: Derekes Leben verläuft glücklich und in geregelten Bahnen - bis eine Geschäftsreise mit seinem Chef und Kumpel Victor alles verändert. Nach einer Nacht ist nichts mehr, wie es einmal war und die einzige Hilfe, die Derek nun noch erwarten kann, ist die von seinem neuen Nachbarn, Polizist Russ.

Meine Meinung:

Ehrlich gesagt habe ich mir bei diesem Buch einfach ein bisschen mehr Dramatik erhofft.
Ich dachte, die Gewaltszenen kommen vielleicht ein wenig stärker heraus, es wird ein bisschen heftiger und schockierender gestaltet. Ich weiß, das klingt vielleicht blöd, aber es hat mich doch ziemlich enttäuscht. Schließlich hilft eine drastische Beschreibung ja dem Leser dabei, den Charakter dann besser nachvollziehen zu können. Man ist dann näher am Geschehen dran, sozusagen. Außerdem denk ich mir, wenn man schon über so ein schreckliches Thema schreibt, dann muss man auch versuchen, es so schlimm darzustellen, wie es eben nun mal ist.
Ich glaube, das ist dann letztlich auch der Grund, warum mir das Buch ein wenig zu unpersönlich wirkte. Man hat zwar als Leser einen guten Einblick in die Gedanken des Charas bekommen, aber irgendwie hat man einfach trotzdem nicht mitfühlen können. Als wäre da immer ein bisschen eine Distanz vorhanden.
Ich möchte jetzt aber nicht, dass ein komplett falscher Eindruck von dem Buch entsteht. Ich mag z.B. sehr, wie sich Derek mit seinem Nachbarn annähert und wie dieser versucht, für ihn dazu sein. Ich mag es auch, wie sie um einander herumtänzeln und lange zu keinem Ergebnis kommen, ich liebe es, wie ihe Hunde eingebaut wurden und ich finde es super, wie Probleme von Derek nach der Vergewaltigung dargestellt werden.
Davon ab, dass es mir ein wenig zu unpersönlich war, wird auch gut auf den Vergewaltigungsaspekt eingegangen. All die Selbstvorwürfe, Schuldzuweisungen, Selbstmordgedanken – eben so die typischen Reaktionen von Opfern – finde ich sehr gut dargestellt. Auch werden gewisse Probleme und Lebensveränderungen im Zusammenhang mit der Vergewaltigung deutlich – alles eben sehr realistisch gehalten.
Auch der Stil ist wirklich gut. Vielleicht an mancher Stelle etwas zu kitschig oder zu dramatisch, aber nie so, dass es komplett überwiegt – man kann also gut darüber hinwegsehen.
Also durchaus ein lesenswertes Buch, dass ich euch gerne ans Herz legen möchte.

Sonntag, 24. Dezember 2017

Polarnächte (Jona Dreyer)

Titel: Polarnächte
Autor: Jona Dreyer
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 168 Seiten
Beschreibung: Gezwungenermaßen tritt Roman einen Weihnachtsurlaub in Lappland an, weil sein Chef der Meinung ist, er bräuchte dringend Urlaub. Anders als gedacht, ist er von einem Gastgeber Leevi ziemlich angetan. Aber böse Erfahrungen in seiner Vergangenheit lassen ihn Leevi gegenüber sehr vorsichtig sein.

Meine Meinung:

OMG, dieses Buch hat mich einfach vollkommen. Vielleicht ist es gar nicht so toll, wie es in meinem Kopf jetzt aussieht, aber ich habe es einfach nur geliebt!
Größtenteils liegt das wohl – ich gestehe – an der Umgebung, in der die Geschichte spielt. Ich muss da kurz ausholen: mein allergrößter Traum ist es, irgendwo mitten in der größten Pampe eine einsame Holzhütte zu haben, nur ich, mein Freund und unsere Hunde. Und dieses scheiß Buch hat genau diesen Traum als Kulisse. Natürlich habe ich mich da gleich verliebt.
Aber glaubt mir, ganz davon ab, dass Finnland mit seiner Landschaft und seinen Eigenheiten ganz gut dargestellt wird, ist das Buch auch sonst sehr schön geworden.
Ich mag es, dass ihr ganzes Miteinander während Romans Urlaub auf einem Missverständnis beruht und Roman sich immer absichtlich zurück hält, während Leevi total frustriert ist, weil Roman sich kein bisschen annähert. Das bringt nämlich ein winziges bisschen Drama mit sich, was zu echter Spannung führt und einen auch einfach ein wenig amüsiert. Letztlich schleichen sie dann um einander herum und das ist echt gut dargestellt.
Die mysteriösen Dinge, die auf der Huskyfarm so vor sich gehen, bringen noch mal ein wenig Abwechslung und Spannung in die Geschichte und heben gleichzeitig noch ein wenig ihre Abgeschiedenheit und ihr Leben in Finnland hervor. Auch, wie es sich dann letztlich aufklärt, gefällt mir ganz gut. Unerwartet, aber irgendwie schön.
Zugegeben, dass Ende ist vielleicht ein wenig zu unrealistisch, um wirklich bei mir punkten zu können, aber es passt irgendwie zu der Geschichte und na ja… es ist ja nur das Ende. :D
Zumindest passt die Geschichte perfekt zur Weihnachtszeit und ist deshalb absolut lesenswert.

Jules :)

Samstag, 23. Dezember 2017

Wohnungsbesichtigung ins Glück (Norma Banzi) [Q]

Titel: Wohnungsbesichtigung ins Glück
Autor: Norma Banzi
Verlag: Edition Banzini
Seitenzahl: 40 Seiten
Beschreibung: Schweren Herzens muss Oliver seine Ferienwohnung verkaufen, doch als der Autor James die Wohnung besichtigt, scheint es in Olivers Leben wieder ein bisschen mehr Licht am Ende des Horizonts zu geben.

Meine Meinung:

Was für ein komisches Buch. Also tut mir ehrlich leid, aber das war irgendwie dann doch gar nichts für mich.
Es fing schon bei den Basics an. Da gab es z.B. Satzbaufehler oder doppelte Wörter, was mich einfach nur ankotzt, weil man, wenn man Geld bezahlt, auch eine gut korrigierte Geschichte erwarten kann.
Hinzu kommt, dass in dem Buch wahnsinnig viel wörtliche Rede vorkommt und aus einem Smalltalk ein ganzes Meer aus „“ „“ „“ wird… sorry, aber wir schreiben hier kein Drama sondern einen Roman. Ich mag das gar nicht, wenn kaum Fließtext in einem Buch vorkommt.
Ich finde es auch teilweise ein wenig seltsam… diese ganze Verkaufsgeschichte hat sich mir nicht so richtig erschlossen. Das heißt, ich bin schon auf das Grundgerüst der Geschichte nicht richtig klar gekommen.
Und auch, als sie sich dann schon angenähert hatten… irgendwie kam es mir teilweise ein wenig ziellos vor, als wüsste man nicht, was man jetzt noch bringen soll, nachdem sie zueinander gefunden haben. Also an Spannung war da folglich nicht so viel zu holen. Und auch dramatische Szenen wurden irgendwie nicht so richtig ausgekostet, obwohl sie doch hätten Schwung in die Sache bringen können…
Nun ja, das Ende war dann wieder absolut gar nicht meins und auch viel zu überzogen… aber okay, jedem seins.
Also, von mir eher keine Leseempfehlung.

Freitag, 22. Dezember 2017

Santas Wunsch (Kay Monroe) [Q]

Titel: Santas Wunsch
Autor: Kay Monroe
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 58 Seiten
Beschreibung: Um David näher zu kommen, gibt sich Merly die Blöße, als Weihnachtself im Kaufhauf zu jobben. Doch als er seinem "Santa" endlich ganz nahe scheint, interessiert dieser sich absolut nicht für Merly - sondern für ein Mädchen.

Meine Meinung:

Also sorry, aber die Geschichte ging für mich leider gar nicht!
Es war mir einfach in allen Punkten viel zu übertrieben. Sei es, dass man zwanghaft lustig sein wollte und seinen eigenen Stil dann mit künstlichen Witzen versaut hat oder sei es, weil in dem Buch einfach auch sonst alles zu viel ist: zu unrealistische Missverständnisse, zu übertriebene Reaktionen der Protagonisten (man hat das Gefühl, man hat es mit pubertierenden Teenager-Mädchen zu tun), zu einfache Lösungen für typische GZSZ-Intrigen, zu viel Drama… ich könnte die Liste vermutlich noch weiterführen, aber ich lasse es jetzt.
Ich kann die Geschichte deshalb leider gar nicht empfehlen, auch wenn ich mir sicher bin, irgendjemand wird auch all dieses übertriebene Getue total super und romantisch finden. Für mich ist das eher ein klarer Fall von: Kann man lesen, muss man aber nicht. Und da hilft auch nicht, dass der Stil an sich noch ganz in Ordnung ist, weil auch der durch dieses ganze gekünstelte Zeug letztlich ruiniert wird.

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Von Männern und Weihnachten (Karo Stein) [Q]


Titel: Von Männern und Weihnachten
Autor: Karo Stein
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 59 Seiten
Beschreibung:Michael muss sich von seinem Freund mit gewöhnungsbedürftiger Weihnachtsdeko quälen lassen und Sandy trifft wahrlich eine Weihnachtsmaus. Zwei kurze Geschichte zu Weihnachtne.

