Sonntag, 11. Februar 2018

Zerbrochenes Glas (John Inman)

Titel: Zerbrochenes Glas (Rezensionsexemplar)
Autor: John Inman
Verlag: Dreamspinner Press
Seitenzahl: 236 Seiten
Beschreibung: Seitdem Gordon einen Unfall verursacht hat, bei dem ein Mensch ums Leben kam, liegt sein eigenes in Trümmern. Zu sehr hält ihn die Schuld im Griff, als dass er sich aus seiner Depression reißen könnte. Doch dann trifft er den Obdachlosen Squirt. Dieser liebenswerte Kerl verzaubert Gordon sofort und deshalb versucht er auch alles, sich diesem zu nähern. Doch auch Squirt hat ein Päckchen zu tragen.

Meine Meinung:

Wenn dieses Buch etwas ist, dann bewegend. Und das auf viele Art und Weisen. Es gab Stellen, da musste ich lachen, es gab Stellen, da musste ich schwer schlucken und ja, es gab auch Stellen, da musste ich weinen.
Dieses Buch zeigt Gordons Kampf, zurück in sein Leben. Man ist dabei, als er das Leben zweier Menschen zerstört - und sein eigenes gleich mit. Man ist dabei, wenn die Schuld ihn zerfrisst und es für ihn keinen anderen Ausweg mehr zu geben scheint, als den Tod. Und man ist dabei, wenn er dank der Liebe wieder auf die richtige Spur kommt und damit nicht nur sein eigenes Leben rettet.
Dieses Buch bedrückt einen Anfangs, weil man die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und Depression, die Gordon befallen haben, wirklich nachempfinden kann. Das Buch schafft es, einen mitfühlen zu lassen. Es zieht einen ein wenig runter, das zu lesen, aber das zeugt nur davon, wie gut geschrieben es ist.
In der dunkelsten Zeit seines Lebens trifft Gordon dann auf den Obdachlosen Squirt und man kann als Leser mitverfolgen, wie sich dieser in Gordons Herz drängt - und wie die Liebe Gordons Seele aus ihrer Qual befreit.
Die Art, wie das Buch geschrieben ist, lässt einen intensiv an allen Gefühlen teilhaben. Und es lässt einen in eine Story hineingleiten, die einen bewegt und nachdenklich zurücklässt. Es macht Spaß, das Buch und damit Gordons Heilungsweg mitverfolgen zu können. Und gleichzeitig den von Squirt.
Auch die dramatische Wende in dem Buch ist gut gemacht. Sie kommt so plötzlich, aber doch nicht unterwartet und sie ist realistisch. Ich hatte Angst, das Buch könnte nicht realistisch sein, weil allein das Aufeinandertreffen der beiden Protagonisten ja schon ein ziemlicher Zufall ist - aber dennoch ist die Geschichte realistisch gestaltet. Realistisch und herzerwärmend und vielleicht ein wenig sehr liebestrunken, aber auf eine gute Art.
Dies ist ein Buch über Schuld, aber auch über Liebe und Hoffnung. Und es ist großartig. Ihr seid selbst Schuld, wenn ihr dem Buch keine Chance gebt. Hier lohnt sich jedes Wort.

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