Sonntag, 25. Februar 2018

Über meine Person, Social Media und den Umgang mit anderen Menschen [K]



Hallo, mein Name ist Julian. Ich habe einen Buch-Blog und ich bin trotzdem ein Mensch, wie jeder andere auch. Ihr wisst nichts über meine Persönlichkeit, aber ihr urteilt über mich. Und das geht mir ziemlich auf die Nerven.
Ich weiß, dass ihr mich nicht wirklich kennt. Das ist zum großen Teil meine Schuld, weil ich nicht viel über mich verrate. Vermutlich wisst ihr noch nicht einmal meine Lieblingsfarbe. Allerdings sollte euch auch klar sein, dass ihr nicht viel mehr von mir wisst, wenn ich euch meine Lieblingsfarbe verrate. Diese ist übrigens rot. Wenn ich jetzt von mir erzählen sollte, wüsste ich wohl auch gar nicht, was. Mein Leben verläuft relativ normal. Ich wurde in der Schule nicht gemobbt, mein Outing verlief recht problemlos und auch sonst gibt es keine mega dramatischen Dinge über mich zu erzählen. Falls es die gäbe, würde ich aber vermutlich nicht darüber reden. Weil ich denke, das es einfach niemanden etwas angeht. Es ist immerhin meine Entscheidung, wie viel ich von mir selbst im Internet preisgebe und ich gehöre nicht zu den Leuten, die auf ihrem Blog ihr halbes Leben ausbreiten. Und auch nicht auf Facebook, Twitter oder Instagram. Ich rezensiere hier Bücher und teile mit euch meine Ansichten über diese – was in gewisser Weise auch schon viel über mich aussagt.
Ja, ich bin sehr kritisch. Ich habe auch hohe Ansprüche, sowohl an mich selbst, als auch an andere – vor allen Dingen an andere, speziell, wenn sie dafür Geld verlangen. Ich bin manchmal zickig und launisch und eklig, aber das weiß ich und meistens gehe ich mir damit selbst auf die Nerven.
Was ich nicht bin, ist arrogant und eingebildet. Es mag sein, das mich viele dafür halten, weil meine Rezensionen manchmal hart ausfallen und weil ich meine Meinung wie ein Löwe verteidige und mich aus Diskussionen manchmal ausklinke, weil sie mir zu blöd werden.
Das liegt aber nicht daran, dass ich mich für etwas besseres halte. Das liegt daran, dass ich auch nur ein Mensch bin, der ein Recht auf seine Meinung hat und der sich nicht für seine Meinung rechtfertigen muss. Ich bin immer offen für die Meinung anderer und wenn mir die Argumentation zu denken gibt, lasse ich mich auch gerne auf eine andere Denkweise ein – aber ich lasse mich nicht bekehren, wenn ich von etwas wirklich überzeugt bin. Ich weiß nicht, ob das immer der richtige Weg ist, aber er ist sehr häufig. Es hat auch etwas mit Selbstbewusstsein zu tun, seine Meinung nicht wie ein Fähnchen im Wind zu wechseln.
Ich bin nicht sehr selbstbewusst. Wenn ihr hier meine Blogbeiträge lest und mich danach kennenlernen würdet, wärt ihr wohl ziemlich enttäuscht. Ich rede nicht gerne mit fremden Menschen, brauche lange um aufzutauen und bin in sehr vielen Situationen meines Lebens ziemlich unsicher. Aber ich weiß dennoch um meine Stärken und zumindest haben mir meine Eltern irgendwann einmal beigebracht, dass ich durchaus auf meine Meinung vertrauen kann.