Meine Meinung:

Irgendwie ist das Buch ja schon schön gemacht. Es geht eben um ein Pärchen, dass Weihnachten miteinander verbringt – der eine hasst Weihanchten, der andere liebt es… - und dann wird eben versucht, mit Scherzartikeln aus dem Sexshop das ganze aufzupeppen.
Zugegeben, für mich war das Buch dann aber doch leider nichts. Ihr kennt mich ja, sobald es irgendwie lustig wird, ist es bei mir schon grenzwertig und hier war es tatsächlich so, dass es mir zu übertrieben war. Auf mich hatte es den Eindruck, dass man einfach unbedingt lustig sein wollte und dadurch ist es dann einfach zu viel des Guten geworden.
Eigentlich ist das schade, weil das Buch ansonsten recht gut gemacht ist und auch einen schönen Schreibstil beinhaltet… aber es hat mir halt leider nicht zugesagt.
Bei der zweiten Geschichte verhält es sich ähnlich. Auch hier eine schöne Idee, aber die Umsetzung sagt mir nicht so zu. Irgendwie war das ganze dann doch zu geschönt und irgendwie einfach zu gewollt, wenn ihr wisst, was ich meine.
Vielleicht geht es euch ja anders, vielleicht habt ihr mehr Humor wie ich – das müsst ihr eben ausprobieren. An sich denke ich, dass beide eine locker-flockige Story sind, die einfach Lust auf Weihnachten machen und die Spaß machen sollen. Wenn ihr so was sucht und nichts all zu aufwendiges/tiefgründiges/durchdachtes lesen wollt, seid ihr hier dann doch richtig.

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Ein Buch als Geschenk II [K]

Heyho!

Nun habe ich euch in einem früheren Post dazu animiert, unbedingt ein Buch zu schenken und Tipps gegeben, wie man dabei auch das richtige Buch verschenkt – aber nun stellt sich euch vielleicht die Herausforderung, dass es mit einem Buch nicht getan ist. Mir geht das öfter so: Ich kaufe ein Buch als Geschenk und brauche das ganz dringend noch irgendetwas dazu, weil ein Buch alleine oft ein wenig mager aussieht.
Oft kauft man dann noch etwas Grundverschiedenes, nur das man eben noch etwas hat, aber eigentlich wäre es schon schöner, wenn man ein harmonisches Geschenk hätte. Weil ich auch schon öfters solche Probleme hatte, habe ich mal ein paar Ideen für euch zusammengefasst, was gut zu einem Buch als Geschenk passen könnte:

1. Personalisierte Lesezeichen
Sowas kann man sicher irgendwo erwerben, aber man kann es auch einfach selbst basteln. Einfach ein schönes Bild aussuchen, dass entweder zum Buch oder zum Beschenkten passt und auf einen dünnen Karton kleben – schon ist das Lesezeichen fertig und es ist auch noch selbstgemacht.
Geht ganz simple, zeigt, dass man sich Gedanken macht und ist ideal, wenn es nichts großartiges mehr zum Buch braucht.

2. Tee/Teetasse
Ja okay, die Idee ist ziemlich unkreativ, aber dennoch ist sie auch clever. Denn es gibt doch echt nichts schöneres, als es sich mit einem Buch und einem Tee/Kaffee auf dem Sofa bequem zu machen, oder? Und warum dann nicht eine Tasse schenken, die vielleicht noch einen Spruch aufgedruckt hat, der von der Liebe zum Lesen zeugt? Ich denke, wenn man das jemanden schenkt, für den man nur eine Kleinigkeit braucht, ist das immer eine gute Idee. Dazu ein leckerer Weihnachtstee – also ich würde mich darüber freuen, auch wenn es ehr simpel gehalten ist.

3. Plätzchen
Natürlich keine gekaufen, sondern selbstgemachte. In einem hübschen Beutelchen mit Schleife, wirken die einfach richtig gut und versüßen wortwörtlich die Lesestunden des Beschenkten. Außerdem steckt darin Mühe und Arbeit und so was kommt einfach immer gut und ist halt einfach auch sehr lecker.
(Außerdem kann man Massenproduktion betreiben und damit ganz viele Leute abfertigen. ;D)

4. Home-Artikel
Warum nicht mal eine Kuscheldecke oder Flauschsocken verschenken? Gerade, wenn das Buch an jemanden geht, mit dem man nur Kleinigkeiten tauscht, bieten sich doch die typischen Socken zu Weihnachten gut an. Und mit dicken Socken liest es sich einfach kuschliger, wenn draußen ein Schneesturm tobt.

5. Kinogutschein
Wie oft kommen Bücher zu Filmen heraus, weil eben gerade wieder ein Buch verfilmt wurde. Dann bietet es sich ja förmlich an, zu dem Buch noch einen Kinogutschein zu besorgen, damit man das Gelesene dann noch auf der Leinwand bewundern kann.
Vielleicht dürft ihr dann mit ins Kino, habt ihr gleich auch noch was davon.

6. Schreibwaren
Es kann gut sein, dass ihr gar keinen Roman sondern ein Sachbuch oder ein Notizheftchen verschenkt. Wenn ihr jemanden z.B. Lernunterlagen schenkt, weil der diese für die Uni braucht, dann bieten sich Schreibwaren immer an. Sei es ein schöner Kugelschreiber oder ein hübscher Block – oder ein DIY-Notizbuch.
Das erfüllt dann seinen Zweck, ist aber dennoch eine schönes Geste.

7. Typisierte Geschenke
Wem das jetzt alles zu einfach (oder billig) ist, der muss sich Gedanken machen. Oft hilft einen dann das Buch selbst dabei, etwas Passendes zu finden. Um was geht es in dem Buch, kann man etwas davon verwenden? Sachbücher sind da oft leichter, als Romane. Aber mit ein bisschen Denken findet sich zu fast allem was.
Wenn ihr z.B. einen Sprachführer verschenkt, verschenkt doch einen VHS-Sprachkurs gleich mit dazu. Oder ein simpleres Beispiel: In dem Roman geht es um ein Tier – dann verschenkt ein Plüschtier dazu. Ist es ein typisches Frauenbuch? Lasst euch vom Cover inspirieren. Vielleicht ist darauf ja Nagellack oder Schuhe oder eine schicke Handtasche abgebildet – ich bin sicher, über so was freut sich die Beschenkte dann schon.
Kauft ihr eurem Opa ein Buch übers Schachspielen? Dann kauft doch gleich ein paar hübsche, teurere Spielfiguren dazu.
Werdet einfach kreativ, das kann euch in dem Fall keiner vorgeben, aber ihr werdet sicher selbst darauf kommen.

Jules

Dienstag, 19. Dezember 2017

Filme [K]

Hallo!

Heute geht es um Filme. Ich muss gestehen, dass ich nicht so der Filmemensch bin. Ich gehe zwar gerne mal ins Kino und wenn ein guter Film auf dem Fernseher kommt, dann schaue ich ihn mir auch gerne mal an, aber einen Film kaufen, tu ich mir nur in den allerseltensten Fällen, wenn mir ein Film wirklich richtig gut gefallen hat. Oft ist es ja auch so, dass es noch ein Buch zum Film gibt – dann lese ich einfach lieber das Buch, statt den Film anzuschauen.
Wenn wir uns im Gay Bereich bewegen, sieht die Sache allerdings ein wenig anders aus. Es kommen einfach viel zu wenig Filme mit schwuler Thematik im TV und im Kino sucht man sie – gerade in unserer kleinen Stadt – erst recht vergebens. Deswegen kaufe ich da dann schon eher mal eine DVD. Es ist jetzt aber nicht so, dass ich ein riesiges Sammelsurium besitze – auch wenn ich geplant habe, meine Sammlung ein wenig zu erweitern –, was aber ideal für diesen Blogpost ist: So kann ich euch nämlich die wenigen Filme, die ich habe, ganz einfach vorstellen.
Bei Filmen in diesem Genre tue ich mir oft sehr schwer. Viele sind Dramen, deren Ende dann oft alles, nur nicht happy ist. Gut, oft soll einfach Gesellschaftskritik geäußert werden, aber ich hasse es einfach, wenn es nicht gut ausgeht. Deswegen habe ich immer Angst, einen neuen Film zu kaufen, weil ich immer befürchte, das Ende wird ganz schrecklich werden. Ich erhoffe mir ja, dass ihr mir vielleicht ein paar gute Filmtipps geben könnt. (Möglichst mit Happy End.) Neulich hat mir schon jemand einige gute Filme genannt und davon werde ich demnächst auch welche kaufen. Aktuelle Filme könnt ihr dann immer in meiner Neuzugänge-Reihe finden. Dort poste ich zwar oft nur Mangas, aber wann immer sich ein Film in mein Regal verirrt, werde ich euch natürlich auch etwas dazu erzählen.
Jetzt kommen wir aber zu den Filmen, die ich bereits besitze. Ich hoffe, es ist vielleicht auch einer dabei, der euch interessiert.
Jules :)




Freier Fall – Film von Stephan Lacant

Dieser Film behandelt eines meiner Lieblingsthemen: Coming-out. Und zwar nicht irgendein Coming-out, sondern ein Coming-out von jemanden, der seine Sexualität erst in späteren Jahren entdeckt und sich aber schon als Hetero ein Leben aufgebaut hat.
Ganz wunderbar wird in dem Film gezeigt, dass Homosexualität auch heutzutage noch nicht selbstverständlich ist und welche Probleme noch immer auftreten. Und ganz wunderbar wird gezeigt, wie schwierig es für jemanden ist, der eine Familie hat, plötzlich zu seiner Sexualität zu stehen.
Der Film ist wirklich sehr ausdrucksstark und die Schauspieler allesamt grandios. Was ich auch sehr schön finde, ist die Tabulosigkeit in dem Film. Nichts wird verschönt, nichts weggelassen und nichts gewertet. Selbst Sexszenen werden einfach mit eingebaut, was den Film zusätzlich auch noch recht sexy macht.
Für mich ein toller Film, wenn er auch kein wirkliches Happy End besitzt.

