Dienstag, 19. Dezember 2017

Filme [K]

Hallo!

Heute geht es um Filme. Ich muss gestehen, dass ich nicht so der Filmemensch bin. Ich gehe zwar gerne mal ins Kino und wenn ein guter Film auf dem Fernseher kommt, dann schaue ich ihn mir auch gerne mal an, aber einen Film kaufen, tu ich mir nur in den allerseltensten Fällen, wenn mir ein Film wirklich richtig gut gefallen hat. Oft ist es ja auch so, dass es noch ein Buch zum Film gibt – dann lese ich einfach lieber das Buch, statt den Film anzuschauen.
Wenn wir uns im Gay Bereich bewegen, sieht die Sache allerdings ein wenig anders aus. Es kommen einfach viel zu wenig Filme mit schwuler Thematik im TV und im Kino sucht man sie – gerade in unserer kleinen Stadt – erst recht vergebens. Deswegen kaufe ich da dann schon eher mal eine DVD. Es ist jetzt aber nicht so, dass ich ein riesiges Sammelsurium besitze – auch wenn ich geplant habe, meine Sammlung ein wenig zu erweitern –, was aber ideal für diesen Blogpost ist: So kann ich euch nämlich die wenigen Filme, die ich habe, ganz einfach vorstellen.
Bei Filmen in diesem Genre tue ich mir oft sehr schwer. Viele sind Dramen, deren Ende dann oft alles, nur nicht happy ist. Gut, oft soll einfach Gesellschaftskritik geäußert werden, aber ich hasse es einfach, wenn es nicht gut ausgeht. Deswegen habe ich immer Angst, einen neuen Film zu kaufen, weil ich immer befürchte, das Ende wird ganz schrecklich werden. Ich erhoffe mir ja, dass ihr mir vielleicht ein paar gute Filmtipps geben könnt. (Möglichst mit Happy End.) Neulich hat mir schon jemand einige gute Filme genannt und davon werde ich demnächst auch welche kaufen. Aktuelle Filme könnt ihr dann immer in meiner Neuzugänge-Reihe finden. Dort poste ich zwar oft nur Mangas, aber wann immer sich ein Film in mein Regal verirrt, werde ich euch natürlich auch etwas dazu erzählen.
Jetzt kommen wir aber zu den Filmen, die ich bereits besitze. Ich hoffe, es ist vielleicht auch einer dabei, der euch interessiert.
Jules :)




Freier Fall – Film von Stephan Lacant

Dieser Film behandelt eines meiner Lieblingsthemen: Coming-out. Und zwar nicht irgendein Coming-out, sondern ein Coming-out von jemanden, der seine Sexualität erst in späteren Jahren entdeckt und sich aber schon als Hetero ein Leben aufgebaut hat.
Ganz wunderbar wird in dem Film gezeigt, dass Homosexualität auch heutzutage noch nicht selbstverständlich ist und welche Probleme noch immer auftreten. Und ganz wunderbar wird gezeigt, wie schwierig es für jemanden ist, der eine Familie hat, plötzlich zu seiner Sexualität zu stehen.
Der Film ist wirklich sehr ausdrucksstark und die Schauspieler allesamt grandios. Was ich auch sehr schön finde, ist die Tabulosigkeit in dem Film. Nichts wird verschönt, nichts weggelassen und nichts gewertet. Selbst Sexszenen werden einfach mit eingebaut, was den Film zusätzlich auch noch recht sexy macht.
Für mich ein toller Film, wenn er auch kein wirkliches Happy End besitzt.

Jongens (OMU) – Film von Mischa Kamp

Diesen Film fand ich wirklich sehr gut. Es ist eine eher seichte Geschichte, die aber wirklich voller Gefühl steckt und unglaublich toll gespielt ist. Sehr überzeugend und wirklich süß gemacht. Mir hat gefallen, dass man sieht, wie Sieger immer wieder mit seiner Sexualität strauchelt. Auch fand ich gut, dass z.B. die Sorge um seinen Vater, der sich mit seinem Bruder rumärgern muss, immer wieder Thema war. Gerade, weil das noch Einfluss auf seine Gefühlswelt hat.
Obwohl ich mehr auf Dialoge stehe, fand ich es hier großartig, wie oft nur durch Handlungen bzw. durch die Situation so viel ausgedrückt wird. Überhaupt ist der Film sehr feinfühlig aufgebaut, die Entwicklung darin ist nicht überstürzt order unglaubwürdig.
Ganz toll ist natürlich, dass es in dem Buch ein positives Ende gibt. Ich habs ja oben schon gesagt: Das ist nicht selbstverständlich. Umso mehr kann ich mich dann darüber freuen.
Alles in allem ist der Film wirklich sehr sehenswert!

Prayers for Bobby – Film von Russell Mulcahy

Diesen Film fand ich unglaublich emotional. Es gibt Szenen, da bekomme ich schon Gänsehaut, wenn ich nur daran denke. Ich habe auch so oft weinen müssen, immer ein Zeichen dafür, das der Film unglaublich gut gemacht ist. Und das ist er wirklich.
Er beruht auf einer wahren Gegebenheit und berührt allein deshalb schon mehr als ein fiktiver Film. Ich finde auch, dass die Schauspieler in dem Film echt großartige, überzeugende Arbeit leisten. Allgemein ist der Film einfach nur überzeugend: Mit dem nötigen Ernst und einer klaren Botschaft. Es geht einfach um die Rechte Homosexueller und wer sich dafür interessiert, muss diesen Film gesehen haben! Darin wird auch die Stellung der Kirche zu Homosexualität behandelt.
Ein wirklich toller Film.

Romeos – Film von Sabine Bernardi

In dem Film geht es nicht nur um Homosexualität, sogar um Transsexualität. Die Umsetzung davon gelingt in dem Film wirklich gut. Es geht um Liebe, um Freundschaft und einfach darum, für sich und seine Sexualität – welcher Art auch immer – einzustehen.
Die Schauspieler sind sehr überzeugend, die Geschichte teilweise sogar witzig, oft aber auch mit dem nötigen Ernst. Ich finde, an das Thema wird doch sehr feinfühlig rangegangen – gerade auch, weil es zeigt, welche Probleme man als transsexueller Mensch durchleiden muss.
Wenn man sich für dieses Thema interessiert, sollte man sich den Film definitiv nicht entgehen lassen.

Fair haven (OMU) - Film von Kerstin Karlhuber
Trailer

Der Film hat mir wirklich zugesetzt, weil man immer wieder Ausschnitte aus James' Therapie gezeigt bekommt, die einem nur mit dem Kopf schüttel lassen. Es ist wirklich Wahnsinn, dass es wirklich noch immer Leute gibt, die glauben, Homosexualität sei eine Störung, die man mit Hilfe von Gott behandeln kann. James tut einem leid und es tut einem weh, wenn er seine große Liebe Charlie so vor den Kopf stößt.
Umso schöner ist es natürlich zu sehen, wie James dann letztlich doch lernt, für sich und seine Liebe einzustehen und wie sein Vater nach und nach auftaut und beginnt, die Dinge anders zu sehen.
Ein sehr berührender Film, mit einem süßen Pärchen und vor allem: mit einem Happy End!


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