Es nervt mich, wenn andere Leute schlecht über mich reden, obwohl sie mich nicht kennen. Es nervt mich, dass sich fremde Leute das Recht herausnehmen, mich anzugreifen, obwohl sie teilweise noch nicht mal meinen Namen richtig aufgeschnappt haben. Ja, ich stelle meinen Blog öffentlich und damit auch meine Meinung. Und natürlich steht es demnach jeden frei, seinen Senf dazu zu geben. Und wenn ich ein Buch blöd fand und jemand anderes fand es toll, dann darf er mir das gerne sagen und dann denke ich mir halt: Ja, schön für dich. Nicht, weil ich damit pampig klingen will, sondern weil es für mich okay ist, wenn jemand einen anderen Geschmack hat und etwas mochte, was ich nicht mochte. Es ist schön für denjenigen, wenn er nicht enttäuscht wurde. Aber es bringt mich persönlich halt nicht weiter. Wenn mir jemand sagt, er fand das Buch großartig, denn ändere ich nicht urplötzlich meine Meinung dazu. Und das muss ich auch nicht. Wieso denn auch? Das macht doch gar keinen Sinn. Ich weiß nicht, was manche Leute da erwarten.
Wenn ich etwas in einem Buch kritisiere und sich dann der Autor oder die Autorin plötzlich in einem Kommentar dazu rechtfertigen, dann werde ich dazu einfach nichts sagen. Ich bin deswegen aber nicht überheblich. Ich frage mich nur, was das soll. Entweder ich stehe über der Kritik oder ich arbeite an mir. Aber es kann doch nicht angehen, dass man seine Kritiker dann anzickt. Und vor allem geht es einfach nicht, dass man sich dann auf FB hinstellt und über mich herzieht. Auf welchem Niveau sind wir denn? Haben wir den Kindergarten schon verlassen?
Ich glaube, dieses ganze Social Media verleitet viele Leute dazu, Grenzen zu übertreten, die sie im wahren Leben (hoffentlich) nicht übertreten. Jeder denkt, im Internet kann man jeden angreifen, wie es einen gerade so passt und jeden behandeln, wie man gerade lustig ist.
Das ist falsch. Hinter jedem Usernamen sitzt immer noch ein richtiger Mensch mit Gefühlen und Gedanken. Ich halte es nicht für richtig, einem Menschen weniger Respekt entgegenzubringen, als jemanden, dem man persönlich gegenüber steht, nur weil man ihn nur online kennt.
Es hat auch ein bisschen was mit Akzeptanz zu tun, jemanden so zu nehmen, wie er eben ist. Man sollte nicht versuchen, einen fremden Menschen nach seinen Vorstellungen ändern zu wollen, weil man dazu kein Recht hat. Und weil man – gerade im Internet – immer nur einen kleinen Teil von jemanden kennen lernt, niemals den ganzen Menschen. Außer, man macht sich die Mühe und versucht wirklich, mit diesem in Kontakt zu treten und ihn näher kennen zu lernen. Ironischer Weise sind es aber gerade die Leute, die mutwillig beleidigen, gegen andere Leute hetzen, lästern und versuchen, auf andere unrechtmäßig einzuwirken, die sich am allerwenigsten mit der Person hinter dem Usernamen beschäftigt haben.
Hallo, liebe Hater, mein Name ist Julian. Ich habe einen Buch-Blog und ich bin ein Mensch, wie jeder andere auch. Ich habe einen Freund, der mich liebt und eine Familie und Freunde, die hinter mir stehen. Ihr tut mir nicht weh, wenn ihr über mich herzieht, weil ich genug Rückhalt habe, um darüber zu stehen. Andere Menschen haben das aber unter Umständen nicht! Und vielleicht überlegt ihr euch mal, ehe ihr andere angreift und über diese herzieht, ob ihr damit nicht jemanden verletzt und ob ihr wirklich mit euren unbedachten Kommentaren dafür verantwortlich sein wollt, jemanden psychisch zu schaden. Und vielleicht fangt ihr auch einfach mal bei euch selbst an, Kritik zu üben. Da habt ihr nämlich mit Sicherheit genug zu tun.