Jongens (OMU) – Film von Mischa Kamp

Diesen Film fand ich wirklich sehr gut. Es ist eine eher seichte Geschichte, die aber wirklich voller Gefühl steckt und unglaublich toll gespielt ist. Sehr überzeugend und wirklich süß gemacht. Mir hat gefallen, dass man sieht, wie Sieger immer wieder mit seiner Sexualität strauchelt. Auch fand ich gut, dass z.B. die Sorge um seinen Vater, der sich mit seinem Bruder rumärgern muss, immer wieder Thema war. Gerade, weil das noch Einfluss auf seine Gefühlswelt hat.
Obwohl ich mehr auf Dialoge stehe, fand ich es hier großartig, wie oft nur durch Handlungen bzw. durch die Situation so viel ausgedrückt wird. Überhaupt ist der Film sehr feinfühlig aufgebaut, die Entwicklung darin ist nicht überstürzt order unglaubwürdig.
Ganz toll ist natürlich, dass es in dem Buch ein positives Ende gibt. Ich habs ja oben schon gesagt: Das ist nicht selbstverständlich. Umso mehr kann ich mich dann darüber freuen.
Alles in allem ist der Film wirklich sehr sehenswert!

Prayers for Bobby – Film von Russell Mulcahy

Diesen Film fand ich unglaublich emotional. Es gibt Szenen, da bekomme ich schon Gänsehaut, wenn ich nur daran denke. Ich habe auch so oft weinen müssen, immer ein Zeichen dafür, das der Film unglaublich gut gemacht ist. Und das ist er wirklich.
Er beruht auf einer wahren Gegebenheit und berührt allein deshalb schon mehr als ein fiktiver Film. Ich finde auch, dass die Schauspieler in dem Film echt großartige, überzeugende Arbeit leisten. Allgemein ist der Film einfach nur überzeugend: Mit dem nötigen Ernst und einer klaren Botschaft. Es geht einfach um die Rechte Homosexueller und wer sich dafür interessiert, muss diesen Film gesehen haben! Darin wird auch die Stellung der Kirche zu Homosexualität behandelt.
Ein wirklich toller Film.

Romeos – Film von Sabine Bernardi

In dem Film geht es nicht nur um Homosexualität, sogar um Transsexualität. Die Umsetzung davon gelingt in dem Film wirklich gut. Es geht um Liebe, um Freundschaft und einfach darum, für sich und seine Sexualität – welcher Art auch immer – einzustehen.
Die Schauspieler sind sehr überzeugend, die Geschichte teilweise sogar witzig, oft aber auch mit dem nötigen Ernst. Ich finde, an das Thema wird doch sehr feinfühlig rangegangen – gerade auch, weil es zeigt, welche Probleme man als transsexueller Mensch durchleiden muss.
Wenn man sich für dieses Thema interessiert, sollte man sich den Film definitiv nicht entgehen lassen.

Fair haven (OMU) - Film von Kerstin Karlhuber
Trailer

Der Film hat mir wirklich zugesetzt, weil man immer wieder Ausschnitte aus James' Therapie gezeigt bekommt, die einem nur mit dem Kopf schüttel lassen. Es ist wirklich Wahnsinn, dass es wirklich noch immer Leute gibt, die glauben, Homosexualität sei eine Störung, die man mit Hilfe von Gott behandeln kann. James tut einem leid und es tut einem weh, wenn er seine große Liebe Charlie so vor den Kopf stößt.
Umso schöner ist es natürlich zu sehen, wie James dann letztlich doch lernt, für sich und seine Liebe einzustehen und wie sein Vater nach und nach auftaut und beginnt, die Dinge anders zu sehen.
Ein sehr berührender Film, mit einem süßen Pärchen und vor allem: mit einem Happy End!


Montag, 18. Dezember 2017

Der Weihnachtsengel (Gabriele Oscuro) [Q]

Titel: Der Weihnachtsengel
Autor: Gabriele Oscuro
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 48 Seiten
Beschreibung: Als Josh Simon zum ersten Mal sieht, ist er sich sicher, dass jemand wie er niemals einen Mann wie Simon in seinem Lebne haben wird. Simon allerdings sieht das ganz anders und ist der Meinung, Josh habe einen Weihnachtsengel verdient.

Meine Meinung:

Die Idee an sich ist eigentlich richtig cool gemacht. Mir hat schon der Anfang sehr gefallen, wenn Josh Simon das erste Mal sieht – da bekommt man irgendwie gleich Lust, weiterzulesen. Das führt halt auch zu einer gewissen Spannung, weil man natürlich dann gleich wissen will, wie das weitergeht und wie sie zusammen finden, etc.
Allerdings ist dann doch auch später ein wenig Leerlauf in dem Buch. Wenn sie dann bissi zueinander gefunden haben, hätte man meiner Meinung nach auch zu einem Ende kommen können, aber es geht dann halt noch weiter – und das ist nicht mehr sonderlich interessant. Ich meine, es ist schon klar, auf was das Buch hinauslaufen wird, aber so spannend ist das einfach nicht mehr.
Auch hat mich ein wenig gestört, dass Josh so eine schlechte Meinung von sich selbst hat und sich dann oft schlecht geredet hat – was dann von Außenstehenden noch verstärkt wurde. Einerseits gut, weil Simon als sein Weihnachtsengel ihm ja zeigen musste, dass er liebenswert ist – andererseits aber auch ziemlich nervig.
Dennoch hat es einen guten Stil und ist, meiner Meinung nach, eine schöne Weihnachtsgeschichte. Halt eher ruhiger, aber dafür merkt man so ein wenig den Zauber von Weihnachten und deswegen gefällt sie mir auch ganz gut und ich empfehle sie euch auch weiter.

Sonntag, 17. Dezember 2017

Heimkehr (L. A. Witt)

Titel: Heimkehr
Autor: L. A. Witt
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 258 Seiten
Beschreibung:  Neils Leben scheint nach einem schrecklichen Verbrechen völlig zerstört und der bevorstehende Weihnachtsbesuch bei seinen Eltern treibt ihn in den Wahnsinn. Mitten im größten Chaos taucht dann auch noch Jeremy auf, ein ehemaliger Jugendfreund, der frisch aus dem Krieg zurück gekehrt ist. Auch Jermey kämpft mit seinen Dämoen und erhofft sich bei Neil Zuflucht - und vielleicht die Chance, mehr aus ihrer Beziehung machen.

Meine Meinung:

Leute, ich sag es euch! Dieses Buch ist soooo schön! Ich habe es geliebt.
Es ist einfach so tragisch, was mit den beiden Protas passiert, dass es einen wirklich richtig umhaut. Man bekommt eine Einsicht in die Welt des Kriegs, in eine Welt, von jemanden, der terrorisiert wurde, eine Welt voller Bomben, Schießereien und allem, was der Krieg zu bieten hat – man kann gar nicht anders, als davon geflasht zu werden.
Und gleichzeitig daneben dann jemand, der eher alltägliche Probleme hat, der sich mit der Grausamkeit der Welt auseinandersetzen muss – und doch eben so sehr leidet.
Ich finde es großartig geschildert, wie die beiden einerseits mit sich kämpfen, andererseits mit ihrer Umwelt und ihren Familien…
Ich mag es, wie man erkennt, dass die Freundschaft das ist, was ihnen in der schweren Zeit Stütze bietet, obwohl sie beide doch glauben, dass sie nicht Stütze für den jeweils anderen sein können.
Und man ist so nah dran an den Charakteren. Man kennt ihre Gedanken, Zweifel, Emotionen und leidet als Leser einfach mit. Es ist z.B. so gut geschildert, wie sie Angst haben, aufeinander zuzugehen und doch wissen, dass sie ohne einander verloren sind.
Dazu noch ein flüssiger, fesselnder Stil, der wirklich großartig ist. Einfach rund herum ein perfektes Buch.
Sogar das Ende! Es ist weder zu kitschig noch zu nüchtern, sondern einfach perfekt und teilweise noch mal so ergreifend, dass da auch mal ein Tränchen fließen kann.
Das Buch hat sich deshalb in den Adventskalender verirrt, weil es zur Weihnachtszeit spielt. Sehr viel von Weihnachten bekommt man darin nicht mit, andererseits ist einfach die Art, wie sie wieder ins Leben finden, ein kleines Weihnachtswunder und schon deshalb ist das Buch dennoch einfach so passend für diese Zeit des Jahres.

Samstag, 16. Dezember 2017

Notizbuch [DIY]


Hallo ihr!

Wenn ihr auch noch auf der Suche nach dem passenden Geschenk für einen eurer Liebsten seid, dann habe ich heute eine Idee für euch, wie ihr mit ein wenig Geduld und – zugegeben – ein wenig Aufwand ein cooles DIY-Geschenk basteln könnt.
Ich finde immer, wenn man etwas selber macht, dann hat das irgendwie mehr Charakter und wirkt ein wenig eindrucksvoller. Damit zeigt ihr dem anderen dann auch: Ich hab mir für dich wirklich Gedanken und Mühe gemacht.
Aber selbst wenn ihr es nicht für jemand anderen basten wollt, so ist es generell ein cooles DIY, mit dem ihr euch auch selbst eine Freude machen könnt. Ich möchte euch jetzt nämlich zeigen, wie man ein Notizbuch selbst herstellt.
Ich glaube, so etwas kann man immer gebrauchen – als Notizbuchfetischist, wie ich es bin, sowieso , aber es eignet sich auch ideal für Blogger, für Leute mit kreativen Jobs/Hobbys, für Studenten… ach, JEDER sollte ein Notizbuch haben! Und ich zeige euch jetzt, wie es geht.

So soll das Notizbuch am Ende aussehen:



Und so geht ihr vor:

Ihr braucht für das Notizbuch folgende Dinge:

 

Wenn ihr alles beisammen habt, könnt ihr beginnen:


Zunächst brauchen wir das Papier. Ihr benötigt 25 Blätter für ein 50-Seiten-Buch oder 50 Blätter für ein 100-Seiten-Buch. Es liegt an euch, wie dick euer Notizbuch werden soll.

 

Die Blätter teilt ihr dann in 5 Stapel mit entweder 5 (25 Blätter) oder 10 (50 Blätter) Blatt Papier ein.


Jeder Stapel wird nun in der Hälfte gefaltet. Arbeitet hier sehr genau, damit keine Kanten überstehen!

Den Falz glättet ihr am besten noch einmal mit einem Lineal, für ein optimales Ergebnis.


Als nächstes geht es ans Binden. Dafür brauchen wir Löcher im Falz. Diese markiert ihr euch am besten mit einem Bleistift. Zwei Löcher setzt ihr mit Abstand zum Rand von 2,5 cm und drei weitere mit dem Abstand von 4 cm.
(Ich habe den Papierstapel mit Büroklammern zusammengehalten, damit nichts verrutscht.)


Mit einem Zirkel bohrt ihr nun die markierten Löcher nach. Größer muss das Loch gar nicht sein.
Das wiederholt ihr jetzt mit allen Papierstapeln.


Zum Binden fädelt ihr euren Faden (er muss recht lang sein, also nicht geizen) ein und dann geht ihr wie folgt vor:


 Ihr stecht von Außen durch das unterste Loch und dann von innen wieder durch das Loch daneben.
(Es gibt verschiedene Arten ein Buch zu binden, das hier war nun die Variante, wie es bei mir am besten gehalten hat. Ihr könnt aber ausprobieren, wie eure Stapel am Ende am besten zusammen halten. Man kann da nicht viel falsch machen, die Hauptsache ist, dass am Ende alles fest sitzt.)


Von Außen dann durch das dritte Loch und dann wieder durch das äußerte nach Außen.


So fädelt ihr nun alle Stapel nacheinander auf. Bedenkt aber, dass ihr immer durch sämtliche Löcher stechen müsst, damit es richtig fest sitzt. Bei allen weiter Stapeln müsst ihr nun auch durch das fünfte Loch (das in der Mitte), damit euer Faden am Ende wieder Außen ist.


Dann verknotet ihr den Faden fest.


Und fixiert das ganze mit Klebeband.


Nun benötigen wir die Pappe.


Diese schneidet ihr die Coverdeckel in Größe eures Papierstapels zu. Auf jeder Seite gebt ihr dafür aber 5mm dazu, damit das Buchcover dann ein wenig überlappt.


Dann schneidet ihr einen Buchrücken zu. Die Länge davon ist so lang, wie eure Außenseiten. Die Breite könnt ihr variieren, eben so, dass euer Papierstapel später gut hinein passt.


Nun benötigen wir den Stoff.


Legt eure Coverdeckel und den Buchrücken darauf. Der Abstand zwischen Cover und Rücken sollte ca. 3 mm betragen.


Das ganze wird mit doppelseitigem Klebeband am Stoff befestigt.


Dann könnt ihr den Stoff grob ausschneiden.


Und die Ränder dessen einklappen und mit doppelseitigem Klebeband fixieren.
Es muss nicht schön aussehen, ums Design kümmern wir uns gleich noch.


Jetzt schneiden wir ein Stück Geschenkpapier ab, auf das euer Notizbuch gut liegen kann.


Mit flüssigem Kleber könnt ihr nun das Cover auf dem Geschenkpapier befestigen.

 
Auch hier klappt ihr die Kanten wieder um und fixiert diese mit Tesafilm.

Nun klebt ihr doppelseitiges Klebeband auf den Rücken eures Papierpäckchens.


Und klebt dieses in die Mitte eures Covers.


Die jeweils erste Seite könnt ihr nun mit Flüssigkleber an das Cover kleben. So hält der Stapel bombenfest.


Zum Schluss könnt ihr das Innere des Buches noch mit eurem Geschenkpapier verschönern.

Das war es auch schon. Ich habe dafür ca. 3 Stunden gebraucht. Es ist gar nicht so schwer, wie es Anfangs aussieht und ich finde, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Viel Spaß beim Nachmachen!

Freitag, 15. Dezember 2017

Christmas Wishes (M. S. Kelts) [Q]

Titel: Christmas Wishes
Autor: M. S. Kelts
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 56 Seiten
Beschreibung: Innerlich jubelt Lorenz über den hübschen Kunden, der das Juweliergeschäft betritt, vielleicht endlich der Mann fürs Leben. Doch die Freude währt nicht lange, denn der Mann möchte einen Verlobungsring für seinen Freund kaufen.

Meine Meinung:

Ich muss ehrlich gestehen, von dieser Geschichte war ich wirklich enttäuscht. Da denkt man, M. S. Kelts ist doch eigentlich ein Name im Gay Romance Bereich, aber die Story hier, die war ja einfach mal gar nichts.
Mir hat schon der Stil einfach überhaupt nicht gefallen. Die Situationen werden einfach schon viel zu übertrieben dargestellt, so dass man das Gefühl hat, dass hätte irgendein Teenager-Girlie geschrieben. Dadurch bin ich auch mit dem Charakter nicht warm geworden, weil er mir einfach zu dümmlich und affektiert wirkte.
Ich weiß nicht, was so eine überzogene Darstellungsweise bezwecken soll, ob man damit witzig sein möchte oder ob man wirklich denkt, das wäre ein guter Schreibstil, aber ich fand es einfach nur total komisch. Es hat auch meinen Lesefluss total gestört, obwohl der Text ansonst ja anschaulich beschrieben, flüssig und fehlerfrei geschrieben ist.
Leider hört es dabei aber nicht auf, ich fand nämlich die Story mindestens genauso blöd, wie den Stil. Das ganze Geschehen war total überzogen und absolut unrealistisch. Man muss sich das mal vor Augen führen. Typ A geht in ein Juweliergeschäft, um Verlobungsringe zu kaufen, und flirtet dort aber mit Typ B. Sinnloser geht es doch gar nicht mehr. Gut, etwas später erfährt man dann, warum das so passiert, aber ganz ehrlich? Wirklich Sinn macht auf mich die Erklärung auch nicht. Eher wirkt es wie eine zusammengewurschtelte Notlösung, um totalen Quatsch irgendwie sinnvoll zu Papier zu bringen – nur dass es halt leider nichts bringt. Ich will jetzt nicht zu sehr spoilern, aber ich muss es jetzt einfach sagen, weil ich es so unglaublich bescheuert finde: Er will seinem Freund einen Antrag machen, um ihn so dazu zu zwingen, endlich Stellung zu ihrer Beziehung zu beziehen. Hä?! Dümmer geht es doch kaum noch, also entschuldigt bitte, aber ich komm darauf einfach nicht klar. Man macht doch keinen Heiratsantrag, nur um zu sehen, wo man in einer Beziehung eigentlich steht. Da hilft Klartext reden und notfalls trennen – aber doch nicht einen waghalsigen Heiratsantrag machen, obwohl es einem am liebsten wäre, der Typ sagt nein, damit man ihn endlich los hat. Und schon beim Kauf, den nächsten anzulachen… Da lang ich mir echt an den Kopf.
Genauso blödsinnig geht es dann weiter. Im Prinzip verbringen sie ihr erstes Date schon damit, zu beschließen, dass es wohl offensichtlich die Liebe ihres Lebens wird, weil dann schon von Heiratsplänen fantasiert wird, etc.
Totaler Quatsch von vorne bis hinten.
Und mit Weihnachten hat die Geschichte auch nicht so viel am Hut, einzig ihr Date ist eben an Weihnachten.
Wenn ihrs lesen wollt, bitte, lest es. Aber ich habe euch gewarnt!

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Kinderbücher mit homosexueller Thematik [K]

Hi ihr Lieben!

Tag 14 möchte ich gerne einem Thema widmen, dass mir persönlich echt am Herzen liegt. Ich finde auch, dass man das Thema echt zu Weihnachten mal ansprechen sollte, jetzt wo alle nach Geschenken Ausschau halten. Und zwar möchte ich euch eben Bücher vorstellen, die ihr verschenken könnt - nicht an irgendjemanden, sondern eben an kleine Kinder. Mein Blog ist ja nicht unbedingt von Thema her prädestiniert dafür, sich mit Kinderbüchern zu beschäftigen, aber dennoch gibt es sie: die Kinderbücher mit homosexueller Thematik.
Darin kriegen Kinder eben sozusagen gezeigt, wie sie mit homosexuellen Paaren umgehen sollen. Also sprich, man kann ihnen daran wunderbar erkären, dass so etwas völlig normal ist, dass sie deshalb niemanden auslachen oder ausschließen sollen und kann damit auch verhindern, dass sie komisch reagieren, wenn sie mal ein homosexuelles Pärchen irgendwo sehen. Es ist einfach die optimale Grundlage dafür, so ein Gespräch mit einem Kind zu führen.
Oft kriegen sie ja auch im Kindergarten oder der Schule von anderen Kindern mit, dass z. B. "Schwuchtel" voll das tolle Schimpfwort ist und da ist es unglaublich wichtig, dass man Kindern dann erklärt, dass das kein Grund ist, jemanden zu beschimpfen beziehungsweise es ihnen einfach zu erklären, was damit überhaupt gemeint ist. Weil das ist ja noch da schlimmste daran: Sie benutzen dieses diskriminierende Schimpfwort dann und wissen eigentlich gar nichts damit anzufangen.
Also, ich bin jetzt kein Pädagoge, aber ich halte diese Bücher schon für padägogisch sehr wertvoll. Ich meine, allgemein sind Kinderbücher pädagogisch sehr wertvoll. Ich bin der Meinung, darin lernen die Kinder so viel, wie sie sich sozial verhalten aber auch ganz viele andere Dinge des täglichen Lebens... Jedes Kind sollte Massen an Büchern vorgelesen bekommen, finde ich. Und dann eben auch gerade solche, in denen sie Dinge wie Toleranz von klein auf lernen.
Ich möchte jetzt natürlich niemanden in seine Erziehung reinreden, aber ich denke, es kann kein Fehler sein, Kinder schon früh mit Büchern vertraut zu machen und erst recht nicht, solche Themen dann über ein Kinderbuch anzusprechen. Und überhaupt kann es kein Fehler sein, ein Buch zu Weihnachten - oder überhaupt - zu verschenken.
Also falls ihr jetzt kleine Kinder in eurer Familie, eurem Verwandten- oder Bekanntenkreis habt und für diese ein Geschenk braucht, dann denkt doch vielleicht mal darüber nach, ob nicht so ein Buch ein ideales Geschenk wäre. Ihr könnt es ja dann auch selbst in die Hand nehmen und mit dem Kind das Buch lesen und darüber sprechen. Ich finde das eine schöne Geste, gerade jetzt zu Weihnachten.
Ich muss zugeben, dass ich die Bücher, die ich jetzt für euch rausgesucht habe, selbst nicht gelesen habe und deshalb auch keine Einschätzung dazu abgeben kann. Deshalb habe ich auch überlegt, ob ich diesen Beitrag überhaupt bringen soll, aber dann dachte ich mir: Egal! Mir ist das Anliegen zu wichtig, um es jetzt unangesprochen zu lassen.
Ich habe leider kein kleines Kind in meiner näheren Umgebung, dem ich so ein Buch schenken könnte, aber hätte ich eines, wäre es wohl das erste, was es von mir bekommen würde. Und ich habe mir jetzt einfach durch das Angebot gewühlt, Rezensionen von anderen Leuten gelesen und nun drei Kinderbücher herausgesucht, die ich euch nun eben ans Herz legen möchte.
Schaut sie euch doch einfach mal an, vielleicht ist da ja eines dabei, von dem ihr denkt, dass ihr es verschenken wollt. Ich verlinke euch einfach mal die zugehörige Amazon-Seite zu jedem Buch. Dann könnt ihr euch dort auch die Rezensionen anschauen.