Jules

Sonntag, 18. Februar 2018

Heiße Übernahme (Anna Zabo)



Titel: Heiße Übernahme - Takeover 1
Autor: Anna Zabo
Verlag: Cursed Verlag
Seitenzahl: 224Seiten
Beschreibung: Im Urlaub lernt Michael Sam kennen und verbringt eine heiße Nacht mit ihm. Danach geht ihm dieser nicht mehr aus dem Kopf. Umso schlimmer, als Sam plötztlich wieder vor ihm steht und sich als neuer CEO entpuppt. Nun stellt sich die Frage, wie es mit ihnen weitergehen kann.

Meine Meinung: 
Dieses Buch hat mich begeistert. Definitiv ein BDSM-Roman, der mich völlig überzeugen konnte.
Anfangs war ich ein wenig skeptisch, was Sam und Michael anging. Ich mag es immer nicht so gerne, wenn der Sub im realen Leben über dem Dom steht. Das hat für mich so ein Ungleichgewicht, dass ich zwar verstehe, aber irgendwie dennoch nicht richtig nachvollziehen kann.
Hier hat es mich aber komischerweise überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil! Das ganze hat erst den Reiz des Buchs ausgemacht, meiner Meinung nach. Mir hat gefallen, wie Sam Michael auf der Arbeit die Stirn geboten, ihn teilweise rumkommandiert und ihm nur beim Sex so völlig die Kontrolle abgeben hat.
Durch diese Konstellation konnte man als Leser förmlich die ganze Zeit die Funken sprühen sehen. Es hatte immer einen gewissen Thrill, wenn die beiden aufeinander getroffen sind und dadurch hat das Buch ziemlich an Spannung gewonnen. Einfach, weil man wissen wollte, wie sie sich arrangieren können.
Hinzu kam die Vergangenheit beider Protas. Michael, der nichts mehr verstecken will und Sam, der seine Gründe hat, alles zu verstecken. Es ist schön, wie sie mit dieser Problematik umgehen. Ich mag, dass es ihre Beziehung auf eine harte Probe stellt und ich finde es auch gut, wie eine Lösung dafür gefunden wird. Es wird nicht alles vereinfacht und es geht auch nicht schnell, schnell, sondern es ist wirklich durchdacht.
Das gefällt mir sehr gut, weil es so nicht plump wirkt und weil es das Buch so wirklich bis fast zur letzten Seite sehr spannend macht. Ich glaube, ich habe es fast an einem Stück gelesen.
An der einen oder anderen Stelle war es mir vielleicht ein wenig zu geschäftlich. Also im wahrsten Sinne des Wortes, weil es schon viel über die Firma und den Job ging. Aber immer, wenn ich dachte, jetzt wird es zu viel, kam wieder eine andere Sequenz dazwischen, die dem entgegen gewirkt hat.
Von daher: Ein wahnsinnig tolles Buch mit einem super Schreibstil und super BDSM-Szenen, das einfach richtig Spaß macht! Unbedingt lesen! Es lohnt sich!

Sonntag, 11. Februar 2018

Zerbrochenes Glas (John Inman)

Titel: Zerbrochenes Glas (Rezensionsexemplar)
Autor: John Inman
Verlag: Dreamspinner Press
Seitenzahl: 236 Seiten
Beschreibung: Seitdem Gordon einen Unfall verursacht hat, bei dem ein Mensch ums Leben kam, liegt sein eigenes in Trümmern. Zu sehr hält ihn die Schuld im Griff, als dass er sich aus seiner Depression reißen könnte. Doch dann trifft er den Obdachlosen Squirt. Dieser liebenswerte Kerl verzaubert Gordon sofort und deshalb versucht er auch alles, sich diesem zu nähern. Doch auch Squirt hat ein Päckchen zu tragen.