König und König (Linda de Haan/Stern Nijland):
Das Buch stammt aus dem Gerstenberg Verlag, umfasst 32 Seiten und handelt von einem Kronprinz, der einfach keine Braut findet. Dann aber reist ein Prinz an und plötztlich verliebt sich der Kronprinz.

Keine Angst in ANDERSRUM: Eine Geschichte vom anderen Ufer (Olivia Jones):
Das Buch erschien im Schwarzkopf und Schwarzkopf Verlag und beinhaltet 56 Seiten. Darin geht es um Luis, der aus der Schule das Schimpfwort "schwul" mitgebracht hat. Um ihm und seiner Schwester Emma zu zeigen, dass dies kein Schimpfwort ist, erfindet Tanta Maria das Land Andersrum, in dem eben alles andersrum ist.

Zwei Papas für Tango (Edith Schreiber-Wicke):
Das Buch erschien im Thienemann Verlag, umfasst 32 Seiten und handelt von den beiden Pinguinen Roy und Silo, die sich kein Weibchen suchen, sondern lieber zusammen leben. Als sie anfangen, einen Stein auszubrüten, bekommen sie ein echtes Ei untergeschoben und heraus kommt Pinguin Tango, mit dem sie nun endlich eine richtige Familie sind.

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Herr Grummel und sein Rentierchen (Neela Faye/Eve Flavian)

Titel: Herr Grummel und sein Rentierchen
Autor: Neela Faye/Eve Flavian
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 138 Seiten
Beschreibung: Bjarne liebt Weihnachten, doch sein Mitbewohner Jannik hasst es. Deshalb versucht Bjarne alles, um Jannik vom Gegenteil zu überzeugen.

Meine Meinung:

Von dem Buch bin ich ehrlich gesagt nicht so überzeugt. Es war mir einfach mal wieder zu viel. Die Charaktere waren mir einfach schon zu viel. Der eine viel zu grummelig, der andere zu schusselig und optimistisch und einfach irgendwie zu dümmlich. Ich mochte einfach nicht, dass man immerzu den Eindruck hatte, zwei Kleinkinder treffen aufeinander, weil das dann so grotesk wirkt, wenn sie geil aufeinander sind.
Ich mochte auch nicht, wie sie im ersten Moment übereinander herfallen und dann wieder Abstand nehmen – weil sie einfach nicht miteinander reden können. Ja okay, solche Missverständnisse passieren wohl im realen Leben auch so häufig, aber hier hat es mich einfach genervt.
Und auch der Schreibstil ist jetzt nicht so sonderlich weltbewegend, dass man das Buch unbedingt gelesen haben muss.
Ich mag auch nicht, wie sie dann doch zueinander finden und dass das Buch dann damit nicht beendet ist… irgendwie mochte ich die Geschichte einfach nicht, tut mir Leid. Vielleicht gefällt sie euch ja besser.

Dienstag, 12. Dezember 2017

Bücherspenden [K]

Hi!

Ich finde immer, Weihnachten ist nicht nur die Zeit, in der man Geschenke kriegt, sondern vor allem auch die Zeit, in der man selbst Gutes tun kann. Und dazu gehören nicht nur Geschenke, sondern auch Spenden. Nicht umsonst betteln viele Organisationen gerade an Weihnachten dafür, dass man die Wale rettet oder Kindern in Not hilft.
Ihr müsst aber kein Geld spenden, um etwas Gutes zu tun. Ihr könnt auch Bücher spenden – und vielleicht hilft das sogar noch ein bisschen mehr, denn das könnt ihr vor Ort tun und seht gleich, wie es jemand anderen glücklich macht.
Ich habe mal zusammengetragen, wohin ihr Bücher bringen könnt, die ihr einfach aussortiert habt oder von denen ihr denkt, dass sie in anderen Händen vielleicht besser aufgehoben sind, als in euren:

Kinder- und Jugendbücher:
  • Krankenhäuser (Kinderstation)
  • Kindertagesstätten/Kindergärten/Grundschulen
  • Waisenhäuser
  • Jugendheime
  • Bücherei
  • Jugendtreffs/-zentren
  • Öffentliche Bücherschränke
  • Mutter-Kind-Cafés

Romane:
  • Bücherei
  • Öffentliche Bücherschränke
  • Obdachlosenheime
  • Cafés mit Bücherschrank
  • Sozialhilfestellen (z.B. die Tafel)
  • Gefängnis
  • Flüchtlingsheime

Sachbücher: (hier kommt es natürlich auf die Art des Buchs an)
  • Volkhochschulen
  • Schulen
  • Bücherei
  • Öffentliche Bücherschränke
  • Schülerhilfe
  • Universitäten
  • Bibliotheken

Jules :)

Montag, 11. Dezember 2017

Julafton hemma (Rona Cole) [Q]

Huhu!

Auch heute gibt es einen weihnachtlichen Quickie und zwar Rona Coles Kurzgeschichte "Julafton hemma". Diese umfasst 50 Seiten, wird frei publiziert und gehört zu Ronas Buch "Fairy-Tale". Man muss dieses Buch gelesen haben, um die Geschichte zu verstehen. In der eBook-Version von "Fairy-Tale" wurden die beiden  Kapitel ergänzt, aber wenn ihr das Buch schon vorher gelesen habt, müsst ihr sie eben zusätzlich kaufen.




Beschreibung:

Phil und Per verbringen Weihnachten in Europa, aber obwohl der Weihnachtsabend wunderschön ist, holt sie die Realität bald wieder ein. Zurück in New York, müssen sie ihre Liebe weiter verborgen halten und können nicht viel Zeit miteinander verbringen. Während Phil damit kämpft, auf Per zu warten, beginnt dieser, sein Leben langsam in Frage zu stellen.

Meine Meinung:

Ich finde diese kurze Episode mit den beiden einfach so süß und irgendwie auch so traurig. Es wird einfach deutlich, dass sie beide mit ihrer Situation nicht so ganz zufrieden sind und gerade Phil eben darunter leidet, dass er immernoch auf Per wartet und oft alleine ist.
Die Geschichte ist aber auch irgendwie sehr romantisch. Gerade die Kulisse passt da eben auch noch perfekt dazu. Es unterstreicht einfach, wie sie zu einander halten, egal, wie blöd die Situation gerade ist. Aber man kann eben auch gut erkennen, dass man einen Neuanfang will, dass man die Situation ändern will.
Obwohl die Geschichte sehr kurz ist, lohnt sie sich meiner Meinung nach total, gerade, wenn man Fan dieser Geschichte ist. Ich mag die tiefsinnigen Gespräche und es gibt sogar schöne Sexszenen.
Das einzige, dass vielleicht ein bisschen gestört hat: Das Schwedisch hätte ich gerne übersetzt gehabt, ich musste nämlich alles googlen und das stoppt den Lesefluss dann natürlich total.
Ach ja und dann spielt die Geschichte natürlich um Weihnachten und Silvester und wird deswegen auch erst jetzt rezensiert. Ich finde, diese weihnachtliche Stimmung passt 1. perfekt zur Geschichte und kommt 2. auch super rüber, so dass man richtig in Stimmung kommt. Also echt klasse!

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich finde, die Geschichte ist ein absolutes Muss, wenn man Fair-Tale gelesen und geliebt hat und rundet das Buch super ab. Außerdem bringt sie einen schon schön in Weihnachtsstimmung, ich habe es verschlungen.

Am Anfang dachte ich, der Adventskalender tötet mich, aber langsam füllt er sich eigentlich ganz gut. Super, oder?
Jules :)

Sonntag, 10. Dezember 2017

Heiße Spiele auf der Berghütte (Kim Langthon) [Q]

Hi meine Lieben!

Der heutige Quickie nennt sich "Heiße Spiele auf der Berghütte" und stammt von Kim Langthon. Er wird frei publiziert und umfasst 37 Seiten. Handeln tut er von Nils, der sich Weihanchten auf eine Berghütte zurück zieht und dort auf Tom trifft.


Beschreibung:

Nils zieht sich Weihnachten auf eine einsame Berghütte zurück, um seine Sorgen zu vergesse. Doch dann taucht Tom auf, der in Nils noch ganz andere Gefühle weckt. Nicht nur, dass er sich sexuell stark zu ihm hingezogen fühlt, irgendwie empfindet er nach und nach mehr für Tom. Aber zunächst muss Nils die Dinge klären, die er eigentlich hatte zurücklassen wollen.

Meine Meinung:

Der Stil ist wirklich okay. Er ist zwar nicht sonderlich anspruchsvoll, aber trotz seiner Einfachheit kann man gut und flüssig lesen und sich in die Geschichte hineinversetzen. Trotzdem muss ich natürlich sagen, dass man es an mancher Stelle noch hätte ausführen könne. Und das schon alleine deswegen, weil es dann auch der Geschichte mehr Form gegeben hätte.
Ich bin zum Beispiel der Meinung, dass man sowohl Nils' als auch Toms Geschichte noch hätte mehr ausführen müssen, so dass man viel mehr Hintergrundinformation zu den Charakteren gehabt hätte. Gerade über Tom erfährt man so gut wie gar nichts und auch die Probleme von Nils finde ich nur sehr grob umrissen. Und auch, wie sie sich letztlich lösen, erscheint mir eher zurechtgebogen, um sie schnell abhandeln zu können, als wirklich realistisch oder nachvollziehbar.
Man merkt eben ganz deutlich, dass der Fokus hier eher auf den Sex und ihren Aufenthalt in der Hütte liegt, aber dann hätte man den Rest lieber ganz weggelassen.
Auch die Entwicklung ihrer Beziehung hätte ich mir ein wenig ausführlicher gewünscht.
Die Sexszenen selbst sind in Ordnung, sie waren sexy und recht ausführlich.
Weihnachten ist zwar Thema, bekommt aber nicht sonderlich viel Bedeutung zugetragen. Das finde ich jetzt aber nicht sonderlich schlimm.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Nicht unbedingt etwas für Weihnachtsfans, aber auf jeden Fall für alle die, denen ein heißes Abenteuer auf einer einsamen Berghütte zusagt. Viel mehr ist es leider nicht, aber ein wenig Sex für Zwischendurch ist sicher auch nicht das schlimmste.

Die Rezi musste jetzt ein Jahr auf ihren Einsatz warten. Ich kann ja so grausam zu meinen armen Rezis sein.
Jules :)

Samstag, 9. Dezember 2017

Winterkuss (Heidi Cullinan)

Titel: Winterkuss
Autor: Heidi Cullinan
Verlag: Cursed Verlag
Seitenzahl: 195 Seiten
Beschreibung: Frankie ist wahrlich ein Pechvogel. Mitten im größten Schneesturm, bleibt er in der Pampa stecken und hat die Wahl, entweder zu erfrieren oder sich mit drei bärigen Männern eine kleine Holzhütte zu teilen. Er wählt letzteres und sieht sich daraufhin mit Marcus konfrontiert, der ihn absolut nicht zu mögen scheint - und ihn das auch voll spüren lässt.

Meine Meinung:

Das Buch hat mir schon sehr gut gefallen.
Vielleicht ist es eine sehr lahme Storyidee, wenn vier schwule Männer ganz zufällig zusammen in er Hütte eingeschneit sind, aber zumindest ist es gut erklärt und dann kann man da auch darüber hinweg sehen – zumindest mit etwa guten Willen.
Zumal das fröhliche Hüttenmiteinander eigentlich ganz schön geschildert wird. Es passiert eigentlich gar nicht so viel in der Zeit, aber dennoch macht es Spaß, es zu lesen. Und es ist auch schön, wie sich die beiden Männer nur langsam näher kommen, man aber dennoch erkennt, dass da eigentlich die Funken fliegen.
Ein wenig geht das Buch auch auf das Thema ein, wie oft ein Mann einfach nicht als Mann dargestellt wird, nur weil er sich zu weibisch-tuntig verhält. Ehrlich gesagt mag ich die Art, wie das Thema behandelt wird, sehr gerne. So intensiv habe ich bisher noch nie etwas dazu gelesen und was ich da zu lesen bekomme, hat mir gefallen. Es zeigt nämlich die Sicht, ganz außerhalb des Klischeedenkens und vor allem stellt es eben klar, was schon lange mal klargestellt gehört: tuntig oder nicht, ein Mann ist ein Mann. Und es muss auch nicht, nur weil ein Prota weibisch wirkt, immer alles so mit Klischees überzogen und völlig übertrieben sein – es reicht genau so, wie es in dem Buch hier dargestellt ist – und damit ist es vermutlich sehr viel realistischer.
Es hat mir sehr gut gefallen.
Weihnachten kommt zwar nur ein kleinerer Anteil an dem Buch zu, aber dafür sorgt der Schneesturm für Weihanchtsfeeling und Kuschelstimmung. Echt lesenswert um diese Zeit rum.

Freitag, 8. Dezember 2017

Queer as Folk [K]

Hi!

Ich weiß, was ihr jetzt denkt: jetzt packt der Junge diese alte Serie wieder aus. Ich wäre aber nicht ich, hätte ich mir das nicht lang und breit überlegt. Letztlich habe ich mich also bewusst dafür entschieden, einen Post über eine Serie zu machen, die bereits vor 10 Jahren in Deutschland lief. Damals war ich noch recht jung und die Serie ist an mir vorbeigegangen, ohne dass ich ihr sonderlich groß Beachtung geschenkt habe. Natürlich habe ich reingeguckt, aber das war es auch schon. Vor einigen Wochen dann bin ich zufällig wieder darauf gestoßen und dann hat es mich einfach nicht mehr losgelassen. Ich hab mir die komplette Serie gekauft und sie noch mal geschaut – und diesmal richtig. Und dabei ist mir der Gedanke gekommen, dass es sicher vielen so geht wie mir: Sie haben sie damals genau wie ich nicht beachtet oder waren noch jünger als ich und haben sich mehr für Legosteine und Puppen interessiert – und manche wussten vielleicht bis eben gar nicht, dass es die Serie überhaupt gibt, auch wenn sie eigentlich wirklich Kult ist. Dieser Beitrag ist aber auch für alle, die die Serie vielleicht schon kennen. Vielleicht bekommen die mal wieder Lust, sie zu sehen. Ich finde, das ist die Serie wirklich wert, dass man sie sich noch mal anschaut.
Tja, das waren meine Überlegungen und hier ist nun also das Endresultat daraus:

Auf Amazon gibt es eine Box, in der alle Staffeln und einer Bonus-DVD, und die ist sogar recht günstig im Vergleich dazu, sich jede Staffel einzeln zu kaufen. Ich habe sofort zugeschlagen. Falls ihr also die Serie nicht zu Hause habt, empfehle ich diese Box.
Jetzt aber endlich zur Serie:
QAF entstand 2000 bis 2005 und umfasst 83 Episoden innerhalb von 5 Staffeln. Erstausstrahlung in Deutschland war 2006 auf Pro 7.
Die Serie handelt von fünf schwulen Freunden, aber es werden auch teilweise die Geschichten ihrer Freunde und Familie mit eingewoben – allem voran, die eines lesbischen Pärchens. Im Prinzip dreht sich die Serie um deren Alltag, ihr Leben und ihre Liebe. Dabei werden aber auch viele Dinge angesprochen, die eher ernsterer Tobak sind, z.B. AIDS, Diskriminierung, oder Homophobie.
Es ist eine der wenigen Serien, die sich ausschließlich mit dem Leben von homosexuellen Charakteren befasst. Genau das macht sie auch so besonders.

Ich finde, die Serie ist eine mutige Herangehensweise daran, schwules Leben in der Gesellschaft zu integrieren und sich für die Rechte von Homosexuellen und Toleranz einzusetzen. Natürlich beinhaltet die Serie manchmal auch Klischees, aber ich finde, die Klischees werden mit einem gewissen Witz getragen und deshalb finde ich das gar nicht so schlimm. Es ist auch wirklich einfach nur toll umgesetzt. Die Darstellung ist oft provokant, aber auch ehrlich und das finde ich so schön. Eben auch, weil ernste Themen angesprochen werden und es eben doch nicht nur um Sex geht, auch wenn Sex in der Serie nicht zu kurz kommt.
Die Charaktere sind allesamt liebenswert und es macht einfach Spaß, sie af einen Teil ihres Lebens begleiten zu können. Ein wenig fühlt man sich leer, wenn man die letzte Folge geguckt hat und weiß, es wird keine weitere mehr geben.
Ich bin momentan wirklich verliebt und ich denke, ihr werdet es nicht bereuen, wenn ihr auch mal (wieder) in die Serie hineinschaut. Von mir gibt es auf jedenfalls eine ganz klare Empfehlung.

Bis morgen!
Jules :)

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Winterpunsch und Herzenswunsch (Savannah Lichtenwald) [Q]

Hey!

Ich möchte euch heute die Geschichtensammlung "Winterpunsch und Herzenswunsch" von Savannah Lichtenwald vorstellen. Diese erschien bei BookRix und auf 81 Seiten beinhaltet sie sechs Geschichten rund um die Weihnachts- und Winterzeit.


Beschreibung: 

Fieberträume:
Hier geht es um zwei Protagonisten, die nur Sex miteinander haben, bis der eine - Fynn - krank wird und der andere - Simon - ihn pflegen muss. Dabei kommen die Gefühle an die Oberfläche, die beide schon länger hegen. Simon ist nämlich schon länger in Fynn verliebt und auch Fynn mag Simon, auch wenn er Angst hat, von der Beziehung enttäuscht werden zu können.  