Meine Meinung:

Wenn dieses Buch etwas ist, dann bewegend. Und das auf viele Art und Weisen. Es gab Stellen, da musste ich lachen, es gab Stellen, da musste ich schwer schlucken und ja, es gab auch Stellen, da musste ich weinen.
Dieses Buch zeigt Gordons Kampf, zurück in sein Leben. Man ist dabei, als er das Leben zweier Menschen zerstört - und sein eigenes gleich mit. Man ist dabei, wenn die Schuld ihn zerfrisst und es für ihn keinen anderen Ausweg mehr zu geben scheint, als den Tod. Und man ist dabei, wenn er dank der Liebe wieder auf die richtige Spur kommt und damit nicht nur sein eigenes Leben rettet.
Dieses Buch bedrückt einen Anfangs, weil man die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und Depression, die Gordon befallen haben, wirklich nachempfinden kann. Das Buch schafft es, einen mitfühlen zu lassen. Es zieht einen ein wenig runter, das zu lesen, aber das zeugt nur davon, wie gut geschrieben es ist.
In der dunkelsten Zeit seines Lebens trifft Gordon dann auf den Obdachlosen Squirt und man kann als Leser mitverfolgen, wie sich dieser in Gordons Herz drängt - und wie die Liebe Gordons Seele aus ihrer Qual befreit.
Die Art, wie das Buch geschrieben ist, lässt einen intensiv an allen Gefühlen teilhaben. Und es lässt einen in eine Story hineingleiten, die einen bewegt und nachdenklich zurücklässt. Es macht Spaß, das Buch und damit Gordons Heilungsweg mitverfolgen zu können. Und gleichzeitig den von Squirt.
Auch die dramatische Wende in dem Buch ist gut gemacht. Sie kommt so plötzlich, aber doch nicht unterwartet und sie ist realistisch. Ich hatte Angst, das Buch könnte nicht realistisch sein, weil allein das Aufeinandertreffen der beiden Protagonisten ja schon ein ziemlicher Zufall ist - aber dennoch ist die Geschichte realistisch gestaltet. Realistisch und herzerwärmend und vielleicht ein wenig sehr liebestrunken, aber auf eine gute Art.
Dies ist ein Buch über Schuld, aber auch über Liebe und Hoffnung. Und es ist großartig. Ihr seid selbst Schuld, wenn ihr dem Buch keine Chance gebt. Hier lohnt sich jedes Wort.

Sonntag, 4. Februar 2018

The show must go on [K]