Herzenswunsch:
Paul betreibt auf dem Weihnachtsmarkt einen Stand und benötigt dringend eine Ausfhilfe. Bisher hat er nur Nieten eignestellt und auch der diesjährige, nämlich Yasir, scheint eine solche Niete zu sein. Dennoch gibt ihm Paul eine Chance und sie kommen sich sogar näher - doch dann passiert etwas, dass die Pechwelle der letzten Jahre doch zu bestätigen scheint.

Peers letzte Chance:
Peer hat letztes Weihnachten einen Fehler gemacht und dank eines Engels bekommt er nun die Chance, diesen wieder auszubügeln und nebenbei eben seine große Liebe Luca zurück zu gewinnen.

Winterpunsch:
Stefan wird von seinem Freund Karsten von Jarno verlassen, kann ihn aber nicht vergessen. An Silvester will er ihn zurückgewinnen und hofft, ihn in einer Kneipe anzutreffen. Tatsächlich erscheint Karsten, in Begleitung des verhassten Jarno. Doch nichts ist, wie es zunächst scheint und plötztlich ist es Jarno, mit dem Stefan sich verbunden fühlt und nicht Karsten.

Weiß ist keine Farbe:
Eric ist HIV positiv und trifft bei einem Gesundheitscheck im Wartezimmer auf Lysander. In diesen ist er schon eine ganze Weile verschossen, doch bisher wurde ihm nur die kalte Schulter gezeigt. Nun scheint er zu erahnen, warum Lysander nur schwer Leute an sich heranlässt und hat auch endlich eine Gemeinsamkeit gefunden, die ein Gespräch ermöglicht, aus dem vielleicht mal mehr wird.

Ganz leise rieselt der Schnee:
Tom hat einen stressige Zeit im Job hinter sich und möchte einfach ein bisschen entspannen und seine Ruhe genießen. Dazu reist er in einen Ferienpark, wo er allerdings Adrian und dessen Neffen Lukas als Nachbarn bekommt - dise sind viel zu laut und durchkreuzen damit Toms Pläne, was schnell zu Streitigkeiten führt.

Meine Meinung:

Fieberträume:
Ich fand es eine schöne Kurzgeschichte, auch weil sie sich auf eine einzige Szene beschränkt, die dafür sehr ausführlich ist. Das gefällt mir besser, als würde man 100 Zeitsprünge einbauen. Natürlich geht es sehr fix, wie Fynn sich überzeugen lässt, dass Simon ihn liebt und ihre Beziehung lang und super werden wird - aber bei so wenigen Seiten kann man auch keine komplexe Lovestory mit Höhen und Tiefen erwarten.
Was nicht so rüber kommt, ist die weihnachtliche Stimmung, aber das finde ich nicht schlimm.

Herzenswunsch:
Für mich entwickelt sich diese Geschichte einfach zu schnell. Sie arbeiten ja nur zusammen, lernen sich aber sonst nicht näher kennen und sind doch plötztlich total verliebt in einander. Das ist mir zu unausgeführt, ich kann das nicht richtig nachvollziehen und deswegen finde ich es auch nicht so gut.
Dafür hat diese natürlich mehr mit Weihnachten zu tun, als die erste Geschichte und ist natürlich schön, um sich somit in Stimmung zu bringen.

Peers letzte Chance:
Dank dem Engel, bekommt die Geschichte natürlich so einen magischen Touch, der mir in Weihnachtsgeschichten immer sehr gut gefällt. Wann, wenn nicht an Weihnachten, ist es mal wieder Zeit, an Engel zu glauben? Ich mag auch, wie Peer hier eben dank dem Engel eine Chance bekommt - entfernt erinnert das sozusagen an die Weihnachtsgeschichte, wenn die Thematik auch anders ist.
Vielleicht ist die Lösung ein bisschen zu einfach, aber ich mag die Geschichte trotzdem, auch, weil sie Weihnachten so gut aufgreift und einen guten Humor besitzt.

Winterpunsch:
Es ist natürlich keine Weihnachtsgeschichte, aber es geht um Silvester und das finde ich auch toll, weil es eben symbolisch für einen Neubeginn steht, was hier gut zur Geschichte passt.
Ich mag auch, wie Jarno und Stefan sich annähern, aufgrund ihres Ex-Freundes eben. Ich mag es, wenn es so ein bisschen Ironie des Schicksal ist und da die Geschichte auch gut gemacht ist, kann ich da nicht viel dran kritisieren.

Weiß ist keine Farbe:
Ich finde es ja immer wieder schön und wichtig, wenn Geschichten HIV ansprechen. Auch wenn die Krankheit schrecklich ist, ist sie hier jedoch der Grund, warum es Eric gelingt, sich endlich seinem Schwarm anzunähern, was ich irgendwie ganz schön finde. Ich mag auch, dass die Geschichte nicht unnötig schnell voran geht, sondern dass sie sich einfach sympathisch sind und sich verabreden, ohne dass man schon die Hochzeitsglocken läuten hört. Sowas mag ich.
Auch hier hat es nicht wirklich mit Weihnachten zu tun, eher mit Winter allgemein, aber das ist völlig okay, weil die Geschichte wirklich gut gelungen ist.

Ganz leise riesel der Schnee:
Ich finde, diese Geschichte geht wieder etwas schnell. Tom ist sich Adrian recht schnell sicher und auch hier kennen sie sich meiner Meinung nach zu wenig, um sich das wirlich sein zu können. Ich finde es zwar ganz süß, dass Tom Adrian zeigen will, dass er ihn auch mag, obwohl er ein "Kind an der Backe" hat, aber wie gesagt, es ist einfach ein bisschen fix in der Entwicklung. Und natürlich ist mir der Liebesbeweis zu kitschig, wenn er auch ganz passend gestaltet ist.
Obwohl die Geschichte nur indirekt mit Weihnachten zu tun, finde ich aber, dass sie zumindest Lust auf Schnee und Winter macht.

Zielgruppe:

Wenn ihr Lust habt, euch mit Geschichten rund um Weihnachten und Winter in Stimmung zu bringen, seid ihr hier richtig. Natürlich ist die eine Sammlung von Kurzgeschichten und wie immer darf man bei Kurzgeschichten nicht das ganz große Kino erwarten, aber ich finde sie doch unterm Strich gelungen und sie erfüllen auch ihren Zweck.

Das war die erste Weihnachtsgeschichte, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Im August. :D Aber das macht mir nichts, denn eignetlich ist für mich das ganze Jahr Vorzweihnachtszeit - ich liebe diese Zeit einfach so sehr, ich ertrag das auch 365 Tage im Jahr.
Jules :)

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Eine Hütte für Zwei (Teodora Kostova)

Titel: Eine Hütte für Zwei
Autor: Teodora Kostova
Verlag: Cursed Verlag
Seitenzahl: 114 Seiten
Beschreibung: Nate liebt Quinn eigentlich schon immer, doch als er ihm seine Liebe gesteht, bricht Quinn ihm das Herz. Doch Quinn hatte einen Grund dafür und muss nun alles dafür tun, dass Nate ihm verzeiht.

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich ehrlich überrascht. Ich hatte nicht all zu hohe Erwartungen, weil man das bei Weihnachtsgeschichten offenbar nicht haben darf, aber ich hätte nie gedacht, dass mir das Buch so gut gefallen könnte.
Ich mag, dass in dem Buch sehr viel Drama drin ist, es aber irgendwie trotzdem nicht zu übertrieben wirkt. Wisst ihr, normalerweise ist es meistens dann einfach zu viel, aber hier war es so nachvollziehbar umgesetzt, dass es gar nicht gestört hat und die Geschichte wirklich spannend gemacht hat.
Ich finde, die Reaktionen der Charaktere sind nachvollziehbar und gut rüber gebracht worden, so dass man sich als Leser auch hineindenken und mitfühlen kann. Und vor allem versteht man die Reaktionen – zumindest verstehe ich diese, weil ich wohl genauso reagieren würde.
Ich mag auch die Geschichte an sich. Man weiß ja am Anfang noch gar nicht, was eigentlich genau los ist und somit hält sich die Spannung dann auch aufrecht, bis es endlich aufgeklärt wird. Und ich finde auch die Begründung gut gelungen, weil sie wirklich einen Grund zum Verzeihen bietet und es somit nicht wieder ein erzwungenes Friede-Freude-Eierkuchen-Ende gibt, sondern ein realistisches.
Okay, vielleicht geht es dann mit dem Verzeihen und mit dem Thema Beziehung dann doch etwas schnell, aber ich finde nicht, dass man das jetzt wunder wie kritisieren muss, weil es noch im Rahmen ist.
Tja und dank dieser ganzen Hütten-Atmosphäre ist das Buch auch noch bestens für Weihnachten geeignet und bekommt von mir deshalb eine absolute Weihnachts-Leseempfehlung.

Jules :)

Dienstag, 5. Dezember 2017

Ein Buch als Weihnachtsgeschenk [K]

Hallo ihr Lieben!