Manchmal lese ich ein Buch, markiere einen Absatz und mache mir eine Notiz dazu. „Das muss ich unbedingt in der Rezi erwähnen!“, denke ich dann und erst einige Sekunden später durchfährt mich die Erkenntnis: Es wird keine Rezension geben.
Manchmal verspüre ich Erleichterung, wenn mir einfällt, dass ich mir keine Gedanken mehr um eine Rezension machen muss. Aber oft ist es auch wie ein eisiger Stich, der mir kurz die Luft zum Atmen nimmt.
Ich habe bewusst aufgehört, zu bloggen. Es war aus keiner spontanen Laune heraus, sondern es war wie eine Heilkur für meine Seele, die so dringend nötig war. Ich habe gesagt, warum ich aufhöre. Ich habe mehrfach erwähnt, dass es sich für mich nicht mehr richtig angefühlt hat, zu bloggen. Dass es für mich mehr Stress wurde, als Vergnügen. Ich weiß nicht, wie und wann es passiert ist, dass etwas, das mir mal so viel Freude bereitet hat, plötzlich zu einer Last wurde. Aber es ist passiert.
Ich weiß auch nicht, wie ich es erklären soll. Es fing einfach damit an, dass sich in meinem Leben einiges geändert hat und diese Veränderungen zwar schön waren, aber mir nicht mehr den nötigen Raum gaben, meinen Blog fortzuführen.
All das Bemühen, weiterhin Rezensionen zu bringen, Rezensionsexemplare pünktlich abliefern und immer noch abwechslungsreiche Inhalte bieten zu können, haben mich ausgelaugt.
Man muss verstehen: Ich habe über mehrere Jahre hinweg meine komplette Freizeit in den Blog gesteckt. Da gab es nichts anderes, außer an den Wochenenden, aber selbst da, ging die Arbeit weiter. Ich hab manchmal an einem Tag drei Bücher gelesen und rezensiert. Habe bis spät in die Nacht am PC gesessen. Habe Verabredungen abgesagt, um weiterarbeiten zu können. Ich habe mein Leben in diesen Blog gesteckt.
Es war, als hätte ich ein Kind großgezogen. Von den ersten unsicheren Schritten, bis hin zu einem ausgewachsenen Konzept mit großer Lesergemeinde.
Es hat mich Kraft gekostet, mich gegen Autoren zu behaupten, mit nervigen Fans und ungerechtfertigter – aber natürlich auch gerechtfertigter – Kritik umzugehen. Ich war so oft frustriert, aber dennoch habe ich nie aufgehört. Weil es mir Spaß gemacht hat. Weil so viel Liebe darin steckte.
Und dann – mit einem Mal… vorbei. Plötzlich war mir alles zuwider. Die Autoren, die dauernd Druck gemacht haben, die Fans, die mich angegriffen haben, weil ich irgendein Buch zerrissen habe, der Stress und die Erwartungshaltung. Und dann musste ich einfach aufhören, sonst hätte es mich in den Wahnsinn getrieben.
Und doch… fehlt es mir. Es fehlt mir so sehr. Ich sitze manchmal da, lese andere Blogs und der Schmerz darüber, dass ich nicht mehr meine eigenen Posts schreibe, schnürt mir den Hals zu. Ich habe nicht nur eine Träne vergossen, als ich beschlossen habe, es sein zu lassen. Und ich vergieße auch jetzt manchmal noch Tränen.
Ich weiß nicht, was genau ich jetzt eigentlich tun soll. Krönchen richten, Arschbacken zusammenkneifen und weiter machen? Kann ich das? Schaffe ich das? Ich weiß es nicht. Ich habe Angst davor, die ersten Schrittchen zu tun. Es fühlt sich an, wie ganz am Anfang, als ich vor jedem abgetippten Wort Angst hatte. Davor, dass es meinen Lesern nicht gefällt. Dass es mir nicht gefällt.
Ich habe diesen Rückzug gebraucht, aber ich weiß auch, dass dieses Kapitel noch nicht abgeschlossen ist. Eine Zeit lang dachte ich, dem wäre so. Aber nach und nach merke ich, dass unter all der Verbitterung und der Wut und dem Stress und der Angst noch immer der Drang steckt, weiterzumachen.
Wieder zu bloggen, wäre ein riesiger Schritt. Und ich bin mir bewusst, dass ich einige Dinge ändern müsste, um dies tun zu können. Ich müsste all meine Erwartungen, mir selbst gegenüber, über Bord werfen und ganz neu anfangen. Und ich müsste versuchen, nicht mehr so viel Rücksicht auf andere und dafür mehr Rücksicht auf mich selbst zu nehmen.
Ich habe darüber nachgedacht, mein Konzept zu ändern. Etwas Neues aus diesem Blog zu machen. Natürlich würde ich meinen Wurzeln weiterhin treu bleiben, aber es braucht etwas, dass mir so viel Spaß macht, dass ich wieder gerne meinen Laptop aufklappe, um daran zu arbeiten.
Vermutlich werde ich mein Konzept also wirklich überdenken und vermutlich werden dann, wenn es umgesetzt wird, nicht alle Leser bleiben. Aber vielleicht ist es manchmal besser, etwas einzuschränken, als ganz darauf verzichten zu müssen.
Mal sehen, wohin es mich und diesen Blog führt. Ich freue mich, auf diese spannende Reise, die ich kaum anzutreten wage. Aber vielleicht wird ja der ein oder andere von euch, liebe Leser, diese Reise gemeinsam mit mir antreten. Das würde mir Kraft geben. Für einen Neuanfang.

Jules

Dienstag, 26. Dezember 2017

Schuld (K. C. Wells)

Titel: Schuld (Rezensionsexemplar)
Autor: K. C. Wells
Verlag: Dreamspinner Press
Seitenzahl: 281Seiten
Beschreibung: Nikko will nur seine Schulden loswerden und verkauft dafür seinen Körper. Nie hätte er damit gerechnet, in seiner persönlichen Hölle auf Mitch zu treffen. Dieser hat selbst einiges durchgemacht und spürt gleich das Band, dass ihn und Nikko verbindet. Doch wie kann man einen Stricher lieben?

Meine Meinung:


Leider habe ich mir von diesem Buch doch etwas mehr erhofft.
Ich dachte, es geht viel mehr um Prostitution und Gewalt, um etwas, dass einen einfach ein wenig mehr erschüttert. In der Beschreibung klingt das alles noch recht dramatisch, aber im Buch selbst wird all das nur immer kurz angeschnitten und gar nicht wirklich ausgeführt. Das finde ich irgendwie schade, weil es ja eigentlich das Thema des Buches ist. Und da kann der Rest noch so gut sein, fehlt da irgendwie einfach was.
Was mir auch nicht so gefallen hat, ist, dass man als Leser sehr lange im Dunkeln bleibt. Man erfährt ewig nicht, warum er sich überhaupt prostituieren muss und wenn es am Anfang noch für Spannung sorgt, nervt es dann irgendwann einfach. Es wirkt dann fast schon, als würde man es künstlich hinauszögern, den Leser mal zu erleuchten, was eigentlich los ist. Wisst ihr, mich stört das mit der Zeit einfach, weil da so etwas Großes im Hintergrund ist, dass man nicht zu fassen bekommt – das einen aber näher an die Story bringen würde.
Die Liebesgeschichte in dem Buch ist ganz gut geschildert, ebenso, wie Nikkos Zuhälter versucht, sie von einander fern zu halten. Ich finde, die Probleme, die daraus entstehen, werden nicht unnötig aufgeputscht und sind somit noch halbwegs realistisch – allerdings lösen sie sich dadurch auch recht leicht, was ich ein wenig schade finde. Das Ende ist zu einfach gestaltet, für die Dramatik, die das Buch ausstrahlen will.
Was in Ordnung ist, sind die Sexszenen und der Stil im Allgemeinen. Es geht flüssig und schön lesen und man kann sich auch in die Geschichte fallen lassen. Komplett überzeugen konnte mich das Buch aber dann leider doch nicht.

Montag, 25. Dezember 2017

Missbraucht (Jamie Fessenden)

Titel: Missbraucht (Rezensionsexemplar)
Autor: Jamie Fessenden
Verlag: Dreampsinner Press
Seitenzahl: 302 Seiten
Beschreibung: Derekes Leben verläuft glücklich und in geregelten Bahnen - bis eine Geschäftsreise mit seinem Chef und Kumpel Victor alles verändert. Nach einer Nacht ist nichts mehr, wie es einmal war und die einzige Hilfe, die Derek nun noch erwarten kann, ist die von seinem neuen Nachbarn, Polizist Russ.

Meine Meinung:

Ehrlich gesagt habe ich mir bei diesem Buch einfach ein bisschen mehr Dramatik erhofft.
Ich dachte, die Gewaltszenen kommen vielleicht ein wenig stärker heraus, es wird ein bisschen heftiger und schockierender gestaltet. Ich weiß, das klingt vielleicht blöd, aber es hat mich doch ziemlich enttäuscht. Schließlich hilft eine drastische Beschreibung ja dem Leser dabei, den Charakter dann besser nachvollziehen zu können. Man ist dann näher am Geschehen dran, sozusagen. Außerdem denk ich mir, wenn man schon über so ein schreckliches Thema schreibt, dann muss man auch versuchen, es so schlimm darzustellen, wie es eben nun mal ist.
Ich glaube, das ist dann letztlich auch der Grund, warum mir das Buch ein wenig zu unpersönlich wirkte. Man hat zwar als Leser einen guten Einblick in die Gedanken des Charas bekommen, aber irgendwie hat man einfach trotzdem nicht mitfühlen können. Als wäre da immer ein bisschen eine Distanz vorhanden.
Ich möchte jetzt aber nicht, dass ein komplett falscher Eindruck von dem Buch entsteht. Ich mag z.B. sehr, wie sich Derek mit seinem Nachbarn annähert und wie dieser versucht, für ihn dazu sein. Ich mag es auch, wie sie um einander herumtänzeln und lange zu keinem Ergebnis kommen, ich liebe es, wie ihe Hunde eingebaut wurden und ich finde es super, wie Probleme von Derek nach der Vergewaltigung dargestellt werden.
Davon ab, dass es mir ein wenig zu unpersönlich war, wird auch gut auf den Vergewaltigungsaspekt eingegangen. All die Selbstvorwürfe, Schuldzuweisungen, Selbstmordgedanken – eben so die typischen Reaktionen von Opfern – finde ich sehr gut dargestellt. Auch werden gewisse Probleme und Lebensveränderungen im Zusammenhang mit der Vergewaltigung deutlich – alles eben sehr realistisch gehalten.
Auch der Stil ist wirklich gut. Vielleicht an mancher Stelle etwas zu kitschig oder zu dramatisch, aber nie so, dass es komplett überwiegt – man kann also gut darüber hinwegsehen.
Also durchaus ein lesenswertes Buch, dass ich euch gerne ans Herz legen möchte.

Sonntag, 24. Dezember 2017

Polarnächte (Jona Dreyer)

Titel: Polarnächte
Autor: Jona Dreyer
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 168 Seiten
Beschreibung: Gezwungenermaßen tritt Roman einen Weihnachtsurlaub in Lappland an, weil sein Chef der Meinung ist, er bräuchte dringend Urlaub. Anders als gedacht, ist er von einem Gastgeber Leevi ziemlich angetan. Aber böse Erfahrungen in seiner Vergangenheit lassen ihn Leevi gegenüber sehr vorsichtig sein.

Meine Meinung:

OMG, dieses Buch hat mich einfach vollkommen. Vielleicht ist es gar nicht so toll, wie es in meinem Kopf jetzt aussieht, aber ich habe es einfach nur geliebt!
Größtenteils liegt das wohl – ich gestehe – an der Umgebung, in der die Geschichte spielt. Ich muss da kurz ausholen: mein allergrößter Traum ist es, irgendwo mitten in der größten Pampe eine einsame Holzhütte zu haben, nur ich, mein Freund und unsere Hunde. Und dieses scheiß Buch hat genau diesen Traum als Kulisse. Natürlich habe ich mich da gleich verliebt.
Aber glaubt mir, ganz davon ab, dass Finnland mit seiner Landschaft und seinen Eigenheiten ganz gut dargestellt wird, ist das Buch auch sonst sehr schön geworden.
Ich mag es, dass ihr ganzes Miteinander während Romans Urlaub auf einem Missverständnis beruht und Roman sich immer absichtlich zurück hält, während Leevi total frustriert ist, weil Roman sich kein bisschen annähert. Das bringt nämlich ein winziges bisschen Drama mit sich, was zu echter Spannung führt und einen auch einfach ein wenig amüsiert. Letztlich schleichen sie dann um einander herum und das ist echt gut dargestellt.
Die mysteriösen Dinge, die auf der Huskyfarm so vor sich gehen, bringen noch mal ein wenig Abwechslung und Spannung in die Geschichte und heben gleichzeitig noch ein wenig ihre Abgeschiedenheit und ihr Leben in Finnland hervor. Auch, wie es sich dann letztlich aufklärt, gefällt mir ganz gut. Unerwartet, aber irgendwie schön.
Zugegeben, dass Ende ist vielleicht ein wenig zu unrealistisch, um wirklich bei mir punkten zu können, aber es passt irgendwie zu der Geschichte und na ja… es ist ja nur das Ende. :D
Zumindest passt die Geschichte perfekt zur Weihnachtszeit und ist deshalb absolut lesenswert.

Jules :)