Geht es euch genauso, dass jetzt die stressige Zeit beginnt, in der man langsam anfängt, sämtliche Weihnachtsgeschenke zu besorgen und sich krampfhaft fragt, was man dieses Jahr schon wieder verschenken soll? Ich habe dieses Problem jedes Jahr, obwohl ich eigentlich recht früh mit meiner Geschenkeplanung anfange und halte es dann gerne, wie ein Großteil der Deutschen, um dem Stress Einhalt zu gebieten: Ich verschenke Bücher.
Bücher sind alle Jahre wieder ein sehr beliebtes Geschenk und zwar schnell besorgt, aber aufgrund der Thematik und des Genres doch immer wieder ein sehr individuelles Präsent. Leider ist es aber oft so, dass Bücher unter dem Weihnachtsbaum liegen, die dem Beschenkten gar nicht richtig zusagen. Und auch mir geht es oft so, dass ich dann im Buchladen stehe, eine fesselnde Geschichte in Händen halte und sie am liebsten selbst lesen würde, aber dann kritisch feststellen muss: Für XY ist dieses Buch eigentlich gar nicht geeignet.
Wenn man selbst gerne liest, ist es eben einfach so, dass dann manchmal der eigene Geschmack mit einem durchgeht und man etwas kauft, dass einen zwar selbst zusagt, einer anderen Person aber gar nicht zusagt.
Vielleicht lest ihr selbst aber auch gar nicht und seid jetzt nur hier gelandet, weil ihr krampfhaft nach einem Buch sucht, dass jemanden gefallen könnte, obwohl ihr selbst gar keine Ahnung von Literatur habt?
Egal ob ihr zur ersten oder zur zweiten Gruppe gehört, ich habe versucht, ein paar Tipps und Tricks zusammen zu stellen, mit denen es euch vielleicht leichter fällt, ein passendes Buch zu finden, dass ihr Weihnachten verschenken könnt:

Kauft eher unbekannte Bücher, die aber zum Geschmack eures „Opfers“ passen:
Eigentlich recht einfach gestaltet sich die Buchsuche natürlich, wenn ihr wisst, welchen Buchgeschmack derjenige/diejenige, dem/der ihr das Buch kaufen wollt, besitzt. Wenn jemand z. B. gerne Thriller liest, dann sollte man jetzt nicht darauf hoffen, dass ihm auch ein Fantasybuch zusagt, sondern wirklich in der Thrillerabteilung seine Runden drehen.
Wichtig ist dabei, dass ihr vielleicht nicht unbedingt den Lieblingsautor bzw. die Liebingsautorin kauft denn: Wenn jemand wirklich Fan ist, hat er es entweder schon selbst gekauft oder aber jemanden unter die Nase gerieben, dass er dieses Buch gerne hätte. Seid ihr also nicht derjenige/diejenige, der/die mit der Nasenspitze auf das Buch gestoßen worden ist, kauft es nicht. Niemanden ist geholfen, wenn das Buch dann doppelt vorliegt.
Ebenso verhält es sich mit Bestsellern und anderen Büchern, die sehr im Auge der Öffentlichkeit liegen. Also alles, was quasi im Buchladen direkt vorne dran steht, so dass jeder zugreifen muss. Auch hier ist die Gefahr relativ groß, dass euer Beschenkter/eure Beschenkte das Buch schon besitzt.
Lasst euch lieber vom Personal beraten oder grabt ein wenig in den hinteren Ecken der Abteilung, dann findet ihr vielleicht ein eher unbekanntes Buch, einen kleinen Geheimtipp sozusagen, mit dem auch die Chance steigt, dass es noch nicht im Regal eures Bücheropfers steht.

Findet heraus, welches Genre dem Beschenkten zusagt:
Schwieriger gestaltet sich die Suche nach dem richtigen Buch natürlich, wenn ihr keine Ahnung habt, was euer „Opfer“ so für Genre liest. Denn heißt es: Detektiv spielen.
Sucht erstmal nach einer Möglichkeit, das Thema auf Bücher zu lenken, so dass ihr vielleicht heraushören könnt, welche Bücher der andere mag. Wenn das nicht klappt oder sich kein guter Ansatz ergibt, dann achtet einfach auf das Bücherregal. Welches Gerne ist darin am meisten vertreten? Richtet euch dann danach.
Wenn ihr gar keine Chance habt, irgendwie den Geschmack eures „Opfers“ herauszufinden, dann überlegt euch anhand anderer Dinge, die ihr von demjenigern/derjenigen wisst, welches Buch vielleicht gefallen könnte.
Ein paar Beispiele:
Wenn XY gerne einen Mittelaltermarkt besucht, ist ein Historical Roman vielleicht ganz interessant.
Ist XY Tatort-Fan, tut es sicher ein guter Krimi.
Im Kino schaut XY gerne Komödien, kauft ein witziges Buch, dass zum Lachen bringt.
Hobbys, Lieblingsserien, Lieblingsfilme… all solche Kleinigkeiten können einen auf eine gute Spur lenken, die dann vielleicht nicht 100%ig den Büchergeschmack trifft, aber sicher auch nicht total daneben liegt.

Schließt Sachbücher und Biographien nicht von Anfang an aus:
Ich weiß, dass man sich meist auf einen Roman einschießt, wenn man daran denkt, ein Buch zu verschenken, aber auch Biographien oder Sachbücher können eine interessante Idee sein, wenn es um ein passendes Buch geht.
Nicht nur, dass sie auch etwas für Leute sein könnten, die sonst eher kein Buch in die Hand nehmen, sie sind vielleicht noch passender als ein Roman:
Ist jemand großer Fußballfan und es kam gerade eine Biographie eines Fußballers heraus, solltet ihr euch die mal ins Auge fassen.
Oder studiert jemand gerade, dann kann ihm ein gutes, hilfreiches Fachbuch sicher nützlich sein.
Ein Hobbykoch wiederum freut sich vielleicht über ein neues Backbuch.
Für Leute mit schwarzen Humor gibt es so einige witzige Büchlein, die zwar keinen Roman darstellen, aber sicher dessen Geschmack treffen.

Achtet auf Kleinigkeiten:
Ihr habt nun also einen ungefähren Plan, welches Buch es werden soll und seid im Laden unterwegs – so weit, so gut. Nun gilt es aber, dennoch darauf zu achten, was man genau kauft.
Wichtig ist, dass das Buch vom Preis her dem Budget entspricht, dass ihr angedacht habt. Gerade Fachbücher sind sehr teuer und oft ist es da schwere, einen passend Preis zu finden, aber bei Romanen und Sachbüchern/Biographien, sollte es kein Problem sein. Das ist auch wichtig, weil wenn jemand euch nur eine Kleinigkeit schenkt, dann kommt er sich sicher doof vor, wenn ihr mit einem 30 € teuren Buch aufkreuzt. Oder anders herum: Wenn ihr wisst, jemand gibt viel Geld für euch aus, dann wäre es nicht wirklich nett, wenn ihr ein Mängelexemplar für 3 € vom Wühltisch greift. Gut fahrt ihr, wenn ihr einfach ein Taschenbuch wählt, die kosten nicht allzu viel, aber auch nicht so wenig, dass ihr euch damit eine Blöße gebt.
Worauf man auch achten sollte: Kauf kein Buch, dass zu einer Reihe gehört. Mehrteiler sind immer nervig, denn entweder muss man ständig den neuesten Teil kaufen oder es gefällt einen nicht, so dass man nicht weiter lesen will und hat dann eine unvollständige Geschichte herumliegen.
Es ist okay, wenn ihr ein Buch kauft, das zu einer Reihe gehört, aber in sich abgeschlossen ist. Aber alles, was einen Cliffhanger hat und zwingend einen weiteren Teil verlangt, solltet ihr nicht mitnehmen.

Was aber tun bei Planlosigkeit?
Mir ist natürlich klar, dass all diese Tipps und Tricks nicht helfen, wenn es schon bei der ersten Hürde scheitert. Wenn ihr also absolut keine Ahnung habt, in welche Richtung das Buch gehen soll, dann ist es schwer, etwas passendes zu finden.
In dem Fall habt ihr 3 Möglichkeiten, wie ihr vorgehen könnt:

1. Ihr fragt einfach, was für ein Buch sich der/diejenige wünscht. Das ist nicht sonderlich kreativ und wirklich Gedanken macht ihr euch dann auch nicht, aber immerhin trefft ihr dann den Geschmack zu 100% und helft noch mit, eine Wunschliste abzuarbeiten.

2. Kauft ein Buch, von dem ihr selbst total begeistert wart. Vielleicht ist es dann nicht der Geschmack des Anderen, aber ihr habt zumindest eine persönliche Verknüpfung zu dem Buch und schenkt etwas, dass euch am Herzen liegt – womit ihr auch XY zeigt: Du liegst mir am Herzen. Ich möchte mit dir etwas teilen, dass mir sehr viel Freude bereitet hat.
(Aus persönlicher Erfahrung weiß ich: Ich habe mal ein Lieblingsbuch von jemanden geschenkt bekommen und obwohl ich dem Genre nicht zugeneigt war, habe ich es geliebt. Und anders herum habe ich auch mal ein Lieblingsstück verschenkt und den anderen damit tatsächlich Freude bereiten können.) Seid nicht traurig, wenn das Buch dann nicht wirklich Euphorie auslöst, egal ob es gefällt oder nicht, der andere wird sich zumindest freuen, dass ihr euch Gedanken gemacht habt.

3. Lasst es einfach. Ich weiß, dass ist eine blöde Option, aber wenn ihr gar keine Ahnung habt und auch die anderen beiden Möglichkeiten nicht so glorreich findet, dann kauft lieber etwas anders, von dem ihr wisst, dass es gefallen könnte. Man muss sich nicht zwingend auf ein Buch einschießen, es gibt so viele Dinge, die man stattdessen schenken könnte und die auch persönlich sind.
Alternativ kann es vielleicht für den losen Bekannten auch etwas unpersönlicheres sein und dann schenkt doch einfach einen Buchgutschein. Damit wird der andere dann ganz, ganz sicher etwas anfangen können und ihr seid fein raus.

Wenn man sich selbst sehr viel mit Büchern befasst oder die Lesegewohnheiten des anderen kennt, wird es einen sicher nicht schwer fallen, ein passendes Buch zu finden. Aber wenn ihr euch aus irgendwelchen Gründen damit schwer tut, ein Buch als Geschenk zu finden, dann hoffe ich, ich konnte euch mit diesem Artikel ein wenig weiterhelfen.
Ich wünsche euch viel Erfolg bei der Geschenkejagd!
Jules :)